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Geldanlage Gute Aussichten für Ihr Geld: Trends 2006

Deutsche Aktien gewinnen an Wert, Gold bleibt attraktiv, der Euro dürfte wieder stärker werden, und Immobilien in guter Lage sind immer begehrt. Ein Trend-Wegweiser für das neue Jahr.

© picture-alliance/ dpa/dpaweb Vergrößern Es lohnt sich, nach vorne zu schauen

Deutsche Aktien gewinnen an Wert, Gold bleibt attraktiv, der Euro dürfte wieder stärker werden, und Immobilien in guter Lage sind immer begehrt. Ein Trend-Wegweiser für das neue Jahr.

Dyrk Scherff Folgen:  

Deutsche Aktien

Wir können uns wieder auf ein gutes Aktienjahr freuen. Mehr als 20 Prozent wie 2005 wird der Dax 2006 wohl nicht abwerfen, denn er ist nicht mehr so günstig wie noch vor einem Jahr. Aber er ist immer noch attraktiver als Anleihen. Und das Umfeld für deutsche Aktien stimmt. Die Weltkonjunktur läuft gut, davon profitieren deutsche Exporttitel. Die Zinsen sind trotz Anhebung durch die EZB noch immer niedrig.

DAX © F.A.Z. Vergrößern

Der Ölpreis hat sich vorerst beruhigt. Und die Gewinne der Unternehmen sprudeln. Das ist ein guter Mix. Das zweite Halbjahr könnte schwieriger werden. Dann dürfte sich die Weltwirtschaft abschwächen. Vielleicht setzen 2006 auch die seit Monaten schwachen amerikanischen Aktien zu einer Erholung an und überholen den Dax. Bis zu 5700 Punkten sollte der Deutsche Aktienindex aber erreichen können.

Bundesanleihen

Zunächst könnten die Renditen in- folge guter Konjunkturaussichten, steigender Zinsen in Amerika und der Zinserhöhung durch die EZB leicht ansteigen.

Mehr als 4,3 Prozent erwartet aber keine Bank. Gegen Jahresende rückt der Blick auf 2007, das wirtschaftlich in Europa schlechter ausfallen könnte und die Renditen damit unter Druck bringt. Insgesamt ein riskantes Jahr für Anleihen.

Euro

Die europäische Währung dürfte wieder stärker werden. Denn der Anstieg der Leitzinsen in Übersee nähert sich dem Ende, während die EZB gerade anfängt, ihren Satz nach oben zu schrauben.

Damit nimmt der Zinsvorsprung Amerikas ab. Sollte sich der Konjunkturaufschwung in den Vereinigten Staaten verlangsamen, dürfte auch das den Dollar belasten.

Rohöl

Das Öl, das seit September billiger geworden ist, steht bis zum Frühjahr wieder vor einem Preisanstieg, denn die Nachfrage hat sich kaum reduziert. Alte Hochs werden zunächst aber wohl nicht erreicht. Nach dem Ende des Winters droht ein Preisrückgang bis zum Jahresende, denn der Nachfrageanstieg wird sich abschwächen, während die Kapazitäten leicht steigen.

Die Deutsche Bank erwartet allerdings nicht, daß sich die Nachfrage deutlich reduziert. Dazu sei die Weltwirtschaft zu stark. Zwar hätten die gestiegenen Ölpreise den Konsum ein wenig gedämpft. Dies sei aber ein vorübergehender Effekt. Und tatsächlich: In großen Abnehmerländern wie China oder Japan steigt die Ölnachfrage nach einer Abschwächung schon wieder an. Im Durchschnitt des Jahres wird der Ölpreis wohl nicht niedriger liegen als 2005. Das trübt auch die Hoffnung auf niedrigere Preise an den Zapfsäulen.

Gold

Das glänzende Edelmetall könnte auch im nächsten Jahr zu den Gewinnern an der Börse zählen. Durch das hohe Wirtschaftswachstum in Asien wächst der Wohlstand und mit ihm die Goldnachfrage. Kurzfristig sorgt im Januar die beginnende Hochzeitssaison etwa in Indien für höheren Bedarf. Einige Banken geben für 2006 Höchststände von 650 Dollar aus. Das wäre noch einmal ein Anstieg um fast 30 Prozent, nachdem Gold schon seit mehreren Jahren unaufhörlich teurer wird.

„Gold wird zunehmend als eigene Anlageklasse angesehen. Hedge Fonds wollen dort verstärkt investieren“, sagt Mark Augustynak, stellvertretender Leiter des Edelmetallhandels der Commerzbank in Luxemburg. Die Bedeutung von Gold als Inflationsschutz nehme hingegen ab.

Solaraktien

Sie waren der Renner 2005. Dreistellige Kursgewinne waren normal. So dürfte es 2006 nicht weitergehen, denn die Bewertungen sind hoch. Die Kurse werden sich eher seitwärts bewegen.

„Mit Rückschlägen muß gerechnet werden“, heißt es bei der Dresdner Bank. Das deutet sich schon jetzt an. Seit Oktober ist der rasante Anstieg erst einmal gestoppt.

Immobilien

Auch im kommenden Jahr wird in Deutschland nicht der große Immobilienboom ausbrechen. Die Jahre der Preisstagnation dürften andauern. Die Deutsche Bank erwartet für private Wohnungen und Häuser keine Preisveränderung, die Dresdner Bank rechnet nur mit einer Wertsteigerung von 1,9 Prozent. Doch das gilt nur im Durchschnitt. Die Schwankungsbreite ist groß. „In guten Lagen in wohlhabenden Regionen werden die Verkäufer auch 2006 Preissteigerunggen bis zu neun Prozent durchsetzen können“, erwartet Thomas Beyerle, Leiter des Researchs bei der Immobilienfondsgesellschaft Degi.

Dazu gehören etwa freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser in oder am Rande westdeutscher Großstädte. Zu den verlieren zählen dagegen Gebiete mit hoher Arbeitslosigkeit und Immobilien auf dem flachen Land. Hier muß sogar mir Preisrückgängen von bis zu fünf Prozent gerechnet werden. „Die Lage wird immer mehr zum entscheidenden Preisfaktor und nicht die Ausstattung“, betont Beyerle. Bei Büroimmobilien beginne die Phase des Aufschwungs, der hohe Leerstand reduziere sich langsam.

Strom

2005 war schon schlimm, 2006 wird nicht besser. Gleich zu Jahresbeginn erhöhen einige Stromversorger kräftig ihre Preise - teilweise zweistellig. Zwar erwägt das Kartellamt eine Prüfung.

Aber ob das zu einer Senkung führt, ist ungewiß. Bis dahin müssen die Verbraucher weiter zahlen - oder Strom sparen. Ein bißchen weniger Stand-by am Fernseher würde ja auch schon helfen.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 01.01.2006, Nr. 52 / Seite 45

 
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