Home
http://www.faz.net/-gv6-74htc
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
Zertifikate und ETFs

Hedgefonds-Manager festgenommen „Der lukrativste Insider-Tipp aller Zeiten“

Der Hedgefonds-Manager Mathew Martoma soll auf Aktien eines Pharma-Unternehmens spekuliert haben, und zwar mit Hilfe geheimer Informationen über die Arzneitests. Jetzt ist er festgenommen worden.

© REUTERS Vergrößern New York

Ein früherer Hedgefonds-Manager ist am Dienstag in Florida wegen Insiderhandels im großen Stil festgenommen worden. Mathew Martoma wird vorgeworfen, Investmentberatern und ihren Hedgefonds illegale Gewinne in Höhe von 276 Millionen Dollar (216 Millionen Euro) ermöglicht zu haben. Bei dem Fall handele es sich vermutlich um den „lukrativsten Insidertipp aller Zeiten“, sagte Staatsanwalt Preet Bharara in New York.

Martoma wurde vor dem Bezirksgericht in Manhattan wegen einer Absprache zum Wertpapierbetrug in den Jahren 2006 bis 2008 angeklagt. Damals arbeitete er für die Firma CR Intrinsic Investors aus Stamford im US-Staat Connecticut. Nach Ermittlungen der Bundespolizei FBI kam der Insiderhandel in Gang, als Martoma einen Arzt kennenlernte, der im Oktober 2006 an klinischen Tests eines Medikaments gegen Alzheimer beteiligt war. Das Medikament wurde von den Pharmafirmen Elan und Wyeth entwickelt.

Geheime Informationen über Arzneitests

Daraufhin habe Martoma geheime Informationen erhalten, die im Zusammenhang mit dem endgültigen Ergebnis der Tests gestanden hätten, hieß es weiter. Andere Vertreter der Investmentbranche soll er dann zum Kauf von Aktien der Pharmafirmen ermuntert haben, die Wertpapiere jedoch später abgestoßen und dann gegen die betroffenen Unternehmen gewettet haben.

Nach Erkenntnissen der US-Börsenaufsicht SEC, die die Klage gegen CR Intrinsic Investors, Martoma und den Arzt Sidney Gilman einreichte, flossen die illegalen Gewinne im Juli 2008. Die Machenschaften hätten sich auf “einem Niveau abgespielt, das es so noch nie gegeben hat„, erklärte Staatsanwalt Bharara vor Journalisten.

Mehr zum Thema

Martoma wurde in seinem Haus in Boca Raton in Florida festgenommen und zunächst in West Palm Beach von einem Bundesgericht vernommen. Später kam er gegen eine Kaution von fünf Millionen Dollar auf freien Fuß. Für den kommenden Montag ist eine weitere Anhörung in Manhattan geplant.

Quelle: FAZ.net / dapd

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Entwicklung von Medikamenten „Unsere heile Welt gibt es nicht mehr“

Schnell soll es gehen bei der Entwicklung von neuen Medikamenten – zumindest, wenn es nach den Pharmafirmen und Patienten geht. Aber ist das immer sinnvoll? Ein Gespräch mit Karl Broich, dem Präsidenten des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte. Mehr

16.08.2014, 11:42 Uhr | Wissen
Cyber-Bankraub Drahtzieher von 40-Millionen-Dollar-Coup gefasst

Es war ein beispielloser Bankraub: In einer einzigen Nacht wurden rund um den Globus 40 Millionen Dollar erbeutet. Doch ein Kronzeuge und eine WLAN-Verbindung wurden dem mutmaßlichen Drahtzieher zum Verhängnis. Gefasst wurde er in Frankfurt. Mehr

17.08.2014, 15:09 Uhr | Gesellschaft
Schuldenstreit Amerikanischer Richter wirft Argentinien illegales Verhalten vor

Ein amerikanisches Gericht hat das Vorgehen Argentiniens im Schuldenstreit mit amerikanischen Hedgefonds als illegal bezeichnet. Das verschuldete Land will nach amerikanischem Recht ausgegebenen Anleihen in Schuldtitel einzutauschen, die unter argentinisches Recht fallen. Mehr

22.08.2014, 08:28 Uhr | Finanzen

Cyberkriminalität Sind unsere Online-Konten sicher?

Das Bundeskriminalamt sieht eine wachsende Gefahr durch Verbrecher im Netz. Aber ist als Online-Banking-Kunde mein Geld tatsächlich in Gefahr? F.A.Z.-Redakteur Franz Nestler klärt auf. Mehr 8 4

Kein Grund zum Jubeln

Von Kerstin Papon

Verbraucher können sich über günstiges Heizöl freuen. Doch Grund zum Jubeln ist das noch nicht. Wer von den geringen Energiepreisen profitieren will, sollte nicht zu lange mit der Bestellung warten. Mehr 1

Wertpapiersuche