Unternehmensnachrichten
Starinvestor Buffett scheffelt wieder Milliarden
Die von Starinvestor Warren Buffett gelenkte Investmentholding Berkshire Hathaway hat im zweiten Quartal unterm Strich 3,1 Milliarden Dollar (2,5 Milliarden Euro) verdient. Besonders die Versicherungstöchter wie Geico, seine Industriefirmen und die große Frachteisenbahn-Gesellschaft Burlington Northern Santa Fe warfen mehr Geld ab. Allerdings hatte Buffett im Vorjahreszeitraum mit 3,4 Milliarden Dollar noch ein wenig mehr herausholen können. Das „Orakel von Omaha“ bewies dieses Mal bei seinen Finanzwetten kein glückliches Händchen: Er fuhr mit sogenannten Derivaten höhere Verluste ein, zudem sanken die Gewinne aus anderen Investments. Das geht aus der am späten Freitag (Ortszeit) vorgelegten Zwischenbilanz hervor.
Der operative Gewinn der rund 80 direkten Tochterfirmen übertraf am Ende aber die Erwartungen der Analysten. Die B-Aktie - die sogenannte Baby-Berkshire - stieg nachbörslich ein knappes Prozent auf 86,20 Dollar. Die mit deutlich mehr Stimmrechten ausgestattete A-Aktie bewegte sich nicht mehr. Sie ist mit einem Stückpreis von rund 128.500 Dollar die teuerste Aktie der Welt. Warren Buffett steht seit einem halben Jahrhundert an der Spitze von Berkshire Hathaway und hat aus dem unbedeutenden Textilhersteller eines der wertvollsten Unternehmen der Welt gemacht. Zu dem Imperium gehören große Aktienpakete an Konzernen wie Coca-Cola, IBM oder der Munich Re, der ehemaligen Münchener Rückversicherung. (dpa-AFX)
Zukunft von Knight Capital gesichert
Die Zukunft der Wall-Street-Firma Knight Capital, die von einem Softwarefehler an den Rand des Ruins gebracht wurde, ist laut amerikanischen Medienberichten gesichert. Eine Gruppe von Investoren stelle rund 400 Millionen Dollar bereit, berichteten unter anderem der Sender CNBC und die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Montag. Die Rettung hat für Knight Capital demnach aber einen hohen Preis: Für das Geld gibt es Schuldpapiere, die später in Aktien umgewandelt werden können. Bei den Investoren würden danach 70 bis 75 Prozent der Anteile liegen, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.
Das Geld kommt den Berichten zufolge unter anderem von den Finanzinvestoren Blackstone und General Atlantic sowie dem Aktienhändler TD Ameritrade. Knight Capital hatte am vergangenen Mittwoch in nur einer Dreiviertelstunde einen riesigen Verlust von 440 Millionen Dollar angehäuft. Schuld war eine Software-Panne: Ein neues Handelsprogramm überflutete den Markt mit fehlerhaften Handelsaufträgen. Als Folge saß Knight Capital auf einem Berg zu teuer gekaufter Aktien. (dpa)
United Internet muss Millionen auf Internetwerbegeschäft abschreiben
Der Internetdienstleister United Internet (1&1, GMX, Web.de) muss wegen der Probleme bei der Internetwerbe-Tochter Sedo eine Belastung in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe verkraften. Wie das im Tec-Dax notierte Unternehmen am Samstag mitteilte, schrieb seine 79,45-prozentige Beteiligung 60,3 Millionen Euro auf Firmenwerte ab. Grund sei, dass zu hohe Erwartungen an das Sedo-Geschäft mit Werbung auf ungenutzten Internetseiten gelegt worden seien. In der Bilanz der Mutter United Internet schlagen sich diese Abschreibungen mit 46,3 Millionen Euro durch. Die übrigen Geschäftsbereiche entwickelten sich plangemäß, hieß es.
United Internet will am 14. August die Zahlen für das erste Halbjahr 2012 vorlegen. Die Montabaurer expandieren derzeit stark mit dem neuen Geschäft mit Bausätzen für den Eigenbau von Internetseiten. In diesem Jahr will Unternehmenschef und Großaktionär Ralph Dommermuth hierfür zusätzliche 200.000 bis 300.000 Kundenverträge abschließen. Insgesamt peilt er bei den Kunden ein Plus von knapp 11 Prozent auf rund 12,2 Millionen an. Um das Wachstum zu erreichen, sollen 86 und 124 Millionen (Vorjahr: 61) Millionen Euro investiert werden. Beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stellte Dommermuth bislang einen Wert zwischen nach 243 und 281 Millionen Euro in Aussicht. 2011 hatte der Wert bereinigt um den positiven Effekt aus einem Aktienverkauf bei 253 Millionen Euro gelegen. Die Prognose dürfte angesichts der Abschreibung auf die Sedo-Geschäfte wohl nicht mehr zu halten sein. Deutlich nach oben soll es allerdings beim Umsatz gehen. Hier liegt die Prognose bei plus 15 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. 2013 sollen es dann schon knapp 2,8 Milliarden Euro werden. (dpa-AFX)
Spiele-Riese Electronic Arts verklagt Online-Konkurrenten Zynga
Der schwächelnde Onlinespiele-Spezialist Zynga hat ein großes Problem mehr. Der „FarmVille“-Entwickler wurde vom Branchenriesen Electronic Arts verklagt. Der Vorwurf: Das neue Zynga-Spiel „The Ville“ kopiere die Facebook-Version des EA-Klassikers „The Sims“. Bei beiden Spielen ist man in einer virtuellen Welt unterwegs, die man mit der Zeit ausbaut. Electronic Arts behauptet, Zyngas „The Ville“ kopiere diverse urheberrechtlich geschützte Elemente seines Spiels „The Sims Social“. Es gehe um Design, Animation, Bewegungen und Handlung, hieß es in einem Blogeintrag am Freitag. Zynga warf Electronic Arts im Gegenzug ebenfalls das Nachahmen von Spielen vor.
Die Klage bringt die aktuell große Rivalität in der Spielebranche erstmals in den Gerichtssaal. Die klassischen großen Spieleanbieter wie Electronic Arts werden immer stärker von jungen Spezialisten für Online- oder Smartphone-Games bedrängt. Die günstigen bis kostenlosen Spiele höhlen die Gewinnmargen der großen Konzerne aus. Sie versuchen, mit eigenen Angeboten auf den Zug aufzuspringen. So brachte Electronic Arts im August 2011 seinen PC-Klassiker „The Sims“ auch zu Facebook. Zynga ist der größte Entwickler von Facebook-Spielen. Die Firma aus San Francisco wurde vor allem bekannt mit ihrer Simulation „FarmVille“, bei der virtuelle Farmen gepflegt wurde. Nachdem der Spieleentwickler für das vergangene Quartal einen abermaligen Verlust meldete und die Jahresprognose zusammenstrich, verlor die Aktie von Zynga auf einen Schlag 40 Prozent. Sie kostete zuletzt nur noch 2,72 Dollar - beim Börsengang im Dezember hatten die Investoren noch 10 Dollar berappen müssen. (dpa-AFX)
Kurssturz der Aktie bringt Sharp unter Druck
Der Absturz seiner Aktie nach einem riesigen Verlust bringt den japanischen Elektronik-Konzern Sharp in Bedrängnis. Der große Auftragsfertiger Foxconn will die Konditionen für seinen Einstieg nun neu verhandeln. Man werde ganz sicher zu einem anderen Preis investieren als die ursprünglich vereinbarten 550 Yen pro Aktie, sagte ein Sprecher von Foxconn der Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Wochenende. Foxconn-Chef Terry Gou betonte zugleich, er wolle grundsätzlich an dem Deal festhalten.
Die Sharp-Aktie war am Freitag um gut 28 Prozent auf nur noch 192 Yen abgestürzt. Auslöser war der Quartalsverlust von 138,4 Milliarden Yen (1,4 Milliarden Euro). Foxconn aus Taiwan, bekannt unter anderem als Hersteller der Apple-Geräte, hatte den Einstieg bei Sharp im März angekündigt. Nach ursprünglichen Konditionen sollte Sharp für einen Anteil von 9,9 Prozent gut 66 Milliarden Yen bekommen (derzeit rund 678,5 Millionen Euro). (dpa-AFX)
Shell zieht wegen Krise Milliarden aus Europa ab
Der Ölkonzern Royal Dutch Shell zieht wegen der Schuldenkrise Gelder in Milliardenhöhe aus Europa ab. Finanzvorstand Simon Henry sagte der Londoner Tageszeitung „The Times“ (Montagausgabe), das Unternehmen wolle die 15 Milliarden Dollar Barmittel stattdessen in amerikanische Staatsanleihen oder bei amerikanischen Banken anlegen.
Der britisch-niederländische Konzern sehe sich gezwungen, seine Risiken in den am schwersten von der Schuldenkrise betroffenen Ländern des Euroraums zurückzufahren. Der Zeitung zufolge zieht Shell den größten Teil seiner Liquiditätsreserven aus Europa ab. (Reuters)
Isuzu will Zusammenarbeit mit Opel einschränken
Der japanische Fahrzeughersteller Isuzu will einem Zeitungsbericht zufolge die Zusammenarbeit mit der angeschlagenen GM-Tochter Opel zurückfahren. Isuzu wolle die Entwicklung eines neuen Dieselmotors beenden und sich aus einem Gemeinschaftsunternehmen mit General Motors (GM) zurückziehen, berichtete die Wirtschaftszeitung „Nikkei“ am Montag.
Isuzu-Sprecher dementierte, dass Isuzu sich aus dem Joint Venture mit GM zurückziehen und seine Belegschaft in Europa um etwa 10 Prozent verringern wolle. Isuzu fertigt seit 1999 in Polen Dieselmotoren für die Opel-Modelle Astra, Corsa und Meriva und ist zu 40 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen beteiligt. Die Isuzu-Aktie lag an der Tokioter Börse 6,7 Prozent im Plus. (Reuters)
Richemont erwartet Gewinnsteigerung von bis zu 40 Prozent
Der Schweizer Richemont-Konzern erwartet angesichts florierender Geschäfte mit Luxusgütern eine deutliche Steigerung des Halbjahresgewinns. In den Monaten April bis Juli 2012 sei der Umsatz um 24 Prozent gewachsen, teilte Richemont am Montag überraschend mit.
Auf dieser Basis erwartet der Luxusgüterkonzern für die bis Ende September laufende erste Hälfte des Geschäftsjahres einen Anstieg des operativen Gewinns und des Reingewinns von 20 bis 40 Prozent. Richemont verwies allerdings auch auf Unsicherheiten wie die weitere Wechselkursentwicklung. (Reuters)
TSMC steigt mit 1,1 Milliarden Euro bei Halbleiterhersteller ASML ein
Der taiwanische Halbleiterhersteller TSMC beteiligt sich in einem Milliardendeal am niederländischen Branchenausrüster ASML. Wie das Unternehmen am Sonntagabend mitteilte, zahlt es 838 Millionen Euro für einen fünfprozentigen Anteil. Weitere 276 Millionen Euro sollen in den nächsten fünf Jahren fließen. Im Gegenzug erhalten die Koreaner Zugang zu moderner Produktionstechnik.
Mit diesem Schritt folgt TSMC der amerikanischen Intel, die sich ebenfalls mit einer Beteiligung an ASML Produktionstechnik gesichert hatte. Dabei geht es in erster Linie um die Extreme Ultraviolett-Lithografie, mit der künftig leistungsfähigere Computerchips hergestellt werden sollen. ASML liegt nun zu 20 Prozent in den Händen ihrer Kunden. Die Niederländer verhandeln derzeit mit weiteren Kunden, um diesen Wert auf 25 Prozent anzuheben. (dpa-AFX)
Easyjet legt im Juli kräftig zu
Der britische Billigflieger Easyjet hat auch im Juli weiter kräftig zugelegt und damit den sechsten Monat in Folge mehr Passagiere befördert als ein Jahr zuvor.
Die Zahl der Fluggäste wuchs im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8 Prozent auf 5,86 Millionen, wie das Unternehmen am Montag in Luton bei London mitteilte. Die Auslastung der Maschinen verbesserte sich um 0,8 Prozentpunkte auf 92,5 Prozent. (dpa-AFX)
Thüringen von Kali-Konzern K+S auf Millionenbetrag verklagt
Thüringen ist nach Angaben von Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU) vom Kali- und Düngemittelkonzern K+S Kassel auf Zahlung eines Millionenbetrages verklagt worden. „Die Klage ist beim Verwaltungsgericht in Weimar eingegangen“, sagte Reinholz der Nachrichtenagentur dpa in Erfurt. Grund sei, dass das Land Anfang dieses Jahres seine Zahlungen für Sanierungsmaßnahmen in stillgelegten Gruben im Werra-Gebiet an der thüringisch-hessischen Landesgrenze eingestellt hat. „Die Klage war daher zu erwarten.“
Nach Angaben des Ministers geht es um einen Betrag von etwa 7 Millionen Euro, der in diesem Jahr für unterirdische Sicherungsarbeiten in Südwestthüringen angefallen sei und von der K+S AG geltend gemacht wird. Thüringen hatte seine Entscheidung, die jahrelangen Zahlungen für Sicherungsarbeiten in stillgelegten Gruben aus DDR-Zeit zu beenden, mit den zur Neige gegangenen Mitteln aus einem Bund-Land-Sonderfonds zur Beseitigung von Umwelt-Altlasten begründet. Den Fonds hatte Thüringen Ende 1990er Jahre mit dem Bund ausgehandelt. Der Bund hatte den K+S-Konzern von den Kosten, die mit dem DDR-Bergbau zusammenhängen, freigestellt. Nach Angaben von Reinholz ist K+S als Bergbauverantwortlicher rechtlich verpflichtet, Sicherungsarbeiten unter Tage vorzunehmen. Aus dem von Bund und Land mit rund 458 Millionen Euro ausgestatteten Sonderfonds „Ökologische Altlasten“ sollten bis 2016 unter anderem Sanierungsmaßnahmen von K+S und der Landesentwicklungsgesellschaft finanziert werden. (dpa-AFX)
Wirtschaftsnachrichten
Athen und Troika vereinbaren Sparpaket
Die griechische Regierung hat sich mit ihren internationalen Kreditgebern auf die Eckpunkte eines weiteren milliardenschweren Sparpakets geeinigt. „Es wurden Fortschritte registriert“, sagte der Vertreter des Internationalen Währungsfonds (IWF), Poul Thomsen, am Sonntag. Anfang September werde das Expertenteam zu weiteren Prüfungen zurückkehren. In der offiziellen Mitteilung der Geldgeber hieß es, man sei sich mit den Griechen einig darüber geworden, dass noch größere Anstrengungen nötig seien, um die Sparziele zu erreichen. Der Plan sieht vor, dass 2013 und 2014 gut 11,5 Milliarden Euro eingespart werden. Die Details sollen der griechischen Bevölkerung Anfang September präsentiert werden.
Die Zeitung „To Vima“ berichtete von „schockierenden Kürzungen“. Dennoch äußerte sich ein hoher Mitarbeiter des griechischen Finanzministeriums am Sonntag zufrieden. „Wir müssen Anfang September alles unter Dach und Fach haben, damit wir es der Eurogruppe präsentieren können.“ Dann soll die „Troika“ aus EU, Europäischer Zentralbank und IWF feststellen, inwieweit Athen seine Sparbemühungen umsetzt. Daraufhin könnte es Grünes Licht für weitere Finanzhilfen geben. Mit seinen älteren Zusagen ist Athen weit im Rückstand. Das neue Sparprogramm sieht nach übereinstimmenden Informationen griechischer Medien eine weitere Verschlankung des Staates und erhebliche Einschnitte vor. Vorgesehen sind Kürzungen bei den Gehältern der Staatsbediensteten und Angestellten staatlicher Unternehmen (2 Milliarden Euro) sowie Kürzungen bei Renten (2,6 Milliarden Euro) und Einsparungen bei Verteidigung sowie Bildung. (dpa-AFX)
Chinas Zentralbank sagt für zweites Halbjahr wachstumsfreundliche Politik zu
Chinas Zentralbank hat für den Rest des Jahres eine wachstumsfreundliche Politik zugesagt. In einer am Wochenende veröffentlichten Mitteilung heißt es, die People’s Bank of China (PBoC) werde die „vorbeugende Anpassung“ und die „Feinabstimmung“ ihrer Geldpolitik im zweiten Halbjahr fortführen. Sie werde ihre Bemühungen um die Entwicklung der Realwirtschaft verstärken.
Dabei sollten „antizyklische Anpassungsmechanismen“ der Geldpolitik eine größere Rolle spielen. Auch solle die Kreditpolitik verbessert werden. Bereits in der vergangenen Woche hatte die PBoC mitgeteilt, dass die Wachstumsförderung gegenwärtig ihr wichtigstes Anliegen sei. Diese Aussage bekräftige sie am Wochenende. (Dow Jones)
