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Medienschau Solarhybrid will Insolvenzantrag stellen

 ·  Kontron erzielt einen Rekordumsatz, die Gewinne von Oracle und Inditex steigen. Tom Tailor schüttet erstmals Dividende aus Brenntag erhöht sie, Generali senkt sie und Patrizia gibt stattdessen Gratis-Aktien aus. Die amerikanischen Zölle für Solar-Importe aus China fallen unerwartet niedrig aus, die Bundesregierung will das VW-Gesetz verteidigen, China lockert klammheimlich die Kapitalverkehrskontrollen und die Schwellenländer haben angeblich eigene Kandidaten für die Spitze der Weltbank.

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Unternehmensnachrichten

Kontron rechnet nach Rekordumsatz mit verhaltenen Geschäften

Die Kontron AG rechnet nach einem neuen Rekordumsatz 2011 für das laufende Jahr angesichts des wirtschaftlichen Umfelds zunächst mit einem verhaltenen Geschäftsverlauf. Im zweiten Halbjahr erwartet der Hersteller von Computern für die industrielle Fertigung aber „signifikante positive Impulse“.

Im Geschäftsjahr 2011 erzielte das Unternehmen mit Sitz in Eching bei München mit einem Plus von 15,7 Prozent einen neuen Rekordumsatz von 589,6 Millionen Euro. Der Betriebsgewinn (Ebit) stieg auf 34,1 Millionen Euro, nach einem Verlust von 5,8 Millionen Euro im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie konnte von -0,24 Euro auf 0,39 Euro gesteigert werden. Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Hauptversammlung im Juni die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 20 Cent je Aktie vorschlagen.

2012 will der TecDax-Konzern seinen Wachstumskurs fortsetzen. Der Umsatz 2012 soll drei Prozent über oder unter dem um das Geschäft in Malaysia bereinigten Vorjahreswert von 570
Millionen Euro liegen. Die Ebit-Marge soll gesteigert werden.

Das Unternehmen will sich künftig aber auf die margenstärkeren Bereiche Systeme und Lösungen konzentrieren. Der Verkauf der Produktionsanlagen der malaysischen Tochtergesellschaft KDMS im Januar sei dabei ein „wichtiger Schritt“ gewesen. (Dow Jones)

Solarhybrid will Insolvenzantrag stellen

Die Krise der deutschen Solarindustrie fordert ein weiteres Opfer. Solarhybrid werde beim Amtsgericht Arnsberg Insolvenzantrag stellen, teilte der Solarkraftwerks-Entwickler am Dienstagabend mit. Überraschend kommt die Pleite nicht: Solarhybrid hatte bereits Anfang März gewarnt, durch die Streichung der Förderung größerer Solar-Anlagen sei das Geschäftsmodell der Firma in Deutschland gefährdet. Wenig später sorgte Firmenchef und -gründer Tom Schröder für Aufsehen, als er einen Großteil seiner Solarhybrid-Aktien verkaufte.

Die Firma aus dem sauerländischen Brilon setzte in den ersten neun Monaten 2011 rund 286 Millionen Euro um. Das Konzernergebnis lag laut ungeprüften Zahlen bei rund 5,9 Millionen Euro, wie aus dem jüngsten Quartalsbericht hervorgeht. (Reuters)

Software lässt Oracle-Gewinn steigen

Der Softwarehersteller Oracle hat seinen Quartalsgewinn um fast ein Fünftel gesteigert. Erneut glich das gute Geschäft mit den Computerprogrammen die Schwächen beim Verkauf von Servern aus. Für das Ende Februar abgelaufene Vierteljahr wies der SAP-Konkurrent einen Überschuss von 2,5 Milliarden Dollar aus, was je Aktie einem Gewinn von 49 Cent und damit einem Zuwachs von 18 Prozent entsprach.

Bereinigt um aktienbasierte Vergütung, Zukäufe und andere Einmaleffekte erreichte der Gewinn je Anteilsschein einen Wert von 62 Cent. Analysten hatten im Durchschnitt lediglich mit 56 Cent gerechnet. (Dow Jones)

Restrukturierungsplan für die Commerzbank steht

Der Restrukturierungsplan für die Commerzbank ist nach Angaben von EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia unter Dach und Fach. Er habe mit Commerzbank-Chef Martin Blessing alle Elemente eines Restrukturierungsplanes geklärt, sagte Almunia der „Süddeutschen Zeitung“ laut Vorab-Bericht aus der Mittwoch-Ausgabe. „Die letzten Hürden sind genommen, sie betrafen die Eurohypo, bei der wir die Vorgaben modifiziert haben. Ich hoffe, dass alle vereinbarten Details bald zu einem formalen Abschluss führen.“

Die EU-Wettbewerbshüter hatten der Commerzbank im Gegenzug für milliardenschwere Staatshilfen in der Finanzkrise auferlegt, ihre verlustreiche Tochter Eurohypo bis spätestens 2014 zu verkaufen. Der Immobilien- und Staatsfinanzierer erweist sich nach Ansicht der Commerzbank aber als unverkäuflich. Blessing will die Eurohypo deshalb Bankkreisen zufolge zum größten Teil abwickeln und den gesunden Rest in die Commerzbank integrieren. Zuletzt war es bei den Verhandlungen mit Almunia um die Frage gegangen, was die Gegenleistung der Commerzbank sein könnte, wenn sie die Eurohypo behält. (Reuters)

Tom Tailor schüttet erstmals Dividende aus

Der Modekonzern Tom Tailor will wegen gut laufender Geschäfte erstmal eine Dividende von 0,17 Euro ausschütten. Seinen Umsatz steigerte der Hamburger Konzern insgesamt um knapp ein Fünftel auf 411 Millionen Euro - in Segment Retail legte Tom Tailor sogar um fast die Hälfte auf rund 155 Millionen Euro zu. Seinen um Sondereffekte bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) steigerte das Unternehmen um ein Fünftel auf 48 Millionen Euro. Grund für die guten Geschäfte war vor allem das rasante Wachstum im Einzelhandel. (Dow Jones)

Patrizia zahlt abermals keine Dividende

Die Patrizia Immobilien will trotz eines Gewinns im vergangen Jahr abermals keine Dividende zahlen. Die Anteilseigner sollen aber immerhin für zehn Aktien eine Gratisaktie erhalten. Dazu soll das Grundkapital durch Gewinnrücklagen im Verhältnis zehn zu eins erhöht werden. Der Patrizia-Vorstand will mit diesem Schritt das Geld im Haus halten und die Liquidität der Aktien erhöhen.

Der Bilanzgewinn des Jahres 2011 soll vollständig in das Eigenkapital einfließen. Die dadurch einbehaltenen Barmittel in Höhe von rund 4,2 Millionen Euro ermöglichen nach Angaben des Vorstands ein weiteres Co-Investment bei einer Eigenkapitalbeteiligung von zehn Prozent im Volumen von bis zu 150 Millionen Euro. Mit dem Schritt sei eine weitere Kapitalerhöhung zur Finanzierung neuer Investments aller Voraussicht nach ausgeschlossen. (dpa-AFX)

Generali senkt nach Gewinnhalbierung Dividende

Durch Abschreibungen auf griechische Anleihen und Aktienbestände hat sich der Gewinn der Assicurazioni Generali 2011 halbiert. Als Folge wird Europas drittgrößter Versicherer die Dividende auf 0,20 von 0,45 Euro kürzen. Der Nettogewinn blieb mit 856 Millionen deutlich unter den von Analysten geschätzten 998 Millionen Euro. Das operative Ergebnis erreichte 3,9 Milliarden Euro und lag damit am unteren Ende der vom Management angepeilten Spanne.

Belastet wurde das Ergebnis neben den Wertabschreibungen auf griechische Staatsanleihen auch durch jene für die Beteiligung an Telco, einer Holding, die größter Einzelaktionär von Telecom Italia SpA ist.

Operativ wurde Generali im wichtigsten Geschäftsfeld Lebensversicherungen durch um fast 10 Prozent gesunkene Prämieneinnahmen belastet. Dazu sei Margendruck durch Auszahlungsgarantien und die Kursrückgänge italienischer Staatspapiere entstanden. (Dow Jones)

Brenntag zahlt Aktionäre nach Gewinnschub höhere Dividende

Der Chemiedistributeur Brenntag will nach einem kräftigen Gewinnanstieg die Dividende erhöhen. Sie sollen 2,00 Euro je Aktie erhalten nach 1,40 Euro im Vorjahr. Im laufenden Jahr peilt der Konzern weitere Umsatz- und Ergebnisverbesserungen an. Geplant sei ein Wachstum aller relevanten Ergebnisgrößen, bekräftigte Brenntag. (Dow Jones)

Inditex legt zu

Der spanische Modekonzern Inditex um die Kette Zara hat 2011 seinen Gewinn dank Geschäftseröffnungen in Asien und eines erfolgreichen Internethandels gesteigert. Der weltgrößte Textilhändler konnte damit die Erwartungen von Marktbeobachtern übertreffen. Das Nettoergebnis stieg um 12 Prozent auf 1,93 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch in Madrid mitteilte. Der Umsatz stieg um 10 Prozent auf 13,79 Milliarden Euro. (dpa-AFX)

Bei Michelin droht Kurzarbeit

Der stark rückläufige Pkw-Absatz in Westeuropa hinterlässt beim Reifenhersteller Michelin < nach Informationen der „Allgemeinen Zeitung Mainz“ tiefe Spuren. Wie das Blatt in seiner Mittwochausgabe berichtet, hat das französische Unternehmen die Produktion von Autoreifen in diesem Jahr bereits so weit zurückgefahren, dass in dem deutschen Standorten in Bad Kreuznach mit rund 1600 Beschäftigten Kurzarbeit droht.

Eine Sprecherin des rheinland-pfälzischen Werkes bestätigte die Informationen des Blatts, nach denen das Unternehmen an dem Standort bis Ende April rund zehn produktionsfreie Tage fest eingeplant hat. (dpa-AFX)

Formel 1 liebäugelt mit Börsengang

Die Rennsportserie Formel 1 trägt sich Insider-Informationen zufolge mit Gedanken an einen Börsengang. Eine mit den Vorgängen vertraute Person sagte Reuters, eine Erstnotierung (IPO) werde nur für einen Teil der Betreibergesellschaft erwogen. Mehrheitseigner CVC Capital Partners solle langfristig an der Formel 1 beteiligt bleiben. Am Wochenende hatte der britische Sender Sky News berichtet, CVC habe Goldman Sachs damit beauftragt, eine Platzierung von Formel-1-Anteilen bei einem neuen Investor zu prüfen. Dies wäre eine Vorstufe eines formellen IPO-Prozesses für ein Börsenlisting in Singapur, hieß es. Der Finanzinvestor CVC hatte 2006 die Mehrheit an der Rennsportserie übernommen. Sowohl CVC als auch Goldman lehnten Stellungnahmen ab. (Reuters)

Bahn steigert Gewinn schwächer als erwartet

Die Deutsche Bahn hat im vergangenen Jahr Gewinn und Umsatz deutlich gesteigert. Die eigenen Konzernziele wurden aber unternehmensnahen Kreisen zufolge vor allem wegen des schwächelnden Güterverkehrs verfehlt. Der Betriebsgewinn kletterte im Vergleich zu 2010 um fast ein Viertel auf 2,3 Milliarden Euro, sagten mit den Zahlen Vertraute am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Der Umsatz stieg um zehn Prozent auf 37,9 Milliarden Euro. Damit wurde das Ziel von 38,4 Milliarden Euro Umsatz und von einem Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von knapp 2,4 Milliarden Euro allerdings verpasst. Eine Konzernsprecherin wollte sich zu den Angaben nicht äußern. (Reuters)

Wirtschaftsnachrichten

Amerikanische Zölle für Solar-Importe aus China unerwartet niedrig

Im Kampf gegen die Billigkonkurrenz aus China hat die Solarbranche in den Vereinigten Staaten einen Dämpfer erlitten. Zum Schutz der heimischen Hersteller beschloss das Handelsministerium in Washington am Dienstag nur überraschend niedrige Sonderzölle auf chinesische Solarzellen und -module. Die vorläufige Ausgleichsabgabe wegen Staatsbeihilfen beläuft sich auf 2,9 bis 4,73 Prozent des Produktwertes, wie Branchenvertreter mitteilten. Damit blieb das Ministerium aber weit hinter den Erwartungen von Experten zurück, die mit Abgaben von 20 bis 30 Prozent gerechnet hatten. (Reuters)

Bundesregierung will VW-Gesetz offensiv verteidigen

Die Bundesregierung geht im Streit um das VW-Gesetz auf Konfrontationskurs zur EU-Kommission. „Ich bedauere den Schritt der Europäischen Kommission, jetzt noch einmal Klage wegen des VW-Gesetzes zu erheben. Die Bundesregierung hat das VW-Gesetz im Dezember 2008 geändert, das neue Gesetz entspricht klar den Vorgaben des Urteils des Europäischen Gerichtshofs vom 23. Oktober 2007“, sagte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) dem Handelsblatt. Dass die EU-Kommission vier Jahre später eine abermalige Klage beschließe, sei schwer nachvollziehbar. (Dow Jones)

Aktionärsschützer wollen Managergehälter deckeln

In der Debatte um die Gehälter von Managern spricht sich die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) für eine Obergrenze aus. Der Aufsichtsrat solle darauf achten, „dass die Bäume bei den variablen Vergütungsbestandteilen nicht in den Himmel wachsen“, forderte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler im „Tagesspiegel“ (Mittwochausgabe). „Aus Sicht der DSW würde aktuell einen Deckelung bei zehn Millionen Euro durchaus Sinn machen.“ (dapd)

Selbstständige sollen zur Altersvorsorge verpflichte werden

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen will ab 2013 auch Selbstständige dazu verpflichten, für das Alter vorzusorgen. Das berichten übereinstimmend die „Süddeutsche Zeitung“ und die „Berliner Zeitung“ (Mittwoch). Wofür sie sich dabei entscheiden, bleibe ihnen überlassen, schreibt die „Süddeutsche“. Diejenigen, die nichts nachweisen können, will von der Leyen aber in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichern.

Die Regelung solle für alle Selbstständigen gelten, die bei Inkrafttreten des Gesetzes jünger als 30 Jahre sind oder dann erst eine selbstständige Tätigkeit aufnehmen, schreibt die „Berliner Zeitung“. Für Selbstständige zwischen 30 und 50 Jahren seien abgeschwächte Regeln geplant. Über 50-Jährige seien nicht betroffen. Ausgenommen seien auch Selbstständige, die weniger als 400 Euro im Monat verdienen. (dpa-AFX)

Schwellenländer haben Kandidaten für Weltbank-Chefsessel

Bei der Neubesetzung des Chefpostens bei der Weltbank wollen die Schwellenländer Kreisen zufolge zwei renommierte Kandidaten ins Rennen schicken und den Vereinigten Staaten damit die Entscheidungshoheit streitig machen. Die Schwellenländer wollten den nigerianischen Finanzminister Ngozi Okonjo-Iweala und seinen ehemaligen kolumbianischen Amtskollegen Jose Antonio Ocampo nominieren, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag von mit der Sache vertrauten Personen. Sie gesellen sich zu dem Amerikaner Jeffrey Sachs, der bereits von einigen kleineren Ländern nominiert worden ist.

Seit Gründung der Weltbank nach dem Zweiten Weltkrieg haben die Vereinigten Staaten dort den Chefsessel inne. Dies missfällt unter anderem Schwellenländern immer mehr - ebenso wie die ungeschriebene Regel, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) von einem Europäer geführt wird. Die Vereinigten Staaten haben bislang keine eigenen Kandidaten öffentlich genannt. Am Montag hatte es in amerikanischen Kreisen geheißen, die Regierung hoffe, eine Frau für das Amt gewinnen zu können. Damit könne man auch der Forderung der Schwellenländer begegnen, den Status Quo bei dem Thema aufzubrechen. Als mögliche Kandidatin gilt die amerikanische Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Susan Rice. (Reuters)

China lockert Kapitalverkehrskontrollen

Nach mehr als einer Dekade strenger Kapitalverkehrskontrollen senkt China laut einem Zeitungsbericht die Schranken für ausländische Finanzinvestitionen. Wie die „New York Times“ am Dienstag berichtet, hat die chinesische Regierung telefonisch private Fondsmanager kontaktiert, um ihnen ein höheres Engagement anzubieten. Verschiedene Investoren hätten diesen inoffiziellen Vorgang bestätigt. Dabei sei jedoch großer zeitlicher Druck aufgebaut worden: „Es lief in etwa so ab: Die Anrufe gingen um 4.00 Uhr ein und bis 5.30 Uhr sollte man antworten“, zitiert die Zeitung den Chef eines internationalen Finanzkonzerns, der in großem Stil in China investiert ist.

Den nicht namentlich genannten Quellen zufolge geht es um eine Verdopplung der Obergrenze für Kapitalströme aus dem Ausland. Dem Bericht nach könnte China mit dieser Offensive die Absicht verfolgen, einem einsetzenden Exodus von Finanzkapital aus dem eigenen Land entgegen zu wirken. Reiche Chinesen würden ihr Geld zunehmend außerhalb der Landesgrenzen investieren. Bislang verfolgt die Volksrepublik ein Regime strenger Kapitalverkehrskontrollen. Nur ausgewählten Akteuren wie der Investmentbank Goldman Sachs, dem Investmentfonds der Eliteuniversität Yale, der Allianz oder der Deutschen Bank sind größere Finanztransaktionen erlaubt. (dpa-AFX)

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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