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Roboter als Fondsmanager : Vermögensverwaltung 4.0

Verwalten unser Geld: Roboter Bild: AP

Der digitale Anlageberater Liqid erreicht die Marke von 100 Millionen Euro. Und das Investitionskapital soll weiter steigen. Was müssen Sie mindestens aufbringen, um einzusteigen?

          Roboter verwalten immer mehr Vermögen in Deutschland. Der digitale Vermögensverwalter Liqid, den Investoren wie die Familie Harald Quandt, deren Anlagegesellschaft HQ Trust oder der Verleger Dieter von Holtzbrinck unterstützen, hat acht Monate nach dem Start ein Anlagevolumen von 100 Millionen Euro erreicht. Der Vorstandsvorsitzende Christian Schneider-Sickert erwartet eine große Zukunft für die digitale Vermögensverwaltung in Deutschland. In fünf bis sechs Jahren will er die Milliardenmarke knacken. Der in München ansässige Wettbewerber Scalable Capital ist mit rund 200 Millionen Euro der größte computergestützte Anlageberater in Deutschland.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Für diese Form der Vermögensverwaltung hat sich im Englischen der Begriff „Robo Advisory“ durchgesetzt. Robo ist die Kurzform von Roboter, während Advisory für Beratung steht. Man kann aber in Anlehnung an Industrie 4.0 auch von der Vermögensverwaltung 4.0 sprechen. Ähnlich wie die industrielle Produktion wird die Vermögensverwaltung immer enger mit der Informations- und Kommunikationstechnologie verzahnt. Laut der Beratungsgesellschaft Oliver Wyman verwalten Robo Advisor in der Welt ein Vermögen von 75 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: In börsengehandelten Indexfonds, sogenannten Exchange Traded Funds (ETF), sind 3,8 Billionen Dollar angelegt. Das ist gut 50mal so viel. Doch die digitalen Vermögensverwalter wachsen schnell. Ende 2015 war das Volumen nicht einmal halb so groß wie heute. Scalable Capital fließen nach eigenen Angaben in der Woche 7 Millionen Euro zu.

          Ein Mindestanlagevolumen von 250.000 Euro

          Liqid konzentriert sich auf Kunden mit einem für die Anlage verfügbaren Vermögen von mindestens 100.000 Euro. Gegenwärtig zählt der Vermögensverwalter rund 400 Kunden mit einem durchschnittlichen Anlagevermögen von 260.000 Euro. 65 Prozent weisen ein investierbares Vermögen von mehr als 500.000 Euro auf, 42 Prozent von gut 1 Million Euro. Dagegen hat Scalable Capital 5000 Kunden mit einem durchschnittlichen Anlagebetrag von 40.000 Euro. Hier beträgt der Mindestanlagebetrag 10.000 Euro. Auch Liqid will die Kundenbasis verbreitern. Das bedeutet, dass das im Durchschnitt je Kunde verwaltete Vermögen sinken soll. Allerdings zielt Liqid mit der Einstiegshürde von 100.000 Euro bewusst auf eine ausgewählte Klientel.

          Liqid bietet drei Anlagekonzepte an, von denen zwei passiv gestaltet sind. Das heißt, die Mittel werden in ETF angelegt. Abhängig von der Risikoneigung der Kunden, kann die Aktienquote zwischen 10 und 100 Prozent liegen. In der zweiten Strategie kommt noch eine Gewichtung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der jeweiligen Regionen hinzu, das Risiko wird also geographisch ausbalanciert. Die dritte Variante mit einer aktiven Komponente richtet sich an anspruchsvolle Kunden. Die Fachleute von HQ Trust wählen hierzu Fondsmanager aus, die auf ihren jeweiligen Gebieten führend sind.

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          Die Verwaltungsgebühren von Liqid betragen zwischen 0,15 und 0,9 Prozent des Anlagevolumens. Wohlhabende Kunden haben über Liqid auch Zugang zu Unternehmensbeteiligungen (Private Equity). Hier müssen die Kunden ein Mindestanlagevolumen von 250.000 Euro aufweisen. Die Finanzaufsicht Bafin erlaubt Private-Equity-Beteiligungen erst von 200.000 Euro an. In dem Liqid Private Equity Vintage Fonds haben Kunden einen zweistelligen Millionenbetrag angelegt.

          Quelle: F.A.Z.

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