Unternehmensnachrichten
Bayer leicht unter den Erwartungen
Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat im vergangenen Jahr dank guter Geschäfte in den Schwellenländern bei Umsatz und Ergebnis zugelegt. Der operative Gewinn vor Sondereffekten wie etwa Restrukturierungen stieg um 7,2 Prozent auf 7,61 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Konzern am Dienstag zur Bilanzvorlage am Stammsitz in Leverkusen mit. Dabei blieb Bayer allerdings im vierten Quartal unter den Erwartungen. Im Zeitraum Oktober bis Dezember erzielte Bayer einen bereinigten operativen Gewinn von 1,54 Milliarden Euro, Analysten hatten mit 1,62 Milliarden gerechnet. Der Überschuss im Gesamtjahr stieg dagegen um 89,9 Prozent auf 2,47 Milliarden Euro. Der Konzern setzte mit seinen drei Sparten Gesundheit - wozu auch das Pharmageschäft gehört - sowie Kunststoffe und Pflanzenschutz im vergangenen Jahr 36,53 Milliarden Euro um, ein Plus von 4,1 Prozent.
Für das laufende Jahr äußerte sich Konzernchef Marijn Dekkers optimistisch. „Wir sind ordentlich ins Geschäftsjahr 2012 gestartet.“ Für das Gesamtjahr erwartet Bayer bereinigt um Wechselkurseffekte sowie um Zu- und Verkäufe einen Umsatzanstieg von etwa drei Prozent. Der bereinigte operative Gewinn vor Sondereinflüssen soll leicht zulegen. Dazu sollen die Sparten Gesundheit und Pflanzenschutz beitragen, für das Kunststoffgeschäft rechnet der Konzern wegen eines schwierigen Marktumfelds mit einem stagnierenden Ergebnis. (Reuters)
Nordex schreibt Verlust
Der Windkraftanlagenhersteller Nordex ist wegen des Preiskampfs in der Branche in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) vor Einmaleffekten betrug 2011 10,3 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte noch ein Gewinn von 40,1 Millionen Euro zu Buche gestanden. Einmalig anfallende Aufwendungen wie für den Abbau von Arbeitsplätzen im Rahmen eines Kostensenkungsprogramms mit einbezogen betrug der Verlust sogar 29,7 Millionen Euro.
Der Umsatz fiel um fünf Prozent auf 921 Millionen Euro. Grund seien unter anderem Projektverzögerungen in Südeuropa gewesen. Mit den Zahlen traf das Unternehmen weitgehend die Erwartungen am Markt und auch die eigenen, zuletzt gesenkten Erwartungen. (dpa-AFX)
DAB Bank verpasst Gewinnziel
Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen haben die Münchner Direktbank DAB ausgebremst. Der Vorsteuergewinn sank im vergangenen Jahr um zehn Prozent auf 25,7 Millionen Euro, wie die Hypovereinsbank-Tochter am Dienstag mitteilte. Damit wurde die Prognose, ein Ergebnis auf dem Niveau von 2010 in Höhe von knapp 29 Millionen Euro schaffen zu können, klar verfehlt. Die Wertminderungen bei Hellas-Bonds fielen dabei mit rund 3,5 Millionen Euro höher als im Herbst befürchtet aus. Der Großteil wurde im vierten Quartal verbucht, die betroffenen Wertpapiere jeweils um mehr als 70 Prozent abgeschrieben.
Dank einer geringeren Steuerlast blieben unter dem Strich mit 17,7 Millionen Euro knapp acht Prozent mehr hängen. Die DAB will abermals den gesamten Bilanzgewinn ausschütten. So steigt die Dividende auf 22 Cent je Aktie, nachdem es für 2010 nur 20 Cent waren. Mit der radikalen Abschreibung fühlt sich das Management nun offenbar sicher: „Wir schauen optimistisch in die Zukunft“, sagte DAB-Chef Markus Gunter. „Für das Geschäftsjahr 2012 erwarten wir eine Ergebnissteigerung.“ Konkrete Zahlen wurden zunächst aber nicht genannt. (Reuters)
Gläubiger gewähren Q-Cells Zahlungsaufschub
Die Gläubiger des angeschlagenen Solarkonzerns Q-Cells haben dem Unternehmen den dringend benötigten Zahlungsaufschub gewährt. Damit könne die Stundung der Wandelschuldverschreibung mit einem ursprünglichen Volumen von knapp 500 Millionen Euro bis zum 30. April vollzogen werden, teilte der Konzern mit. Eigentlich wäre das Papier am Dienstag fällig geworden. Die beschlossene Stundung betreffe auch die Forderungen aus der von der Q-Cells übernommenen Garantie für die Wandelanleihe, hieß es weiter.
Der Schritt sei ein weiterer Meilenstein für die erfolgreiche Restrukturierung der Finanzverbindlichkeiten der Q-Cells-Gruppe, erklärte das Unternehmen. Es müssten aber noch weitere Schritte folgen. Q-Cells sei zuversichtlich, dass dies gelinge
und rechne mit einer Umsetzung der Finanzrestrukturierung in der zweiten Hälfte dieses Jahres. (Reuters)
GM könnte bei Peugeot einsteigen
Die Opel-Mutter General Motors will offenbar ihre angestrebte Europa-Allianz mit PSA Peugeot Citroen über einen Einstieg bei dem angeschlagenen französischen Rivalen festigen. Eine Einigung sei schon in den nächsten Tagen möglich, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Montag aus dem Umfeld der Verhandlungen. Zunächst wolle GM wohl weniger als fünf Prozent an Peugeot kaufen. Die Gespräche darüber seien weit fortgeschritten, eine Einigung gebe es aber noch nicht. GM wollte sich nicht dazu äußern. Von Peugeot lag zunächst keine Stellungnahme vor. (Reuters)
Singulus will Anleihe begeben
Der Spezialmaschinenbauer Singulus will seine erste eigene Anleihe noch im März an den Mann bringen. Das Papier mit einem Zinssatz von 7,75 Prozent und einer Laufzeit von fünf Jahren könne von 12. bis 20. März gezeichnet werden, teilte das Unternehmen mit. Mit dem Emissionserlös von bis zu 60 Millionen Euro will das Management größere Projekte und neue Produkte für die Solarindustrie, den Ausbau der Partnerschaft mit Herstellern von Dünnschichtsolarzellen und die Entwicklung von Produktionsanlagen für die nächste Generation der Blue-ray-Discs finanzieren. Ein weiteres Investitionsfeld ist die Vakuum-Beschichtungstechnik. Hier soll das Geld in Forschung und Übernahmen fließen. Außerdem soll das Engagement in der Halbleitersparte gestärkt werden (dpa-AFX)
Wirtschaftsnachrichten
S&P stuft Griechenland auf teilweisen Zahlungsausfall herab
Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat die Bonitätsnote Griechenlands wegen des angestrebten Schuldenschnitts mit den privaten Gläubigern weiter gesenkt. Die Kreditwächter stuften das Rating auf „SD“ (Selective Default) herab von zuvor CC und attestierten dem Land damit einen teilweisen Zahlungsausfall. Griechenland ist damit das erste Land im Euroraum, dem offiziell ein Zahlungsausfall bescheinigt wird. Die Entscheidung war erwartet worden, nachdem S&P angekündigt hatte, dass die rückwirkende Einführung einer Umschuldungsklausel, mit der eine ausreichende Beteiligung an dem geplanten Umtausch von Staatsanleihen sichergestellt werden kann, als Zahlungsausfall gewertet würde.
S&P erklärte, nach einem erfolgreichen Umtausch der Staatsanleihen könne die Bonitätsnote Griechenlands wieder auf CCC steigen. Die große Frage ist nun, ob der Anleihentausch oder die Einführung der Umschuldungsklauseln auch sogenannte Kreditausfallversicherungen auslöst. Die International Swaps und Derivatives Association (ISDA), die darüber befindet, hat erklärt, sie werde am Mittwoch entscheiden, wie auf Anfragen auf Auszahlungen Credit Default Swaps (CDS) zu reagieren sei. (Dow Jones)
Gfk-Konsumklima so gut wie seit einem Jahr nicht mehr
Trotz Konjunkturflaute und hoher Benzinpreise sind die deutschen Verbraucher so gut gelaunt wie seit einem Jahr nicht mehr. Das für März berechnete Konsumklima-Barometer kletterte wie von Fachleuten erwartet von 5,9 auf 6,0 Punkte, teilten die GfK-Marktforscher am Dienstag zu ihrer Umfrage unter 2000 Verbrauchern mit. „Die Beschäftigen hoffen, dass bei den anstehenden Tarifverhandlungen die Lohn- und Gehaltszuwächse besser ausfallen werden als in der Vergangenheit“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Die Konjunktur wird dagegen etwas skeptischer eingeschätzt, die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen bleibt trotz eines kleinen Dämpfers auf hohem Niveau.
Für 2012 erwartet die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) nun einen Anstieg des Privatkonsums um ein Prozent. „Er wird damit einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr nicht in die Rezession abgleiten wird“, betonten die Experten. Viele Ökonomen sagen nur ein Anziehen der Konjunktur um rund 0,5 Prozent voraus, nach kräftigen drei Prozent 2011. Der meiste Schwung dürfte aus der Binnennachfrage kommen, während der Außenhandel wegen der globalen Flaute eher bremst. (Reuters)
