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Veröffentlicht: 01.01.2013, 10:20 Uhr

Internationaler Finanzmarkt Fremdwährungsanlagen lohnen sich selten

Die Zinsen sind fast überall niedrig. Eine Bundesanleihe rentiert momentan sogar mit minus 0,17 Prozent. 2012 ist das beste Jahr für Japans Aktien seit 2005. Doch der Yen verliert kräftig.

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© dpa/dpaweb Freude an der Börse Tokio: Der Nikkei hat ordentlich zugelegt

Lebensversicherer müssen sich zu Beginn des neuen Jahrs strecken, um für sie auskömmliche neue Zinsanlagen zu finden. Denn durch die zahlreichen Leitzinssenkungen der Notenbanken im Jahr 2012 ist im Jahresvergleich das Zinsniveau fast überall auf der Welt noch niedriger geworden. Lebensversicherer garantieren ihren Kunden in Neuverträgen mindestens 1,75 Prozent jährliche Rendite, in manchen Altverträgen sogar 4 Prozent.

Hanno Mußler Folgen:

Dieses Versprechen lässt sich mit der Bundesanleihe, die am 2. Januar verkauft wird, nicht erfüllen: Um sich 5 Milliarden Euro bis Dezember 2014 zu leihen, wird der Bund eine Anleihe mit einem Kupon von null Prozent aufstocken. Derzeit rentiert diese Anleihe mit minus 0,17 Prozent. Das heißt: Wer dem Bund Geld leiht, erhält keinen Zins, sondern muss eine Prämie zahlen.

Das gegenwärtige Zinsumfeld ist für Lebensversicherer relevant, weil sie zu Jahresanfang oft von ihren Kunden die Prämien für ein ganzes Jahr erhalten. Außerdem laufen viele Anleihen aus, in denen sie bisher investiert sind. Sie werden also zurückgezahlt. Damit haben viele Lebensversicherer zu Jahresbeginn hohen Anlagebedarf und stellen sich wie andere Anleger auch die Frage: Wohin mit dem Geld?

Infografik / Gewinner und Verlierer im Dow Jones / 2012 12 31 © F.A.Z. Vergrößern Gewinner und Verlierer im Dow Jones

Die Strategie, außerhalb des Euroraums nach Renditechancen zu suchen, dürfen Lebensversicherer nur eingeschränkt verfolgen. Für Privatanleger dagegen ist es sinnvoll, mit Fremdwährungsanlagen ihre Risiken zu verteilen. Allerdings sind inzwischen auch in Schwellenländern die Zinsen immer weniger attraktiv. Kurz vor Weihnachten senkten noch die türkische und die ungarische Notenbank ihre Leitzinsen auf 5,5 und 5,75 Prozent. Während in der Türkei erstmals seit August 2011 die Zinsen fallen, hat die Notenbank in Budapest ihren Leitzins im Jahr 2012 fünfmal gesenkt. Die indische Notenbank beließ vor Weihnachten ihren Leitzins auf 8 Prozent, deutete aber eine Leitzinssenkung für das erste Quartal 2013 an.

Mit niedrigeren Zinsen steigt das Risiko, mit Fremdwährungsanlagen Verlust zu machen. Denn trotz aller Turbulenzen in der Europäischen Währungsunion ist der Euro keine schwache Währung geworden. Zum Dollar hat der Euro im Jahr 2012 sogar fast 2 Prozent zugelegt. Im zweiten Halbjahr, als es dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank gelang, den Marktteilnehmern die Furcht vor einem Zerfall des Euroraums zu nehmen, machte der Euro 4 Prozent zum Dollar gut, und auch das britische Pfund und der Schweizer Franken werteten 1,4 und 0,5 Prozent zum Euro ab. Der größte Verlierer an den Devisenmärkten im Jahr 2012 ist der Yen. Die japanische Währung wertete zum Euro 12,3 Prozent ab, allein 11 Prozent im zweiten Halbjahr.

Die Stärke der europäischen Gemeinschaftswährung bedeutet, dass bei Fremdwährungsanleihen die Gesamtrendite für in Euro rechnende Anleger geschmälert wird. Zwar erfreuen sie sich nach wie vor an etwas höheren Zinsen außerhalb der Europäischen Währungsunion. Aber Verluste der Fremdwährung zum Euro drücken auf die Gesamtrendite. So war es im Jahr 2012 auch nicht zwingend, auf ausländischen Aktienmärkten anzulegen. Schließlich beendete der Dax das Jahr mit 7612 Punkten, ein international herausragendes Plus von 29,1 Prozent. 2012 ist damit das beste deutsche Aktienjahr seit 2003.

Nikkei mit einem Zuwachs von 23 Prozent

Zwar herrscht auch andernorts Grund zur Freude, etwa in Tokio. Nach einem Endspurt mit sechs Wochen steigenden Aktienkursen hintereinander beendete der Aktienindex Nikkei das Jahr 2012 mit einem Zuwachs von 23 Prozent und bescherte damit dem japanischen Aktienmarkt das beste Jahr seit 2005. Doch wegen der Schwäche des Yen bleiben für in Euro rechnende Anleger lediglich 8 Prozent Gewinn mit japanischen Aktien übrig.

Enttäuschend für jeden Anleger ist die Entwicklung in Amerika. Zwar dürfte 2012 erstmals seit dem Jahr 2005 der Immobilienmarkt wieder zum Wachstum der größten Volkswirtschaft beigetragen haben. So stieg die Zahl der verkauften Eigenheime im November um 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit so stark wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Der Preis für ein durchschnittliches Einfamilienhaus kletterte im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar um 14,9 Prozent auf 246.200 Dollar. Aber zum Jahresschluss lastete der Streit um den Staatshaushalt auf dem amerikanischen Aktienmarkt. Der S&P 500 verlor in der Woche nach Weihnachten um 1,9 Prozent. Machen die Kurse am Silvestertag nicht noch Boden gut, wird der Aktienindex das vierte Quartal mit einem Abschlag von 2,7 Prozent beenden.

Nicht mehr ändern wird sich die Sicht auf das Gesamtjahr 2012: Deutschlands und Japans Aktienmarkt haben Amerika abgehängt: Der S&P 500 legte seit Jahresanfang um weniger als 12 Prozent, der Aktienindex Dow Jones um 6 Prozent zu. Für in Euro rechnende Anleger bleiben mit 9 und 4 Prozent sogar noch weniger Gewinn übrig.

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Quelle: F.A.Z.

 

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