Unternehmensnachrichten
Moody’s stuft deutsche und österreichische Banken herab
Die Ratingagentur Moody’s hat am Mittwoch mehrere deutsche Banken in ihrer Bewertung herabgestuft. Moody’s begründete dies mit höheren Risiken wegen der Finanzkrise in der Eurozone und den begrenzten Fähigkeiten dieser Banken, Verluste zu kompensieren. Zu den herabgestuften Banken gehören die New Yorker und die Pariser Töchter der Commerzbank, Commerzbank U.S. Finance Inc, die Dresdner Bank AG, deren New Yorker Tochter sowie Dresdner Finance B.V.. Die meisten deutschen Geldhäuser sind mit einem stabilen Ausblick ihres derzeitigen Ratings bewertet worden.
Die Bewertung der Deutschen Bank AG und ihrer Töchter werde zusammen mit den Bewertungen anderer global agierender Institute später erfolgen, teilte Moody’s mit. Federn lassen mussten auch die drei größten österreichischen Bankengruppen Erste Group, Unicredit Bank Austria sowie die Raiffeisen Bank International. Bei ihnen kommen laut Moody’s neben der Finanzkrise in der Eurozone ihre Aktivität in Osteuropa und der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) sowie ihre begrenzten Kapitalpuffer als Risikofaktoren hinzu. (Reuters)
Nasdaq will Facebook-Investoren entschädigen
Nach den technischen Problemen beim Börsengang von Facebook will die Nasdaq einem Zeitungsbericht zufolge Investoren entschädigen. Die Betreiberfirma Nasdaq OMX Group wolle der Börsenaufsicht SEC demnächst einen Plan vorlegen, wie der durch die Technikprobleme entstandene Schaden bei den Investoren ermittelt werden solle, berichtete das „Wall Street Journal“ am Dienstag (Ortszeit). Das habe das Unternehmen Börsenmaklern mitgeteilt.
Dem „Wall Street Journal“ zufolge verfügt die Technologiebörse über etwa 13 Millionen Dollar, um Investoren zu entschädigen. Allerdings machen Investoren Verluste in Höhe von rund hundert Millionen Dollar wegen der technischen Probleme geltend. (AFP)
Centrotherm fällt aus dem Tec-Dax
Die Deutsche Börse belässt mit Ausnahme des TecDax die Zusammensetzung der wichtigsten deutschen Aktienindizes unverändert. Dies teilte der Börsenbetreiber am Dienstag nach der Sitzung des Arbeitskreises Aktienindizes in Frankfurt mit. Im TecDax wird BB Biotech durch Sartorius ersetzt und Centrotherm Photovoltaics durch Cancom. Analysten rechnen bei der großen jährlichen Überprüfung der Zusammensetzung von Dax, MDax, TecDax und SDax im September mit größeren Veränderungen. Metro und MAN müssen den Experten zufolge um ihren Verbleib im deutschen Leitindex bangen. Außerdem könnten der Krankenhaus-Betreiber Rhön-Klinikum und der Pressen-Hersteller Schuler aus dem MDax herausfallen. Beide Unternehmen stehen vor einer Übernahme. (Reuters)
Panasonic steigt bei Olympus ein
Panasonic wird einem Agenturbericht zufolge mit bis zu 50 Milliarden Yen (635 Millionen Dollar) bei dem angeschlagenen Kamera- und Medizingerätehersteller Olympus einsteigen. Damit werde Panasonic zum größten Anteilseigner von Olympus, meldete die Agentur Kyodo am Mittwoch. Olympus und Panasonic lehnten eine Stellungsnahme zu dem Bericht ab. (Reuters)
Wirtschaftsnachrichten
Hilfszahlung für Spaniens Bankenrettungsfonds geplant
Im Ringen um eine Beendigung der spanischen Bankenkrise zeichnet sich nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ ein Kompromiss ab. Auf europäischer Ebene werde darüber verhandelt, ob Geld aus dem Euro-Schutzschirm direkt an den spanischen Bankenrettungsfonds (Frob) gezahlt werden könne, berichtete das Blatt vorab aus seiner Mittwochausgabe. Im Gegenzug solle die Regierung in Madrid zusagen, die zugrunde liegenden Probleme im Finanzsektor zu beseitigen – notfalls auch durch weitere Fusionen oder die Schließung einzelner Institute. Anders als etwa Griechenland bräuchte sie aber keine umfassenden Auflagen zur Haushaltssanierung und zur Reform der Wirtschaft zu akzeptieren.
Ein Bericht der Zeitung „Die Welt“ (Mittwochausgabe), wonach Spanien eine vorsorgliche Hilfsmaßnahme aus dem Euro-Rettungsschirm erhalten könnte, wurde von verschiedenen Quellen in Berlin und Brüssel dementiert. Spanische Regierungskreise hatten bereits am Dienstag Mutmaßungen über eine vorsorgliche Kreditlinie aus dem EFSF oder vom Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgewiesen.
Bankia könnte Kreisen zufolge weniger Hilfen bekommen als beantragt. Für die Rettung des Instituts könnte eine zu hohe Summe veranschlagt worden sein, sagten zwei mit der
Angelegenheit vertraute Personen am Dienstag. Bankia hatte die Regierung in Madrid um weitere 19 Milliarden Euro an Finanzhilfen gebeten. Die genaue Summe müsse von Banken-Restrukturierungsfonds FROB und der Zentralbank genehmigt werden, hieß es weiter. Das werde bis Ende August dauern.
Am Dienstag hatte Spanien Probleme bei der Beschaffung von Geld auf den Finanzmärkten eingeräumt. Ministerpräsident Mariano Rajoy sprach sich erstmals öffentlich für eine Einführung von Eurobonds aus. Er hatte sich in dieser Frage bis dahin öffentlich nicht eindeutig festgelegt. (dpa-AFX, Reuters)
