04.07.2006 · Nach zwei Jahren mit überaus positiver Bilanz an den Kapitalmärkten ist die Luft für Anleger dünner geworden. Die Schwierigkeit liegt in der Suche nach ertragreichen Anlagen. Allein die Rohstoffmärkte und Edelmetalle waren eine sichere Bank.
Nach zwei ausgesprochen erfreulichen Jahren an den Kapitalmärkten ist die Luft für Anleger in der ersten Hälfte dieses Jahres dünner geworden. 2004 und 2005 war es noch nahezu gleichgültig, auf welchen Märkten sich die Investoren engagierten - in fast allen Fällen erzielten sie Gewinne. Nun erweisen sich sogar die vermeintlich sicheren Staatsanleihen als Verlustbringer. Nach heftigen Kursschwankungen liegen zudem die meisten großen Aktienmärkte nur noch leicht im Plus. Allein die Rohstoffmärkte und Edelmetalle waren eine sichere Bank.
Allerdings wurden bei Gold, Silber und Platin die Erträge für Anleger, die in Euro rechnen, durch den steigenden Außenwert der eigenen Währung geschmälert. So stieg zwar der Goldpreis seit Jahresbeginn um knapp 20 Prozent auf 620 Dollar je Feinunze (rund 31,1 Gramm). Doch weil der Euro seitdem kräftig aufgewertet hat, haben die hiesigen Anleger mit dieser Investition nur ein Plus von 11 Prozent erzielt. Bei Silber blieben wegen des noch höheren Preisanstieges immerhin 18 Prozent Ertrag. Allerdings sind diese Renditen ohne Transaktionskosten berechnet. Bei direkt gehaltenen Edelmetall-Barren und Münzen sind die Handelsspannen hoch und können je nach Gewicht mehr als 10 Prozent des Kaufpreises betragen.
Verlust mit heimischen Staatsanleihen
Der Währungsverlust machte auch einige Zinsanlagen zu einem empfindlichen Verlustgeschäft. Das gilt insbesondere für türkische und isländische Anleihen, die von vielen deutschen Anlegern wegen der höheren Zinsen gekauft wurden. Um Geld zu verlieren, mußten die Sparer sich aber gar nicht nach exotischen Anleihemärkten umsehen. Auch erstklassige in Euro und Dollar denominierte Titel brachten kein Glück. Erstmals seit 1999 droht mit heimischen Staatsanleihen wieder ein Verlust.
Wer zu Jahresbeginn eine zehnjährige Bundesanleihe gekauft hat, beklagt heute einen Vermögensverlust von rund 3,4 Prozent, trotz der aufgelaufenen Zinsen. Die steigenden Renditen der Anleihen haben zu hohen Kursverlusten geführt. Nur mit kurzlaufenden Anleihen ließ sich ein bescheidener Ertrag erwirtschaften, weil die steigenden Renditen bei diesen Titeln nur geringe Kurseinbußen verursachen. Deutlich härter traf es Sparer, die auf Dollar-Anleihen gesetzt haben. Langlaufende Titel brachten in Euro gerechnet ein Minus von gut 10 Prozent ein. Hier kamen die steigenden Kapitalmarktzinsen und die Schwäche des Dollar zusammen.
Währungsverluste mit türkischen Aktien
Immerhin haben die meisten Aktienmärkte bisher nicht enttäuscht. Allerdings haben die Schwankungen in den vergangenen Wochen deutlich zugenommen. Die Furcht vor einem starken Rückgang der Wachstumsraten der Weltwirtschaft hat nach dem im Mai erreichten Jahreshöchststand zu einer scharfen Korrektur geführt. Die anschließende Erholung hat aber in den vergangenen beiden Wochen dazu geführt, daß die meisten führenden Aktienmärkte nun wieder leicht über dem Schlußstand des Vorjahres liegen. So beträgt das Plus bei deutschen Standardwerten rund 5 Prozent, spanische Aktien warfen einen Ertrag von knapp 8 Prozent ab. Auch die amerikanischen Börsen liegen im Plus. Aber auch hier führt der Währungsverlust für Euro-Anleger insgesamt zu einer Einbuße zwischen 3 und 9 Prozent.
Wer auf exotische Aktienmärkte ausgewichen ist, brauchte eine glückliche Hand, denn die Schwellenländer entwickelten sich sehr unterschiedlich. Während russische Aktien vor allem wegen der weiter gestiegenen Ölpreise rund 24 Prozent zulegten und chinesische Titel bis zu 50 Prozent Ertrag abwarfen, waren die Rückschläge auf anderen Märkten umso größer. Unter die Räder kamen zum Beispiel türkische Aktien, allerdings vor allem wegen der Währungsverluste. Besonders schwach war mit einem Verlust von 61 Prozent der Aktienmarkt in den Vereinigten arabischen Emiraten. Im vergangenen Jahr führte er die Gewinnerliste noch an.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |