Unternehmensnachrichten
Santander legt weitere 2,7 Milliarden Euro für faule Kredite zurück
Die spanische Bank Banco Santander muss wegen der Krise des heimischen Immobilienmarktes noch tiefer in die Tasche greifen: Am Sonntag legte das Institut wegen der jüngsten Regierungsanordnung weitere 2,7 Milliarden Euro zurück. Erst Ende April hatte Santander anlässlich der Zahlenvorlage zum ersten Quartal die Vorsorge für mögliche Kreditausfälle um rund 51 Prozent auf mehr als 3 Milliarden Euro nach oben gefahren. Die Maßnahme ändere aber nichts an den Kapitalquoten oder der Dividendenpolitik für dieses Jahr, betonte das Institut am Sonntag. Das drittgrößte Institut Caixabank bildet eine zusätzliche Rückstellung über 2,1 Milliarden Euro. Die Bankengruppe BFA, die Konzernmutter der in der vergangenen Woche faktisch verstaatlichten viertgrößten Bankia, muss nach eigener Darstellung ihren Puffer um 4,8 Milliarden Euro aufstocken. Die Regierung will den Instituten notfalls Kredite bereitstellen, um die Anforderungen zu erfüllen. Um sich vor weiteren Ausfällen von Immobilienkrediten zu schützen, müssen die Institute zusätzliche 30 Milliarden Euro zurücklegen, hatte Wirtschaftsminister Luis de Guindos am Freitag in Madrid gesagt.
Außerdem gibt Spanien dem Druck der EU nach und holt externe Berater ins Land, um auszuloten, wie kritisch die Lage im Finanzsektor ist. Zwei Prüfungsgesellschaften sollen beauftragt werden und die Bücher der Kreditwirtschaft unter die Lupe nehmen. Die Banken müssen die Rückstellungen auf Immobilienkredite im Schnitt von 7 auf 30 Prozent anheben. Einer Studie der Citigroup zufolge sitzen die spanischen Geldhäuser auf Krediten von rund einer Billion Euro, die am maroden Immobiliensektor hängen. Wie viel davon faul und damit von Ausfall bedroht sind, kann kaum eingeschätzt werden. Das macht die Finanzmärkte nervös. Am Mittwochabend war der spanische Sparkassenriese Bankia verstaatlicht worden. Am Freitag wurde zudem die zweite Bankenreform in Spanien in diesem Jahr angekündigt. „Bad Banks“ sollen dem Euro-Sorgenkind helfen, seinen maroden Bankensektor zu sanieren. Diese Abwicklungsinstitute sollen Tausende von Wohnungen, die den Banken infolge von Kreditausfällen übertragen worden waren, übernehmen und auf den Markt bringen. Die spanische Regierung beschloss zudem, dass alle Geldhäuser des Landes dazu verpflichtet werden, solche Auffanggesellschaften zu gründen. (dpa-AFX, Reuters)
Preisrutsch drückt Gewinn von weltgrößtem Alu-Konzern Rusal
Die abgeschwächte Weltkonjunktur hat beim russischen Aluminium-Giganten UC Rusal zu einem Ergebniseinbruch geführt. Der weltweite Marktführer und Alcoa-Konkurrent meldete am Montag für das erste Quartal einen um 84 Prozent auf umgerechnet 74 Millionen Dollar geschrumpften Gewinn. Das Unternehmen bekam insbesondere die gefallenen Aluminiumpreise infolge einer Nachfrageabkühlung zu spüren.
Die unsicheren Aussichten der Weltwirtschaft dürften die Metallmärkte aus Sicht von Rusal auf absehbare Zeit belasten. Analysten gehen zudem davon aus, dass die Gewinne durch den im Vergleich zum Dollar starken Rubel und den hohen Ölpreis weiter unter Druck geraten werden. Als Folge der gestiegenen Nachfrage in den Vereinigten Staaten hatte Alcoa die Märkte im April mit einem Quartalsgewinn überrascht, nachdem die Amerikaner im ersten Vierteljahr 2011 rote Zahlen geschrieben hatten. An der Hongkonger Börse fiel der Kurs der Rusal-Aktie nach Bekanntgabe der Zahlen um 2,6 Prozent. (Reuters)
Amerikanische Ratingagentur Fitch wertet JP Morgan ab
Die Milliardenverluste der amerikanischen Großbank JP Morgan Chase durch Fehlspekulationen haben das Vertrauen der Finanzmärkte schwer erschüttert. Die amerikanische Ratingagentur Fitch senkte die Kreditwürdigkeit der größten amerikanischen Bank um eine Stufe von AA- auf A+. Das New Yorker Geldinstitut hatte am Donnerstag eingeräumt, mit komplexen Finanzprodukten in den vergangenen sechs Wochen zwei Milliarden Dollar (etwa 1,54 Milliarden Euro) verloren zu haben. Fitch begründete die Herabstufung, der Verlust sei zwar handhabbar, jedoch nicht die damit verbundenen Risiken, etwa für den Ruf und die Führung der Bank. Überdies senkte die Ratingagentur das langfristige Emittenten-Rating. Auch Standard & Poor’s reagierte und senkte den Ausblick für JP Morgan auf „negativ“. Mit dem Schritt deutete die Ratingagentur eine mögliche Herabstufung der Kreditwürdigkeit der Großbank an.
Die Nachricht vom Milliardenverlust hatte für Wirbel an der New Yorker Börse gesorgt. Der Kurswert der JP-Morgan-Aktien war schlagartig um rund 9 Prozent gefallen. Die Kurse der Citygroup und des Geldinstituts Goldman Sachs gaben um 4 Prozent nach. JP Morgans Vorstandsvorsitzender, Jamie Dimon, hatte zuvor eingeräumt, das Portfolio der Bank habe sich als „risikoreicher, verletzlicher und für eine wirtschaftliche Absicherung weniger effektiv“ erwiesen als zuvor angenommen. „Es gab viele Fehler, Schlampereien und schlechtes Urteilsvermögen“, sagte er. Allein im Segment Corporate und Private Equity sei mit Einbußen von 800 Millionen Dollar zu rechnen, teilte die Bank mit. In dem Geschäftsfeld hatte das Kreditinstitut ursprünglich auf einen Gewinn von 200 Millionen Dollar gehofft. (dapd)
Investitionen schmälern Gewinn von Gigaset
Der Telefonhersteller Gigaset hat wegen Investitionen in neue Wachstumsfelder im ersten Quartal weniger verdient. Auch der Umsatz lag mit 112 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert, wie die Gesellschaft aus München mitteilte. Am Ausblick für 2012 hält die Gigaset AG unverändert fest. Im Auftaktquartal sank das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um knapp 4 Millionen auf 10,7 Millionen Euro. Der Konzernüberschuss aus fortzuführendem Geschäft erhöhte sich um etwa 30 Prozent auf rund 3,9 Millionen Euro. Gigaset berichtete, weitere Vertriebspartner für ihre Produkte, unter anderem schnurlose Telefone, gefunden zu haben. Dazu zählt den Angaben zufolge ein „führender europäischer Hypermarkt-Händler“ für das südliche Europa. Zudem sei eine Vertriebsvereinbarung mit einem nordeuropäischen Operator unterzeichnet worden.
Zum Ausblick hieß es, im Geschäftsjahr 2012 werde der Umsatz voraussichtlich auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Das aus der früheren Beteiligungsgesellschaft Arques hervorgegangene Unternehmen bekräftigte die Prognose, dass der operative Gewinn wegen der Erschließung neuer Wachstumsfelder nicht das Niveau von 2011 erreichen wird. Die im Tec-Dax notierte Gigaset kündigte an, auf der Hauptversammlung am 12. Juni die Eckpunkte der künftigen Ausrichtung vorzustellen. Die konkrete Strategie bis 2015 soll zum Halbjahresbericht am 8. August vorgelegt werden. (Dow Jones)
Celesio schreibt im ersten Quartal rote Zahlen
Der Pharmahändler Celesio hat im Auftaktquartal 2012 aufgrund von Abschreibungen bei seiner Tochter Pharmexx rote Zahlen geschrieben. Der Verlust nach Minderheiten habe 5,4 Millionen Euro betragen, teilte das im M-Dax notierte Unternehmen am Montag in Stuttgart mit. Im Vorjahr hatte Celesio noch einen Gewinn in Höhe von 53,3 Millionen Euro ausgewiesen. Ohne Sondereffekte hätte das Unternehmen einen Gewinn in Höhe von 53 Millionen Euro erwirtschaftet.
Die Stuttgarter hatten bereits in der vergangenen Woche Eckdaten zum ersten Quartal vorgelegt und den Ausblick für das Gesamtjahr bestätigt. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich auf 139,9 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte Celesio ein bereinigtes Ebitda von 133,1 Millionen Euro ausgewiesen. Der Umsatz kletterte von 5,5 Milliarden auf 5,64 Milliarden Euro. 2012 soll das um Sondereffekte bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) mindestens den Vorjahreswert von 578,3 Millionen Euro erreichen. Das gleiche gilt für das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit). (dpa-AFX)
Aurubis bleibt auf Wachstumskurs
Der führende europäische Kupferkonzern Aurubis hat auch im zweiten Quartal das hohe Wachstumstempo zum Jahresstart gehalten und die Prognose für das Gesamtjahr konkretisiert. Im laufenden Geschäftsjahr 2011/2012 (Ende September) sei ein auf dem Vorjahresniveau liegendes Gesamtjahresergebnis zu erwarten, teilte der M-Dax-Konzern am Montag in Hamburg mit. Zuletzt hatte der seit 1. Januar amtierende neue Konzernchef Peter Willbrandt nur ein „sehr zufriedenstellendes“ Ergebnis in Aussicht gestellt.
Im ersten Halbjahr legte das operative Vorsteuerergebnis um 42 Prozent auf 173 Millionen Euro zu. Der Umsatz erhöhte sich im Berichtszeitraum trotz niedrigerer Kupferpreise um 5 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Der Gewinn sank unterdessen um 4 Prozent auf 247 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt etwas geringere Werte erwartet. (dpa-AFX)
Amerika und Asien bringen Norma Group voran
Angetrieben vom Wachstum in Amerika und Asien hat die Norma Group AG Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal gesteigert und ihre Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. In den ersten drei Monaten 2012 stieg der Umsatz um 6,3 Prozent auf 159,7 Millionen Euro, wie der Anbieter von Verbindungstechnik für Industrie-Anwendungen aus Maintal mitteilte. Das bereinigte betriebliche Ergebnis wuchs um 2,9 Prozent auf 29,2 Millionen Euro.
„Unsere Auftragsbücher sind gefüllt. Das ist eine stabile Basis für die Zukunft“, sagte Vorstandsvorsitzender Werner Deggim. Mit 227,7 Millionen Euro lag der Auftragsbestand um 4,2 Prozent über dem Vorquartalswert. Die im S-Dax notierte Norma rechnet in diesem Jahr weiterhin mit einem Anstieg des Umsatzes um 3 bis 6 Prozent. Die Ebita-Marge wird in Höhe der bereinigten Marge der beiden Vorjahre erwartet (2010: 17,4 Prozent, 2011: 17,7 Prozent). (Dow Jones)
Kabel Deutschland übernimmt Tele Columbus
Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland hat einem Zeitungsartikel zufolge das Rennen um seinen kleineren Konkurrenten Tele Columbus gewonnen. Der Marktführer kauft das hoch verschuldete Unternehmen. Die Deutsche Telekom, die sich ebenfalls für die Gesellschaft interessiert hatte, müsse zurückstecken, berichtet die Financial Times Deutschland (FTD) mit Verweis auf informierte Kreise. Um für die Übernahme eine Genehmigung vom Kartellamt zu erhalten, müsse Kabel Deutschland der Behörde entgegenkommen.
Aktuelle Angaben zum Preis erfuhr die FTD nicht. Vor Wochen war bekannt geworden, dass die Eigner von Tele Columbus rund 600 Millionen Euro forderten. Das entspricht in etwa dem Schuldenstand des Unternehmens, hieß es in dem Artikel weiter. Tele Columbus ist vor allem in den östlichen Bundesländern aktiv. In den bislang letzten veröffentlichten Zahlen für das Jahr 2010 weist der Anbieter bei einem Umsatz von knapp 220 Millionen Euro der FTD zufolge ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von fast 40 Millionen Euro aus. (Dow Jones)
Katastrophen-Akw-Betreiber Tepco macht erneut heftigen Verlust
Der Betreiber des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima, der Energiekonzern Tepco, schreibt weiter tiefrote Zahlen. Im Geschäftsjahr 2011/2012, das im März zu Ende ging, fuhr Tepco unter dem Strich einen Verlust von 781,6 Milliarden Yen (fast 7,5 Milliarden Euro) ein, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Der Konzern muss die Opfer der Atomkatastrophe entschädigen und verzeichnet weitere Verluste durch geringeren Stromabsatz. Für das am 1. April begonnene Geschäftsjahr 2012/2013 rechnet Tepco mit einem weiteren Verlust von umgerechnet rund einer Milliarde Euro.
Der Staat will das Unternehmen durch eine milliardenschwere Finanzspritze de facto verstaatlichen. Der Rettungsplan sieht im Gegenzug Einsparungen von 33 Milliarden Euro über zehn Jahre vor. Das Akw Fukushima war beim Erdbeben vom 11. März 2011 und dem anschließenden Tsunami beschädigt worden. Da in den folgenden Wochen große Mengen Radioaktivität freigesetzt wurden, mussten insgesamt 80.000 Menschen die Gegend um das Kraftwerk verlassen. Tepco hatte durch die Atomkatastrophe schon 2010/2011 einen massiven Verlust von umgerechnet rund elf Milliarden Euro eingefahren. (AFP)
Facebook könnte Aktienpreis hochschrauben
Die Gerüchteküche um den Facebook-Börsengang läuft immer heißer und sorgt für widersprüchliche Angaben. Erst berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg von einer schwächeren Nachfrage bei Großinvestoren. Jetzt hieß es beim amerikanischen Fernsehsender CNBC, der Börsengang sei so überzeichnet, dass Facebook sogar die Preisspanne anheben könnte. Und auch die Nachfrage der institutionellen Investoren wie Fonds und Anlagefirmen sei in Ordnung, behaupten die CNBC-Quellen. Facebook rechne damit, dass nur die üblichen 10 bis 20 Prozent der platzierten Aktien an Kleinanleger gehen würden. Bloomberg hatte berichtet, das Online-Netzwerk könnte die fehlende Nachfrage seitens der großen Investoren mit Hilfe privater Anleger ausgleichen. Bisher liegt die Preisspanne für den kommende Woche erwarteten Börsengang bei 28 bis 35 Dollar pro Aktie. Mit dem aktuell möglichen Höchstpreis würden die Einnahmen der Aktienplatzierung bei 11,8 Milliarden Dollar liegen und das gesamte Unternehmen mit 96 Milliarden Dollar (74 Milliarden Euro) bewertet werden.
Laut CNBC könnte Facebook am Dienstag die Preisspanne hochschrauben. Am Mittwoch sollen dann demnach die Orderbücher geschlossen werden, am Donnerstag würde der endgültige Preis feststehen. Das liegt im Rahmen des bisher erwarteten Zeitplans - mit dem eigentlichen Börsendebüt wird für kommenden Freitag gerechnet. Facebook hatte am Mittwoch in einer neuen Version des Börsenprospekts eine Schwäche seines bisherigen Geschäftsmodells eingeräumt: Die vielen Nutzer, die von Smartphones und Tablet-Computern auf das weltgrößte Online-Netzwerk zugreifen, bringen vergleichsweise wenig Umsatz. Dabei nutzen inzwischen 488 Millionen der insgesamt 901 Millionen Mitglieder Facebook von mobilen Geräten aus. Diese Warnung habe einige Investoren abgeschreckt, schrieb Bloomberg. Bei der laufenden Werbetour für den Börsengang weise Facebook Analysten auch darauf hin, dass ihre optimistischen Erwartungen zum Umsatzwachstum verfehlt werden könnten, hieß es. (dpa-AFX)
Praktiker kürzt Sanierungsprogramm
Der Baumarktkonzern Praktiker streicht seine Sanierungspläne deutlich zusammen und wechselt seinen Chef aus. Wesentlicher Baustein zur Finanzierung des Konzernumbaus sei nun ein 85 Millionen Euro schweres Darlehen eines Investors, teilte das angeschlagene Unternehmen am Sonntagabend mit. Es solle durch eine Kreditfazilität und eine Kapitalerhöhung ergänzt werden. Das Finanzierungsvolumen, das der zur Sanierung angetretene Vorstandschef Thomas Fox bisher mit 300 Millionen Euro veranschlagt hatte, werde damit „erheblich“ verringert. Praktiker hatte lange um Geldquellen für die Sanierung gerungen und deswegen zuletzt auch seine Hauptversammlung verschoben. Der Sanierungsauftrag von Fox und Vorstandsmitglied Josef Schultheis sei damit beendet, erklärte Praktiker.
Die Kapitalerhöhung soll den Angaben zufolge ausschließlich in dem von den Anteilseignern bereits auf Vorrat genehmigten Umfang erfolgen. Demnach könnte Praktiker bis zu 25 Millionen Aktien ausgeben und damit zum jüngsten Aktienkurs theoretisch rund 43 Millionen Euro erlösen, sofern der Kurs nicht weiter fällt. Die im Kleinwerteindex S-Dax notierten Titel, die seit Monaten auf Talfahrt sind und sich zuletzt nur wenig erholt hatten, waren am Freitag bei 1,73 Euro aus dem Handel gegangen. Mit dem geschrumpften Finanzierungsvolumen werde auch die Umbaustrategie geändert, sagte Praktiker. Im Wesentlichen ziele die neue Ausrichtung auf eine noch stärkere Profilierung der beiden Marken Praktiker und Max Bahr. Eine größere Anzahl Praktiker-Märkte solle auf die Marke Max Bahr umgestellt werden. Im vergangenen Jahr schrieb der Konzern bei 3,2 Milliarden Euro Umsatz mehr als eine halbe Milliarde Euro Verlust - den größten Fehlbetrag seit dem Börsengang 2005. Im ersten Quartal 2012 hatte ein Umsatzplus im Deutschlandgeschäft Hoffnungen auf eine Trendwende geweckt. (Reuters)
Wirtschaftsnachrichten
Chinesische Notenbank senkt erneut Mindestreserve
China reagiert auf die anhaltende Abschwächung seiner Wirtschaft mit einer abermaligen Absenkung des Mindestreservesatzes für Geschäftsbanken. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Wochenende berichtete, senkt die Zentralbank ab dem 18. Mai den Satz, den die Banken zur Absicherung ihrer Kredite bereithalten müssen, um 0,5 Prozent. Damit fällt der Währungsreservesatz für Großbanken auf 20 Prozent und für mittlere sowie kleinere Geschäftsbanken auf 16,5 Prozent.
Es ist die dritte Absenkung des Mindestreservesatzes innerhalb von sechs Monaten. Die Maßnahme soll der Abkühlung der chinesischen Wirtschaft entgegenwirken. Sie setzt nach einer Schätzung von Xinhua rund 400 Milliarden Yuan (48,8 Milliarden Euro) für den Kapitalmarkt frei. Zuletzt hatte die Schuldenkrise in Europa und die schwächere Konjunktur das chinesische Außenhandelswachstum im April mit 2,7 Prozent unerwartet stark verlangsamt. (dpa-AFX)
Deutscher Großhandel hebt Preise im April merklich an
Die deutschen Großhändler haben im April ihre Preise merklich erhöht. Das Preisniveau stieg im Vergleich zum Vormonat um 0,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtete. Auf Jahressicht zogen die Preise um 2,4 Prozent an. Im März waren die Großhandelspreise um 0,9 Prozent auf Monats- und um 2,2 Prozent auf Jahressicht erhöht worden. Einen wesentlichen Anteil an der Preisveränderung zum Vorjahr im April hatten die um 6,4 Prozent höheren Preise im Großhandel mit festen Brennstoffen und Mineralölerzeugnissen.
Ebenfalls deutliche Preisanstiege gab es im Großhandel mit Fleisch und Fleischwaren (plus 7,2 Prozent). Dem standen insbesondere Preisrückgänge bei Erzen, Metallen und deren Halbzeug (minus 5,6 Prozent) und bei Kaffee, Tee, Kakao und Gewürzen (minus 11,7 Prozent) gegenüber. Auch Obst, Gemüse und Kartoffeln wurden auf Großhandelsebene im Jahresvergleich billiger (minus 5,4 Prozent). (Dow Jones)
China, Japan und Südkorea vereinbaren Freihandelsgespräche
Bei ihrem fünften trilateralen Gipfeltreffen in Peking haben China, Japan und Südkorea vereinbart, noch in diesem Jahr Gespräche über ein gemeinsames Freihandelsabkommen zu beginnen. Wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag berichtete, nannte der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao nach einem Treffen mit dem japanischen Premierminister Yoshihiko Noda und Südkoreas Präsident Lee Myung-bak das Vorhaben eine „wichtige strategische Entscheidung“. Wen drängte darauf, gemeinsame Anstrengungen für eine frühe Einführung des Freihandelsabkommens zu unternehmen.
Die Wirtschaftsvereinbarung würde in Ostasien einen Markt von rund 1,5 Milliarden Menschen zusammenführen. Der Handel zwischen den drei Nationen hat sich nach Angaben von Xinhua seit 1999 auf 534 Milliarden Euro vervierfacht. Am Sonntag unterschrieben die drei Staatschefs erstmals ein Wirtschaftsabkommen, das trilaterale Investitionen fördert und schützt. Nach Angaben des chinesischen Handelsministeriums dient der Vertrag als Grundlage für ein künftiges Freihandelsabkommen. Nach Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap vereinbarten die drei Länder zudem eine stärkere Zusammenarbeit, um Nordkorea davon abzuhalten, die Spannungen weiter eskalieren zu lassen. (dpa-AFX)
Hoher Ölpreis bedroht Weltkonjunktur
Die anhaltend hohen Preise für Erdöl und Benzin bedrohen nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) die Weltwirtschaft. Sie „könnten die Erholung der Konjunktur strangulieren und die Weltwirtschaft zurück in die Rezession treiben“, warnte IEA-Chefökonom Fatih Birol in einem am Sonntag vorab veröffentlichten Interview mit dem Wirtschaftsmagazin „Capital“.
Die IEA, ein Zusammenschluss der großen Erdöl-Verbraucherstaaten, entscheidet im Krisenfall über die koordinierte Freigabe der strategischen Öl- und Benzinvorräte des Westens. Birol lehnt es entschieden ab, diese Vorräte anzuzapfen: „Die Ölreserven sollten genutzt werden, wenn es einen echten physischen Angebotsengpass gibt“, sagte er, und der liege nicht vor. „Europas Politiker sollten sich lieber Gedanken machen, wie wir unsere Abhängigkeit vom Öl verringern“, forderte der türkische Ökonom. Ohne wirtschaftliche Alternativen sei Europa „dazu verdammt, Öl zu jedem Preis zu kaufen“. (dapd)
