28.07.2006 · Der Start verlief verheißungsvoll, die Vorreiter sind zufrieden. Die Lebensversicherer treiben den Verkauf von Rentenpolicen voran und erhoffen sich höhere Renditen. Dabei müssen die Anleger nicht auf ein Sicherheitsnetz verzichten.
Die Lebensversicherer forcieren den Verkauf von Rentenpolicen mit abgespeckten Garantien, die höhere Renditen erhoffen lassen. Zu den Vorreitern zählen Axa Leben, Allianz, Aachen Münchener, Swiss Life und Hannover Leben. Die Allianz hat gerade die erste Tranche ihrer Indexpolice im Wert von 200 Millionen Euro geschlossen. Die Axa verkauft erst seit April die kapitalmarktnahe Rentenversicherung „Twinstar“ und bestreitet damit schon ein Drittel des Neugeschäfts. „Damit sind unsere Erwartungen für den Start schon mehr als erfüllt“, sagt Hans-Peter Roß, Mitglied im Vorstand der Axa Deutschland. Langfristig setze er darauf, daß sein Unternehmen nur noch die neuen Rentenversicherungen verkaufen wird. Bei Rentenpolicen zahlt der Anbieter einen festen monatlichen Betrag bis zum Tod des Versicherten.
Der Vorteil der neuartigen Produkte ist, daß sie einen größeren Anteil riskanter Anlageformen wie Aktien ermöglichen und dennoch mit Ertragsgarantien ausgestattet sind. Die Versicherer sind für die mit herkömmlichen Garantien ausgestatten Policen in der Geldanlage dagegen eingeschränkt. Die Zinsgarantie beträgt im Neugeschäft derzeit 2,75 Prozent und wird von 2007 an für neue Verträge auf 2,25 Prozent reduziert. Der Bestand älterer Verträge ist im Durchschnitt mit einer Garantie von rund 3,6 Prozent ausgestattet. Die Anforderungen der Aufsicht zwingen die Versicherer dazu, die Risiken zu begrenzen. Deshalb investieren sie meist zu mehr als 85 Prozent in sichere Anleihen. Bei einem langfristigen Zins von knapp 4 Prozent sind die Ertragschancen somit bescheiden.
Anleger müssen nicht auf Sicherheitsnetz verzichten
Bei den neuartigen Verträgen können die Versicherer dagegen das ganze Vermögen in Aktien investieren, die auf lange Sicht höhere Erträge versprechen. Trotz der aussichtsreicheren Anlage müssen die Anleger nicht auf ein Sicherheitsnetz verzichten. Die Axa gewährt für ihr neues Produkt eine Renditegarantie von mindestens 3 Prozent. Allerdings sind neue und herkömmliche Garantien nur bedingt vergleichbar. Die neuartige Garantie gilt erst am Ende des Vertrages. Nur für diesen Zeitpunkt ist sicher, daß der Sparanteil - das sind die Überweisungen der Kunden abzüglich der Kosten für Risikoschutz, Vermittlung und Verwaltung - mit 3 Prozent jährlich rentiert hat.
Die herkömmlichen Garantien gelten dagegen jederzeit. Wächst das Kapital in einem Jahr um mehr als den garantierten Betrag, kann der Überschuß nicht mehr gestrichen werden. Die Zinsgarantie bezieht sich fortan auch auf den zusätzlichen Betrag. Dieses Verfahren gibt den Sparern Planungssicherheit, legt aber bei der Anlage Fesseln an. Freier wirtschaften hingegen fondsgebundene Rentenpolicen, die das andere Extrem sind. Bei ihnen trägt aber der Sparer das Verlustrisiko allein.
Neuartige Garantien haben ihren Preis
Viele Sparer lassen sich nun offenbar für den neuartigen Mittelweg der abgespeckten Garantien gewinnen. Der Direktversicherer Hannoversche Leben zum Beispiel verspricht bei einem neuen Rentenprodukt, das in Fonds investiert, daß mindestens die gesamten eingezahlten Beiträge am Ende der Laufzeit ausgezahlt werden. Auf den Sparanteil gerechnet, entspricht das einem Garantiezins von knapp einem Prozent für das Ende der Laufzeit, allerdings mit der Chance auf eine wesentlich höhere tatsächliche Rendite.
Auch diese neuartigen Garantien haben natürlich ihren Preis. Bei der Axa kosten sie je nach Ausstattung bei einer Laufzeit von zwei Jahrzehnten etwa 0,8 bis 1,1 Prozentpunkte Rendite pro Jahr. Darin sind die Kosten der Fonds und die Verwaltungskosten des Versicherers aber noch nicht berücksichtigt. Die Verträge der Hannoverschen und der Axa Leben sind gegen Einmalzahlung oder gegen monatliche Beiträge zu haben.
Indexpolice nur gegen Zahlung eines Einmalbeitrags
Einen anderen Weg, allerdings mit dem gleichen Hintergrund, geht die Allianz. Ihre Indexpolice ist nur gegen Zahlungen eines Einmalbeitrags möglich. Es handelt sich um eine Kombination von Rentenversicherung und Garantiezertifikat, dessen Wert an den Aktienindex Euro-Stoxx-50 gebunden ist. Am Ende der zwölfjährigen Laufzeit steht dem Kunden Kapital zu, das mindestens 124 Prozent der Beitragssumme entspricht. Steigt der Index noch stärker, steht dem Anleger noch mehr zu, doch behält die Allianz dann zusätzlich zu den Dividenden einen Teil der Überrendite für sich. Bei der gerade geschlossenen Indexpolice der Swiss Life partizipiert der Kunde voll an der Entwicklung des Euro-Stoxx-50. Dafür gehen Dividenden und 5 Prozent des Einmalbeitrags an den Versicherer. Die Swiss Life garantiert mindestens den Kapitalerhalt. Zudem ist das bis dahin angesammelte Kapital in den drei letzten Jahren der Laufzeit abgesichert.
Für Anleger haben die neuartigen Rentenprodukte die gleichen steuerlichen Vorteile wie die herkömmlichen. Wer mindestens zwölf Jahre durchhält und bei Vertragsende 60 Jahre oder älter ist, bekommt bei einer Auszahlung auf einen Schlag die Hälfte der Kapitalerträge steuerfrei. Die andere Hälfte wird der Einkommensteuer unterzogen. Wird das Kapital für eine private Rente genutzt, sind die Kapitalerträge vollständig steuerfrei. Die monatlichen Auszahlungen sind zu einem kleinen Teil steuerpflichtig. Beginnt die Rente mit 65 Jahren werden zum Beispiel pauschal 18 Prozent jeder Auszahlung versteuert.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |