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Veröffentlicht: 09.03.2017, 15:41 Uhr

Umfrage Finanzthemen interessieren immer weniger Frauen

Der Verdruss der Deutschen über Finanzthemen ist gewachsen. Besonders Frauen wollen davon immer weniger wissen - und überlassen den Männern das Feld.

von
© Picture-Alliance Bei Finanzthemen sind Frauen derzeit etwas verschnupft, scheint’s.

Die eigene Altersvorsorge wird immer wichtiger. Doch viele Deutsche scheinen sich dessen gar nicht bewusst zu sein - im Gegenteil. Denn das Interesse an Finanzthemen sinkt sogar, statt zu steigen. Im Durchschnitt beschäftigt sich fast jeder vierte Bundesbürger eigenen Angaben zufolge überhaupt nicht mit Finanzthemen. Im Jahr 2015 traf dies nur auf 14 Prozent der Deutschen zu.

Kerstin Papon Folgen:

Dies ergibt eine repräsentative Umfrage der Postbank, die dieser Zeitung exklusiv vorliegt. Und knapp die Hälfte (46 Prozent) der Bundesbürger interessiert sich in dem Maße für Finanzthemen, in dem es für sie notwendig ist. Vor zwei Jahren taten dies noch 53 Prozent der Befragten.

„Die niedrigen Zinsen verunsichern viele Anleger“, sagt Rosmarie Liebl, Anlageexpertin der Postbank. Sie zögerten, ihr Geld in chancenreichere und damit gewinnbringende Anlageformen umzuschichten. Dies spiegele sich auch in einer wachsenden Verdrossenheit Finanzthemen gegenüber und habe Auswirkungen auf das Anlageverhalten: Fast jeder Zweite parke seine Ersparnisse auf dem Girokonto, knapp jeder Vierte bewahre sie sogar zu Hause auf.

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Wie so oft unterscheiden sich Männer und Frauen in ihrem Verhalten deutlich voneinander, was in diesem Fall so manchem Klischee neue Nahrung geben dürfte. Denn das Desinteresse an Finanzthemen hat nach den Ergebnissen der Umfrage vor allem beim weiblichen Geschlecht sprunghaft zugenommen: Rund 29 Prozent der weiblichen Befragten interessieren sich gar nicht für solche Themen, vor zwei Jahren waren es gerade einmal halb so viele. 22 Prozent beschäftigen sich zumindest ungern damit. Unter den Männern kümmern sich unverändert fast zwei Drittel der Befragten mehr oder minder intensiv um Finanzthemen.

Insgesamt gilt: Je mehr Geld den Befragten zur Verfügung steht und je höher das Bildungsniveau ist, desto höher fällt auch das Finanzinteresse aus. Von den Befragten wiederum, die sich finanziell einschränken müssen, um mit ihrem Einkommen ihre und die Bedürfnisse der Familie zu finanzieren, interessieren sich mehr als 60 Prozent nicht für Finanzthemen. Dabei wäre es gerade hier besonders wertvoll.

Das Sparbuch bleibt beliebt

Die Deutschen besitzen laut der Umfrage der Postbank im Durchschnitt 3,5 verschiedene Finanzprodukte. Ein weiteres Ergebnis: Je besser die Bildung und je höher das Einkommen der Befragten sind, desto höher ist nicht nur die Affinität zu Finanzthemen, sondern auch die zu verschiedenen Produkttypen.

Das beliebteste Produkt ist das Girokonto - 95 Prozent der Befragten gaben an, ein solches Konto zu besitzen. Über ein klassisches Sparbuch verfügen laut der Umfrage der Postbank rund 46 Prozent der Befragten, gefolgt von Kreditkarten mit einem Anteil von fast 43 Prozent und Lebensversicherungen mit 39 Prozent.

Besonders beliebt ist das Sparbuch unter den Jüngeren, häufig sorgen vermutlich Eltern und Großeltern für diese Art des Starts ins Finanzleben. Denn im Durchschnitt nutzen es rund zwei Drittel der Schüler, Studenten und Auszubildenden; im Alter von 19 bis 29 Jahren tut dies jeder Zweite.

Der typische Wertpapierbesitzer ist männlich

Auch für Kreditkarten gilt: Je höher der Bildungsabschluss, desto häufiger ist der Besitz einer Kreditkarte. Sie werden laut der Umfrage der Postbank zudem eher von Westdeutschen als von Ostdeutschen genutzt. Hier vergleicht sich unter den Befragten ein Anteil von 45 Prozent mit einem von 34 Prozent. Ähnliches zeigt sich im Verhältnis von Männern und Frauen.

Und wie sieht es mit Wertpapieren aus? Ein Viertel der Umfrageteilnehmer nutzt sie, wobei der typische Wertpapierbesitzer laut der Postbank-Umfrage männlich, gebildet und an Finanzthemen interessiert ist. Kaum weniger haben ein Tagesgeldkonto, und nur 10 Prozent der Umfrageteilnehmer besitzen ein Festgeldkonto.

Von den Befragten wiederum, die sich gerne mit Finanzthemen beschäftigen, nutzt gut die Hälfte Wertpapiere, und mehr als 40 Prozent haben ein Tagesgeldkonto. Zu den Bankprodukten, die von Befragten mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 2500 Euro deutlich häufiger genutzt werden, zählen Kreditkarten, Lebensversicherungen oder Wertpapiere. Befragt wurden rund 1500 Menschen im Alter ab 16 Jahren.

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