Unternehmensnachrichten
Munich Re wird nach starkem zweiten Quartal optimistischer
Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re wird nach einem überraschend starken zweiten Quartal optimistischer für das laufende Jahr. Der Konzern sei auf gutem Kurs, den angestrebten Jahresgewinn von 2,5 Milliarden Euro leicht zu übertreffen, sagte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard am Dienstag in München. Nach sechs Monaten sind davon schon 1,6 Milliarden Euro erreicht.
Von den niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten sieht sich das Unternehmen weiterhin stärker herausgefordert als von den Turbulenzen an den Finanzmärkten und der verschlechterten Wirtschaftslage. Von April bis Juni verdiente die Munich Re unter dem Strich 808 Millionen Euro und damit 10 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Ein Jahr zuvor hatten Abschreibungen auf Griechenland-Anleihen das Ergebnis nach unten gezogen. Analysten hatten mit deutlich weniger Gewinn gerechnet. Naturkatastrophen belasteten den Überschuss mit 292 Millionen Euro, der Großteil davon entfiel auf die Dürreschäden in den Vereinigten Staaten und das Erdbeben in Norditalien. (dpa-AFX)
Pfeiffer im zweiten Quartal mit starkem Umsatzrückgang
Den Spezialpumpen-Hersteller Pfeiffer Vacuum hat die Konjunkturabkühlung im zweiten Quartal hart getroffen. Die Flaute in den beiden wichtigsten Auftraggeberbranchen Halbleiter und Solar drückten auf Umsatz und Gewinn. Wie das im Tec-Dax notierte Unternehmen am Dienstag im mittelhessischen Asslar mitteilte, sank der Umsatz im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent auf 110 Millionen Euro. Analysten hatten mit einem geringeren Rückgang gerechnet.
Auf der Gewinnseite erfüllte Pfeiffer aber die Erwartungen am Markt. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) schrumpfte von 19,9 Millionen Euro auf 16 Millionen Euro, der Überschuss von 13,2 auf 10,5 Millionen Euro. Die Gewinnwerte des Vorjahres wurden wegen der Kaufpreisallokation für den Zukauf des Vorpumpenherstellers Adixen verändert. Dies führte nachträglich zu einem schwächeren Vorjahreswert als zunächst ermittelt. Pfeiffer bekräftigte das auf der Hauptversammlung ausgegebene Umsatzziel von 470 bis 500 (2011: 519,5) Millionen Euro bei einer Ebit-Marge von 15 (2011: 11,9) Prozent. (dpa-AFX)
Lanxess steigert trotz Krise Umsatz und operatives Ergebnis
Der Chemiekonzern Lanxess hat trotz Eurokrise im zweiten Quartal mehr umgesetzt und verdient. Im Jahresvergleich erhöhte sich der Umsatz auch dank der Euro-Schwäche und Preiserhöhungen um 8,1 Prozent auf gut 2,4 Milliarden Euro, wie der M-Dax-Konzern am Dienstag in Leverkusen mitteilte. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und vor Sonderposten (Ebitda pre Ex) legte um 6,8 Prozent auf 362 Millionen Euro zu. Die Marge ging mit 14,9 Prozent nur leicht um 0,2 Punkte zurück.
Unter dem Strich verdiente Lanxess 176 Millionen Euro und damit 2,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Grund waren Sonderaufwendungen. Der Konzern übertraf bis auf den Gewinn die Prognosen der Analysten. Für 2012 peilt Lanxess weiter eine Steigerung des Ebitda vor Sondereinflüssen um 5 bis 10 Prozent an. 2011 hatten die Leverkusener operativ 1,15 Milliarden Euro erwirtschaftet. Für das zweite Halbjahr werde ein operatives Ergebnis in etwa auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums erwartet. Trotz Euro-Schuldenkrise sei eine typische Saisonalität zu erwarten. Lanxess profitiert weiterhin von einer vergleichsweise robusten Nachfrage aus der Autoindustrie.
Kuka wird nach starkem Plus im zweiten Quartal mutiger für 2012
Der Roboter- und Anlagenbauer Kuka hat nach einem überraschend hohen Umsatz- und Gewinnsprung im zweiten Quartal seine Prognose nach oben geschraubt. Kuka erwartet bei stabilen Rahmenbedingungen nun 2012 einen Umsatz von rund 1,6 Milliarden Euro und eine Ebit-Marge von mindestens 6 Prozent, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Zuvor lagen die Zielmarken bei 1,5 Milliarden Euro Umsatz und 5,5 bis 6,0 Prozent Ebit-Marge.
Kuka habe von einer ungeminderten Nachfrage für Roboter und Automation profitiert, sowohl von den Autobauern als auch von der Industrie, hieß es vom Vorstand. Der Umsatz wuchs in der Zeit zwischen April und Juni um ein Drittel auf 448,7 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern stieg von 16,4 Millionen auf 28,6 Millionen Euro. Unter dem Strich blieben 14,8 Millionen, nach 5,9 Millionen Euro vor einem Jahr. Alle Werte lagen teils deutlich über den Erwartungen der Analysten. (dpa-AFX)
Kabel- und Bordnetzspezialist Leoni verdient ein Viertel weniger
Beim Kabel- und Bordnetze-Hersteller Leoni ist im zweiten Quartal der Gewinn abgerutscht. Der Überschuss sackte auf 34,5 Millionen Euro ab, das sind 24,5 Prozent weniger als vor Jahresfrist, wie der Nürnberger Konzern am Dienstag berichtete. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging um 25 Prozent auf 50,8 Millionen Euro zurück.
Verschiebungen im Produktmix und höhere Kosten für die Integration des übernommenen südkoreanischen Konkurrenten Daekyeung hätten dazu beigetragen, hieß es. Weil sich zudem die Nachfrage der Kunden, die vor allem aus der Automobilindustrie stammen, in den nächsten Monaten verschlechtern dürfte, hatte Leoni schon Ende Juli seine Prognose zurückgenommen. Die Franken erwarten für 2012 jetzt einen Konzernumsatz zwischen 3,8 und 3,9 Milliarden Euro und einen Betriebsgewinn von 230 bis 250 Millionen Euro. (Reuters)
Chipzulieferer Süss Microtec verdient weniger
Der bayerische Chipausrüster Süss Microtec hat im vergangenen Quartal einen kräftigen Gewinnrückgang wegstecken müssen. Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft knickte auf 0,4 Millionen Euro von 8,3 Millionen Euro im Vorjahresquartal ein, wie das Unternehmen aus Garching bei München am Dienstag mitteilte. Der Spezialist für Anlagen zur Halbleiterproduktion hatte mit sinkenden Einnahmen und Sonderlasten aus der Übernahme des amerikanischen Konkurrenten Tamarack zu kämpfen. Der Umsatz schrumpfte binnen Jahresfrist um knapp ein Drittel auf 36,3 Millionen Euro. Die Auftragslage für Suess ist indes besser. Das Volumen der Neubestellungen in den Monaten April bis Juni habe 41,4 Millionen Euro betragen, knapp 30 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Für das laufende Quartal rechnet Süss mit einem Auftragseingang zwischen 30 und 40 Millionen Euro. Damit schneiden die Oberbayern besser ab als die meisten ihrer Kunden, die zuletzt mit einem Auftragsschwund zu kämpfen hatten. Seine Jahresprognose hatte Süss schon in der vergangenen Woche verändert. Das Unternehmen erwartet einen Umsatz zwischen 160 und 170 Millionen Euro und ein operatives Ergebnis (Ebit) zwischen 5 und 10 Millionen Euro. Zuvor war die Firma von Einnahmen über mehr als 155 Millionen Euro und einem Betriebsgewinn zwischen acht und 15 Millionen Euro ausgegangen. (Reuters)
Pro Sieben Sat.1 kauft Produktionsfirma in den Vereinigten Staaten
Der private Fernsehsender Pro Sieben Sat.1 übernimmt die Mehrheit an der New Yorker Produktionsfirma Left-Right und baut damit das eigene Produktionsgeschäft weiter aus. „Left Right ist der größte Deal, den wir bisher gemacht haben“, sagte der Chef der Pro Sieben Sat.1-Produktionstochter Red Arrow, Jan Frouman, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Dienstag).
Angaben zur Höhe des Kaufpreises macht der TV-Konzern nicht. Branchenbeobachter gehen aber davon aus, dass die Münchner einen zweistelligen Millionenbetrag für die amerikanische Firma auf den Tisch legen. 40 Prozent der Anteile an Left-Right bleiben in den Händen der Firmengründer Banks Tarver und Ken Druckerman, 60 Prozent hält künftig Red Arrow. (dpa-AFX)
Deutsche Telekom bietet für Kabelnetzbetreiber Primacom
Die Deutsche Telekom ist einem Pressebericht zufolge an der Übernahme des Kabelnetzbetreibers Primacom interessiert. Der Dax-Konzern gehöre zu mindestens vier Interessenten, die Ende Juli Gebote für den Betreiber Primacom abgegeben hätten, berichtete die „Financial Times Deutschland“ (Dienstagausgabe) unter Berufung auf mehrere mit dem Vorgang vertrauten Personen.
Zu den weiteren Bietern gehören dem Bericht zufolge der Investor Star Capital Partners, DTK Deutsche Telekabel sowie ein weiterer unbekannter Finanzinvestor. Star Capital besitze schon den deutschen Kabelnetzbetreiber Pepcom. Branchenkreisen zufolge dürfte sich die Telekom Primacom anschauen. Der deutsche Kabelnetzbetreiber gehört laut Bericht über die luxemburgischen Gesellschaften Medford und Perseus den Hedge-Fonds Alcentra Europe, Avenue Capital und Tennenbaum Capital Partners sowie der Bank ING. Dem Bericht zufolge hat die Telekom zwischen 250 und 280 Millionen geboten. Dies sei einer der höchsten Preise. Die jüngsten öffentlichen Daten von Primacom stammten aus dem Jahr 2010. Damals habe das Unternehmen bei einem Jahresumsatz von 108 Millionen Euro ein konsolidiertes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von knapp 28 Millionen Euro erwirtschaftet. (dpa-AFX)
Deutsche Bank-Tochter BHF arbeitet profitabel
Trotz ihrer unklaren Zukunft hält sich die BHF-Bank im operativen Geschäft stabil. Die zum Verkauf stehende Tochter der Deutschen Bank erwirtschaftete im ersten Halbjahr 31,2 Millionen Euro Gewinn vor Steuern, wie BHF-Vorstandssprecher Björn Robens der „Börsen-Zeitung“ (BöZ/Dienstag) sagte. Alle Sparten hätten schwarze Zahlen geschrieben. Die BHF-Bank war im Frühjahr 2010 zusammen mit Sal. Oppenheim zur Deutschen Bank gekommen. Der Branchenprimus hat aber keine Verwendung für die Privatbank und will sie deshalb verkaufen. Ein erster Versuch scheiterte im vergangenen Jahr, als die Bankenaufsicht Bafin den Verkauf an die Liechtensteiner LGT Bank untersagte. Derzeit laufen Verhandlungen mit dem Finanzinvestor RHJI.
Geldzuflüsse und -abflüsse hätten sich netto in den ersten sechs Monaten ausgeglichen. In den zurückliegenden beiden Jahren hatte sich das Institut radikal verkleinert. Die Bilanz schrumpfte 18,8 Milliarden auf noch 8,4 Milliarden Euro. Den Eigenhandel hat die Bank eingestellt, und ihren Bestand von Staatsanleihen aus Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien sowie sonstiger Risikoanleihen von gut 2 Milliarden Euro auf null heruntergefahren. (dpa-AFX)
Rational bekräftigt nach gutem Halbjahr Prognose 2012
Am Großküchenausrüster Rational prallt die Schuldenkrise in Europa ab. Das Unternehmen profitiert von seiner regional breiten Aufstellung und seiner Nischenposition. Nach einem Halbjahr mit durchweg zweistelligen Wachstumsraten bekräftigte die Rational AG ihre im Mai erhöhte Prognose für 2012. Der Umsatz wuchs in den ersten sechs Monaten um 13 Prozent auf 204,4 Millionen Euro. Währungsbereinigt ergab sich ein Plus von 11 Prozent, wie die im M-Dax notierte Gesellschaft auf Landsberg mitteilte. Getragen wird das Wachstum von den Regionen Amerika und Asien, die mit jeweils rund 30 Prozent überproportional zulegten.
Deutlichen Anteil an der Entwicklung hatte auch die neue Gerätegeneration Vario Cooking Center. Da der Anbieter von Gargeräten für Großküchen die Kosten weiter gut im Griff behielt, legte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um nahezu ein Fünftel auf 53,7 Millionen Euro zu. Die Ebit-Marge stieg leicht von 25 Prozent auf 26 Prozent. Vorstandsvorsitzender Günter Blaschke stellt für das Geschäftsjahr 2012 weiterhin rund 10 Prozent Wachstum bei Umsatz und Ergebnis in Aussicht. 2011 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von rund 392 Millionen Euro, der Jahresüberschuss belief sich auf knapp 79 Millionen Euro. (Dow Jones)
Standard Chartered könnte Lizenz in New York verlieren
Die britische Großbank Standard Chartered steht vor rechtlichen Schwierigkeiten in Amerika. Das New York State Departement of Financial Services (DFS) leitete eine Untersuchung gegen eine hundertprozentige Tochter der Standard Chartered wegen Verstoßes gegen das Bankengesetz ein.
Über fast zehn Jahre habe die Bank rund 60.000 geheime und vor der Bankenaufsicht verborgene Transaktionen im Wert von fast 250 Milliarden Dollar mit der Regierung des Iran ausgeführt, teilte das DFS am Montagabend auf seiner Internetseite mit. Standard Chartered drohe nun der Verlust ihrer Zulassung im Staat New York. (dpa-AFX)
Apple und Google bieten für Kodak-Patente
Apple und Google mischen einem Zeitungsbericht zufolge im Bieterwettstreit um Patente des insolventen Kameraherstellers Eastman Kodak mit. Die beiden Unternehmen gehörten zu Investorengruppen, die zwei Offerten zwischen 150 Millionen und 250 Millionen Dollar abgegeben hätten, berichtete das „Wall Street Journal“ am Montag (Ortszeit).
Die Patente sollen von Mittwoch an versteigert werden. Kodak beziffert ihren Wert auf bis zu 2,6 Milliarden Dollar. Bei derartigen Auktionen von Vermögenswerten aus der Insolvenzmasse können die Gebote sehr schnell in die Höhe schießen. Kodak hatte im Januar Insolvenz angemeldet. (Reuters)
Johnson & Johnson und Pfizer forschen bei Alzheimerpräparat nicht weiter
Die beiden amerikanischen Pharmaunternehmen Pfizer und Johnson & Johnson werden die Studien zu einem Alzheimer-Medikament einstellen. Als Grund führten die Konzerne die Ergebnisse der letzten Forschungsreihe zu Bapineuzumab an. In der Testphase habe man nicht die erhoffte Wirksamkeit nachweisen können.
Johnson & Johnson wird nun im laufenden dritten Quartal aus der gescheiterten Studie eine Nettobelastung zwischen 300 und 400 Millionen Dollar in der Bilanz verbuchen. Pfizer sieht bislang noch keine Sonderbelastung. Pfizer und Johnson & Johnson mussten nach dem Fehlschlag an der Börse nachbörslich Kursverluste hinnehmen. Pfizer verloren 2,6 Prozent, während sich Johnson & Johnson um 1,1 Prozent verbilligten. (Dow Jones)
Hochtief-Tochter Leighton schreibt wieder schwarze Zahlen
Der australische Baukonzern Leighton ist zurück in der Gewinnzone. Grund für die Wende bei der Hochtief-Tochter sind vor allem die gelösten Probleme bei zwei Großprojekten. Der Bau der Flughafenzufahrt im australischen Brisbane sei abgeschlossen und auch die Probleme bei einer Entsalzungsanlage im Bundesstaat Victoria seien beseitigt, teilte das Unternehmen mit und bestätigte seinen Ausblick für das Gesamtjahr. Nach einem Verlust von 625,6 Millionen australischen Dollar oder umgerechnet 534,2 Millionen Euro kletterte der Gewinn im ersten Halbjahr unterm Strich auf 114,6 Millionen Dollar. Die Aktionäre erhalten eine Dividende von 0,2 Dollar pro Anteil, nachdem sie im Vorjahr leer ausgegangen waren.
Trotz der guten Zahlen hat Leighton offenbar seine Probleme noch nicht endgültig hinter sich gelassen. Insbesondere im Mittleren Osten läuft es für die Australier noch nicht rund. Der Wert der Tochter Habtoor Leighton Group sank von 379 Millionen auf 347 Millionen Dollar. Wegen des wirtschaftlichen Abschwungs in der Region komme es zu verspäteten Zahlungen von Kunden. Die Analysten der Schweizer Bank Credit Suisse betrachten die Entwicklung von Leighton mit Verweis auf die hohe Verschuldung kritisch. Die Verschuldungsrate lag Ende Juni bei 46 Prozent und damit zwei Prozentpunkte höher als von der Hochtief-Tochter prognostiziert. Für 2012 peilen die Australier einen Nettogewinn von 400 Millionen bis 450 Millionen australischen Dollar an. Im März hatte der Baukonzern seinen Ausblick um rund ein Drittel gesenkt. (Dow Jones)
Voestalpine verdient weniger und bestätigt Prognose
Die maue Stahlnachfrage durch die Schuldenkrise in Europa macht dem österreichischen Spezialstahlkonzern Voestalpine zu schaffen. Der operative Gewinn (Ebit) brach im ersten Geschäftsquartal bis Ende Juni um gut 27 Prozent auf 230,7 Millionen Euro ein, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Damit schnitt der Konzern dennoch etwas besser ab als Analysten erwartet hatten.
Für das Gesamtjahr geht der Konzern weiterhin von einem operativen Gewinn auf dem um Sondereffekte bereinigten Vorjahresniveau von rund 900 Millionen Euro aus - vorausgesetzt das konjunkturelle Umfeld verschärfe sich nicht zusätzlich. (Reuters)
Amerikanische Börsenaufsicht prüft Nyse-Umgang mit Finanzdaten
Die amerikanische Börsenaufsicht SEC prüft, ob die New Yorker Börse Nyse gegen Fairnessregeln des Wettbewerbs verstoßen hat. Die Nyse bestätigte am Montag einen Reuters-Bericht, wonach die Aufsicht klären will, ob die Börse bestimmten zahlenden Kunden Finanzmarktdaten schneller zukommen lässt als anderen Kunden. Dies wäre verboten.
Die Nyse teilte mit, sie sei mit der SEC in Gesprächen zu dem Thema und gehe nicht davon aus, dass sie in dieser Sache eine Strafzahlung leisten müsse. (Reuters)
Gründer will weltgrößten Elektronik-Händler Best Buy kaufen
Der Gründer von Best Buy will den angeschlagenen amerikanischen Elektronikhändler kaufen und von der Börse nehmen. Richard Schulze kündigte am Montag ein Angebot von 24 bis 26 Dollar je Aktie an die Anteilseigner des weltgrößten Unternehmens der Branche an, womit das Unternehmen inklusive Schulden mit rund 11 Milliarden Dollar bewertet ist. Viele Investoren sind aber offenbar skeptisch, ob der Deal zustande kommt. Die Aktien kletterten lediglich um 12 Prozent auf 19,90 Dollar.
Schulze, der vor weniger als drei Monaten aus dem Führungsgremium verdrängt wurde, gehört noch ein Fünftel von Best Buy. Sein Angebot von bis zu 26 Dollar bedeutet ein Aufschlag von fast 50 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag. Bei 26 Dollar wäre Best Buy an der Börse mit 8,84 Milliarden Dollar bewertet, inklusive Schulden wären es 10,9 Milliarden. Die Handelskette, die in teueren Innenstadtlagen Kunden anzulocken versucht, bekommt die Konkurrenz von Online-Anbietern wie Amazon oder Märkten wie Wal-Mart immer stärker zu spüren. Ein Abschied von der Börse könnte neue Möglichkeiten bieten, sagt der auf die Handelsbranche spezialisierte New Yorker Berater Walter Loeb. Ohne den Druck der vierteljährlichen Berichterstatterpflicht könne Best Buy Experimente wagen. (Reuters)
Weitere Börsenpanne in Tokio
In der Nacht zum Dienstag musste aufgrund technischer Probleme der Derivatehandel an der Börse in Tokio gestoppt werden. Futures auf den Topix-Index, japanische Staatsanleihen sowie auf alle Optionen konnten fast zwei Stunden nicht gehandelt werden. Inzwischen läuft der Handel wieder. Wegen einer Panne in dem erst vor Kurzem neu installierten System hätten Händler die offenen Positionen nicht einsehen können, sagte ein Sprecher der Börse am Dienstag.
In der vergangenen Woche hatte ein falsch programmiertes System eines Brokers Chaos an den amerikanischen Börsen ausgelöst. An der spanischen Börse musste am Montag der Handel für mehrere Stunden ausgesetzt werden. Die Tokioter Börse setzte bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr wegen technischer Probleme den Handel mit einigen Produkten aus. Anfang Februar stand der Handel mit 241 Aktien, darunter Papiere der Schwergewichte wie Sony oder Hitachi, für dreieinhalb Stunden still. Die Vorfälle dürften für schwindendes Vertrauen bei Anlegern sorgen. Eine stabile Technik ist eine der wichtigsten Faktoren im Wettbewerb der Börsenbetreiber. (dpa-AFX)
Herausgedrängte LBB-Aktionäre klagen auf höhere Entschädigung
Ehemalige Kleinaktionäre der Landesbank Berlin (LBB) klagen nach ihrer Herausdrängung auf eine höhere Entschädigung. „Wir werden ein Spruchstellenverfahren beim Landgericht Berlin beantragen“, sagte der Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Michael Kunert, der „Berliner Zeitung“ (Dienstagausgabe). Die Sparkassen, die zuvor schon rund 98,7 Prozent an der LBB hielten, hatten vor wenigen Tagen die volle Kontrolle bei der Landesbank Berlin übernommen. Die verbliebenen Kleinaktionäre wurden gegen eine Abfindung von 4,01 Euro je Aktie herausgedrängt. Das sei zu wenig, kritisierte die SdK.
Nach der Übernahme der vollen Kontrolle kann der neue Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon eine Neuausrichtung der LBB vorantreiben und bestimmte Geschäfte mit dem Sparkassen-Fondsanbieter Deka bündeln. Da es bei LBB und Deka im Immobilien- und Fondsgeschäft viele Überlappungen gibt, sehen Experten einige Möglichkeiten für Zusammenlegungen. Das Bundesverfassungsgericht entschied erst kürzlich, dass Minderheitsaktionäre bei einer Herausdrängung einen Anspruch auf ein Abfindungsangebot und eine gerichtliche Überprüfung haben. Es bestätigte damit die geltenden Regeln. (Reuters)
Wirtschaftsnachrichten
Griechenland will Gaskonzern noch 2012 verkaufen
Griechenland unternimmt einen neuen Anlauf, um seinen schleppenden Privatisierungskurs zu beleben. Regierungskreisen zufolge würden bis Ende September verbindliche Gebote für den Erdgaskonzern DEPA und den Ferngasnetzbetreiber DESPA erwartet. Russische, italienische, französische und amerikanische Unternehmen hätten schon Interesse bekundet, sagte ein Regierungsvertreter am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Man hoffe, den Verkauf im Spätherbst abschließen zu können.
Nach einem Treffen von Koalitionspolitikern mit dem Finanzminister hätte die Regierung auch den Verkauf der Wettfirma OPAP, des alten Athener Flughafens sowie von Gebäuden in Athen, auf Korfu und Rhodos auf die Agenda gesetzt. Die unter dem Druck der internationalen Geldgeber angegangen Privatisierungen sind bislang kaum vorangekommen. Der Chef der zuständigen Behörde, Kostas Mitropoulos, sah sich von der Regierung blockiert und gab im Juli frustriert auf. Nach seiner Einschätzung dürften in diesem Jahr nicht mehr als 300 Millionen Euro Einnahmen zusammenkommen. Angestrebt waren 3 Milliarden. (Reuters)
