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Interessante Aktien Minenausrüster sind Gewinner des Rohstoffbooms

 ·  Von der wachsenden Rohstoffnachfrage und den steigenden Preisen profitieren momentan Minenausrüster besonders. Ein deutsches Unternehmen ist auch darunter.

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Schon zum großen Klondike-Goldrausch Ende des 19. Jahrhunderts konnte man eine wichtige Lehre ziehen: Wer gräbt, verliert, wer die Ausrüstung verkauft, gewinnt. Während die Mehrheit der 40 000 Abenteurer in Alaska und Kanada größtenteils erfolglos nach Gold suchte, saßen die wahren Profiteure in den umliegenden Städten und Dörfern. Nicht jeder, der schürfte, fand Gold, aber fast jeder, der Spaten und Spitzhacke lieferte, konnte sich binnen kurzer Zeit Gold leisten. Eine ähnlich beglückende Erfahrung machen heute die Ausrüster der großen Minenbranche.

Die steigenden Rohstoffpreise führen zu einem weltweiten Bergbauboom. An immer mehr Orten öffnen Minen, an denen die Produktion früher bei niedrigeren Preisen zu teuer oder zu aufwendig gewesen wäre. Wie viele es genau sind, lässt sich nicht exakt beziffern, die Zahl dürfte aber in die Tausende gehen. Während die Bergbauunternehmen oftmals ein hohes Risiko eingehen und am Ende vielleicht nichts finden, müssen alle Minen mit Bohrern, Transportgeräten und Baggern ausgerüstet werden. Da aufgrund der schwierigen Bedingungen immer weniger hochspezialisierte Unternehmen auf dem Markt sind, können diese sich kleine Nischen sichern, auf denen sie dann einen Technologievorteil haben.

Verstecker Champion in Hamm

Solch ein klassischer Hidden-Champion sitzt zum Beispiel im nordrhein-westfälischen Hamm. Von dort aus lenkt die SMT Scharf AG ihre Geschäfte, die entgleisungssichere Transportausrüstung für den Bergbau entwickelt. Ihr Weltmarktanteil in diesem speziellen Bereich liegt bei etwa 40 Prozent, der gesamte Umsatz mit unterirdischen Transportsystemen wird von Experten auf bis zu 7 Milliarden Euro jährlich geschätzt.

Der Umsatz der Scharf AG hat sich seit 2007 um 50 Prozent auf 82 Millionen gesteigert, der Gewinn hat sich auf etwa 11 Millionen fast verdoppelt. Davon profitierten auch die Aktien und die Aktionäre. Im letzten Jahr hat sich die Dividende auf 90 Cent belaufen. Die Hausse der Aktie stoppte zwar Ende Februar, seit dem Börsengang hat sich ihr Wert aber immerhin verdreifacht auf aktuell etwa 23 Euro. Untypisch für das eher schwache erste Quartal vermeldete SMT Scharf sehr gute Zahlen: So wuchs der Umsatz in den drei Monaten im Vergleich zum Vorjahresquartal um 66 Prozent auf etwa 25 Millionen Euro (Vorjahr: 15 Millionen Euro) und der Gewinn um 35 Prozent auf 2,4 Millionen Euro (Vorjahr: 1,7 Millionen Euro). Aktuell liege auch ein hoher Auftragsbestand vor, so das man für das Gesamtjahr zuversichtlich sei. Trotzdem bemüht sich Vorstandschef Christian Dreyer, die Erwartungen zu dämpfen, und betonte, man könne das Ergebnis nicht auf das Gesamtjahr hochrechnen.

Eine Frage der Weltwirtschaftsaktivität

Die Firmen im Bereich der Bergbautechnik sind sehr stark von der Rohstoffnachfrage abhängig, die wiederum auch von der weltweiten wirtschaftlichen Lage abhängig ist. So rechnet man in der Branche mit einer leicht zurückgehenden Investitionsneigung der Bergbaukunden, da die weltwirtschaftliche Lage sehr unsicher sei. Momentan zieht zwar die Nachfrage nach Rohstoffen aufgrund der höheren Nachfrage aus China und der sich erholenden amerikanischen Wirtschaft an. Aber das abflauende Wirtschaftswachstum in China - aber auch der gesamten Welt - hat in den letzten Monaten die Nachfrage nach Eisenerz, Kohle, Kupfer und anderen Rohstoffen deutlich abkühlen lassen. Nichtsdestotrotz prognostizieren Fachleute, das die Rohstoffnachfrage langfristig weiter steigen wird.

Deutschland hat auf diesem Markt kaum eine Bedeutung, da hierzulande die meisten Minen bereits ausgerüstet sind und nur wenige neu eröffnen werden. 2018 wird mit einer kompletten Einstellung des Deutschland-Geschäfts gerechnet, da dann die letzten großen Kohlezechen im Ruhrgebiet schließen. Bei SMT Scharf werden deshalb auch jetzt schon 90 Prozent der Geschäfte im Ausland abgewickelt. Die wichtigsten Märkte sind dort, wo auch die Minen liegen. Besonders China versucht seinen steigenden Rohstoffhunger durch immer mehr Minen im eigenen Land zu stillen. So wird auch ein Großteil der Umsätze bei SMT Scharf in China gemacht, aber auch Russland, Südafrika und Polen sind wichtige Märkte.

Caterpillar hat sich einen eigenen Minenzulieferer gekauft

Obwohl SMT Scharf mit ihrer speziellen Transporttechnik in einem Teilbereich führend ist, ist sie doch eine eher kleine Firma mit gerade mal 300 Angestellten. Zum Vergleich: Die Joy Global, ebenfalls ein Hersteller von Geräten und Ausrüstungen für die Minenindustrie, beschäftigt über 12 000 Menschen und erwirtschaftete allein im ersten Quartal einen Umsatz von 1,14 Milliarden Dollar.

Dass ein Minenzulieferer ein gutes Geschäft sein kann, hat sich mittlerweile auch anderswo rumgesprochen. So hat der Baukonzern Caterpillar im November 2010 den bis dato größten Minenzulieferer Bucyrus für rund 8,6 Milliarden Dollar gekauft. Der Anteil an mobilem Zubehör, den Caterpillar bisher an die Minenbetreiber lieferte, ist von 30 auf 70 Prozent gestiegen. Auch der Aktienkurs hat davon profitiert und ist trotz des schwierigen Marktumfelds seit der Übernahme um etwa 15 Prozent gestiegen.

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