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Immobilien Auf die Lage kommt es an

27.05.2010 ·  Immobilien gelten immer noch als erste Wahl für den Schutz gegen Preissteigerungen. Das gilt allerdings längst nicht mehr für alle Gegenden. Auch bei Immobilienfonds werden die Argumente schwächer.

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Die Bauträger und Wohnungsverkäufer im Lande haben die Gunst der Stunde erkannt. In ihrem Instrumentarium an guten Argumenten für die eigenen vier Wände erfreut sich der Schutz vor einer drohenden Inflation derzeit besonders großer Beliebtheit. Immobilienbesitz stellt schließlich einen Sachwert dar, wenn das Papiergeld irgendwann nichts mehr wert ist.

Gleichzeitig wird in einem solchen Szenario auch die Kreditlast immer leichter. Eine solche Argumentation überdeckt allerdings den entscheidenden Punkt: Wenn Lage, Bauqualität und zeitgemäße Ausstattung des Eigenheims nicht stimmen, existiert auch der versprochene Inflationsschutz nicht.

Nur die richtige Lage bietet Schutz

Ein Werterhalt oder sogar ein Wertzuwachs mit Wohnimmobilien ist in Deutschland längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Stattdessen ist hierzulande der Markt schon seit geraumer Zeit zweigeteilt. Auf der einen Seite sind die wirtschaftsstarken Regionen mit einem stabilen Bevölkerungszuwachs, in denen die Nachfrage nach Eigenheimen konstant hoch ist. Auf der anderen Seite sind die strukturschwachen Regionen, die angesichts fehlender lukrativer Arbeitsplätze unter einem andauernden Bevölkerungsschwund leiden. Dort geraten die Eigenheimpreise mit der rückläufigen Nachfrage zusehends unter Druck. Die Schere zwischen diesen beiden Seiten öffnet sich angesichts der demographischen Entwicklung im Lande immer weiter.

Auch wenn Wohnungen oder Häuser als Geldanlage zur Vermietung erworben werden, verliert die grundsätzliche Herangehensweise an die Investition über Lage, Bauqualität und Ausstattung nicht an Bedeutung. Immerhin lässt sich der Inflationsschutz mit funktionierenden Wohnobjekten gewährleisten, indem die Höhe der Miete der Teuerung folgt.

Zweifel an Argumenten für Fonds

Umstritten ist der Schutz vor Inflation bei der indirekten Anlage über Fonds oder Aktien in Gewerbeimmobilien wie zum Beispiel Büros. Theoretisch sollten die Büromieten steigen, wenn das allgemeine Preisniveau nach oben geht, denn normalerweise sind sie an einen Preisindex gekoppelt. In der Praxis kann allerdings der Versuch, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Mieten zu erhöhen, schnell nach hinten losgehen. Entweder geht der Mieter einfach pleite, oder er sucht so schnell wie möglich das Weite. Der Eigentümer steht so vor der Wahl, auf die ihm eigentlich zustehende höhere Miete zu verzichten oder irgendwann gar keine Einnahmen mehr zu erzielen.

Mittlerweile gibt es auch in der Immobilienbranche selbst Stimmen, die davor warnen, den Inflationsschutz als Verkaufsargument überzustrapazieren. „Die schlechten Erfahrungen der Vergangenheit beispielsweise mit Anlageobjekten, die allein über das Thema Steuerersparnis ohne Rücksicht auf Rendite verkauft wurden, sollten Warnung genug sein“, sagt Stephan Rind, Vorstandsvorsitzender der Colonia Real Estate AG.

Es gebe schließlich noch genügend andere positive Faktoren, die sich für Immobilien überzeugend ins Feld führen ließen - etwa Portfoliodiversifizierung und stabile Mittelzuflüsse. Wenn Inflationsschutz dann ergänzend hinzukomme, umso besser für den langfristig orientierten Investor.

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