Home
http://www.faz.net/-gw7-6ufyn
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Medienschau Moody’s stuft Kreditwürdigkeit Spaniens herab

 ·  Apple erschreckt mit schwachen iPhone-Verkäufen, die Software AG steigert das Ergebnis, Intel mehr als erwartet. Umsatz und Gewinn von Yahoo sinken wie erwartet. Groupon startet wohl nächste Woche seinen Börsengang, die Bundesregierung senkt wohl die Wachstumsprognose. Die Vereinigten Staaten wollen im Rohstoff-Handel durchgreifen, die Unionsfraktion dementiert dagegen einen Bericht zur Hebelung des EFSF. HSBC Trinkaus bietet nicht mehr für die WestLB.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Unternehmensnachrichten

 

Apple erschreckt mit schwachen iPhone-Verkäufen

Apple hat zwei Wochen nach dem Tod von Konzerngründer Steve Jobs mit einer unerwartet schwachen Geschäftsbilanz vor allem mit überraschend geringen iPhone-Verkäufen enttäuschte. Der größte Umsatzbringer des Unternehmens verkaufte sich kurz vor dem Modellwechsel 17 Millionen mal, während Branchenexperten 20 Millionen erwartet hatten. Daher kletterte der Umsatz auf lediglich 28,3 Milliarden Dollar. Apple erklärte, die iPhone-Verkäufe hätten den Erwartungen des Konzerns entsprochen. Besonders im September hätten jedoch viele Kunden erst die Vorstellung des neuen Modells 4S abwarten wollen.

Ein starker Anstieg der Mac-Computerverkäufe um 27 Prozent auf 4,9 Millionen Geräte konnte die Flaute beim iPhone nicht wettmachen. Zudem verkaufte der Konzern 11,1 Millionen iPads. Dadurch belief sich der Nettogewinn auf 6,6 Milliarden Dollar - auch hier blieb Apple deutlich hinter den Erwartungen der Analysten zurück. (Reuters)

Software AG steigert operatives Ergebnis im dritten Quartal

Die Software AG hat im dritten Quartal ihr operatives Ergebnis bei leicht rückläufigem Umsatz moderat gesteigert. Der Gesamtumsatz sei von 275,3 Millionen Euro im Vorjahr auf auf 275,0 Millionen Euro gesunken, teilte der im TecDax notierte Software-Hersteller überraschend am Dienstagabend in Darmstadt mit.

Währungsbereinigt sei er dagegen um rund 2 Prozent gewachsen. Das operative Ergebnis (Ebit) legte im abgelaufenen Quartal zugleich von 69,1 Millionen auf etwa 71 bis 73 Millionen Euro zu. Die Gesamtjahresprognose wurde bestätigt. Die Aktie reagierte im späten Handel in Frankfurt positiv auf die Meldung und baute ihre Gewinne aus. Detaillierte Ergebniszahlen will die Software AG am 27. Oktober veröffentlichen. (dpa-AFX)

Intel nimmt mehr Geld ein als erwartet

Der weltgrößte Chiphersteller Intel hat mit seinen Ergebnissen für das dritte Quartal die Erwartungen der Analysten übertroffen. Intel steigerte den Umsatz im abgelaufenen Quartal nach Angaben vom Dienstag um 29 Prozent auf 14,3 Milliarden Dollar. Analysten waren lediglich von 13,9 Millionen Dollar ausgegangen. Der Gewinn legte um 17 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar zu. Die Intel-Bilanz zeigt nach Einschätzung von Branchenexperten, dass die IT-Ausgaben von Firmen und die große Nachfrage nach PCs in China die Schwäche in den Vereinigten Staaten und Europa kompensieren konnten. (Reuters)

Yahoo wie erwartet mit weniger Umsatz und Gewinn

Das schwächelnde Geschäft mit Online-Werbung hat bei Yahoo zu einem Rückgang von Umsatz und Gewinn geführt. Der am Dienstag vorgestellte Bericht über das dritte Quartal wies einen Umsatz von 1,07 Milliarden und einen Gewinn von 293 Millionen Dollar aus. Im Vorjahreszeitraum waren es noch Erträge von 1,12 Milliarden und ein Profit von 396 Millionen Dollar gewesen. Obwohl die Zahlen weitestgehend den Erwartungen der Analysten entsprachen, legte die Aktie im nachbörslichen Handel um drei Prozent zu. (Reuters)

Razzien bei europäischen Banken

Wegen des Verdachts auf Zinsmanipulationen hat die EU-Kommission einem Zeitungsbericht zufolge Dokumente zahlreicher großer Banken beschlagnahmt. Die genaue Anzahl der betroffenen Finanzinstitute sei noch unklar, berichtete das „Wall Street Journal“ am Mittwoch unter Berufung auf mit den Ermittlungen vertraute Personen. Die Banken seien am Dienstag durchsucht worden. Die EU-Ermittler gingen dem Verdacht nach, dass die Finanzhäuser möglicherweise versucht haben, den Euribor-Zinssatz zu ihren Gunsten zu manipulieren. Von der EU-Kommission war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. (Reuters)

Groupon startet nächste Woche Börsengang

Das Internet-Schnäppchenportal Groupon macht offenbar ernst mit seinen Börsengang-Plänen. Am Montag oder Dienstag kommender Woche solle die sogenannte Roadshow starten, um Anleger zu einer Investition zu bewegen, hieß es am Dienstag in mit der Situation vertrauten Kreisen. Der Börsengang dürfte das Unternehmen zwischen elf und zwölf Milliarden Dollar bewerten. Groupon hatte im Juni bei den Behörden einen Börsengang im Volumen von bis zu 750 Millionen Dollar angemeldet. Wegen der Marktturbulenzen hatte sich das Vorhaben verzögert. (Reuters)

Accor steigert Umsatz im dritten Quartal und bekräftigt Prognose

Die Hotelkette Accor hat im dritten Quartal wegen gestiegener Gästezahlen im Niedrigpreis-Segment ihren Umsatz gesteigert. Im abgelaufenen Jahresviertel hätten die Erlöse um 2,7 Prozent auf 1,62 Milliarden Euro zugelegt, teilte die im Cac 40 notierte Hotelgruppe am Dienstagabend in Paris mit. Das Unternehmen sieht zudem keine Anzeichen einer Verlangsamung des Wachstums und bestätigte seine Jahresziele für das operative Ergebnis. Demzufolge soll das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) 2011 bei 530 Millionen Euro liegen. (dpa-AFX)

HSBC Trinkaus bietet nicht mehr für WestLB

Die Düsseldorfer Privatbank HSBC Trinkaus zieht sich aus dem Bieterverfahren für Teile des Firmenkundengeschäfts der WestLB zurück. Zwischen den Beteiligten sei keine Einigung über die weitere Vorgehensweise im Verkaufsprozess erreicht worden, teilte die WestLB am Dienstag in Düsseldorf mit. HSBC Trinkaus teilte mit, exklusive Verhandlungen angestrebt zu haben. Trotz intensiver Gespräche habe jedoch bislang keine Einigung zur Exklusivität erzielt werden können. Wegen der Verzögerung im Ablauf könne nicht mehr gewährleistet werden, die Transaktion in einem für HSBC Trinkaus akzeptablen Zeitrahmen abzuschließen, hieß es in der Mitteilung. (dpa-AFX)
 

Wirtschaftsnachrichten

Bundesregierung senkt Wachstumsprognose für 2012 auf 1 Prozent

Die Bundesregierung wird ihre Prognose zum Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr einem Zeitungsbericht zufolge senken. Für 2012 dürfte die Prognose der Regierung nur noch bei einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,0 Prozent bis 1,1 Prozent liegen und nicht mehr bei 1,8 Prozent, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ am Mittwoch. Die Prognose zur Konjunkturentwicklung wird offiziell am Donnerstag vorgelegt. In diesem Jahr könnte die Wachstumsrate aber noch fast 3 Prozent erreichen. (Dow Jones)

Moody’s stuft Kreditwürdigkeit Spaniens herab

Die Rating-Agentur Moody’s hat wegen der Schuldenkrise die Bonitätsnote für Spanien gesenkt. Die Einstufung laute nun „A1“ von zuletzt „Aa2“, teilte die Agentur am Dienstag mit. Gleichzeitig versah die Agentur die neue Einstufung mit einem negativen Ausblick und signalisierte damit, dass eine weitere Herabstufung droht. Spanien bleibe in der Krise weiterhin für Marktturbulenzen anfällig, erläuterten die Bonitätswächter. Das Land habe einen großen Finanzierungsbedarf und außerdem hochverschuldete Banken und Konzerne. Zudem werde ein schwaches Wirtschaftswachstum das Erreichen der ehrgeizigen Sparziele erschweren. (Reuters)

Vereinigte Staaten wollen im Rohstoff-Handel durchgreifen

Die Vereinigten Staaten wollen auf den Rohstoffmärkten durchgreifen und Spekulationsgeschäfte einschränken. Die für den Derivatehandel zuständige Börsenaufsicht CFTC verabschiedete am Dienstag nach langer und kontroverser Debatte einen Entwurf zur Regulierung des Handels mit Öl, Metallen und Getreide, der die Spielregeln des Geschäfts grundlegend verändern würde. Kernpunkt ist der umstrittene Vorschlag, die Zahl der von einem Händler gehaltenen Kontrakte zu begrenzen. CFTC-Chef Gary Gensler verspricht sich davon eine Beruhigung der Preisentwicklung. Weite Teile der Branche wollen sich solche Fesseln aber nicht anlegen lassen und warnen davor, dass Investitionen dann nach Übersee auf weniger streng regulierte Märkte abwandern. (Reuters)

Unionsfraktion dementiert Bericht zu EFSF-Hebelung

Die Unionsfraktion im Bundestag hat einen Zeitungsbericht dementiert, demzufolge sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble für eine Hebelung des Euro-Rettungsschirms auf 1000 Milliarden Euro ausgesprochen hat. Schäuble habe bei der Fraktionssitzung und bei der Fraktionsvorstandssitzung keine Zahl genannt, sondern nur darauf verwiesen, dass in der EU-Kommission Modelle durchgerechnet würden, sagte Fraktionssprecher Ulrich Scharlack am Dienstagabend. Ein anderer Teilnehmer bestätigte, dass die Summe von 1000 Milliarden Euro bei dem Treffen nicht genannt worden sei.

Die „Financial Times Deutschland“ hatte zuvor berichtet, Schäuble habe vor Abgeordneten der schwarz-gelben Koalition als Zielmarke die Summe von maximal 1000 Milliarden Euro genannt, die der EFSF künftig insgesamt stemmen können solle. (Reuters)

Den Frühaufsteher können Sie auch als kostenlosen Newsletter bestellen.

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones.
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Emittenten-News
Anzeige
Für die Inhalte sind die Emittenten verantwortlich
Weitersagen
Finanzmärkte aktuell
Name Wert Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  F.A.Z.-Anleih… --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
  Bund Future --  --
Wertpapiersuche