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Medienschau Volkswagen übernimmt Porsche sofort

 ·  Die Hauptversammlung von Praktiker billigt den Sanierungplan, Fielmann steigert Umsatz und Gewinn, Indien will Generika kostenlos zur Verfügung stellen.

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Unternehmensnachrichten

Praktiker-Hauptversammlung billigt nach Streit Sanierungplan

Die Aktionäre des ums Überleben ringenden Baumarktkonzerns Praktiker haben dem Sanierungspaket des Vorstands mehrheitlich zugestimmt. Die Hauptversammlung votierte am späten Mittwochabend nach mehr als 13-stündigem Tauziehen für die vom Management vorgeschlagene Kapitalerhöhung. Zudem ermächtigten die Anteilseigner den Vorstand zur Ausgabe einer Optionsanleihe, über die der amerikanischen Finanzinvestor Anchorage mit 15 Prozent an Praktiker beteiligt werden soll - als Gegenleistung für einen Kredit von 85 Millionen Euro.

Zuvor hatte die Fondsmanagerin Isabella de Krassny als Vertreterin der Hauptaktionäre Maseltov und Semper Constantia nach langen Verhandlungen erklärt, sie trage das Sanierungskonzept des Vorstands trotz Bedenken gegen die Zugeständnisse an Anchorage nun doch mit. Im Gegenzug ersetzt Praktiker zwei Aufsichtsratsmitglieder durch Kandidaten von de Krassny. Unter anderem gibt der vor Kurzem aus dem Aufsichtsrat an die Vorstandsspitze delegierte Praktiker-Chef Kay Hafner seinen Aufsichtratsposten auf. Der Vorstand hatte erklärt, falls sein Sanierungsplan nicht gebilligt werde, müsse das Unternehmen Insolvenz anmelden. (Reuters)

Volkswagen übernimmt Porsche bereits zum 1. August

Volkswagen übernimmt Porsche bereits zum 1. August. Damit wird der Integrierte Autokonzern von Volkswagen und Porsche „rund zwei Jahre früher Realität“ als zuletzt erwartet worden war. Als Gegenleistung für die Einbringung der bisher noch nicht im VW-Besitz befindlichen 50,1 Prozent an der Porsche AG erhält die Porsche SE demnach rund 4,46 Milliarden Euro und eine Volkswagen-Stammaktie.

Wegen der Übertragung der einzelnen VW-Stammaktie kommen die Konzerne bei der Transaktion steuerlich weitaus günstiger weg als zunächst kalkuliert. Statt als Umwandlung kann die Übernahme auf diese Weise auch als Restrukturierung eingestuft werden - ohne steuerliche Nachteile für die Unternehmen, die Porsche und VW bisher bei der Eingliederung einkalkuliert hatten. Im September hatten die Unternehmen mitgeteilt, dass ein Zusammengehen steuerfrei erst ab Mitte 2014 möglich sei. Die stillen Reserven müssen nun nicht zwingend aufgedeckt werden, steuerliche Belastungen „könnten vermieden werden“, heißt es in einer Reuters vorliegenden Rechtsauskunft der Steuerbehörden in Stuttgart. (AFP, Reuters)

Gericht in Brasilien suspendiert Millionenzahlung von BASF und Shell

Die gegen BASF und Shell in Brasilien gerichtlich verfügte Entschädigungszahlung in Höhe von 490 Millionen Euro ist zunächst auf Eis gelegt. Das Oberste Arbeitsgericht (TST) suspendierte eine Entscheidung der Vorinstanz aus der Vorwoche. Nach Ansicht des Gerichtes sei die verlangte Hinterlegung des Gelds ohne Nutzen für den Schutz der aufgrund von Umweltkontaminierungen erkrankten Opfer. Zudem habe das Gericht anerkannt, dass BASF und Shell weiteren Verpflichtungen aus der Zivilklage nachkämen. Schon im August 2010 waren BASF und Shell erstinstanzlich zur Zahlung verurteilt worden. Dagegen legte die BASF Berufung ein. Der Konzern erhob in dem Zusammenhang auch Klage gegen Shell, da die Schäden vor dem Jahr 2000 verursacht worden seien. Dazu laufen auch Vergleichsverhandlungen. Zwischen 1995 und 2000 führte die amerikanischen Firma American Cyanamid den Standort, die dann von der BASF übernommen wurde. (dpa-AFX)

Fielmann steigert Umsatz und Gewinn

Die Optikerkette Fielmann hat im ersten Halbjahr Umsatz und Gewinn leicht erhöht. Der Konzernerlös sei nach vorläufigen Zahlen binnen Jahresfrist um fünf Prozent auf 551 Millionen Euro gestiegen, der Gewinn vor Steuern habe um drei Prozent auf 89 Millionen Euro zugelegt, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. In seinen 665 Filialen habe das Unternehmen zwischen Januar und Juni 3,5 Millionen Brillen verkauft, das sind rund 200.000 mehr als im Vorjahreszeitraum. (Reuters)

Sanofi will bis zu 2000 Stellen streichen

Der französische Pharmakonzern Sanofi will einem Zeitungsbericht zufolge bis zu 2000 Stellen streichen. Das Unternehmen wolle am Donnerstag die Entlassung von 1000 bis 2000 Mitarbeitern in Frankreich verkünden, berichtete die französische Zeitung „Le Figaro“ (Donnerstagsausgabe) ohne Nennung von Quellen. Dem Bericht zufolge strich der Konzern bereits zwischen 2009 und 2011 knapp 4000 Stellen in Frankreich. Sanofi-Chef Chris Viehbacher hatte im September Einsparungen von zwei Milliarden Euro angekündigt, um unter anderem den Auswirkungen von Patentverlusten entgegenzuwirken.

Zudem stößt Sanofi seine Beteiligung an dem Kosmetikkonzern Yves Rocher ab. Den rund 19-prozentigen Anteil verkaufe Sanofi an die Gründerfamilie. Finanzielle Einzelheiten des Verkaufs wurden nicht bekannt. (AFP, Reuters)

Indien will Generika kostenlos zur Verfügung stellen

Künftig sollen die 1,2 Milliarden Inder Nachahmermedikamente kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Die Pläne seien bereits im vergangenen Jahr verabschiedet, bislang aber nicht veröffentlicht worden, sagten Regierungsvertreter am Mittwoch. Das Vorhaben hat insgesamt ein Volumen von 5,4 Milliarden Dollar und ist für internationale Pharmakonzerne wie Bayer, Pfizer, GlaxoSmithKline oder Merck ein schwerer Schlag. Die Verschreibung von Originalmedikamenten soll künftig mit einer Strafe belegt werden. Ärzte bekommen von der Regierung eine Liste mit Generika, die sie ausgeben dürfen. Profitieren dürften indische Generika-Hersteller wie Dr. Reddy’s oder Cipla. Bis April 2017 soll gut die Hälfte der Bevölkerung in den Genuss von kostenlosen Medikamenten kommen. (Reuters)

Exxon-Mobil erwägt Verkauf der deutschen Esso-Tankstellen

Der Ölriese Exxon-Mobil erwägt offenbar den Verkauf seines deutschen Tankstellennetzes Esso. Die Gespräche seien noch in einem frühen Stadium, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf Kreise. Es gebe mehrere Interessenten, von denen einige aus Russland beziehungsweise Osteuropa stammten. Ein Verkauf der rund 1.100 deutschen Esso-Tankstellen dürfte über eine Milliarde Euro einbringen. Exxon wollte sich dazu auf Nachfrage von Bloomberg nicht äußern. Exxon hat in den vergangenen vier Jahren bereits fast ein Drittel seines Tankstellennetzes verkauft. Der Konzern sucht vor allem den Ausstieg aus Märkten, in denen der Kraftstoffabsatz stagniert oder zurückgeht. (dpa-AFX)

Barry Callebaut wächst weiter

Der Schweizer Schokoladehersteller Barry Callebaut wächst trotz weltweit stagnierender Schokoladenverkäufe weiter. Der Konzern steigerte die Verkaufsmenge in den ersten
neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2011/12 um 6,6 Prozent auf rund 1,037 Millionen Tonnen. Der Umsatz kletterte gleichzeitig um 8,4 Prozent in Lokalwährungen und 2,3 Prozent in Franken auf 3,59 Milliarden Franken (2,98 Milliarden Euro). (Reuters)

Aktie von Ming Le Sports kostet 13 Euro

Die Aktien des Sportbekleidungs-Herstellers und -Einzelhändlers Ming Le Sports kommen zu einem Preis von 13 Euro an die Börse. Insgesamt seien 503.790 Anteilsscheine platziert worden, teilte das chinesische Unternehmen am Mittwochabend mit. Davon stammten 444.000 Aktien aus einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen und 59.790 Papiere aus dem Bestand der Altaktionäre. Durch die Plazierung der Aktien flössen dem Unternehmen brutto etwa 5,8 Millionen Euro zu. Der Anteil des Streubesitzes werde bei vollständiger Ausübung der Mehrzuteilungsoption rund 31,7 Prozent betragen. Die Dividendenpapiere sollen voraussichtlich ab 6. Juli im Regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse notiert werden. (Reuters)
 

Wirtschaftsnachrichten

 

Bund und Länder einigen sich über Defizitabbau

Bund und Länder haben sich auf eine gemeinsame mittelfristige Finanzplanung geeinigt. Im „Arbeitskreis Stabilitätsrat“ verständigten sich die Experten aus den Finanzministerien darauf, dass der Gesamtstaat 2016 einen Überschuss von drei Milliarden Euro erwirtschaften soll. Dies berichtet das Handelsblatt unter Verweis auf Länderkreise.

Im einzelnen sehen die Planungen vor, dass der Überschuss der Gemeinden von 2,5 Milliarden Euro dieses Jahr bis 2016 auf 5,5 Milliarden Euro steigen soll. Das Defizit des Bundes sinkt in diesem Zeitraum von 32,5 Milliarden Euro auf 0,5 Milliarden Euro und das der Länder von zehn auf eine Milliarden Euro.

Die Extrahaushalte des Bundes, zu denen etwa der Bankenrettungsfonds Soffin zählt, sollen den Planungen zufolge Jahr für Jahr Überschüsse in Milliardenhöhe erwirtschaften. (Dow Jones)

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