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Internationale Finanzmärkte Euro-Krise überschattet das IWF-Treffen

 ·  Geht es nach den Wünschen der meisten Investoren und Gläubiger, wird der neue Rettungsschirm schon bald von Spanien in Anspruch genommen. Der Bericht vom internationalen Finanzmarkt.

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© F.A.Z. Welches Unternehmen entwickelt sich besser und welches schlechter als der Dow Jones?

Auf den Kapitalmärkten dominiert weiterhin die Zuversicht, dass sich die Euro-Schuldenkrise trotz der schweren Rezession entspannt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zwar in der vergangenen Woche die Erwartung auf eine weitere Senkung des Leitzinses gedämpft und auch keine weiteren Krisenhilfen in Aussicht gestellt. Gleichwohl setzten sich die Kursgewinne auf den Aktienmärkten fort. Der deutsche Aktienindex gewann rund 2,5 Prozent. In Spanien und Italien stiegen die Kurse sogar um 3 beziehungsweise 5 Prozent. Der Euro legte um gut zwei Cent auf 1,3050 Dollar zu.

Dominierendes Thema bleibt auch in der kommenden Woche die Schuldenkrise. Sie wird das Treffen der Euro-Finanzminister am Montag und Dienstag und die Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds an den darauf folgenden Tagen überschatten. Die meisten Investoren und Gläubiger auf den Anleihemärkten erwarten und setzen darauf, dass Spanien über kurz oder lang einen Hilfsantrag stellen wird. Erst dann wäre der Weg frei für Interventionen der EZB. Denn Europas Zentralbank macht ein Hilfsprogramm und die damit verbundenen Auflagen zur Voraussetzung für ihr Eingreifen.

Thema Griechenland und Portugal

Beim Treffen der Finanzminister in Luxemburg dürften Spaniens Taktieren und die dann drohende Herabstufung der Bonität Teil der Gespräche sein. Außerdem wird es um Griechenland gehen, für das die nächste Tranche der internationalen Notkredite nicht freigegeben ist, weil der von der griechischen Regierung vorgelegte Sparhaushalt die Vorgaben nicht erfüllt. Thema wird auch Portugal sein, wo die Regierung das von IWF und europäischen Partnern vorgegebene Anpassungsprogramm sehr viel gewissenhafter umsetzt. Gleichwohl wird es wie für Griechenland auf eine Lockerung der Vorgaben hinauslaufen. Der portugiesischen Regierung dürfte für den Abbau des Haushaltsdefizits ein Jahr zusätzlich eingeräumt werden. Über die Tagespolitik hinaus geht die konstituierende Sitzung des Aufsichtsgremiums des neuen Stabilisierungsfonds ESM. Damit steht ein weiterer Teil der Infrastruktur, mit der in den kommenden Jahren riesige Kreditsummen bereitgestellt und ebenso große Risiken vergemeinschaftet werden können.

Bei der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds wird es von Dienstag bis Sonntag offiziell vor allem um die Neuregelung der Anteile und Quoten gehen. Doch auch hier dürfte die Euro-Schuldenkrise das wichtigste politische Thema sein, zumal der IWF insbesondere in Griechenland engagiert ist.

Anzeichen für Besserung

Neben der erhofften Entspannung in der Schuldenkrise - EZB-Präsident Mario Draghi wies in der vergangenen Woche auf Anzeichen der Stabilisierung hin, etwa auf den Zufluss von Spareinlagen zu den italienischen Banken - wird die Zuversicht auf den Kapitalmärkten von Konjunkturhoffnungen genährt. Die Lage ist zwar mehr als trist, und im Euroraum setzte sich die Rezession im dritten Quartal fort. Doch es mehren sich, so argumentieren die Optimisten, die Anzeichen für eine Stabilisierung. Aus Amerika kamen zuletzt günstige Zahlen vom Arbeitsmarkt. Dort stieg die Zahl der Stellen im September um 114000. Zugleich wurden die Daten für die vorangegangenen beiden Monate um gut 80000 nach oben korrigiert. Die Arbeitslosenquote sank dadurch von 8,1 auf 7,8 Prozent. Nach Schätzung der britischen Bank Barclays reichen angesichts der wachsenden Bevölkerung monatliche Stellenzuwächse von 75000 bis 100000, um die Arbeitslosenquote konstant zu halten.

Hinweise, ob dass Wirtschaft im Euroraum endlich den Tiefpunkt des Zyklus erreicht hat, könnten die Daten zur Industrieproduktion geben. Trotz der zuletzt tristen Stimmungswerte hoffen die Ökonomen der meisten Banken auf erträgliche Werte. Die deutsche Industrieproduktion könnte allerdings nach dem starken Augustzuwachs im September um ein halbes Prozent geschrumpft sein. Das Gleiche gilt für die Produktion im gesamten Euroraum. In dieser Woche beginnt zudem die Berichtssaison in den Vereinigten Staaten mit der Veröffentlichung des Aluminiumherstellers Alcoa am Dienstag. Am Ende der Woche folgt J.P. Morgan Chase als erste amerikanische Investmentbank.

Nach unten korrigiert

In Deutschland stehen die ersten Unternehmensberichte für das dritte Quartal erst in einigen Wochen auf dem Programm, aber die Daten von den amerikanischen Unternehmen können einen Vorgeschmack geben und dürften die hiesigen Aktienmärkte schon jetzt beeinflussen. Zudem ist absehbar, dass die Gewinnschätzungen für die deutschen Unternehmen angesichts der Rezession im Euroraum nach unten korrigiert werden.

Allerdings muss das nicht unbedingt zu einer Trendwende auf dem Aktienmarkt führen. Denn die Bewertung ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 10 - Aktien kosten also weniger als das Zehnfache des für das kommende Jahr erhofften Unternehmensgewinns - im langfristigen Vergleich moderat.

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Jahrgang 1968, Redakteur in der Wirtschaft.

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