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Konditionen für den Sixpack : Was kostet das Fitnessstudio?

Premium bei Meridian Spa: Läufer können nebenbei ihre E-Mails checken – für ca. 100 Euro im Monat. Bild: Esra Klein

Der Frühling ruft und die Fitnessstudios locken mit günstigen Angeboten. Doch welche sind ihr Geld wert? Schon der Preisvergleich ist Schwerstarbeit.

          Einmal Waschbrettbauch für 9,90 Euro, bitte! Das ist ein fairer Preis, wenn man glauben darf, was der muskelgestählte Unterhemdträger auf der Internetseite verspricht. Dass man nämlich nach ein paar Trainingsmonaten in einem der Studios genauso aussieht wie er – und dafür pro Monat gerade mal so viel bezahlt, wie man an einem Kneipenabend für zwei Gläser Wein ausgibt. Wer noch zehn Euro drauflegt, bekommt sogar einen Personal Trainer dazu, damit er nicht am Ende vorzeitig aufgibt. Die 9,90 Euro, mit denen die Fitnesskette High5 auf dem Markt antritt, sind echte Kampfkonditionen.

          Nadine Oberhuber

          Freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Sie sind die Antwort darauf, dass immer mehr Fitnessketten ihre Muskeln spielen lassen und mit Kleinstpreisen um neue Kunden werben. Bislang galt der Würzburger Anbieter McFit als unumstrittener Champion in der Klasse der Billiganbieter. Mit 19,90 Euro pro Monat lockt er europaweit 1,37 Millionen Hanteldrücker und Laufbandjogger in seine rund 200 Studios, 169 davon in Deutschland. Nun aber schickt sich FitX an, den Markt aufzumischen mit seinem Fixpreis-Angebot von 15 Euro. Damit ist die Essener Studiokette extrem schnell gewachsen, mittlerweile kommt sie auf 44 Studios. Allerdings eher im Ruhrgebiet und an B-Standorten wie Bielefeld, Bochum, Kiel oder Krefeld. Nun tritt High5 als Tochterunternehmen von McFit mit den 9,90 Euro gegen den neuen Konkurrenten an, in 30 eigenen Studios. Für 19,90 Euro kann man auch in allen McFit-Studios an die Geräte. Noch billiger geht es nur mit einem Online-Fitnesstrainer per App, die kosten 5 bis 15 Euro im Monat, bieten dafür aber einen Trainingsplan, der sehr persönlich zugeschnitten ist und täglich angepasst werden kann.

          Viele Fitnessketten verraten nicht, was der Training kostet, sondern verweisen auf das Franchisesystem, worin jedes Studio seine eigenen Preise setze.
          Viele Fitnessketten verraten nicht, was der Training kostet, sondern verweisen auf das Franchisesystem, worin jedes Studio seine eigenen Preise setze. : Bild: F.A.Z.

          Zuallererst trainieren Hobbysportler auf der Suche nach einem Fitnessstudio aber eines: ihre grauen Zellen. Wer nämlich versucht, den idealen Trainingsplatz zu finden, die Preise der Anbieter zu vergleichen und die großen und kleinen Haken in den Verträgen schon im Vorhinein zu entdecken, der leistet bereits Schwerstarbeit. Zwar findet sich auf vielen Internetseiten die Rubrik „Preise“. Doch viele Fitnessketten verraten nicht, was der Trainingsspaß bei ihnen monatlich kostet, sondern verweisen darauf, dass sie im Franchisesystem funktionieren und jedes Studio seine eigenen Preise setze. Bei Bodystreet und Cleverfit sucht man besonders lang, bei Kieser sogar vergeblich nach Preisangaben. Bei Fitness First bekommt man mehrere Spannen genannt, die aber um fast 100 Prozent auseinanderklaffen: Von 55 bis 95 Euro kostet dort die günstigste Mitgliedschaft, 130 Euro das teuerste Paket.

          Wie viele Extras sind dabei?

          Da stechen die Fixpreise der Discounterketten positiv heraus. Wenn man schon nicht weiß, ob man den Waschbrettbauch am Ende bekommt, so weiß man doch wenigstens, wie viele Euro man auf dem Weg dahin verliert. Bei anderen muss man erst ein kostenloses Probetraining buchen, um Näheres zu erfahren. Wer sich darauf einlässt, sollte danach das Kräftemessen mit dem Studiopersonal nicht scheuen: Mit vielen kleinen Studios kann man über Nachlässe auf den Mitgliedsbeitrag verhandeln, wegen des großen Konkurrenzdrucks werden sie oft gewährt.

          Taktische Manöver proben viele Studios auch beim Punkt: Wie viele Extras sind im Monatsbeitrag enthalten? Beim Discounter FitX gibt es für 15 Euro jede Menge Kurse. Außerdem ist Trainerbetreuung inklusive, Parken und Getränke ebenfalls. Bei Cleverfit dagegen ist für 24,90 Euro in manchen Studios in Frankfurt nicht einmal eine Dusche enthalten. In München dagegen bekommt man reichlich Wasser, sogar für die Getränkeflasche. Bodystreet ist relativ teuer, aber dort trägt man auch eine Materialschlacht aus: Stromtraining mit vielen Geräten und persönlichem Trainer.

          Inzwischen haben viele Studios ihre Kündigungsklauseln fit gemacht und deutlich verschlankt. Lange Kündigungszeiten und Knebelverträge scheinen immer öfter passé. Meist wählt das Neumitglied, wie lange der Vertrag laufen soll: ein Jahr, zwei Jahre, manche bieten auch Monatslaufzeiten. Das kommt denen entgegen, die auch von Berufs wegen eher zu den bewegten Zeitgenossen gehören, oder denen, die nur im Winter drinnen trainieren wollen. Nach Ablauf der Frist verlängert sich der Vertrag um den gleichen Zeitraum, wenn er nicht zuvor gekündigt wird. Ein Sonderkündigungsrecht haben Nutzer, wenn sie ernsthaft krank werden oder schwanger. Ob auch ein Umzug ein berechtigter Grund ist, darüber streiten die Gerichte öfter. Hier geht man auf Nummer Sicher, indem man sich bei Ketten anmeldet, die viele Niederlassungen haben – damit man auch am neuen Wohnort zu gleichen Konditionen am Sixpack arbeiten kann.

          Quelle: F.A.S.

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