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Veröffentlicht: 01.05.2017, 13:42 Uhr

Geldanlage Wohin mit 10.000 Euro?

Der Dax ist auf Rekordniveau. Wer jetzt Geld anlegen will, sollte es dennoch vor allem in Aktien investieren.

von
© Reuters Dax-Tafel an der Frankfurter Börse

Endlich hat eine Wahl die Börse mal nicht überrascht. Und das ist überraschend. Denn die politischen Abstimmungen des Jahres 2016 gingen anders aus, als die Anleger erwartet hatten: erst das Brexit-Votum, dann die Wahl von Donald Trump. Die erste Runde der französischen Präsidentenwahl verlief hingegen wie prognostiziert. Der gemäßigte Kandidat Emmanuel Macron tritt in der Stichwahl am kommenden Sonntag gegen die Rechtsextreme Marine Le Pen an und wird vermutlich gewinnen. Die Aktienmärkte jubeln. Der Dax steigt auf ein neues Rekordhoch von 12.484 Punkten, der alte Höchststand von 2015 ist übertroffen.

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Solche einschneidenden Marken veranlassen die Anleger, über ihre Geldanlage nachzudenken: Habe ich etwas verpasst? Sollte ich endlich auch Aktien kaufen oder meinen Bestand aufstocken? Wie viel Geld soll ich angesichts von Minizinsen noch in Anleihen stecken?

Die richtige Aufteilung des Geldes ist entscheidend für den Erfolg beim Sparen. Experten sprechen von der passenden Asset Allocation. Sie ist wichtiger als die Frage, ob man lieber Aktie A oder Aktie B kaufen soll oder welche Firmenanleihe oder den Sparbrief welcher Bank.

Aktien gehören in jedes Depot

Die Grundsätze des richtigen Aufteilens sind dabei nicht schwer. Erstens: Auch wenn es viele unruhig macht, gehören Aktien in jedes Depot. Je länger ein Anleger auf Geld verzichten kann, desto höher darf die Aktienquote sein. Denn bei langen Zeiträumen haben Aktien kein Verlustrisiko mehr, wenn man nicht einzelne Titel, sondern einen Index wie den deutschen Dax, den Euro Stoxx 50 für den Euroraum oder den MSCI World für die Industrieländer kauft.

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Rückblicke in die vergangenen Jahrzehnte haben ergeben, dass bei einem Kauf des Dax zum Beispiel über einen Indexfonds nach 13 Jahren nie ein Verlust aufgetreten ist; und zwar unabhängig davon, wann man eingestiegen ist (also selbst wenn man kurz vor der Lehman-Pleite oder dem Platzen der Internet-Blase 2000 gekauft hat). Im Schnitt gewannen dann Aktien acht Prozent vor Steuern im Jahr. Das haben Anleihen über einen längeren Zeitraum nie geschafft. Und derzeit angesichts von Mini-Zinsen sowieso nicht.

Trotzdem gehören zweitens auch Anleihen oder andere sicherere Geldanlagen in ein Depot. Sie sorgen für Stabilität, wenn die Aktien mal schlecht laufen und man nicht so viel Zeit hat, um das auszusitzen. Mit etwas Risikobereitschaft werfen diese Anleihen einen geringeren Zins ab. Mit Staatsanleihen ist das noch in Südeuropa möglich oder außerhalb des Euroraums, dies birgt aber ein Fremdwährungsrisiko. Im Eurogebiet gibt es noch einige Firmenanleihen mit höheren Zinsen.

Drei Möglichkeiten für die praktische Umsetzung

Drittens sollte man regelmäßig jeden Monat oder jedes Quartal sparen. Dann kauft man in guten und schlechten Marktlagen ein und erzielt damit einen guten Durchschnittskurs. Und viertens ist auf die Kosten zu achten. Denn gerade, wer langfristig über Jahrzehnte anlegt, kann viel Geld verlieren, wenn er für das Depot jährliche Gebühren zahlen muss, für Fonds die vollen Ausgabeaufschläge und für Wertpapierkäufe hohe Provisionen. Günstig sind dafür Online-Banken, die das Depot kostenlos anbieten, die für Fonds die Ausgabeaufschläge mindestens halbieren und die Provisionen niedrig halten. Und wer Indexfonds den normalen Fonds vorzieht, spart auch bei jährlichen Gebühren mehr als einen Prozentpunkt jedes Jahr. Das ist mehr, als manche Firmenanleihe derzeit an Zins abwirft.

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