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Medienschau Moody’s stuft 15 Großbanken herab

 ·  BMW streitet mit Peugeot über ihre Hybrid-Partnerschaft und die E-Plus-Mutter KPN will ihr Belgien-Geschäft verkaufen. RWE begibt eine Hybridanleihe und der Rettungsfonds ESM kann nicht zum 1. Juli starten.

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Unternehmensnachrichten

Moody’s stuft Deutsche Bank und 14 weitere Großbanken herab

Die Ratingagentur Moody’s blickt vor dem Hintergrund der europäischen Schuldenkrise und einer lahmenden amerikanischen Wirtschaft mit erhöhter Sorge auf die Bankenwelt. Die Agentur hat nun 15 Großbanken herabgestuft. Darunter sind auch die Deutsche Bank und mehrere namhafte amerikanische Institute. Die abgestuften Banken seien in besonderer Weise den Risiken und der Volatilität des Kapitalmarkts ausgesetzt, sagte der zuständige Moody’s-Experte Greg Bauer am Donnerstag in New York. Allerdings wollte er nicht alle Banken über einen Kamm scheren. Viele Häuser besäßen Zweige, die stabilisierend wirkten, beispielsweise ein starkes Privatkundengeschäft. „Diese Aktivitäten können bedeutende ’Schock-Absorber’ sein“, sagte Bauer. Zu den robusten Banken zählt Moody’s den amerikanischen Branchenprimus JP Morgan Chase, die britische HSBC mit ihrer weltweiten Aufstellung sowie die Royal Bank of Canada. Die Deutsche Bank sieht die Ratingagentur im Mittelfeld, weil sie fast die Hälfte ihrer Einnahmen aus dem schwankungsanfälligen Kapitalmarktgeschäft erziele. Für die Frankfurter ging es um zwei Bonitätsstufen nach unten von einem guten „Aa3“ auf ein befriedigendes „A2“. Der Ausblick ist stabil.

Besonders kritisch blicken die Moody’s-Experten auf die Royal Bank of Scotland mit ihrem starken Engagement in Europa sowie auf die amerikanischen Häuser Morgan Stanley, Citigroup und Bank of America. Die Ratingagentur bemängelte das Risikomanagement und allzu dünne „Schock-Absorber“. Zwar hätten die Häuser ihre Baustellen in Angriff genommen, doch müsse sich erst zeigen, ob die Aktionen von Erfolg gekrönt seien, hieß es in einem Kommentar zu der Abstufung. Die Citigroup teilte in einer ungewöhnlich scharf verfassten Nachricht mit, sie widerspreche den Ansichten von Moody’s zur Bankenwelt „mit Nachdruck“. Die eigene Herabstufung sei „willkürlich und vollkommen ungerechtfertigt“. Moody’s schaue nur zurück und sehe nicht, welche Fortschritte die Bank gemacht habe. Die Citigroup gehörte zu den Instituten, die vom amerikanischen Steuerzahler während der Finanzkrise 2008 gerettet werden mussten. Die Aktion der Ratingagentur kam allerdings nicht unvorhergesehen. Moody’s hatte im Februar angekündigt, die Großbanken unter die Lupe zu nehmen und damals selbst mögliche Spannbreiten für eine Abstufung genannt. (dpa-AFX)

Spaniens Banken brauchen bis zu 62 Milliarden Euro

Die angeschlagenen spanischen Banken brauchen für ihre Rettung bis zu 62 Milliarden Euro. Dies geht aus zwei Gutachten der Beratungsunternehmen Oliver Wyman und Roland Berger hervor. Die Euro-Finanzminister signalisierten laut Diplomaten am Donnerstag bei ihrem Treffen in Luxemburg, mit Notkrediten helfen zu wollen. Die Eurogruppe hatte bereits vor knapp zwei Wochen den spanischen Banken Unterstützung im Umfang von bis zu 100 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Der offizielle Antrag für die Notkredite steht aber noch aus.

Wirtschaftsminister Luis de Guindos sagte am Rande der Beratungen mit seinen Amtskollegen, das offizielle Gesuch werde erst in den nächsten Tagen gestellt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte den Finanzbedarf der spanischen Banken auf mindestens 40 Milliarden Euro geschätzt. Ökonomen sprachen von 60 bis 80 Milliarden Euro. (dpa-AFX)

BMW im Clinch mit Peugeot über Hybrid-Partnerschaft

BMW und Peugeot wollen ihre gerade gestartete Partnerschaft bei Hybridantrieben wieder auflösen und befinden sich deshalb im Streit. BMW will die von PSA Peugeot Citroen gehaltenen Geschäftsanteile kostenlos zurückhaben und spekuliert auf Zuzahlungen der ausstiegswilligen Franzosen. „BMW hat bisher höhere Investitionen getätigt“, sagte ein BMW-Sprecher am Donnerstag in München. Im Rahmen der Verhandlungen über den Ausstieg von PSA aus dem Gemeinschaftsunternehmen zur Produktion von Hybrid-Komponenten würden die bisher erbrachten Leistungen abgerechnet.

PSA hatte zuvor die Partnerschaft mit BMW bei der Entwicklung und Produktion von Komponenten für Hybrid-Autos in Frage gestellt, da sich der französische Konzern im Frühjahr mit dem amerikanischen Autobauer GM verbündet hat: „Es ist klar, dass die Allianz die Bedingungen unserer Partnerschaft (mit BMW) verändert“, sagte ein PSA-Sprecher. Damit ist die Auflösung der Kooperation faktisch nur noch Verhandlungssache. „Wir sprechen über die Konditionen des Ausstiegs von PSA, werden aber keine Zahlungen leisten“, sagte der BMW-Sprecher. „Wir überprüfen die Auswirkungen unserer Allianz mit GM auf das Gemeinschaftsunternehmen“, hieß es beim französischen PSA-Konzern, der schwer mit der Absatzflaute in Europa zu kämpfen hat. Im Frühjahr hatte die Opel-Mutter GM ihren Einstieg bei PSA angekündigt, um die Kosten zu drücken: Beide Unternehmen wollen unter anderem beim Einkauf für Mittelklasse-Fahrzeuge und Kleinwagen kooperieren, 2016 soll erstmals ein Auto auf Basis einer gemeinsamen Architektur von den Bändern rollen. (Reuters)

E-Plus-Mutter KPN will Belgien-Geschäft verkaufen

Der niederländische Telekomkonzern KPN will ab Juli einen Käufer für sein belgisches Mobilfunkgeschäft suchen. Dann beginnt der Verkaufsprozess für die Sparte, die den gleichen Namen trägt wie die deutsche Konzernmarke Base. Dies teilte KPN am Donnerstag in Den Haag mit. Mit der Sache vertraute Personen hatten den Wert des Belgien-Geschäfts laut der Nachrichtenagentur Bloomberg zuvor auf 1,8 Milliarden Euro beziffert. KPN versucht eine feindliche Übernahmeofferte des mexikanischen Konzerns América Móvil abzuwehren. Erst am Mittwoch hatte KPN vorerst den Plan aufgegeben, seine deutsche Tochter E-Plus mit dem Konkurrenten O2 zu verschmelzen, der zum spanischen Telekomkonzern Telefónica gehört. Den Angaben zufolge standen die Turbulenzen an den Finanzmärkten einer Vereinbarung im Weg. Das KPN-Management habe verschiedene Optionen geprüft, vor allem mögliche Synergieeffekte auf dem deutschen Markt, hieß es. Den Namen O2 nannte das Unternehmen dabei allerdings nicht.

Telefónica hatte vor wenigen Wochen angekündigt, ihre deutsche Tochter O2 möglicherweise an die Börse zu bringen. Der spanische Konzern benötigt dringend Geld, um seinen hohen Schuldenberg abzubauen. Den Niederländern sitzt dagegen ein neuer Großaktionär im Nacken. Gegen den Willen des Managements will der mexikanische Konzern América Móvil bis zu 28 Prozent an KPN erwerben. Am Donnerstag hatte sich der von dem mexikanischen Investor kontrollierte Mobilfunkkonzern América Móvil nach eigenen Angaben die Kontrolle über knapp 21 Prozent an KPN angeeignet. Damit stockte Slim seine Beteiligung binnen eines Tages von 8,7 Prozent an dem niederländischen Ex-Monopolisten auf. Seinen Aktionären empfahl der KPN-Vorstand, nicht auf die 3,25 Milliarden Dollar schwere Offerte einzugehen. Das Unternehmen sei deutlich mehr wert als die gebotenen 8 Euro je Aktie. (dpa/Reuters)

Bayer erleidet für Xarelto Rückschlag in den Vereinigten Staaten

Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern Bayer darf sein neues Thrombose-Mittel Xarelto vorerst in den Vereinigten Staaten nicht für Herzpatienten auf den Markt bringen. Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA sprach sich nach Angaben des Bayer-Kooperationspartners Johnson & Johnson gegen die Zulassung der Tablette zur Behandlung von Patienten mit der Herzkrankheit ACS aus. Bayer kündigte am späten Donnerstagabend an, zusammen mit dem Kooperationspartner die Fragen der FDA zu beantworten. Man habe „großes Vertrauen in die Sicherheit und Wirksamkeit“ von Xarelto in dieser Indikation, sagte der Entwicklungschef der Bayer-Gesundheitssparte, Kemal Malik. ACS - das akute Koronarsyndrom - entsteht, wenn Blutgerinnsel Herzkranzarterien blockieren und so die Blutversorgung des Herzens vermindern. Dies kann zu tödlichen Herzinfarkten führen. Rund eine Million Menschen werden jedes Jahr in den Vereinigten Staaten wegen ACS ins Krankenhaus eingeliefert.

Bayer traut der Tablette - alle Einsatzgebiete zusammengenommen - weltweite Umsätze von mehr als 2 Milliarden Euro zu. Größtes Therapiefeld für Xarelto ist die Verhinderung von Schlaganfällen bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen. Hierfür ist die Arznei bereits in den Vereinigten Staaten und in Europa zugelassen. Auch als Mittel zur Verhinderung von gefährlichen Thrombosen nach größeren orthopädischen Operationen darf Xarelto in Europa und in den Vereinigten Staaten gegeben werden. Ein Beratergremium der FDA hatte sich Ende Mai gegen die Zulassung der Tablette zur Behandlung von ACS ausgesprochen. Normalerweise folgt die Behörde den Empfehlungen ihrer Beratergremien, an den Rat der Experten ist sie aber nicht gebunden. Bayer hat Xarelto zusammen mit Johnson & Johnson entwickelt, der amerikanische Konzern hält die Rechte in den Vereinigten Staaten. (Reuters)

RWE begibt Hybridanleihe

Der Energiekonzern RWE hat eine weitere Hybridanleihe plaziert. Eine im März 2012 plazierte Anleihe über 500 Millionen Dollar (394 Millionen Euro) sei um weitere 500 Millionen Dollar aufgestockt worden, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Essen mit. Hybridanleihen sind eine Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital und bieten einen höheren Kupon als normale Anleihen. Der RWE-Hybrid hat eine Laufzeit bis 2072 und einen Kupon von 7,0 Prozent bei einem Ausgabekurs von 101,63 Prozent. Konsortialbanken waren Goldman Sachs, JP Morgan und Nomura.

Die Anleihe ist Teil eines Hybridprogramms des Unternehmens im Volumen von insgesamt 2 Milliarden Euro. Es wurde bereits zu einem Großteil umgesetzt. So hat RWE im Frühjahr bereits einen Bond über 500 Millionen Dollar und einen über 750 Millionen Pfund Sterling begeben. In den vergangenen beiden Jahren gab es zudem eine Anleihe über 250 Millionen Schweizer Franken und eine über 250 Millionen Dollar. (dpa-AFX)

Irische Regierung zweifelt an Aer-Lingus-Übernahme durch Ryanair

Der irische Billigflieger Ryanair stößt mit seinem Übernahmeversuch für den Konkurrenten Aer Lingus bei der heimischen Regierung abermals auf Bedenken. „Wir müssen prüfen, ob es eine gute Idee ist, einer Fluggesellschaft oder einem Bündnis von Fluglinien ein Monopol auf den Strecken von und nach Irland zu gewähren“, sagte Irlands Verkehrsminister Leo Varadkar am Donnerstag dem irischen Sender RTE. Die Wettbewerbsregeln von Irland, EU oder möglicherweise Großbritannien könnten das Vorhaben von Ryanair stoppen. 2007 hatte die EU-Kommission den ersten Übernahmeversuch verhindert. Der irische Staat hält noch ein Viertel der Aer-Lingus-Aktien. Die Regierung will am 26. Juni über die Offerte beraten.

Ryanair bietet 1,30 Euro für jede Aktie der einstigen Staatsfluglinie - weniger als halb so viel wie beim ersten Versuch. Das Gebot bewertet Aer Lingus mit knapp 700 Millionen Euro. Ryanair setzt darauf, dass der hochverschuldete Staat seinen Anteil verkaufen muss. Varadkar betonte allerdings, dass Irland einen „guten Preis“ erzielen wolle. Alleine der Bargeldbestand von Aer Lingus sei höher als die Offerte von Ryanair. Der Billigflieger ist seit dem ersten Übernahmeversuch vor mehr als fünf Jahren bereits mit knapp 30 Prozent an Aer Lingus beteiligt. (dpa-AFX)

 


 

Wirtschaftsnachrichten

Rettungsfonds ESM kann nicht zum 1. Juli starten

Der geplante dauerhafte Euro-Rettungsschirm ESM kann trotz einer Einigung der Bundesregierung mit SPD und Grünen nicht wie geplant am 1. Juli starten. Hintergrund sind angekündigte Eilanträge beim Bundesverfassungsgericht gegen den ESM sowie gegen den Fiskalpakt. Die Richter mahnten am Donnerstag zur Prüfung ausreichend Zeit an und baten Bundespräsident Joachim Gauck, die Gesetze vorerst nicht zu unterzeichnen. Das Präsidialamt kündigte an, Gauck wolle dieser Bitte nachkommen. Nach der für den 29. Juni geplanten Ratifizierung durch Bundestag und Bundesrat wäre den Verfassungsorganen für die Prüfung nur ein Tag Zeit geblieben, um ein pünktliches Inkrafttreten sicherzustellen. Die EU peilt als Starttermin für den ESM nun den 9. Juli an.

Hintergrund sind Verzögerungen bei der Ratifizierung auch in anderen Ländern. Die schwarz-gelbe Koalition und SPD und Grüne machten derweil nach wochenlangen Verhandlungen den Weg für eine Ratifizierung im Bundestag frei. Dazu verständigten sie sich auf einen „Pakt für nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung“, der am Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedet werden soll. Unions-Fraktionschef Volker Kauder zeigte sich zuversichtlich, dass sich am Sonntag der Bund auch mit den Ländern verständigen wird. Wegen der erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheiten in Bundestag und Bundesrat ist die Koalition auf Stimmen der Opposition angewiesen. Während SPD und Grüne beide Vorhaben nun mittragen, will die Linksfraktion sie per Eilantrag stoppen. (Reuters)

Troika soll ab Montag Griechenland prüfen

Nach der Regierungsbildung in Athen wird der Rettungsfonds EFSF Griechenland bis Ende des Monates eine weitere Milliarde Euro aus dem laufenden Rettungsprogramm überweisen. Das gab Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker nach einem Finanzministertreffen am Donnerstagabend in Luxemburg bekannt. Das Geld stammt aus einer bereits im Mai bewilligten Tranche von 5,2 Milliarden Euro, von denen ein Teil bislang auf Eis gelegt worden war.

Die Troika-Experten der Europäischen Zentralbank, der EU-Kommission und des Internationalen Währungsfonds würden am Montag in Athen mit der Prüfung der Programmumsetzung beginnen. Erst wenn die Daten über die Rückstände vorlägen, werde das weitere Vorgehen beschlossen, sagte Juncker. Die griechischen Regierungsparteien hoffen auf einen Aufschub bei der Erreichung der Sparvorgaben um zwei Jahre. Das sei am Donnerstag aber nicht diskutiert worden, sagte Juncker. EU-Währungskommissar Olli Rehn sagte, die ausreichende Finanzierung Athens bis zu einer neuen Vereinbarung über das Rettungsprogramm „sollte kein Problem sein“. (dapd)

Italien droht Defizitziel für 2012 zu verfehlen

Italiens Staatsverschuldung läuft aus dem Ruder. Das Euro-Mitgliedsland werde sein Defizitziel in diesem Jahr von 1,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verfehlen, warnte Gianfranco Polillo, Staatssekretär im Finanzministerium, am Donnerstag im Unterhaus des Parlaments. Aus diesem Grund seien zusätzliche Einsparungen von 4 Milliarden Euro erforderlich.

Italien ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone und steht zunehmend im Fokus der Finanzmärkte. Das Land steckt mitten in der Rezession und muss wegen des mangelnden Vertrauens der Investoren immer mehr Geld für seine Schuldenaufnahme zahlen. (Reuters)

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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