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Interview Deutsche Beteiligungs AG hält sich an die "Real Economy"

 ·  Wenn eine Private-Equity-Gesellschaft ihr Metier beherrscht, kann sie überdurchschnittliche Erträge erzielen, sagt Freiherr von Hodenberg.

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Sinkende Börsen führen zu steigendem Interesse an alternativen Anlageformen. In jüngster Zeit wird dabei auch relativ oft über „Private Equity“ berichtet. FAZ.NET hat sich mit Wilken Freiherr von Hodenberg, dem Sprecher des Vorstandes der Deutschen Beteiligungs AG, über diese Anlageform unterhalten.

Die Deutsche Beteiligungs AG ist im „Private Equity“-Geschäft tätig, befasst sich also mit Investitionen in Unternehmen, die in der Regel nicht an der Börse notiert sind - ist das richtig?

Wir sind ein klassisches Beteiligungsunternehmen. Früher sind wir Minderheitsbeteiligungen eingegangen und haben diese langfristig gehalten, seit Anfang 1997 konzentrieren wir uns auf Mehrheiten und sind „exit orientiert“. Wir gehen also eine Investition ein mit dem klaren Blick, diese auch wieder mit Gewinn zu verkaufen. Als Minderheitsgesellschafter beteiligen wir uns nur, wenn es ein klare Verkaufsperspektive gibt.

Wenn sie Ausstiegskanäle ansprechen - da war ja in jüngster Zeit ein klassischer Weg die Börse, etwa der Neue Markt. Der ist ja zumindest momentan nicht gerade gängig. Wie sehen Sie das?

Für uns hat sich nicht viel geändert. Ganz im Gegenteil, wir sind ja Investoren im traditionellen Sinne und beschäftigen uns nicht mit Risikokapital. Wir investieren in gestandene Unternehmen ab 50 Millionen Euro Umsatz in der Old Economy - man könnte sagen, in der Real Economy. Manche bringen wir an die Börse, auch wenn das Umfeld schwierig ist. Es gibt aber auch andere Exit-Kanäle, etwa den Verkauf an einen strategischen Investoren.

Ist gerade etwas in Ihrer Pipeline?

Ja, Andritz und Lignum Technologie, und beide Börsengänge scheinen zu klappen. Wir haben Mitte Mai die Global Power Equipment Group an die New York Stock Exchange gebracht. Alles Unternehmen der Old Economy mit Produkten, die man anfassen kann. Und das liebt die Börse wieder - wenn sie derzeit überhaupt etwas liebt. Die „Exitprobleme“ haben eigentlich die „Venture Capital-Finanzierer“. Internetfirmen mit einer Bewertung mit dem Fünffachen des Jahresumsatzes von 2006 sind heute kaum an die Börse zu bringen.

Trotzdem war das eine Art Konkurrenz, denn auch Sie suchen ja den Anleger.

Die Hälfte unserer Beteiligungen wird über einen „Trade Sale“ abgegeben, also an einen strategischen Investor verkauft - der Rest geht zum Teil an die Börse. Wir sind überhaupt nicht abhängig von der Entwicklung am Neuen Markt.

Aber auch Ihre Aktie hat sich von den Höchstständen entfernt.

Vergangenes Jahr hat bei unserer Aktie eine Neubewertung stattgefunden. Das ging einher mit der Diskussion, dass Veräußerungsgewinne nicht mehr steuerpflichtig sind ab 2002. Daraufhin hat unsere Aktie um knapp 70 Prozent zugelegt von 26 auf in der Spitze 44 Euro - und von dieser Spitze sind wir jetzt rund 20 Prozent entfernt.

Das war also der große „Move“, den man auf dem Chart sehen kann?

Ja - mit dem Kursrückgang von 44 auf die jetzigen 35 Euro hat sich sicher die „Steuereuphorie“ wieder normalisiert. Ganz können wir uns natürlich auch nicht der Marktentwicklung entziehen. Aber trotz allem haben wir seit Anfang 2000 eine deutliche „Outperformance“ des SDax, des MDax und des SMax erreicht.

Die Bewertung eines Private Equity-Unternehmens ist ziemlich komplex. Wie belegen Sie ihre Werthaftigkeit?

Wir zeigen keine Net Asset Values. In der Vergangenheit sind wir auf der Basis unserer überdurchschnittlichen Eigenkapitalrentabilität bewertet worden. Wir werden zwar von Analysten geschätzt. Allerdings: wir sind an vielen mittelständischen Unternehmen beteiligt, die ihre Zahlen nicht offen legen. Wir können deshalb nur pauschale Informationen liefern. Sonst kämen wir als Kapitalgeber für viele Mittelständler gar nicht mehr in Frage.

Das heißt aber, der Anleger, der in die Aktie der Deutschen Beteiligungs AG investiert, vertraut rein auf die Qualitäten des Managements?

Der Anleger kann sich an einer gewissen Erfolgsbilanz orientieren. Wir haben ja in den vergangenen Jahren gezeigt, dass wir das Metier beherrschen. Private Equity heißt, von zehn Investitionen gehen zwei überhaupt nicht, sechs sind so einigermaßen ordentlich und zwei entwickeln sich exzeptionell. Wer gut ist, erzielt mit dieser Mischung einen internen Zinsfuß von 25 Prozent im Schnitt pro Jahr. Wir sind seit 35 Jahren im Geschäft und haben uns einen Namen gemacht. Wir sehen über unser Netzwerk viele Transaktionen, die nicht über eine Auktion laufen. In Auktionen hat man nur eine begrenzte Chance, zum Zug zu kommen. Wir wollen uns aber auf die Fälle konzentrieren, bei denen die Chance zum Abschluss relativ hoch ist.

Lesen Sie Teil zwei des Interviews unter dem Link „Es gibt noch Entwicklungspotenzial“

Das Gespräch führte Christof Leisinger

Quelle: @cri
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