23.12.2005 · Gerade bei Aktienfonds scheiden sich die Geister. Zurecht - denn den größten Chancen stehen die größten Risiken gegenüber. Im schlimmsten Fall gibt es auch nach 20 Jahren einen Verlust. Doch wer die Risiken eingrenzt, kann gut fahren.
Der zweite Platz für Aktienfonds (Fonds: Mehr Rendite mit mehr Risiko) mag angesichts der oft gepriesenen langfristigen Überlegenheit der Aktie als Geldanlage zunächst überraschen. Doch hat ein gut gemanagter Mischfonds natürlich mehr Möglichkeiten, schlechte Aktienjahre auszugleichen als ein Aktienfonds.
Überdies muß man aber der Betrachtung differenzieren. Denn der Durchschnitt läßt nicht jedem Aktienfonds Gerechtigkeit widerfahren - in der einen oder anderen Hinsicht. Einfaches Beispiel: Japanfonds. Dieser Fondstyp setzte auf dem Japan-Boom der 80er auf. Da liefen die Fonds gut. Doch über zehn Jahre lang war im Land der Samurai gar nichts mehr zu holen. Die drei letzten Mohikaner aus alter Zeit bringen es auf Renditen von minus 1,5 bis plus 1,5 Prozent pro Jahr.
Je spezialisierter, desto weniger geeignet
Überhaupt erweisen sich Aktienfonds rückblickend im allgemeinen als Langfrist-Anlage als um so weniger geeignet, je stärker spezialisiert ihr Anlagespektrum war. Die Durchschnittsrenditen liegen allesamt, zum Teil weit, unter dem Durchschnitt von 6,11 Prozent. Technologiefonds bringen es lediglich auf 2,9 Prozent (Opfer der Baisse) und der Nordinvest Australien-Pazifik-Fonds als einziger Vertreter seiner Gattung auf nur 3,5 Prozent.
Indes ist die Volatilität solcher Fonds auch höher. Mit Stichtag 31. Mai lag die Durchschnittsrendite von Rohstoffonds noch bei 4,73 Prozent. Sechs Monate später sind es bereits sechs Prozent.
Ganz anders dagegen die breiter aufgestellten Fonds. Sie glänzen mit Durchschnittsrenditen von 6,1 bis 7,27 Prozent. Was am Allermeisten überrascht - aber vielleicht dann doch auch wieder nicht - ist die Tatsache, daß an der Spitze die Anlagekategorien Europa (7,00 Prozent) und Deutschland (7,27 Prozent) stehen. Offenbar macht die geographische Nähe zum Standort des Fondsmanagements zumindest langfristig mehr aus, als so mancher zugeben würde.
Fondswahl ist Vertrauenssache
Wichtig ist natürlich auch die Auswahl des richtigen Fonds. Die 20-Jahres-Statistik gibt dazu wenig Aufschluß. Nur in wenigen Kategorien sind eine größere Zahl Fonds vertreten. Doch die Unterschiede sind klar zu sehen.
Zieht man das statistische Maß des Variationskoeffizienten heran, so zeigt sich etwa, daß die drei Europa-Fonds der DWS, des dit und der Deka sich mit einem Koeffizienten von acht Prozent und einer Spannweite von 1,2 Prozentpunkten in der Rendite relativ wenig unterscheiden.
Dagegen weisen die 15 Aktienfonds mit internationalem Anlageschwerpunkt mit einem Koeffizienten von 27,4 Prozent und einer Spannweite von 6,3 Prozentpunkten eine erheblich größere Inhomogenität auf. Was das in Euro bedeutet, zeigt die Infografik.
Internationale Prominenz
Eine Alternative sind die renommierte Fonds internationaler Provenienz, meist Flagschiffe großer Fondsgesellschaften. Der österreichische Branchendienst e-fundresearch.com hat im Sommer dieses Jahres die Wertentwicklung der ältesten Fonds der Welt in den vergangenen 20 Jahren untersucht. Einschließlich der deutschen Flagschiffe schnitten diese mit einer Durchschnittsrendite von 8,5 Prozent deutlich besser ab.
Interessanterweise bleibt es bei derselben Durchschnittsrendite, wenn man die deutschen Fonds nicht berücksichtigt. Das ist mal wieder typisch deutsch: Grundsolide, zuverlässig, bodenständig - aber irgendwie nur gutes Mittelmaß.
Der Blick auf Details verändert das Gesamtbild letztlich nicht - auch wenn auf Platz 30 und 31 zwei Länderfonds der UBS liegen. Denn der beste Aktienfonds ist der M&G British Opportunities (ISIN: GB0030927148). Dieser Fonds ist nur in britischen Aktien investiert. Und die Nase vorne haben zwei Schweizer Immobilienfonds FIR (ISIN: CH0014586710) der Gesellschaft FIR Fonds Immobilier Romand und La Fonciere (ISIN: CH0002782263) der Gesellschaft La Fonciere Investissement Fonciers mit Durchschnittsrenditen von 12 Prozent. Andererseits liegen zwei Schweizer Immobilienfonds auf den Plätzen 26 und 27. Und auf Platz Vier liegt mit dem Credit Suisse Equity Global Pharma sogar ein Branchenfonds.
Vorsicht Wechselkurse!
Neben den deutschen Fonds sind die wohl bekanntesten Produkte der 1954 gegründete Templeton Growth Fund und der 1928 aufgelegte Pioneer Fund. Der Templeton-Fund brachte es in Dollar gerechnet auf eine durchschnittliche Rendite von rund zehn, der Pioneer-Fund von rund neun Prozent.
Allerdings taucht hier ein zusätzliches Problem auf: Beide Fonds notieren in Dollar (indes gibt es von Templeton Growth Fund seit fünf Jahren auch eine Euro-Variante). So hat es der Templeton Fund in den vergangenen zehn Jahren in Dollar auf eine Durchschnittsrendite von 10,4, in Euro aber auf fast zwölf Prozent gebracht. In den vergangenen fünf Jahren brachte es der Fonds aber in Dollar auf 9,66, in Euro aber auf kümmerliche 2,9 Prozent. Damit hätte ein Sparbrief mehr gebracht.
Wer sich nun mit der Kapitalanlage nicht weiter beschäftigen will, der sollte daher auf Nummer Sicher gehen und Wechselkursschwankungen aus seinen Überlegungen ausschließen - und wenn der Fonds in Landeswährung noch so attraktiv erscheint.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |