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Medienschau Zurückhaltung der Investoren setzt Deutscher Börse zu

 ·  Sun Power verkauft ein Solarprojekt für 2,5 Milliarden Dollar an Warren Buffet, das Biotechunternehmen Evotec übernimmt den Zellkultur-Spezialisten Cell Culture und eine amerikanische Richterin weist Apples Klage gegen Amazons App Store ab.

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Unternehmensnachrichten

Zurückhaltung der Investoren setzt Deutscher Börse zu

Die Zurückhaltung der Investoren hat im vergangenen Jahr deutliche Spuren in der Bilanz der Deutschen Börse hinterlassen. Der Umsatz auf dem Computersystem Xetra und im Parketthandel der Börse Frankfurt sank um 24 Prozent auf 1,13 Billionen Euro, wie Deutschlands größter Börsenbetreiber am Mittwoch mitteilte. Der Leitindex Dax hat 2012 zwar um 29 Prozent zugelegt. Die Umsätze blieben jedoch deutlich hinter den Vorjahreswerten zurück, weil viele Anleger wegen der Euro-Schuldenkrise und der Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft ihr Pulver trocken hielten.

Wegen der Zurückhaltung der Investoren, die auch anderen Börsenbetreibern zu schaffen macht, hatte der Frankfurter Konzern nach einem Gewinnrückgang im dritten Quartal seine Jahresziele kassiert. Auch im Dezember setzte sich der Abwärtstrend fort: Auf Xetra ging der Orderbuchumsatz um rund ein Viertel auf 62,5 Milliarden Euro zurück. Umsatzstärkster Dax-Titel auf Xetra im Dezember war die Deutsche Bank mit 3,5 Milliarden Euro, im M-Dax hatte der Handelskonzern Metro mit 390 Millionen Euro die Nase vorn. Die Derivate-Tochter Eurex, die wichtigste Sparte der Deutschen Börse, verzeichnete 2012 ebenfalls Rückgänge, die allerdings nicht ganz so kräftig ausfielen wie im Aktien-Bereich. Auf Eurex wurden im vergangenen Jahr pro Tag durchschnittlich 9 Millionen Kontrakte gehandelt - ein Minus von rund 19 Prozent im Vergleich zum Jahr 2011. Auch im Dezember ging das Handelsvolumen auf Eurex im Jahresvergleich zurück: Börsentäglich wurden an den Terminmärkten der Eurex Group im Schnitt etwa 7,9 Millionen Kontrakte gehandelt. Ein Jahr zuvor waren es 8,2 Millionen gewesen. Insgesamt wurden im Dezember 104,1 Millionen Kontrakte (Vorjahr: 124,1 Millionen) an der Eurex und 48,3 Millionen Kontrakte (VJ: 47,8) an der ISE gehandelt. (Reuters/dpa-AFX)

Sun Power verkauft Solarprojekt für 2,5 Milliarden Dollar an Buffet

Der Verkauf eines Solarprojekts an einen Stromversorger der Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway spült dem amerikanischen Unternehmen Sun Power bis zu 2,5 Milliarden Dollar in die Kassen. Sun Power teilte am Mittwoch mit, es habe sich von seinem 579-Megawatt Antelope Valley Solarprojekt in Kalifornien getrennt. Berkshire Hathaway wird vom amerikanischen Investor Warren Buffett kontrolliert.

Sun Power und der Berkshire-Versorger Mid American Energy Holdings bezeichneten das Vorhaben als weltgrößtes photovoltaisches Entwicklungsprojekt. Mit dem Aufbau der beiden dazugehörigen Anlagen soll noch in diesem Quartal begonnen werden. (Reuters)

Evotec kauft Zellkultur-Spezialisten

Das Biotechunternehmen Evotec übernimmt den Zellkultur-Spezialisten Cell Culture Service GmbH (CCS). Evotec verspricht sich von dem Zukauf einen zusätzlichen Umsatz von mehr als einer Million Euro im laufenden Jahr, wie das Tec-Dax-Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Kaufpreis liegt bei 1,2 Millionen Euro in bar. Abhängig vom Erreichen bestimmter Umsatzziele werden ein Jahr nach der Übernahme Zahlungen in Höhe von einer weiteren Million Euro fällig.

„Die Übernahme von CCS stärkt Evotecs Kapazitäten im Bereich Zellkultur und ermöglicht den Zugang zu einer wachsenden Kundenbasis“, sagte der für das operative Geschäft zuständige Evotec-Vorstand Mario Polywka laut Mitteilung. CCS stellt Zelllinien her und entwickelt zellbasierte Testsysteme für verschiedene Anwendungen im Forschungs- und Entwicklungsbereich von Pharma- und Biotechnologieunternehmen. Das Hamburger Unternehmen ist unter anderem auf das Einfrieren, Lagern und Wiederaufbereiten von Zellen spezialisiert. (dpa-AFX)

Amerikanische Richterin weist Apples Klage gegen Amazons App Store ab

Eine amerikanische Richterin hat eine Klage von Apple gegen den Gebrauch des Namens App Store durch Amazon zurückgewiesen. Apple habe nicht darlegen können, warum die Verwendung dieser Bezeichnung durch das Online-Kaufhaus eine irreführende Werbung darstelle, urteilte Bezirksrichterin Phyllis Hamilton im kalifornischen Oakland am Mittwoch. Der Nutzer erhalte nicht den Eindruck, dass es sich bei dem Angebot von Amazon um einen Apple-Service handele.

Beim App Store von Apple handelt es sich um eine Verkaufsplattform für Computerprogramme mit dem Betriebssystem iOS. Amazon richtet sich an Geräte mit Android-Software. Amazon und Apple stehen sich in einem immer intensiver werdenden Wettbewerb gegenüber. Das Tablet Kindle gehört zu den stärksten Rivalen des iPad von Apple, das den Markt weiterhin dominiert. Apple klagt unter anderem noch wegen Markenverletzungen gegen Amazon. Eine Verhandlung ist für August geplant. (Reuters)

Finanzinvestor CVC Capital steigt ins Datensammler-Geschäft ein

Der Finanzinvestor CVC Capital Partners steigt mit einem Milliardenkauf in das Wirtschaftsauskunftei-Geschäft ein. Für 1,13 Milliarden Euro erwirbt CVC den italienischen Anbieter von Bonitätsauskünften für Firmen, Cerved, wie die Beteiligungsgesellschaft am Mittwoch mitteilte.

Bisher gehörte das 1974 gegründete Unternehmen den Private-Equity-Firmen Bain Capital und Clessidra. Cerved zählt mehr als 30.000 Kunden, darunter 90 Prozent aller italienischen Banken. Die Deutsche Bank und Lazard haben CVC bei der Transaktion beraten. HSBC und Intesa Sanpaolo standen auf Seite der Verkäufer. (Reuters)

Chipkonzern AMD bekommt neuen Finanzchef

Der angeschlagene Chipkonzern Advanced Micro Devices bekommt einen neuen Finanzchef. Devinder Kumar, der den Posten als CFO bereits übergangsweise übernommen hatte, folgt auf Thomas Seifert, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Kumar ist bereits seit 28 Jahren bei AMD tätig. Unter anderem arbeitete er als Controller für den Konzern. Seifert war im September überraschend zurückgetreten. Die Nachricht hatte die Anleger damals beunruhigt, galt Seifert doch als ausgewiesener Experte. Er hatte AMD bis August vertretungsweise als Konzernchef (CEO) geführt. (Reuters)

Mobilfunkfirma Asiacell bereitet Milliarden-Börsengang in Bagdad vor

Im Irak bereitet sich der Mobilfunkbetreiber Asiacell auf einen milliardenschweren Börsengang in Bagdad vor. Das Unternehmen will bei seinem Sprung auf das Handelsparkett Anfang Februar umgerechnet mindestens eine Milliarde Euro einnehmen. Mit der Vermarktung der Aktien soll nach Unternehmensangaben vom Mittwoch am 3. Januar begonnen werden. Asiacell warb in den vergangenen Wochen mit Anzeigen in Zeitungen um Investoren. Es soll der größte Börsengang eines Unternehmens im Irak werden.

Die Neuemission ist auch ein Test des Vertrauens der Anleger in Iraks Wirtschaft, die sich vom Krieg, finanziellen Sanktionen und politischer Instabilität erholt. Vertreter der Regierung und der Börse hoffen, dass die Neuemission dem Aktienmarkt in Bagdad Auftrieb gibt und ausländisches Kapital anzieht. Das Finanzsystem des Landes gilt jedoch als klein und unterentwickelt verglichen mit dem Wirtschaftswachstum. An Asiacell ist Qatar Telecom mit 54 Prozent beteiligt. Experten gehen davon aus, dass die beiden heimischen Rivalen Zain Iraq und der France-Telecom-Ableger Korek ebenfalls an die Börse streben. An der Iraker Börse fiel der Hauptaktienindex im vergangenen Jahr um 8 Prozent. Es sind dort 85 Unternehmen notiert, die vor allem aus dem Bankensektor stammen. (Reuters)

Broker - Neue Investoren stabilisieren Rückversicherungs-Preise

Die globalen Preise für Rückversicherungen werden sich nach Einschätzung des Versicherungshändlers Willis Re dank neuer Investoren stabilisieren. Der amerikanische Broker verwies am Mittwoch darauf, dass etwa Hedgefonds ihr Geld verstärkt im Rückversicherungsmarkt anlegen. Dies werde bei der Erneuerung der Policen dafür sorgen, dass sich die Preise trotz der heftigen Schäden für die Branche durch Wirbelsturm „Sandy“ meist kaum verändern.

Zuletzt hatten sich Rückversicherungen jahrelang verbilligt. „Sandy“ brachte der gesamten Branche Verluste in Höhe von 25 Milliarden Dollar. Ein solcher Anstieg der Forderungen an Rückversicherer stützt normalerweise die Preise, da sich weniger stark kapitalisierte Anbieter aus dem Markt zurückziehen und die starken Wettbewerber höhere Summen verlangen können. Diese Regel werde jedoch durch das verstärkte Interesse von Investoren wie zuletzt der Hedgefonds-Manager Dan Loeb, Steve Cohan und John Paulson außer Kraft gesetzt, konstatierte Willis Re. (Reuters)

Wirtschaftsnachrichten

Obama unterzeichnet Gesetz zum Haushaltskompromiss

Der amerikanische Präsident Barack Obama hat das Gesetz zur Beilegung des Haushaltsstreits am Mittwoch unterzeichnet. Das teilte das Weiße Haus in Washington in der Nacht zum Donnerstag mit. Nach dem Senat hatte in der Nacht zum Mittwoch auch das Repräsentantenhaus dem Kompromiss zwischen Demokraten und Republikanern zugestimmt, der automatische Steuererhöhungen für Millionen Amerikaner stoppte.

Eigentlich galt der 31. Dezember als Stichtag, an dem eine Einigung gebilligt sein sollte. Zum 1. Januar traten zunächst planmäßig Steuererhöhungen für alle und massive Ausgabenkürzungen in Kraft. (dpa-AFX)

Bundeskartellamt verhängt größte Summe an Bußgeldern seit 2008

Das Bundeskartellamt hat im vergangenen Jahr rund 303 Millionen Euro an Bußgeldern wegen verbotener Absprachen verhängt. Das ist nach einem Bericht der „Berliner Zeitung“ (Donnerstag) die größte Summe an Strafgeldern seit 2008. Damals habe die Summe bei rund 314 Millionen Euro gelegen. Die Wettbewerbshüter hatten bereits im Dezember festgestellt, dass sich der Trend zu mehr Kartellfällen fortsetze. Illegale Absprachen würden sich in allen Branchen finden. Die höchsten Bußgelder verhängte das Kartellamt mit insgesamt 124,5 Millionen Euro gegen die Mitglieder des sogenannten Schienenkartells. In diesem Fall wird auch im kommenden Jahr weiter ermittelt.

Kurz vor Jahresschluss hatte sich das Ergebnis für 2012 noch einmal kräftig erhöht. Die Wettbewerbsbehörde gab am vergangenen Freitag eine Buße von insgesamt rund 55 Millionen Euro gegen die Sendergruppen Pro Sieben Sat1 und RTL bekannt. Den Unternehmen wurde vorgeworfen, bei der Einführung der Verschlüsselung ihrer digitalen Free TV-Programme wettbewerbswidrige Absprachen getroffen zu haben. (dpa-AFX)

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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