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Gold Erprobte Katastrophenversicherung

27.05.2010 ·  Gold ist derzeit eine gefragte Absicherung. Doch wer nicht große Summen zu investieren hat, muss oft tiefer in die Tasche greifen. Doch Alternativangebote mehren sich.

Von Stefan Ruhkamp
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Zu Hans-Joachim Weber kommen die Menschen, wenn sie das Vertrauen in den Euro verloren haben. „Sie kommen auch mit kleinen Summen von 1000 oder 2000 Euro, die sie in Sicherheit bringen wollen. Darunter sind auch Beamte oder Lohnempfänger, nicht nur wohlhabende Leute“, berichtet der Geschäftsführer der Berliner Münzhandelsgesellschaft Taurus.

Und sie kommen in den vergangenen Wochen wieder in größerer Zahl, um Gold, Silber und Platin zu kaufen. Man darf sich keine Massenbewegung vorstellen - in der Berliner Taurus-Filiale seien es einige Dutzend am Tag -, doch der Zustrom hat wieder zugenommen und ähnelt dem im Herbst 2008, als die Investmentbank Lehman zusammenbrach.

Katastrophen-Rücklage

„Die Art der Nachfrage hat sich verändert“, sagt Wolfgang Wrzesniok-Roßbach von der Heraeus Metallhandelsgesellschaft. Derzeit würden besonders Barren mit kleiner Stückelung geordert. Das spreche dafür, dass die Kunden Gold und Silber zurzeit weniger wegen erhoffter Gewinne, sondern vermehrt als Absicherung für eine katastrophale Zuspitzung der Lage nutzen wollten. Denn mit vielen kleinen Barren und Münzen ließen sich im Extremfall alltägliche Zahlungen wie die Miete oder der Lebensmittelkauf leichter abwickeln als mit großen Edelmetallmengen.

Auch im Geschäft von Heraeus spiegelt sich die Stimmungslage eines Teils der Bevölkerung. Im Herbst 2008 hätten die Mitarbeiter in der Barren-Produktion ihre Arbeit von einer auf drei Schichten umstellen müssen, im Sommer 2009 ging die Nachfrage so stark zurück, dass Kurzarbeit notwendig war, und nun werde wieder in zwei Schichten gearbeitet, berichtet Wrzesniok-Roßbach.

Je weniger, desto teurer

Die Vorliebe für kleine Stückelungen ist allerdings für die Anleger auch mit höheren Kosten verbunden. So kosten zum Beispiel Goldmünzen mit einem Gewicht von einem Gramm derzeit 41 Euro, wenn man sie im Handel kaufen will. Wer sie dagegen an einen Händler verkaufen will, bekommt nur 32 Euro. Je schwerer Barren oder Münzen sind, desto geringer ist üblicherweise der prozentuale Abstand zwischen An- und Verkaufspreisen.

Eine Alternative zum eigenhändigen physischen Kauf von Gold ist ein Goldkonto bei der Sparkasse Pforzheim. Die Sparkasse hat schon vor der Einführung des Euro mit diesem Angebot begonnen und hat damit immerhin 1500 Sparer aus ganz Deutschland dafür gewonnen.

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Jahrgang 1968, Redakteur in der Wirtschaft.

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