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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Medienschau S&P stuft Spaniens Kreditwürdigkeit herab - BASF-Zahlen schlagen Prognosen

 ·  Angesichts der schlechten Haushaltslage hat S&P die Kreditwürdigkeit Spaniens weiter gesenkt. Bundeskanzlerin Merkel hat den Fiskalpakt als nicht verhandelbar bezeichnet. Auf Unternehmensebene hat BASF zwar einen Gewinnrückgang verbucht, aber ebenso wie Daimler die Prognosen übertroffen. Die Deutsche Lufthansa soll einem Bericht zufolge eine Billig-Fluglinie planen. Die Deutsche Börse konnte trotz geringerer Handelsaktivitäten die Einnahmen nahezu stabil halten. Der weltgrößte Onlinehändler Amazon hat die Erwartungen übertroffen. Und Samsung Electronics hat einen neuen Rekordgewinn bekannt gegeben.

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Unternehmensnachrichten

BASF mit Gewinnrückgang im Auftaktquartal - über Analystenprognosen

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat im Auftaktquartal 2012 aufgrund höherer Rohstoffkosten weniger verdient als noch vor einem Jahr. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuer (EBIT) und Sondereffekten ist um 7,3 Prozent auf 2,532 Milliarden Euro zurückgegangen, teilte BASF am Freitag in Mannheim mit. Damit übertraf das im Dax notierte Unternehmen dennoch die Schätzungen der Analysten, die im Schnitt von einem bereinigten EBIT in Höhe von 2,532 Milliarden Euro ausgegangen waren. Im Vorjahr hatte die Gesellschaft 2,732 Milliarden Euro ausgewiesen.

Unter dem Strich blieben nach 2,411 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum 1,724 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte BASF hier einen hohen Sondergewinn verbucht. Der Umsatz kletterte von Januar bis März um 6,3 Prozent auf 20,590 Milliarden Euro. Zum Zuwachs trug vor allem die Öl- und Gassparte bei. Für das laufende Jahr peilt BASF weiterhin neue Spitzenwerte beim operativen Ergebnis und Umsatz an. (dpa-AFX)

Zurückhaltung an Finanzmärkten setzt Deutscher Börse zu

Der verhaltene Handel an den Finanzmärkten hinterlässt deutliche Spuren in der Bilanz der Deutschen Börse. Der Betriebsgewinn (Ebit) fiel im ersten Quartal um 19 Prozent auf 260 Millionen Euro, wie Deutschlands größter Börsenbetreiber am Donnerstagabend mitteilte. Damit schnitt der Konzern etwas schlechter ab als von Analysten erwartet. Der Rückgang sei vor allem auf geringere Handelsvolumina im Aktien- und Derivategeschäft im Vergleich zu Anfang 2011 zurückzuführen, erklärte das Unternehmen. Damals gab es unter anderem wegen des Erdbebens in Japan extreme Schwankungen an den Märkten und viele Investoren schichteten ihre Portfolios um.

Die Umsatzerlöse der Börse blieben mit 552 (2011: 559) Millionen Euro dagegen nahezu stabil und lagen leicht über den Erwartungen der Analysten. Der Konzern profitierte dabei vor allem von der Übernahme der verbliebenen Beteiligung des Schweizer Konkurrenten Six an der Derivate-Börse Eurex. Dadurch können die Frankfurter die Eurex-Umsatzerlöse seit Jahresbeginn zu 100 Prozent statt zu 85 Prozent für sich verbuchen. Für das Gesamtjahr bekräftigte der Konzern seine Prognose und geht weiter von einem Ebit von 1,2 bis 1,35 (1,15) Milliarden Euro aus. „Die Zahlen sind sicher nicht toll - aber auch nicht schwächer als erwartet“, sagte Analyst Christian Muschick von Silvia Quandt Research. Wie sich das Geschäft in den kommenden Monate entwickele, hänge vor allem von der Entwicklung der Staatsschuldenkrise und der Finanzmärkte ab - und diese könne derzeit niemand seriös voraussagen.

Im ersten Quartal musste die Börse noch Nachwehen der geplatzten Fusion mit der New Yorker Nyse verarbeiten. Der Aufwand für die Vorbereitung des Zusammenschlusses, der Anfang Februar am Veto der EU-Wettbewerbshüter gescheitert war, schlug im ersten Quartal mit 16,6 Millionen Euro zu Buche - insgesamt hat die gescheiterte Börsen-Hochzeit das Unternehmen damit rund 100 Millionen Euro gekostet. Zudem drückten im ersten Quartal einmalige Kosten im Rahmen der Übernahme der Eurex-Beteiligung von Six auf die Bilanz.

Da diese zwei Sondereffekte in den nächsten Quartalen nicht mehr anfallen werden, sieht Analyst Muschick in den kommenden Quartalen gute Chancen für höhere Gewinn-Margen. „Zumindest auf der Kostenseite sieht es für die Deutsche Börse in den kommenden Quartalen besser aus.“ Im ersten Quartal blieb dem Unternehmen aus Eschborn bei Frankfurt unter dem Strich nur ein Überschuss von 146 Millionen Euro nach 214 Millionen Euro vor Jahresfrist.

Börsen-Chef Reto Francioni setzt nach der geplatzten Fusion notgedrungen wieder auf Wachstum aus eigener Kraft. Unter anderem will er das Geschäft mit Marktdaten ausbauen und bei der Abwicklung von Derivaten mitmischen, die derzeit außerbörslich (OTC) gehandelt werden. Die EU möchte einen Teil dieser Papiere ab 2013 auf regulierte Handelsplätze verlagern, um die Stabilität und Transparenz des Finanzsystems zu erhöhen. (Reuters)

Daimler mit Gewinnzuwachs gestartet - Prognose bestätigt

Der Autokonzern Daimler ist mit einem Gewinnzuwachs ins Jahr gestartet. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf 2,13 Milliarden Euro zu, wie das Unternehmen am Freitag in Stuttgart mitteilte. Damit übertraf es die Erwartungen von Analysten, die mit einem kleinen Gewinnrückgang gerechnet hatten. Der Umsatz kletterte um 9 Prozent auf gut 27 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieben mit 1,42 Milliarden Euro sogar 20 Prozent mehr übrig. Dabei profitierte Daimler von günstigeren Wechselkursen sowie der Beteiligung am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. Dagegen gingen die operativen Ergebnisse in den Fahrzeugsegmenten angesichts hoher Investitionen und Kosten für den Anlauf neuer Modelle zurück.

Der Konzern bestätigte seine Prognose für das Gesamtjahr. So sollen Absatz und Umsatz in diesem Jahr neue Rekorde erreichen, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern aus dem laufenden Geschäft soll aber wegen hoher Investitionen bei rund 9 Milliarden Euro stagnieren. (dpa-AFX)

Conti steigert Umsatz und Betriebsgewinn zu Jahresbeginn

Der Autozulieferer Continental hat Umsatz und Betriebsgewinn zu Jahresbeginn kräftig gesteigert. Der Erlös sei von Januar bis März zweistellig auf 8,3 Milliarden Euro gewachsen, teilte der Vorstand am Freitag anlässlich der Hauptversammlung Hannover mit. Der Betriebsgewinn habe mit 766 Millionen ebenfalls deutlich über dem des Vorjahreszeitraums gelegen. Bereinigt um Sondereffekte und Abschreibungen auf übernommene Gesellschaften kletterte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um knapp ein Fünftel auf 875 Millionen Euro, die Rendite (Ebit-Marge) lag bei 10,6 Prozent.

„Der gelungene Start ins neue Jahr stimmt uns zuversichtlich, dass wir unsere gesetzten Ziele für dieses Jahr sicher erreichen werden“, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart. Demnach will der von dem fränkischen Zulieferer Schaeffler kontrollierte Konzern den Umsatz im Gesamtjahr um mehr als fünf Prozent auf mehr als 32 Milliarden Euro steigern und die hohe Profitabilität beim bereinigten Betriebsgewinn aus dem Vorjahr halten. Im abgelaufenen Jahr hatte Conti den Umsatz um 17 Prozent auf 30,5 Milliarden Euro hochgeschraubt. Die Ebit-Marge lag bei 10,1 Prozent. Den Aktionären sollen für 2011 nach drei Jahren Pause 1,50 Euro Dividende je Anteilschein zufließen. (Reuters)

Schwaches-Rüstungsgeschäft drückt Rheinmetall-Gewinn stärker als erwartet

Ein schwaches Ergebnis im Rüstungsgeschäft hat Rheinmetall den Jahresauftakt verdorben. Der operative Gewinn brach stärker ein als von Experten erwartet. Im Rüstungsbereich schrieb der Konzern vor Zinsen und Steuern gerade noch schwarze Zahlen. Diesen Einbruch konnte auch ein neuer Bestwert im Automobilbereich nicht ausgleichen. Konzernweit sank der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) im ersten Quartal um 42 Prozent auf 45 Millionen Euro, wie das im MDax notierte Unternehmen am Freitag in Düsseldorf mitteilte. Von dpa-AFX befragte Experten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 63 Millionen Euro gerechnet.

Beim Umsatz erfüllte der Automobilzulieferer und Waffenhersteller dagegen die Erwartungen. Der Erlös legte um acht Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zu. 2012 rechnet das Unternehmen weiter mit einem Umsatzplus von rund zehn Prozent auf 4,9 Milliarden Euro. Beim EBIT rechnet der Konzern weiter mit einer Stagnation auf dem 2011 erreichten Rekordniveau von 354 Millionen Euro. (dpa-AFX)

Blatt - Lufthansa plant Billig-Airline „Direct 4 you“

Die Lufthansa plant einer Zeitung zufolge die Gründung einer neuen Billig-Fluggesellschaft mit dem Namen „Direct 4 you“. Wie „Bild“ (Freitagausgabe) vorab ohne Nennung von Quellen berichtete, liegt ein entsprechendes Konzept dem Vorstand zur Prüfung vor. Demnach sollen bis 2015 bis zu 90 Flugzeuge sowie sämtliche Mitarbeiter in die neue Gesellschaft integriert werden. „Direct 4 you“ solle viele innereuropäische Verbindungen von der Lufthansa übernehmen. Im gleichen Zuge würden Germanwings und Eurowings zusammengeführt und die Marken aufgelöst, berichtete die Zeitung weiter.

„Bild“ hatte am Vortag berichtet, im Rahmen eines 1,5 Milliarden Euro schweren Sparprogramms sollten weltweit 3000 der 6000 Arbeitsplätze in den Verwaltungsbereichen Finanzen, Personal und Buchungen abgebaut werden. Die Lufthansa bestätigte die genannten Details nicht. Zudem dementierte sie einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“, wonach die Marke Germanwings bald verschwinden werde.

Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass die Kranich-Airline angesichts des harten Wettbewerbs mit Rivalen wie Emirates oder Ryanair knapp eine Milliarde Euro mehr Gewinn aus ihrem Passagiergeschäft holen will. Konzernweit sollen es bis 2014 mindestens 1,5 Milliarden Euro werden. Die Flotte soll nicht mehr wachsen, Strecken gestrichen oder von der Billigtochter Germanwings betrieben werden. Auch hier seien Kündigungen nicht auszuschließen, betonte die Airline. Bei Lufthansa selbst arbeiten rund 40.000 Menschen, im gesamten Konzern einschließlich der Tochterfluggesellschaften und den Technikbereichen sind es 120.000 Mitarbeiter. (Reuters)

Software AG erneut mit Gewinn- und Umsatzrückgang

Die Software AG hat zu Jahresbeginn erneut Rückgänge bei Umsatz und Gewinn verbucht. Der Umsatz sank im ersten Quartal um sieben Prozent auf 254,6 Millionen Euro, wie der zweitgrößte deutsche Softwarekonzern nach SAP am Freitag mitteilte. Operativ verdiente die Software AG 54,8 Millionen Euro und damit neun Prozent weniger als vor Jahresfrist. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Umsatz von 259 Millionen und einem Gewinn vor Zinsen und Steuern von 54,6 Millionen gerechnet. Im traditionellen Kerngeschäft mit Software zum Datenmanagement (ETS), in dem die Firma unter anderem mit dem weltgrößten IT-Dienstleister IBM konkurriert, sank der Umsatz um zwei Prozent auf 94,4 Millionen Euro. Im Wachstumsgeschäft mit Produkten und Lösungen für das Management und die Optimierung von Geschäftsprozessen (BPE) lagen die Erlöse mit 124,3 Millionen Euro in etwa auf Vorjahresniveau.

Konzernchef Karl-Heinz Streibich hatte bereits im Januar angekündigt, dass der Umsatz im ersten Quartal voraussichtlich unter dem außergewöhnlich guten Vorjahreswert liegen werde. Schon im Schlussquartal 2011 hatte das im Technologieindex TecDax gelistete Unternehmen operativ 17 Prozent weniger als vor Jahresfrist verdient, der Umsatz sank währungsbereinigt um neun Prozent. Vor allem das Nordamerika-Geschäft blieb hinter den Erwartungen zurück, dort verbuchte die Software AG sogar im Wachstumsgeschäft BPE einen Rückgang der Lizenzumsätze. Vorstandschef Streibich hat daher angekündigt, die Wettbewerbsposition der Software AG auf dem Heimatmarkt der größten Rivalen wieder stärken zu wollen.

„Wir haben erheblich in die Bereiche Forschung & Entwicklung, Vertrieb und Marketing investiert, um damit die Grundlage für ein beschleunigtes Wachstum unseres BPE-Geschäftsbereichs im zweiten Halbjahr zu legen“, sagte Finanzvorstand Arnd Zinnhardt nun. Für das Gesamtjahr bestätigte die Software AG nun die Prognose, wonach ein währungsbereinigter Umsatz in einer Spanne von minus drei bis plus drei Prozent erwartet wird. Die operative Marge soll 23 bis 24,5 Prozent erreichen. (Reuters)

Blatt - Versandhändler Neckermann plant Massenentlassungen

Der Versandhändler Neckermann plant einer Zeitung zufolge Massenentlassungen. Wie „Bild“ (Freitagausgabe) ohne Angabe von Quellen vorab berichtete, will das Unternehmen im Laufe des Tages die 2500 Mitarbeiter über die Pläne unterrichten. Neckermann habe eine Stellungnahme abgelehnt, berichtete das Blatt weiter. (Reuters)

Amazon übertrifft Erwartungen bei Umsatz und Gewinn

Die Geschäfte des weltgrößten Onlinehändlers Amazon.com haben im ersten Quartal deutlich angezogen und die Erwartungen von Experten übertroffen. Der Umsatz kletterte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 34 Prozent auf 13,18 Milliarden Dollar, wie der Konzern am Donnerstagabend nach Börsenschluss mitteilte. Der Nettogewinn ging auf 130 Millionen Dollar oder 28 Cent pro Aktie von zuvor 201 Millionen Dollar oder 44 Cent zurück, lag aber über den Prognosen der Analysten. Beobachter hatten im Durchschnitt mit einem Umsatz von 12,9 Milliarden Dollar und einem Ergebnis pro Aktie von sieben Cent gerechnet. Im nachbörslichen Handel legte die Amazon-Aktie neun Prozent zu. (Reuters)

Samsung mit Rekordgewinn - Jetzt weltgrößter Handyhersteller

Samsung Electronics hat einen Rekordgewinn erwirtschaftet und dürfte nun auch der weltgrößte Handy-Hersteller sein. Der südkoreanische Elektronik-Riese gab am Freitag für das erste Quartal einen operativen Gewinn von 5,85 Billionen Won (etwa 5,15 Milliarden Dollar) bekannt, fast eine Verdoppelung zum Vorjahreszeitraum. Etwa 73 Prozent davon entfielen auf die Mobilfunk-Sparte, deren Gewinn sich fast verdreifachte. Samsung-Aktien lagen im Verlauf 2,9 Prozent im Plus.

Die Koreaner machten keine genauen Angaben zu der Zahl der ausgelieferten Handys. Experten von Strategy Analytics gingen von 93,5 Millionen verkauften Geräten in den drei Monaten bis März aus, ein Marktanteil von 25,4 Prozent. Damit hätte Samsung die 14-jährige Herrschaft von Nokia beendet: Die Finnen verkauften 82,7 Millionen Geräte, ein Anteil von 22,5 Prozent. Apple kam demnach auf 9,5 Prozent. Samsung und Apple beherrschen den Smartphone-Markt mit einem Anteil von zusammen etwa 90 Prozent. Hier will Samsung in diesem Quartal - und damit noch vor dem neuen iPhone von Apple - mit einem neuen Galaxy-Modell punkten. (Reuters)

Sanofi steigert Gewinn: Tochter Genzyme und Diabetesmittel sorgen für Umsatzplus

Der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis hat im ersten Quartal dank der Nachfrage nach Diabetesmitteln und dem Zukauf der Biotech-Tochter Genzyme mehr verdient als im Vorjahr. Der Gewinn stieg auch wegen geringerer Restrukturierungskosten um 50 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro, wie Sanofi am Freitag in Paris mitteilte. Getragen von einem zweistelligen Umsatzplus des in Frankfurt Hoechst hergestellten Diabtesmittel Lantus und der Entwicklung in den Schwellenländern erhöhte sich der Umsatz um 9,4 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro.

Sanofi-Chef Christopher Viehbacher bestätigte den Ausblick für 2012. Der Konzern stellt sich wegen der zunehmenden Konkurrenz für wichtige Medikamente auf einen Gewinnrückgang ein. Der Überschuss je Aktie vor Sonderposten werde im laufenden Geschäftsjahr 12 bis 15 Prozent hinter dem Vorjahr zurückbleiben. Im Vorjahr konnte die starke Nachfrage aus den Schwellenländern, die gestiegenen Verkäufe beim Diabetesmittel Lantus und die Integration des US-Biotech-Konzerns Genzyme die Einbußen durch billigere Nachahmerpillen teilweise kompensieren. (dpa-AFX)

Kreise - Boeing steht kurz vor Milliardenorder aus China

Boeing winkt offenbar ein Milliardenauftrag aus China. Die Fluggesellschaft China Eastern Airlines steht Kreisen zufolge kurz vor der Bestellung von bis zu 20 Flugzeugen vom Typ 777 im Wert von sechs Milliarden Dollar, wie mehrere mit dem Vorhaben Vertraute am Donnerstag sagten. Zudem rücke China Eastern von der Order von 15 Airbus -Maschinen im Wert von drei Milliarden Dollar ab. Der Deal wurde im vergangenen Oktober bekanntgegeben. Boeing, Airbus und China Eastern wollten sich auf Anfrage nicht äußern. In diesem Jahr legten chinesische Fluggesellschaften bereits mehrere milliardenschwere Bestellungen bei Airbus auf Eis. Hintergrund ist der erbitterte Streit um die Einführung einer Klimaschutz-Abgabe in der EU.

Neben China sind auch Amerika, Indien und Russland gegen die Beteiligung ihrer Fluggesellschaften am Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten, die seit Januar erworben werden müssen. Die Airlines, die dies nicht tun, müssen ab April 2013 mit Strafzahlungen oder sogar einem Entzug der Start- und Lande-Erlaubnis in der EU rechnen. China hat den Fluggesellschaften des Landes verboten, sich an dem Emissionshandel in Europa zu beteiligen. (Reuters)

Starbucks breitet sich unaufhaltsam aus - Europa macht Probleme

Die amerikanische Kaffeehauskette Starbucks legt weiterhin kräftig zu. Im zweiten Geschäftsquartal stieg der Umsatz auch dank vieler neuer Läden um 15 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar (2,4 Mrd Euro). Alleine von Januar bis März kamen 176 Filialen hinzu, darunter der erste Ableger in Norwegen. Das rechnete sich letztlich: Der Gewinn stieg um 19 Prozent auf unterm Strich 310 Millionen Dollar.

Angesichts des guten Laufs kündigte Finanzchef Troy Alstead am Donnerstag an, mehr neue Filialen als geplant eröffnen zu wollen. Statt 800 sollen es nun 1000 in diesem Jahr werden. „Ich könnte nicht begeisterter oder optimistischer sein über die Zukunft unseres Unternehmens“, erklärte Firmenchef Howard Schultz.

In der Region Europa, Naher Osten, Russland und Afrika verlor Starbucks operativ allerdings annähernd 6 Millionen Dollar. Das amerikanische Unternehmen begründete das schlechte Abschneiden mit der Wirtschaftskrise und hohen Investitionen. Dennoch hält Starbucks an seinem Plan fest, auch hier 100 neue Läden zu eröffnen. Der Konzern hofft, dass die Region aufs Gesamtjahr gesehen Gewinn abwirft. Der Aktienkurs fiel nachbörslich um 5 Prozent. (dpa)

Intel-TSMC-Duell hilft Chipausrüster KLA Tencor

Der amerikanische Chipausrüster KLA Tencor hat dank des Duells zwischen Intel und TSMC bei mobilen Geräten ein Umsatz im laufenden Quartal über Analystenerwartungen vorhergesagt. Er dürfte zwischen 840 und 900 Millionen Dollar liegen, teilte der Konzern am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit. Experten gehen von 848 Millionen Dollar aus. Für das abgelaufene dritte Quartal gab KLA einen Nettogewinn von 205 Millionen Dollar nach 210 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum an. Der Umsatz lag bei 841 Millionen Dollar nach 834 Millionen Dollar. Hier waren 802 Millionen Dollar erwartet worden. Die Aktien des US-Unternehmens fielen im nachbörslichen Handel um 0,4 Prozent. (Reuters)

Umsatz von Unibail-Rodamco legt nur leicht zu

Der auf Einkaufszentren spezialisierte französische Immobilienkonzern Unibail-Rodamco ist im ersten Quartal 2012 nur marginal gewachsen. Der Umsatz sei in den drei Monaten Januar bis März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,7 Prozent auf 431 Millionen Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluss in Paris mit. Der Umsatz mit Einkaufszentren sei von 273,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 279,3 Millionen Euro geklettert. Dagegen hätten sich die Erlöse aus Büroimmobilien von 54,2 Millionen auf 44,9 Millionen Euro verringert. (dpa-AFX)

Gewinnwarnung bei Foxconn International - Aktie bricht ein

Der weltgrößte Auftragshersteller von Handys, Foxconn International Holdings, hat mit einer Gewinnwarnung seine Aktie in die Tiefe geschickt. Angesichts einer geringeren Nachfrage bei wichtigen Kunden werde der Verlust in der ersten Jahreshälfte deutlich größer ausfallen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Seine Aktien sackten im Verlauf um bis zu 13,1 Prozent ab. Foxconn International fertigt Mobiltelefone für Unternehmen wie Motorola Mobility Holdings, Sony und Nokia. Der taiwanische Mutterkonzern, die Foxconn Technology Group, baut iPads und iPhones für Apple. (Reuters)

S&P senkt Fiats Bonität auf „BB-“ von „BB“

Standard & Poor’s hat die Bonität des italienischen Autoherstellers Fiat wegen einem schwierigen Geschäft in Europa erneut gesenkt. Mit der Abstufung auf „BB-“ von „BB“ rangiert das Rating nun 3 Stufen unter Investment-Grade. Der Ausblick ist stabil. Dabei hatte Fiat am Donnerstag noch einen deutlichen Gewinnanstieg vermeldet. Der Grund waren starke Absätze außerhalb Europas. In Nordamerika profitierte Fiat von der Tochter Chrysler, die auf ihrem Heimatmarkt glänzende Absätze vorweisen konnte. Der angestammte europäische Markt präsentierte sich dagegen schwach.

Darauf stellte die Ratingagentur S&P bei ihrer Bonitätseinschätzung in erster Linie ab und erwartet Auswirkungen auf Profitabilität und Cashflow. Fiat werde auch in den kommenden Jahren unter den Überkapazitäten in Europa leiden, prognostiziert die Agentur. Die nachlassende Nachfrage werde vor allem Massenhersteller wie Fiat treffen, hieß es weiter. (Dow Jones)

Total trotz hoher Ölpreise mit Gewinnrückgang

Der französische Mineralölkonzern Total hat im ersten Quartal trotz des hohen Ölpreises einen leichten Gewinnrückgang verzeichnet. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Prozent auf 3,07 Milliarden Euro zurück, wie das Unternehmen am Freitag in Paris mitteilte. Damit übertraf der mit einem Gasleck in der Nordsee kämpfende Konzern allerdings die Markterwartungen leicht. Der hohe Ölpreis sei zwar günstig für die Förderaktivitäten gewesen, aber gleichzeitig schwierig für das Raffinerie- und Chemiegeschäft, hieß es. Der Konzern sei mit der Gewinn-Entwicklung zufrieden. Seinen Umsatz steigerte Total im Berichtszeitraum um elf Prozent auf 51,2 Milliarden Euro. Als Dividende für das erste Quartal zahlt das Unternehmen 0,57 Euro je Aktie aus. (dpa-AFX)

Honda zu Jahresbeginn mit kräftigem Gewinnplus

Honda hat zu Jahresbeginn einen deutlichen Gewinnschub verzeichnet. Der Überschuss stieg im vierten Geschäftsquartal um 60,7 Prozent auf knapp 71,6 Milliarden Yen (667 Millionen Euro), wie der drittgrößte japanische Autobauer am Freitag mitteilte. Nach dem Erdbeben und der Atomkatastrophe habe sich die Produktion wieder erholt. Im Finanzjahr 2011/12 lag der Gewinn bei fast zwei Milliarden Euro. Fürs laufende Geschäftsjahr ist der Toyota -Konkurrent zuversichtlich und rechnet mit einem Gewinnzuwachs auf knapp 4,4 Milliarden Euro. (Reuters)

Strabag stellt Ergebnisprogose für 2012 in Frage

Der Baukonzern Strabag stellt wegen schwindender öffentlicher Bauaufträge durch die Schuldenkrise in Europa seine erst im Februar gekürzte Ergebnisprognose in Frage. Das Ziel eines operativen Ergebnisses (Ebit) von mehr als 300 Millionen Euro für 2012 sei angesichts des widrigen Umfelds für den Verkehrswegebau „mehr als ambitioniert“, teilte Strabag am Freitag mit. Im vergangenen Jahr stieg die Kennzahl dank der anhaltend robusten Nachfrage im Hochbau im wichtigsten Markt Deutschland zwar um zwölf Prozent auf 334,8 Millionen Euro. Damit verfehlte der Konzern dennoch seine eigene Prognose von 340 Millionen Euro.

„Die Schuldenkrise in Europa, die volatilen Finanzmärkte und rückläufige Investitionen der öffentlichen Hand bei gleichzeitig noch hoher Nachfrage nach Hochbauten von seiten privater bzw. gewerblicher Kunden kennzeichnen unser Umfeld“, sagte Firmenchef Hans Peter Haselsteiner. Er ist selbst mit 29,5 Prozent an Strabag beteiligt und damit größter Aktionär. Haselsteiner und die übrigen Anteilseigner sollen trotz der mauen Aussichten eine um fünf Cent höhere Dividende von 60 Cent je Aktie erhalten. Neben dem Rückgang bei öffentlichen Bauaufträgen erwartet Strabag nach der Fußball-Europameisterschaft in Polen dort ebenfalls eine schwächere Nachfrage. Der Bauboom in dem osteuropäischen Land hatte in den vergangenen Jahren die Ergebnisse des Konzerns beflügelt. Die polnische Regierung hatte aber bereits zum Ende vergangenen Jahres ihr gesamtes bis 2013 für den Bau neuer Straßen vorgesehenes Budget verplant.

Die Zurückhaltung vieler Kunden hat sich bei Strabag im vergangenen Jahr bereits in einem sinkenden Auftragsbestand angedeutet: Er sackte zum Jahresende im Vergleich zu Ende 2010 um neun Prozent auf 13,4 Milliarden Euro ab. Auch der Konkurrenz geht es nicht viel besser. Der Essener Baukonzern Hochtief hatte Ende März wegen der anhaltenden Probleme bei der australischen Tochter Leighton seine Prognose gekappt. Der französische Baukonzern Vinci hat für das laufende Jahr wegen der unsicheren Wirtschaftsentwicklung in Euorpa vor einem Autragsrückgang in einigen Märkten und Regionen gewarnt. Strabag ist in Deutschland, Österreich, Polen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn tätig und sieht sich in diesen Länder als größter Branchenspieler. Allein auf Deutschland und Österreich entfallen 53 Prozent der Konzernleistung. 30 Prozent des Geschäfts macht Strabag in Osteuropa. (Reuters)

Versicherung Uniqa will sich halbe Milliarde von der Börse holen

Die Versicherungsgruppe Uniqa plant bereits im laufenden Jahr eine Kapitalerhöhung über eine halbe Milliarde Euro. Grund dafür sei das geplante Wachstum in Zentral- und Osteuropa, für das die zur Raiffeisen-Gruppe gehörende Versicherung Geld brauche, teilte Uniqa am Freitag mit. Eigentlich war der Schritt für 2013 geplant. Wegen der volatilen Finanzmärkte sei jedoch nicht absehbar, ob das Umfeld dann eine derartige Kapitalspritze zulasse. Die Versicherung hat im vergangenen Jahr wegen hoher Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen und der Kosten für den Konzernumbau einen Vorsteuerverlust von 326 Millionen Euro verbucht. (Reuters)

Nachfragerückgang in China belastet Nippon Steel -Gewinneinbruch

Der japanische Stahlkonzern Nippon Steel spürt die schwächere Nachfrage aus China. Der Gewinn vor Steuern und Sonderkosten brach im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011/12 um knapp 37 Prozent auf 143 Milliarden Yen (1,3 Milliarden Euro) ein, wie die weltweite Nummer vier am Freitag mitteilte. Die Talfahrt fiel allerdings geringer aus als von Analysten erwartet. Dazu trugen der jüngste Rückgang des Yen sowie die Erholung in der japanischen Autoindustrie bei. Nippon Steel erzielt rund die Hälfte seines Umsatzes im Ausland und liefert Stahl für die Bau-, die Werft- und die Autoindustrie.

Analysten gehen davon aus, dass der erwartete Rückgang bei den Rohstoffkosten dem Stahlkocher im laufenden Quartal zugutekommt. Es sei aber noch eine schwächere Erzeugung zu erwarten: von 7,5 bis 7,6 Millionen Tonnen nach 7,75 Millionen Tonnen im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Erholung werde in den Monaten Juli bis September eintreten, teilte der Konzern weiter mit. Nippons Steels kleinerer Rivale JFE Holdings hatte in der vergangenen Woche den ersten Jahresverlust in seinem Stahlgeschäft in der Unternehmensgeschichte bekanntgegeben. (Reuters)

Eni profitiert von hohen Ölpreisen - Gewinnplus übertrifft Erwartungen

Italiens größter Energiekonzern Eni hat zum Jahresbeginn dank höherer Ölpreise seinen Gewinn gesteigert. Der um Sonderposten bereinigte Überschuss legte im ersten Quartal um knapp 13 Prozent auf 2,48 Milliarden Euro zu, wie das Unternehmen am Freitag in Rom mitteilte. Analysten hatten nicht mit einem so kräftigen Anstieg gerechnet. Die weitere Normalisierung der Ölproduktion in Libyen trug zum Gewinnplus bei. Die bürgerkriegsähnlichen Unruhen in dem Land hatten im vergangenen Jahr stark auf der Öl- und Gasproduktion von Eni gelastet. Die Italiener sind der größte Ölproduzent Afrikas.

Das laufende Jahr bleibe mit einer ganzen Reihe von Unsicherheiten behaftet, hieß es vom Vorstand. Dazu gehörten ein schwankendes Marktumfeld und die wirtschaftliche Abkühlung in der Eurozone. Der Ölpreis dürfte im Jahresschnitt bei 113 US-Dollar für ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent liegen und von einer robusten Nachfrage aus China und anderen Schwellenländern gestützt werden. Im Gasgeschäft sieht der Konzern nur geringe Chancen auf eine Erholung. Eni kämpft auf dem Heimatmarkt und in Europa wegen der Schuldenkrise und konjunktureller Unsicherheiten mit Rückgängen im Gas- und Stromgeschäft, beim Gas gibt es zudem Überkapazitäten. Auch das Raffineriegeschäft ist derzeit nicht auskömmlich und bereitet den Italienern wie auch vielen anderen Energieunternehmen weltweit Sorgen. In diesem Jahr rechnet Eni bei der Profitabilität seiner Raffinerien nicht mehr mit einer grundlegenden Besserung. (dpa-AFX)

Honda erwartet Gewinnsprung nach Katastrophenjahr

Der japanische Autobauer Honda rechnet nach einem schwachen Geschäftsjahr wieder mit rasant steigenden Erträgen. Der Nettoertrag sank im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011/2012 (31. März) um 50,4 Prozent auf 211,5 Milliarden Yen (2 Milliarden Euro), wie der Konzern am Freitag bekanntgab. Gründe seien zum einen der geringere Ausstoß in Folge der Tsunamikatastrophe in Japan und der Fluten in Thailand, gestiegene Ausgaben für Forschung sowie der starke Yen. Der Umsatz verringerte sich um 11,1 Prozent auf 7,95 Billionen Yen. Im laufenden Geschäftsjahr will Honda jedoch wieder beschleunigen: Unter dem Strich soll sich der Gewinn auf 470 Milliarden Yen mehr als verdoppeln. Der Umsatz dürfte sich auf 10,3 Billionen Yen erhöhen, hieß es weiter. (dpa)

Sharp mit Rekordverlust

Der japanische Elektronikkonzern Sharp steckt tief in den roten Zahlen. Das Unternehmen schloss das Ende März abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Rekordverlust von 376,08 Milliarden Yen (3,5 Milliarden Euro) ab. Sharp führte dies unter anderem auf die Flaute im Geschäft mit LCD-Bildschirmen und bei Solarbatterien sowie auf die Umstrukturierung seines LCD-Geschäfts zurück. Der Umsatz sank um 18,7 Prozent auf 2,46 Billionen Yen. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte noch ein Gewinn von 19,4 Milliarden Yen in den Büchern gestanden.

Auch im laufenden Geschäftsjahr rechnet das in Osaka ansässige Unternehmen damit, in der Verlustzone zu verharren. Allerdings soll sich der Fehlbetrag auf 30 Milliarden Yen deutlich reduzieren. Der Umsatz dürfte demnach um 9,9 Prozent auf 2,7 Billionen Yen zulegen. (dpa)

Wirtschaftsnachrichten

Standard & Poor’s stuft Spaniens Kreditwürdigkeit weiter herab

Angesichts der schlechten Haushaltslage hat die Ratingagentur Standard & Poor’s die Kreditwürdigkeit Spaniens weiter herabgestuft. Standard & Poor’s erklärte am Donnerstag in New York, dass die langfristige Bonität spanischer Staatsanleihen um zwei Stufen von A auf BBB+ gesenkt werde. Die Haushaltslage Spaniens werde sich wegen der wirtschaftlichen Probleme des Euro-Staates weiter verschlechtern, hieß es in der Begründung. Außerdem nehme die Wahrscheinlichkeit zu, dass Madrid den angeschlagenen Banken des Landes zusätzliche finanzielle Unterstützung gewähren müsse.

Spanien hat zugesichert, sein Haushaltsdefizit von 8,5 Prozent Ende 2011 auf 5,3 Prozent in diesem Jahr zu senken. 2013 soll dann die EU-Defizitgrenze von drei Prozent erreicht werden. Allerdings ist das südeuropäische Land gerade erst erneut in die Rezession abgerutscht. Nach Angaben der Zentralbank schrumpfte die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, als das Minus bereits bei 0,3 Prozent gelegen hatte. Standard & Poor’s erklärte am Donnerstag, es rechne für dieses Jahr mit einem Einbruch der spanischen Wirtschaft um 1,5 Prozent.

Mit den Sorgen um Spanien nimmt die Schuldenkrise in der Euro-Zone wieder an Brisanz zu. Investoren zweifeln zunehmend an der Fähigkeit des Landes, in der Rezession sein Sparprogramm durchzuhalten. Standard & Poor’s warnte, es gebe „bedeutende Risiken“, dass sich die Lage in Spanien weiter verschlechtere. Die amerikanische Ratingagentur versah die spanischen Anleihen mit einem negativen Ausblick und drohte mit weiteren Herabstufungen. Zuletzt hatte Standard & Poor’s die spanische Bonität im Januar heruntergesetzt. (AFP)

Merkel zu Hollande-Forderungen: Fiskalpakt ist nicht verhandelbar

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am mühsam ausgehandelten EU-Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin nicht mehr rütteln lassen. Er sei von 25 Regierungschefs unterzeichnet und teilweise ratifiziert worden, „er ist nicht neu verhandelbar“, betonte Merkel mit Blick auf entsprechende Forderungen des französischen Präsidentschaftskandidaten François Hollande der WAZ-Mediengruppe (Freitag).

Neben soliden Finanzen sei auch das Thema Wachstum wichtig, es sei „längst die zweite Säule unserer Politik“. An den Grundprinzipien deutscher EU-Finanzpolitik ändere das nichts, und sie erfahre in Europa viel Unterstützung für den Kurs, erklärte Merkel. Ähnlich äußerte sich Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU): „Finanzpolitische Konsolidierung ist eine notwendige Voraussetzung, aber sie alleine ist nicht ausreichend“, sagte er der Ulmer „Südwest Presse“ (Freitag).

Der Sozialist Hollande, der sich in Frankreich am 6. Mai einer Stichwahl mit dem konservativen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy stellt, hatte den EU-Fiskalpakt infrage gestellt und für den Fall eines Wahlsieges angekündigt, den Vertrag neu auszuhandeln. Der Fiskalpakt müsse durch einen Wachstumspakt für mehr Beschäftigung vervollständigt werden. Ähnlich argumentiert auch die Opposition in Deutschland.

Merkel sagte, in Frankreich stünden „zwei pro-europäische Politiker“ zur Stichwahl. Sie werde als deutsche Kanzlerin mit jedem französischen Präsidenten gut zusammenarbeiten. Das entspreche der „Verantwortung unserer beiden Länder“. Sie habe Sarkozy unterstützt, weil sie zu einer Parteienfamilie gehörten und überdies in der Schuldenkrise „verlässlich zum Wohle Europas zusammengearbeitet“ hätten, sagte Merkel. Auch Schäuble betonte, die deutsch-französische Zusammenarbeit funktioniere unabhängig von den Wahlergebnissen in beiden Ländern. „Wer in Frankreich gewählt wird, wird ein sehr enger Partner der deutschen Bundeskanzlerin.“ (dpa-AFX)

Inflationssorgen drücken Kauflaune der Deutschen erneut

Hohe Spritpreise haben die Kauflaune der Deutschen den zweiten Monat in Folge gedrückt. Das Konsumklima-Barometer für Mai fiel um 0,2 auf 5,6 Punkte, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Freitag zu ihrer Verbraucher-Umfrage mit. Das ist der niedrigste Wert seit einem halben Jahr. Analysten hatten mit 5,9 Punkten gerechnet. „Die ständigen Meldungen über neue Preisrekorde an den Zapfsäulen der Republik bleiben bei den Verbrauchern nicht ohne Wirkung“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. „Entsprechend nehmen die Inflationsängste wieder zu.“ Das dämpfte ihre Einkommenserwartung ebenso wie die Bereitschaft zu teuren Anschaffungen. Die Konjunkturaussichten bewerten die Deutschen dagegen besser.

Trotz des erneuten Dämpfers sehen die GfK-Experten im privaten Konsum eine wichtige Konjunkturstütze. „Ein Einbruch ist nicht zu befürchten“, sagte Bürkl angesichts der steigenden Beschäftigung und spürbarer Lohnerhöhungen. Der private Konsum werde deshalb in diesem Jahr um ein Prozent wachsen. (Reuters)

Deutsche Importpreise steigen im März langsamer als erwartet

Der Anstieg der Importpreise in Deutschland hat im März stärker nachgelassen als erwartet. Der Index der Einfuhrpreise lag um 3,1 Prozent über dem Vorjahresniveau, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten eine Jahresteuerung von 3,3 Prozent prognostiziert. Im Februar hatte die Rate noch bei 3,5 Prozent gelegen. Gegenüber dem Vormonat erhöhten sich die Importpreise im März um 0,7 Prozent. Hier hatten Ökonomen ein Plus von 0,9 Prozent erwartet, nachdem die Preise im Februar um 1,0 Prozent gestiegen waren.

Einen wesentlichen Anteil an der Preisveränderung auf Jahressicht hatten den Statistikern zufolge die um 13,1 Prozent höheren Preise für die Einfuhr von Energie. Der Einfuhrpreisindex ohne Erdöl und Mineralölerzeugnisse lag im März um 1,4 Prozent über dem Stand von März 2011 und blieb gegenüber dem Vormonat unverändert. Preisrückgänge gab es unter anderem bei Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen sowie bei Nicht-Eisen-Metallen und deren Halbzeug. Der Index der Ausfuhrpreise lag im März um 1,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Februar hatte die Veränderung zum Vorjahr plus 2,0 Prozent betragen. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Exportpreise um 0,2 Prozent. (Dow Jones)

Japans Zentralbank lockert Geldpolitik weiter

Die japanische Zentralbank hat ihre Geldpolitik weiter gelockert. Sie kündigte eine Aufstockung des Programms zum Kauf von Anleihen an: Das Volumen werde von zuletzt 65 Billionen Yen auf 70 Billionen Yen (etwa 653 Mrd Euro) erhöht, teilte die Bank of Japan am Freitag mit. So soll die Wirtschaft angekurbelt werden. Die Bank of Japan beließ zugleich den Leitzins weiter bei 0 bis 0,1 Prozent. (dpa-AFX)

Japans Arbeitslosenquote bei 4,5 Prozent

Die Arbeitslosenquote lag in Japan auch im März unverändert bei 4,5 Prozent. Das teilte die Regierung am Freitag mit. Allerdings verbesserten sich die Aussichten für die Arbeitssuchenden, einen Job zu finden: Auf 100 Menschen, die offiziell eine Beschäftigung suchten, entfielen im Berichtsmonat 76 offene Stellen. Im Vormonat waren es noch 75 Stellen gewesen. Angesichts der andauernden Deflation könnte die Zentralbank nach Ansicht von Beobachtern am Freitag eine weitere Lockerung der geldpolitischen Zügel beschließen. (dpa)

Japans Industrieproduktion gestiegen

Japans Industrieproduktion ist im März gestiegen. Wie die Regierung am Freitag auf vorläufiger Basis bekanntgab, zog die Produktion zum Vormonat um saisonbereinigt 1,0 Prozent an. Die vom Industrieministerium befragten Unternehmen rechnen für April mit einem weiteren Anstieg um 1 Prozent, bevor die Produktionsleistung im Mai um 4,1 Prozent zurückgehen dürfte. Wie die Regierung unterdessen weiter mitteilte, erhöhten sich die Verbraucherpreise im März im zweiten Monat in Folge um 0,2 Prozent nach 0,1 Prozent im Vormonat. (dpa)

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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