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Baufinanzierung

Internationaler Finanzmarkt Aktien erhalten neuen Schub von Wall Street

Der S&P 500 klettert so hoch wie zuletzt im Oktober 2007. Auch der Dax erlebt ein Fünfjahreshoch. Nur der Aktienkurs von Apple bereitet Anlegern Sorgen.

© AP Vergrößern Schlange vorm Apple Store in Peking: Trotz Rekordabsatz von iPhones und iPads fallen die Aktien

Angetrieben von den seit acht Tagen pausenlos steigenden amerikanischen Aktienindizes und einem den dritten Monat hintereinander gestiegenen Ifo-Geschäftsklimaindex hat der Dax eine drei Wochen währende Phase des richtungslosen Lavierens am Freitag mit einem Paukenschlag beendet. Der Deutsche Aktienindex stieg um 1,4 Prozent und schloss mit 7.860 Punkten nur unwesentlich unter dem Tageshoch von 7.865 Punkten.

Hanno Mußler Folgen:  

Damit ist der Dax so hoch geklettert wie seit mehr als fünf Jahren nicht mehr. Die Anleger nehmen nun die Höchststände um 8.150 Punkte aus den Jahren 2000 und 2007 in den Blick. Gemessen am Kurs-Buch-Verhältnis, das Börsenwert und Bilanzwert der Vermögen ins Verhältnis rückt, waren deutsche Aktien noch nie so hoch bewertet wie derzeit.

Im Jahr 2012 ist der amerikanische Aktienmarkt hinter der Wertentwicklung des deutschen Aktienmarkts zurückgeblieben. Nun ist die Wall Street wieder zum Taktgeber geworden. Während der Dax seit Jahresanfang 3 und der europäische Aktienindex Euro Stoxx 50 4 Prozent zugelegt haben, sind die amerikanischen Aktienindizes Dow Jones und S&P 500 mit Zuwächsen von 5 und 6 Prozent davongezogen. Als ein wesentlicher Grund gelten die Berichte der Unternehmen über das vierte Quartal.

Infografik / 28.01.2013 / Gewinner und Verlierer im Dow Jones

Rund drei Viertel der Unternehmen haben die Erwartungen an Umsatz und Gewinn übertroffen und einen positiven Ausblick gegeben. Eine Ausnahme allerdings ist das Computerunternehmen Apple. Es berichtete zwar über einen Rekordabsatz von I-Phones und I-Pads, weckte aber Zweifel daran, dass sich das Wachstum fortsetzt. Der Aktienkurs brach ein und liegt nun um 17 Prozent tiefer als zu Jahresbeginn. Zudem zog der Ölkonzern Exxon Mobile an Apple vorbei und ist nun das teuerste Unternehmen der Welt.

Immer billiger werden Waren in Japan. Die Verbraucherpreise sind nun den sechsten Monat hintereinander gesunken. Die Notenbank hat auf Druck der Regierung ihr Inflationsziel auf 2 Prozent verdoppelt. Von 2014 an wird Japan mit frisch gedrucktem Geld so viele Anleihen kaufen, bis das Inflationsziel erreicht ist. Die Anleger reagierten auf diese Nachricht enttäuscht. Manche hatten gehofft, die Anleihenkäufe würden schon früher beginnen. Der Yen wertete kurz auf. Doch gegen Wochenende setzte sich am Devisenmarkt der von der Regierung gewünschte Trend wieder durch: Die japanische Währung wertete ab, die elfte Woche hintereinander gab der Yen zum Dollar nach.

Zum Euro hat der Yen nun allein seit Jahresanfang 6,5 Prozent auf den tiefsten Kurs seit Juni 2010 verloren. Abgewertet um 5 Prozent zum Euro hat auch das britische Pfund. Premier David Cameron will in Verhandlungen mit der EU Zuständigkeiten von Brüssel nach London zurückholen und im Jahr 2017 die Briten über eine weitere Mitgliedschaft in der EU entscheiden lassen.

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Dabei hat der Euro seit Jahresanfang zu allen wichtigen Währungen zugelegt. Dies hat auch damit zu tun, dass im Euroraum – anders als in Amerika, Japan und Großbritannien – das in der Krise ausgeweitete Geldangebot wieder etwas knapper wird. Denn 278 Banken nutzen die erste Gelegenheit, um nach Ablauf eines Drittels der Laufzeit bei der Europäischen Zentralbank (EZB) aufgenommene Kredite von 489 Milliarden Euro mit 137 Milliarden Euro teilweise vorzeitig zu tilgen.

Die EZB hat dieses Geld und weitere 500 Milliarden Euro europäischen Banken für drei Jahre geliehen, um eine Kreditklemme zu verhindern. Viele Banken aber können sich inzwischen günstiger finanzieren als über die EZB. Ihr Finanzierungsbedarf treibt indes die Zinsen nach oben. Die Rendite von Bundeswertpapieren mit zwei Jahren Laufzeit stieg am Freitag kräftig von 0,18 auf 0,29 Prozent. Während in Schwellenländern die Leitzinssenkungen wie etwa in der vergangenen Woche in der Türkei weitergehen, gewinnt in Deutschland die Zinswende an Kontur. Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit rentieren nun mit 1,6 Prozent und haben ihr Renditetief von 1,3 Prozent im Juni hinter sich gelassen.

Zeichen für gewachsene Stabilität

Dass Banken jetzt mehr Kredite als erwartet der EZB zurückzahlen, gilt auch als Zeichen für gewachsene Stabilität im europäischen Bankensektor. Nun sollen Banken nicht nur stabiler, sondern auch weniger komplex werden, damit sie für Aufseher leichter zu kontrollieren und im Notfall auch abzuwickeln sind. Dies ist zumindest ein Ziel, das Befürworter eines moderaten Trennbankensystems leitet. Frankreich ist damit in Europa vorgeprescht.

Das Parlament in Paris berät gerade ein Gesetz, das Banken zwingt, Eigenhandel vom Kredit- und Einlagengeschäft zu trennen. Die Anzeichen verdichten sich, dass auch in Deutschland noch vor der Bundestagswahl von der schwarz-gelben Koalition ein ähnlicher Gesetzentwurf vorgelegt wird. Gerade auf die Deutsche Bank, die am Donnerstag Quartalszahlen bekanntgibt, kämen dann höhere Kosten zu.

Quelle: F.A.Z.

 
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