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Veröffentlicht: 20.04.2017, 14:05 Uhr

Geldanlage Ein Indexfonds ist nicht immer auch ein ETF

Der Unterschied zwischen Indexfonds, die an der Börse gehandelt werden und denen, die nicht gehandelt werden, ist mehr als eine akademische Feinheit. Denn der Börsenhandel beeinhaltet Risiken – aber auch Chancen.

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© dpa Gehandelt oder nicht: Das macht schon einen Unterschied.

Die Nachbildung von Indizes für die Geldanlage ist ein rapide wachsendes Geschäft. Vor allem drei Gründe sprechen dafür: Erstens ist die Rendite auf lange Sicht höher als die von aktiv gemanagten Fonds. Zwar haben manche Fondsmanager ein gutes Händchen und übertreffen mit ihrem Fonds ihren Vergleichsindex. Auf Dauer gelingt dies aber nur sehr wenigen.

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Zweitens verspricht die Indexnachbildung in einem einzigen Wertpapier eine sehr transparente und breite Risikostreuung, teilweise auf Tausende Einzelwerte. Und drittens ist die Indexnachbildung viel kostengünstiger als ein aktives Fondsmanagement.

Doch innerhalb der Indexnachbilder gibt es Unterschiede. Auch in der F.A.Z. schreiben wir meistens von Indexfonds und verwenden es als Synonym für börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETFs). Das macht die Sache einfacher, unterschlägt aber die Tatsache, dass eben nicht alle Indexfonds börsengehandelt sind.

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Deutlich wird dies am Beispiel der Credit Suisse. „Wir haben unser ETF-Geschäft 2013 an Blackrock verkauft, weil wir nur die Nummer fünf in Europa waren und nicht die nötige kritische Größe erreicht haben“, sagt Valerio Schmitz-Esser, verantwortlich für das Indexgeschäft der Credit Suisse. „Behalten und ausgebaut haben wir aber das Indexfondsgeschäft, dort sind wir mit 100 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen die Nummer drei in Europa hinter Blackrock und Vanguard.“

Die ausgeruhtere Variante

Doch was ist der Unterschied zwischen ETFs und Indexfonds? Im Wesentlichen ist es der Börsenhandel. Dort entsteht der Preis für den ETF, im Bruchteil einer Sekunde wird gehandelt. Auch aktive Fondsmanager bedienen sich der ETFs, um ihre Liquidität und ihr Risiko zu steuern. Hier kommt es oft auf Geschwindigkeit an, auf schnelle Reaktionsmöglichkeiten und auf einen liquiden Handel, der auch größere Aufträge gut aufnehmen kann. Short-ETFs, also Varianten, die von fallenden Indexnotierungen profitieren, gehören dazu.

Indexfonds sind hingegen die wesentlich ausgeruhtere Variante der Indexnachbildung. Hier wird einmal täglich auf Basis der Schlusskurse der Aktien der Nettoinventarwert festgestellt, und zu diesem Preis können die Anleger von der Fondsgesellschaft Anteile kaufen und an sie verkaufen. Es gibt keine Short-Indexfonds. Es kann also nur auf steigende Indexnotierungen gesetzt werden. Auch ist die Abbildung der Indizes immer physisch. Es finden sich also die Einzeltitel tatsächlich im Indexfonds. Die Indexentwicklung wird damit nicht wie bei manchen ETFs über einen Swap nachgebildet.

„Der Markt für Indexfonds ist in Europa größer als der ETF-Markt“, sagt Schmitz-Esser. „Er ist der Öffentlichkeit nur nicht so präsent, weil Indexfonds fast ausschließlich von institutionellen Großinvestoren genutzt werden.“ Lediglich in der Schweiz sind auch Indexfonds unter Privatanlegern verbreitet. In Deutschland gibt es die Möglichkeit seit vergangenem Jahr.

Was ist der Vorteil von Indexfonds gegenüber dem börsengehandelten ETF?

Doch was ist der Vorteil von Indexfonds gegenüber dem börsengehandelten ETF? „Sie haben die Garantie, auch tatsächlich zum Nettoinventarwert zu kaufen“, sagt Schmitz-Esser. „Der ETF-Preis bewegt sich im Tagesverlauf zwar meistens in der Nähe, je nach Markt kann es aber auch erhebliche Abweichungen geben. Angesichts von jährlichen Gebühren von oft nur wenigen Basispunkten für einen Indexfonds kommt es vielen Anlegern auf jeden Basispunkt an.“

Natürlich kann der Börsenhandel aber auch eine Chance sein. So wie die Anleger im täglichen Handel zu teuer kaufen können, liegt der Preis im Handelsverlauf manchmal auch unter dem Nettoinventarwert. Wer den untertägigen Handel nicht benötigt, kann zudem Geld sparen. Oft sind Indexfonds noch günstiger als ETFs. Zudem versuchen die Indexfonds bestimmte Situationen für kleine Zusatzgewinne zu nutzen.

Das kann im Handel mit Bezugsrechten sein, bei Dividenden, bei denen der Anleger die Wahl zwischen Auszahlung in bar oder in Aktien hat, aber auch bei der Indexanpassung und dem Austausch von Indexmitgliedern. „Hier haben Indexfonds eine größere Flexibilität als ETFs“, sagt Schmitz-Esser.

Unter dem Strich gibt es jedoch keine verfeindeten Lager zwischen Anbietern von ETFs und Indexfonds. Viele machen beides, und auch die institutionellen Anleger nutzen beide Möglichkeiten, um in Indizes zu investieren.

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