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Höheres Rating Philippinen werden für Investoren interessant

 ·  Die Ratingagentur Fitch verleiht dem Inselstaat erstmals den „Investment Grade“. Präsident aquino hofft nun auf mehr Investoren, die Arbeitsplätze bringen.

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© F1online Vergrößern Aufgewertet: Philippinen

Lange wurde in Manila darüber spekuliert, nun kommt die Auszeichnung schwarz auf weiß: Erstmals in seiner Geschichte hat der Inselstaat einen Investitionsgrad zugesprochen bekommen. Die Ratingagentur Fitch Ratings hob das langfristige Rating der Philippinen von „BB+“ auf „BBB-“ an. Damit notieren die Philippinen in derselben Kategorie wie die größte Volkswirtschaft Südostasiens, Indonesien.

“Das Land, das einst als der dauernde Nachzügler in Asien galt, beginnt abzuheben“, sagte Benigno Aquino, der vor zwei Jahren das Amt als Präsident übernahm. „Unsere Aufgabe lautet nun sicherzustellen, dass die zu erwartenden Zuflüsse mit maximalem Effekt genutzt werden für eine nachhaltige, vorwärtsstrebende Volkswirtschaft.“ Die Regierung braucht allein in diesem Jahr 17 Milliarden Dollar für den Ausbau der Infrastruktur.

Jetzt werden weitere Investoren auf die Philippinen gezogen werden, und auch einem der stärksten Aktienmärkte Ostasiens wird weiteres Kapital zufließen. „Mehr Unternehmen aus der Realwirtschaft werden uns nun als Investitionsstandort in Augenschein nehmen. Die Kreditkosten für philippinische Unternehmen dürften an den internationalen Märkten fallen, so dass als Konsequenz die Kurse ihrer Aktien steigen. Das wird ihnen helfen zu wachsen und mehr Arbeitsplätze zu schaffen“, sagte Aquino.

Wachstum erwartet

Schon im Februar flossen mit 2,1 Milliarden Dollar 40 Prozent mehr Anlegergelder nach Manila als noch ein Jahr zuvor. Gerade erst aber hat die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) vor „heißem“ Geld gewarnt, dass sich Anlageorte in Asien suche, im Zweifelsfall aber auch schnell wieder abgezogen werden könnte. Mit einem Plus von gut 31 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten wird die Börse in Manila in der groß gefassten Region Asien nur noch von Pakistan (32,9) und der Türkei (34,2) übertroffen. Am Mittwoch legte der Index in Manila um 3 Prozent zu, der Peso zog gegenüber dem Dollar an. Er hatte allein im vergangenen Jahr 7 Prozent gutgemacht.

Aquino gilt als Saubermann in dem von Korruption gezeichneten Land. Er will eine Wachstumsrate von gut 8 Prozent erreichen, Arbeitsplätze schaffen und die Einkommen erhöhen. Für dieses Jahr rechnen die Analysten mit einer Wachstumsrate von 5,5 Prozent, nach 6,6 im vergangenen Jahr - so hoch wie kein anderes asiatisches Land neben China. „Die Philippinen haben in den vergangenen fünf Jahren ein stärkeres und verlässlicheres Wachstum demonstriert als die anderen Länder mit einer „BBB-Bewertung“, lobt Fitch. Ihre Konkurrenten Standard & Poor’s und Moody’s haben sich ebenfalls positiv geäußert: S&P hob ihren Ausblick im Dezember von „stabil“ auf „positiv“ an und winkte mit dem begehrten Investment Grade, wenn der Reformkurs fortgesetzt werde. Moody’s Investors Service betrachtet das Land als „stabil“, einen Punkt unterhalb des Investment Grade.

Die Menschen selbst spüren davon noch nicht viel. Fast ein Drittel der knapp 100 Millionen Einwohner lebt unterhalb der Armutsgrenze. Mit rund 2600 Dollar liegt das Durchschnittseinkommen nach Fitch-Angaben deutlich unter demjenigen der übrigen mit „BBB“ bewerteten Staaten, die auf 10 300 Dollar kommen. Das Land lebt zu weiten Teilen von den Überweisungen der im Ausland als Hausmädchen oder Krankenschwestern arbeiteten philippinischen Frauen. Ihre Gelder stehen für rund 8 Prozent der Wirtschaftsleistung. Fitch lobte die gesunden Staatsfinanzen.

Die Regierung hat vor allem aber für eine relative politische Stabilität gesorgt. Der Konflikt mit Malaysia wurde in den vergangenen Tagen beigelegt. Ein Friedensvertrag mit der muslimischen Guerrilla auf Mindanao, das wegen seines Rohstoffreichtums bedeutend ist, wurde im Oktober unterzeichnet. Dort allein stehen Investitionen in Höhe von mehr als einer Milliarde Dollar aus. Insgesamt sagten Investoren den Philippinen im vergangenen Jahr Gelder in Höhe von mehr als 15 Milliarden Dollar zu.

Am Aktienmarkt dürften die großen Konglomerate diejenigen sein, die von den langfristigen Investitionen am meisten profitieren. Hinzu kommen Immobilienkonzerne wie Ayala Land oder Megaworld, auch wenn die Zentralbank schon vor einer Blase warnt. Interessant werden nun auch die Aktien von Glücksspielgesellschaften, nachdem vor einer guten Woche das erste Casino in Manila eröffnete und weitere folgen werden. Betreiber Melco Crown plant den Verkauf junger Aktien im Wert von rund 400 Millionen Dollar.

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