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Halbjahresberichte Unternehmen schlagen Gewinnschätzungen

03.08.2005 ·  „Acht zu fünf“: So lautet die Zwischenbilanz der Landesbank Rheinland-Pfalz bei den deutschen Dax-Unternehmen. Acht Dax-Werte haben haben die Markterwartungen übertroffen. Der BASF-Aktienkurs stieg sogar erstmals über 60 Euro.

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Die Halbjahresberichte der deutschen Unternehmen halten im großen und ganzen, was sie versprochen haben. Nachdem 17 Dax-Unternehmen ihre Geschäftszahlen vorgelegt haben, zieht die Landesbank Rheinland-Pfalz die Zwischenbilanz „acht zu fünf“.

Das heißt: Acht Unternehmen haben die Markterwartungen übertroffen, fünf haben enttäuscht, und vier berichteten im Rahmen der Erwartungen.

Siemens senkt Jahresprognose

Im einzelnen haben Schering, Daimler-Chrysler, Deutsche Bank, Volkswagen, Continental, BASF, Altana und Adidas einen höheren Umsatz und einen höheren Gewinn erwirtschaftet, als die Analysten im Schnitt erwartet hatten. Was aber wohl noch wichtiger ist: Schering und dann am Mittwoch Altana und BASF hoben zudem ihre Jahresprognose an. Dies veranlaßte zum Beispiel die Analysten der WestLB, die Aktie des Chemiekonzerns BASF auf „kaufen“ von „überdurchschnittlich“ hochzustufen. Gleichzeitig erhöhten sie das Kursziel auf 70 Euro von 62 Euro. Der Kurs der BASF-Aktie sprang zum ersten Mal überhaupt über die Marke von 60 Euro.

Während SAP, Hypo-Vereinsbank und am Mittwoch Henkel und Commerzbank immerhin die Erwartungen der Analysten erfüllten, gab es in den vergangenen Tagen auch Enttäuschungen. Deutsche Post, Siemens, Infineon, Metro und am Mittwoch BMW lagen mit ihren Geschäftszahlen unter den Erwartungen, die die Analysten im Schnitt zuvor an den Gewinn gehegt hatten. Siemens und Infineon senkten zudem ihre Jahresprognose.

„Zweistelliges Gewinnwachstum“

„Die Berichtssaison ist gemischt und keineswegs überragend, wie die Kursgewinne am Aktienmarkt vermuten lassen. Noch aber gewichten die Anleger positive Nachrichten deutlich stärker als negative“, sagt Andreas Hürkamp, Aktienstratege der Landesbank Rheinland-Pfalz. Hürkamp rechnet indes damit, daß es im September zu einer deutlichen Veränderung der Wahrnehmung kommt. „Dann werden die Risiken nicht mehr ausgeblendet.“

Die Risiken liegen nach Ansicht von Hürkamp nicht so sehr in den Unternehmensgewinnen, sondern in der Konjunktur vor allem in Amerika. Steigende Zinsen und ein aufgrund der Rekordbenzinpreise sich abflachendes Konsumentenvertrauen seien eine Mischung, die zur Vorsicht mahne. „Ein zweistelliges Gewinnwachstum, wie derzeit für das Jahr 2006 von den amerikanischen Unternehmen erwartet wird, birgt Enttäuschungspotential.“

„Weiterhin stabile Zinsen“

Rolf Elgeti, Aktienstratege von der holländischen Bank ABN Amro in London, bringt indes eher den unter den Analysten derzeit überwiegenden Optimismus zum Ausdruck, wenn er sagt: „Was wir an Gewinnüberraschungen gesehen haben, rechtfertigt weitere Aktienkursgewinne.“ Die positiven Überraschungen seien nicht geringzuschätzen, weil viele Analysten in den drei Monaten ihre Gewinnschätzungen bereits kräftig nach oben korrigiert hätten, gibt Elgeti zu bedenken. So sind nach Angaben der Deutschen Bank die Gewinnerwartungen für die nächsten zwölf Monate in den vergangenen drei Monaten um 6,3 Prozent gestiegen. Normalerweise läuft eine Steigerung der Gewinnschätzungen in dieser Größenordnung über ein ganzes Jahr.

Elgeti rechnet zwar damit, daß sich das Tempo der Aufwärtsbewegung am deutschen Aktienmarkt verlangsamen wird. Auch seien von den Bundestagswahlen in Deutschland im September kaum weitere Kursimpulse zu erwarten. „Aber im Euro-Raum weiterhin stabile Zinsen und steigende Unternehmensgewinne sind ein Umfeld, das Aktionären keine Sorgen zu machen braucht.“ ABN Amro empfehle, deutsche Aktien in Europa überzugewichten. Hoffnungen auf ein schnelles Anziehen der Binnennachfrage in Deutschland hat Elgeti hingegen nicht. „Die Unternehmensgewinne werden im Jahr 2006 schneller wachsen als die Wirtschaft insgesamt.“

Quelle: ham. / F.A.Z., 04.08.2005, Nr. 179 / Seite 19
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