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Internationaler Finanzmarkt Hoffnung auf die Konjunkturwende

 ·  Noch sind die Umsätze am Ende der Ferienmonate gering, zugleich wächst aber die Hoffnung auf eine Konjunkturwende: Hiobs-Botschaften in der Euro-Krise sind ausgeblieben.

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© dpa Über 7.000 Punkte: Das Aufatmen der Investoren ist auch auf den Aktienmärkten zu spüren. Viele Hedge-Fonds, aktive Investoren und Fondsmanager kaufen auch in Europa wieder Aktien.

Noch ist Ruhe an den Finanzmärkten, denn die meisten Fondsmanager sind nicht am Tisch. Die Umsätze am Markt sind entsprechend niedrig und jegliche Neupositionierung von Investoren kann die Märkte bewegen. Zunächst einmal ist in den Sommerwochen nichts anderes geschehen, als dass viele Investoren ihre extrem defensiven Positionen eingedeckt haben. Dies hatte zwei Gründe: Erstens zeichnet sich in den Vereinigten Staaten, China und Brasilien ab, dass der Schwächepunkt der Konjunktur überstanden sein könnte und sich das Weltwirtschaftswachstum von hier aus wieder deutlicher erholen könnte. Manche Analysten in der City glauben, dass der Wendepunkt im globalen Konjunkturzyklus gekommen sein könnte.

Mehrere Häuser wie Barclays oder JP Morgan haben ihre Konjunkturschätzungen für das globale Wachstum wieder etwas nach oben korrigiert. Zweitens sind seit der Ankündigung von Mario Draghi, dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank, im Zweifel am kurzen Ende zugunsten der Anleihemärkte der Peripherie zu intervenieren, Hiobsbotschaften in der Euro-Krise ausgeblieben. Im Gegenteil: Griechenland wird mit allerlei Taschenspielertricks am Montag in der Lage sein, eine Anleihe von 3,2 Milliarden Euro zurückzuzahlen, die weitgehend von der EZB gehalten wird.

Merkel steht hinter EZB-Politik

Ende der Woche wird sich der griechische Premierminister Antonis Samaras mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin und dem französischen Präsidenten Francois Hollande in Paris treffen, um eine Verlängerung des griechischen Fiskal-Sparprogramms um zwei Jahre bis Ende 2016 auszuhandeln. „Man kann nur hoffen, dass Athen mehr Zeit für seine Anpassung gewährt wird, denn ein erzwungener Austritt des Landes aus der Währungsunion wäre ein ernster Rückschlag für alle Hoffnungen auf eine Erholung“, heißt es bei Barclays in London.

Mit Spannung warten die Finanzmärkte auf Äußerungen der EZB am 6. September, um besser einschätzen zu können, was die nun angekündigte Hilfe von Draghi mit Blick auf Spanien und Italien heißen könnte. Die Finanzmärkte gehen davon aus, dass Spanien letztlich einen Antrag auf Staatshilfe stellen wird, wie es der spanische Premierminister Mariano Rajoy nach eigenen Worten „erwägt“. Die dann erteilten Auflagen würden es der EZB im Gleichklang „rechtfertigen“, dem spanischen Anleihemarkt am kurzen Ende unter die Arme zu greifen.

Mit Wohlwollen haben die Märkte registriert, dass sich Merkel explizit hinter die Politik der EZB gestellt hat. Viele angelsächsische Investoren waren seit Monaten verunsichert darüber, dass Äußerungen und Pläne der EZB immer wieder von der Deutschen Bundesbank konterkariert wurden. Dies hatte Zweifel darüber aufkommen lassen, welche politische Stoßrichtung Deutschland eigentlich verfolgt und ob Deutschland wirklich so hinter dem Euro stehe wie behauptet. Auch Finnland hat nach anfänglichen Falschmeldungen über Äußerungen des finnischen Außenministers klar gestellt, dass die Regierung hinter dem Euro stehe.

Nun ist die Rendite spanischer Staatsanleihen mit zehn Jahren Restlaufzeit bereits wieder auf 6,44 Prozent gesunken und die Rendite zweijährige Papiere auf 3,77 Prozent. An den Märkten wird vermutet, dass Käufe der EZB die spanische Rendite zweijähriger Papiere auf 2 Prozent drücken könnten. Es muss aber betont werden, dass Spanien und Italien im August normalerweise keine Anleihen begeben, der wirkliche Test des Marktes also noch aussteht. Die Finanzmärkte gehen nicht davon aus, dass Spanien vor September einen Hilfsantrag bei dem EFSM stellen wird.

Rendite deutscher Bundesanleihen gestiegen

JP Morgan betont, dass ihre Fondsmanager die Kaufpositionen am deutschen Anleihemarkt eingedeckt haben. So haben offenbar viele Investoren reagiert, denn die Rendite deutscher Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit ist wieder auf 1,5 Prozent gestiegen. Das Aufatmen der Investoren ist auch auf den Aktienmärkte zu spüren, wo die Fondsmanager ihre zuvor extrem negative Positionierung aufgelöst haben. Der Dax ist wieder auf mehr als 7000 Punkte gestiegen. Viele Hedge-Fonds, aktive Investoren und Fondsmanager großer Häuser wie JP Morgan oder Barclays haben ihre defensiven Aktienpositionen zurückgeschraubt, kaufen auch in Europa wieder Aktien, sind aber weit davon entfernt, stark übergewichtet zu sein.

JP Morgan warnt, dass die Situation noch zu brisant sei, als dass die Bank voll auf zyklische Aktien setzen würde. Ob sich die Sommer-Rally also hält, hängt davon ab, ob die volkswirtschaftlichen Daten in den kommenden Quartalen zeigen, dass sich die globale Konjunkturerholung festigt und ob die Euro-Krise abflaut. Die Fondsmanager wissen, dass selbst Intervention der EZB auf dem Anleihemarkt und eine Verlängerung des griechischen Anpassungsprogramms wieder nur Zeit kaufen würdem, um die Reform der Währungsunion einzuleiten. Bei der entscheidenden Frage, wie viel Souveränität zugunsten fiskalpolitischer Kontrolle aufgegeben wird, ist indessen keine Lösung in Sicht.

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Wirtschaftskorrespondentin in London.

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