http://www.faz.net/-gv6-76e45
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 08.02.2013, 09:31 Uhr

Hedgefonds verklagt Apple „Es ist euer Geld“

Apple ist an der Börse wieder im Fokus. Der Hedgefonds-Manager David Einhorn verklagt den Konzern und fordert, dass Aktionäre von den riesigen Bargeld-Reserven stärker profitieren sollen. Die Aktie reagiert schon mit Zugewinnen.

© AP Bei Kunden ist Apple Kult - an der Börse derzeit eher nicht. Das könnte sich wieder ändern.

Es sind gigantische Barbestände, die Apple derzeit zur Verfügung hat. Zum Jahreswechsel lagen gut 137 Milliarden Dollar auf der hohen Kante. Das weckt Begehrlichkeiten bei (Groß-)Aktionären und Anlegern. Der bekannte und streitbare Hedgefonds-Manager und Apple-Großaktionär David Einhorn will den Konzern mit
mit einer Klage sowie massivem öffentlichen Druck dazu bewegen, einen größeren Anteil seines Reichtums an die Aktionäre abzutreten.

Öffentlicher Druck

Einhorn startete seinen Vorstoß mit Auftritten bei amerikanischen Fernsehsendern sowie einem Brief an die anderen Anteilseigner. „Es ist euer Geld“, schrieb er. Parallel dazu reichte er seine Klage beim Bezirksgericht in Manhattan ein.

Mehr zum Thema

Mit dem juristischen Schachzug will er verhindern, dass Apple es durch eine Satzungsänderung erschwert, verzinste Vorzugsaktien auszugeben. Dadurch beschneide sich das Management unnötig bei seinen Möglichkeiten, Werte auszuschütten, argumentierte Einhorn. „Wir wissen von keinem anderen Unternehmen, welches diesen Schritt jemals freiwillig getan hätte.“

Konzern will „gründlich prüfen“

Apple reagierte am Nachmittag (Ortszeit) mit einer Stellungnahme und erklärte, man werde den Vorschlag von Einhorn zur Ausgabe von Vorzugsaktien „gründlich prüfen“. Erst im März vergangenen Jahres hatte der Konzern unter seinem neuen Chef Tim Cook einen Kurswechsel vollzogen und angekündigt, nach 17 Jahren überhaupt wieder eine Dividende zu zahlen. Zudem startete Apple einen Aktienrückkauf. Durch die beiden Aktionen sollen binnen drei Jahren 45 Milliarden Dollar an die Anteilseigner gehen. Knapp 10 Milliarden davon sind bereits geflossen. Es habe „aktive Gespräche“ darüber gegeben, weiteres Geld an die Aktionäre auszuschütten, erklärte Apple nun. Bis Börsenschluss stieg die in den vergangenen Monaten stark gefallene Aktie um 3 Prozent.

Viele Börsianer scheinen zu hoffen, dass Einhorn sich durchsetzen kann: Sein finanzkräftiger Hedgefonds Greenlight Capital ist ein großer Apple-Anteilseigner mit 1,3 Millionen Aktien, die nach aktuellem Stand gut 600 Millionen Dollar wert sind (448 Mio Euro). Einhorn ist einer der lautstärksten und bekanntesten Investoren an der Wall Street. Für die Aktie selbst könnte sich die aktuelle Nachrichtenlage durchaus positiv auswirken, nachdem diese zuletzt deutlich an Substanz verloren und seitens der Charttechnik viele Indikatoren keine positiven Tendenzen aufweisen. Die neuesten Apple-Ziele hatten zu Vorsicht unter den Marktteilnehmern geführt – eine vielleicht zu erwartende Ausschüttung einer Sonderdividende könnte dieses sehr schnell ändern.

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Übernahme Was macht man jetzt als Kuka-Aktionär?

115 Euro bietet der chinesische Midea-Konzern je Kuka-Aktie. Wer verkaufen will, meldet das seiner Depotbank. Worauf muss man achten? Mehr Von Christian Siedenbiedel

22.06.2016, 10:08 Uhr | Finanzen
Cum-Ex-Geschäfte Der größte Steuerbluff aller Zeiten

Cum-Ex sind zwielichtige Aktiengeschäfte, mit denen Banken Milliarden Steuern gespart haben. Wie haben die das nur wieder geschafft? Mehr Von Corinna Budras

13.06.2016, 15:27 Uhr | Finanzen
Aktien-Anlage Diese Aktien gewinnen trotz Brexit-Crash hinzu

Das überraschende Ja der Briten zu einem EU-Austritt hat Anlegern einen schwarzen Freitag beschert. Die Börsenkurse fielen oft im zweistelligen Bereich. Es gibt aber auch Aktien, die an einem solchen Tag gegen den Trend hinzugewinnen. Mehr

24.06.2016, 15:05 Uhr | Finanzen
Vor Brexit-Referendum Dax geht oberhalb der 10.000-Punkte-Marke aus dem Handel

Am Donnerstag stimmen die Briten über den Verbleib in der EU ab. Die Anleger am Frankfurter Aktienmarkt gehen davon aus, dass es nicht zu einem Brexit kommt - und kaufen. Mehr

21.06.2016, 15:23 Uhr | Finanzen
Nach dem Brexit-Crash Wie geht es mit Dax-Aktien weiter?

Der Deutsche Aktienindex erlitt nach dem Brexit-Referendum den größten Kurssturz seit 2008. Nach dem Nein der Briten zur EU sehen viele Anleger fassungslos nach Großbritannien. Wie steht es um Deutschlands Standardwerte? Mehr

24.06.2016, 12:25 Uhr | Finanzen

Touristik in Zahlen Deutschland geht auf Reisen

Für den Urlaub geben wir viel Geld aus. Doch wir sind nicht mehr Reiseweltmeister, und selbst den Kampf um die Sonnenliege verlieren wir. Mehr Von Stefan Walter (Grafik) und Dyrk Scherff 1

Abonnieren Sie „Finanzen“

Wertpapiersuche