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Geldanlage 2016 : Kein Geld mehr verbrennen

Aktien, Immobilien oder doch Rohstoffe? So legen Sie Ihr Geld 2016 richtig an. Bild: Bernd Helfert

Die EZB flutet die Märkte weiter mit Geld. Wie können Anleger davon im neuen Jahr profitieren?

          Die Taschen der Notenbanken sind unendlich tief. Sie allein bestimmen darüber, wie viel Geld im Umlauf ist. Sie allein können Geld in Umlauf bringen. 60 Milliarden Euro werden auch nächstes Jahr Monat für Monat allein von der EZB in die Märkte fließen. Damit werden direkt vor allem Staatsschulden gekauft. Indirekt fließt das Geld aber auch in viele andere Vermögensmärkte. „Die EZB ist unser Konkurrent“, berichten Vermögensverwalter, die Geld in Staatsanleihen anlegen wollen und sich einem austrocknenden Markt gegenübersehen. Viele kaufen stattdessen andere Anleihen, aber auch Aktien oder Immobilien.

          Daniel Mohr

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das Ziel der Europäischen Zentralbank, das vermeintliche Gespenst der Deflation zu vertreiben und Preissteigerungsraten von knapp 2 Prozent zu erreichen, bleibt bislang in weiter Ferne. Die Inflation der Vermögenspreise ist jedoch in vollem Gange. Vor allem die liquiden Märkte profitieren davon. Aktien befinden sich seit bald sieben Jahren im Aufwärtstrend. Der Dax hat sich seit März 2009 mehr als verdreifacht. 2015 gewann der Index knapp 10 Prozent. Deutsche Staatsanleihen sind auf Rekordkursen. Im Umkehrschluss beträgt die Rendite für Papiere mit zehn Jahren Laufzeit gerade noch 0,6 Prozent im Jahr. Kürzere Laufzeiten weisen negative Renditen auf. In der Schweiz ist das längst üblich, teilweise auch in Skandinavien.

          Aber auch weniger liquide Anlageklassen profitieren vom Geld der Notenbanken. Immobilien vor allem in Ballungszentren werden rund um den Globus und seit einigen Jahren auch in Deutschland teurer. Von einer Blase will noch keiner reden. Mulmig ist manchem Beobachter gleichwohl, wenn er auf die Preisentwicklung in deutschen Groß- und mittlerweile auch Mittelstädten schaut. Und selbst auf Liebhabermärkten wie denen für Kunst, Wein oder Oldtimer werden Rekordpreise gezahlt. Einzig das Gold mag nicht von der Situation profitieren. Die Hochs datieren aus dem Jahr 2011. Seit 2012 geht es rapide bergab. Von einst rund 1900 Dollar für 31,1 Gramm auf zuletzt knapp 1060 Dollar. Auch andere Rohstoffpreise sind im Sinkflug, am prominentesten Öl.

          Bestandsaufnahme ist für die meisten Deutschen schlecht

          Der deutsche Anleger hat vom notenbankinduzierten Aufschwung der Vermögenspreise bislang fast nichts. Zwei der gut fünf Billionen Euro, die nach Angaben der Deutschen Bundesbank das Geldvermögen der Deutschen darstellen, liegen weitgehend unverzinst auf Tagesgeldkonten, Sparbüchern, Girokonten oder unter dem Kopfkissen herum. Weitere zwei Billionen Euro sind bei Versicherern und Banken für die Altersvorsorge meist in kapitalgarantierten Verträgen angelegt. Auch hier machen die Niedrigzinsen unter dem Strich eher zu schaffen, als dass sie ein Segen wären.

          Damit profitiert nur die fünfte Billion, also gerade einmal 20 Prozent des Geldvermögens, vom Aufschwung an den Kapitalmärkten. Sie ist in Fonds und Aktien investiert. Nicht in der Bundesbank-Bilanz taucht das Immobilienvermögen auf. Auch hier hat es alles in allem Bewertungsgewinne gegeben, wenn auch nicht für jede einzelne Immobilie. Deutschland ist jedoch im internationalen Vergleich mit einer Mieterquote von rund 50 Prozent (europäischer Durchschnitt: 30 Prozent) eine Hochburg der Mieter. Sie klagten zuletzt immer häufiger über steigende Mieten - und konnten sich nicht über Bewertungsgewinne freuen.

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