Unternehmensnachrichten
Der weltgrößte amerikanische Softwarekonzern Microsoft verstärkt sich mit einem milliardenschweren Zukauf. Für die Übernahme des sozialen Netzwerks Yammer lege Microsoft 1,2 Milliarden Dollar in bar auf den Tisch, teilte das Unternehmen am Montag mit. Mit dem vor vier Jahren gegründeten Dienst lassen sich Kontakte innerhalb von Unternehmen pflegen.
Mit der Übernahme kann Microsoft seinen Firmenkunden Dienstleistungen bieten, die denen des weltgrößten sozialen Netzwerks Facebook ähneln. Yammer soll in die Microsoft-Sparte Office integriert werden. Das Netzwerk hat 5 Millionen Nutzer. Die Microft-Aktie gab im späten amerikanischen Handel mehr als 3 Prozent nach. Microsoft gehört ein kleiner Anteil an Facebook. (Reuters)
Moody’s senkt Bonitätsnoten für 28 spanische Banken
Die Ratingagentur Moody’s hat nun auch spanischen Banken schlechtere Bonitätsnoten verpasst. Betroffen von der Herunterstufung seien 28 Geldhäuser des Euro-Mitgliedslands, teilte die Agentur am Montag mit. Die Bewertungen seien um eine bis vier Stufen gesenkt worden. Das Langfrist-Rating der Großbank Banco Santander wurde von „A3“ auf „Baa2“ reduziert und darüber hinaus auf eine weitere Herabstufung geprüft. Die Agentur hatte Spaniens Kreditwürdigkeit im Juni gleich um drei Stufen herabgestuft.
Moody’s hatte Mitte Juni mit dem in der Finanzbranche befürchteten Rundumschlag begonnen. Im Februar hatte Moody’s mitgeteilt, wegen der lahmen Wirtschaft und der Flaute auf den Kapitalmärkten 114 Banken und Versicherer zu überprüfen. Moody’s hatte ihr Vorhaben unter anderem mit der schwachen Wirtschaftsentwicklung in Europa und den mauen Aussichten auf den Kapitalmärkten begründet. (Reuters)
Credit Suisse streicht Stellen im Investmentbanking
Die Schweizer Großbank Credit Suisse tritt offenbar auf die Kostenbremse. Das in Zürich ansässige Geldhaus streiche bis zu 30 Prozent der leitenden Stellen im Investmentbanking in Europa, sagten drei mit den Plänen vertrauten Personen am Montag.
Von dem Vorhaben seien 60 Führungskräfte betroffen. Mit den Kündigungen solle im Juli begonnen werden. Banken weltweit bekommen derzeit die strengere Regulierung und die Schwäche an den Märkten zu spüren. (Reuters)
Qiagen kauft in den Vereinigten Staaten hinzu
Deutschlands größter Biotechkonzern Qiagen stellt sein Geschäft mit Molekulardiagnostik auf eine breitere Basis. Qiagen hat dazu das amerikanische Unternehmen Intelligent Bio-Systems übernommen, wie der Konzern am Montagabend mitteilte. Die Firma aus den Vereinigten Staaten hat ein Gerät zur Genanalyse entwickelt. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht bekannt.
Zudem geht Qiagen eine strategische Kooperation mit dem Walldorfer Softwarelieferanten SAP ein, um Datenanalysen schneller umsetzen zu können. Qiagen rechnet damit, dass die geplanten Investitionen den bereinigten Gewinn pro Aktie um ungefähr einen amerikanischen Cent für das Gesamtjahr 2012 und um ungefähr zwei amerikanische Cent für das Jahr 2013 verschlechtern werden. 2014 sollen sie dann einen positiven Beitrag zum Gewinn je Aktie leisten. (Reuters)
Pfizer und Bristol-Myers erleiden Rückschlag bei Thrombose-Mittel
Die beiden amerikanischen Pharmakonzerne Pfizer und Bristol-Myers Squibb haben bei ihrem gemeinsam entwickelten Thrombose-Mittel einen Rückschlag erlitten. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA verlangte am Montag von den Unternehmen noch weitere Informationen, bevor sie dem Bayer-Konkurrenzmittel Eliquis die Zulassung für die Schlaganfallprophylaxe bei Patienten mit Vorhofflimmern erteilen will. Neue Studien fordert die Behörde indes nicht.
Anleger reagierten enttäuscht: Die Pfizer-Aktie fiel an der Wall Street bis zum Mittag um 1,4 Prozent, die Bristol-Myers-Papiere sogar um gut 4 Prozent. Eliquis ist ein Konkurrenzprodukt zu Xarelto des Leverkusener Pharma- und Chemiekonzerns Bayer und zu Pradaxa von Boehringer Ingelheim. Die amerikanischen Pharma-Giganten, Bayer und Boehringer liefern sich einen harten Wettbewerb um die beste Startposition im Wachstumsmarkt für die neue Generation von Gerinnungshemmern. Analysten trauen den modernen Pillen zur Schlaganfall-Vorbeugung viel zu: Auf 10 bis 20 Milliarden Dollar schätzen Experten das jährliche Umsatzpotenzial. (Reuters)
Wells Fargo kauft von West LB 6 Milliarden Dollar schweres Kreditportfolio
Die europäische Bankenkrise eröffnet amerikanischen Instituten viele Möglichkeiten, auf dem alten Kontinent auf Einkaufstour zu geben. Nun griff Wells Fargo bei der vor ihrer Zerschlagung stehenden West LB zu: Die amerikanische Bank kauft ein Kreditportfolio im Volumen von 6 Milliarden Dollar, das größtenteils Finanzierungszusagen an amerikanische Beteiligungsunternehmen und Immobilienfonds enthält.
Erst in der vergangenen Woche waren zwei ähnliche Transaktionen angekündigt worden. Die New Yorker Citigroup übernimmt einen Teil des Schiffkreditportfolios der französischen Société Générale und die Commerzbank-Tochter Eurohypo verkauft ein 760 Millionen Dollar schweres Portfolio mit amerikanischen Immobilienkrediten an US Bancorp, Wells Fargo Bank und die Beteiligungsgesellschaft Blackstone. Viele europäische Banken trennen sich von Vermögenswerten, um Kapital aufzunehmen und ihre Bilanz angesichts der Wirtschaftskrise in der Euro-Zone zu stärken. Die in Kalifornien beheimatete Wells Fargo hat bereits von der französischen Großbank BNP Paribas, Allied Irish Banks und Bank of Ireland Kreditbestände aufgekauft. (Dow Jones)
LBBW stellt Investments in Lebensmittel ein
Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) verzichtet bei ihren Produkten künftig auf Investments in Agrarrohstoffe wie Mais, Weizen, Soja und Kakao. „Damit reagieren wir auf die öffentliche Diskussion, inwieweit Investments in Nahrungsmittel ethisch vertretbar sind“, erläuterte ein LBBW-Sprecher am Montag. Deshalb würden die beiden Fonds „LBBW Rohstoffe 1“ und „LBBW Rohstoffe 2 LS“ mit einem Gesamtvolumen von rund 645 Millionen Euro (1. Quartal 2012) entsprechend umgestellt. Im Portfolio der Fonds machten Agrarrohstoffe allerdings ohnehin nur einen kleinen Teil aus, sagte der Sprecher weiter.
Künftig würden sich die Fonds ganz auf Rohstoffe wie Metalle, Öl und Gas konzentrieren, hieß es. Die Fonds sollen vorbehaltlich der aufsichtsrechtlichen Zulässigkeit ab Jahresende ohne Agrarrohstoff-Investments angeboten werden. Der 2008 aufgelegte „LBBW Rohstoffe 1“ galt als erster Rohstoff-Fonds nach deutschem Recht. Er sollte vierteljährlich in die zehn aussichtsreichsten Rohstoffe investieren. (dpa-AFX)
TAG Immobilien platziert Wandelschuldverschreibungen über 85 Millionen Euro
TAG Immobilien hat Wandelschuldverschreibungen in zweistelliger Millionen-Euro-Höhe platziert. Insgesamt seien nicht nachrangige und nicht besicherte Wandelschuldverschreibungen über 85,3 Millionen Euro an nationale und internationale institutionelle Investoren außerhalb der Vereinigten Staaten plaziert worden, teilte das im S-Dax notierte Immobilien-Unternehmen am Montagabend mit.
Mit dem Erlös soll vor allem ein Verkäuferdarlehen, das aus der Übernahme der DKB Immobilien AG stammt, zurückgezahlt werden. Zudem könnten zukünftige Zukäufen damit finanziert werden. Die Schuldverschreibungen hätten eine Laufzeit von sieben Jahren und seien in 9,6 Millionen Stückaktien der TAG wandelbar. TAG Immobilien wird von Index-Experten als M-Dax-Aufsteiger gehandelt, sollte in Kürze Rhön-Klinikum durch Fresenius übernommen werden. Zwei Tage vor Ablauf der Annahmefrist des Übernahmeangebots für Rhön Klinikum sind Fresenius knapp 30 Prozent der Aktien angedient worden. (dpa-AFX)
Steag verkauft Beteiligung an Brennelemente-Zwischenlager Ahaus an GNS
Die Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) übernimmt vom Energiekonzern Steag die restlichen Anteile an der Betreibergesellschaft des Brennelemente-Zwischenlagers Ahaus (BZA). Steag trenne sich zum 1. Juli von seiner 45-Prozent-BZA-Beteiligung, teilte die Steag Energy Services am Montag in Essen mitteilte. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Die GNS gehört den Energieunternehmen Eon, RWE, ENBW und Vattenfall Europe. Sie hält bereits die anderen Anteile.
„Die Beteiligung an der BZA war keine strategische Beteiligung für Steag“, sagte eine Firmensprecherin. Die Steag GmbH als Muttergesellschaft von Steag Energy Services ist mehrheitlich im Besitz eines Konsortiums von Stadtwerken aus dem Ruhrgebiet. Das Zwischenlager für radioaktiven Abfall im westfälischen Ahaus wurde 1992 in Betrieb genommen. (dpa-AFX)
Samsung erhält Milliarden-Auftrag für Kraftwerk in Kasachstan
Das südkoreanische Unternehmen Samsung Engineering hat nach eigenen Angaben den Zuschlag für einen milliardenschweren Auftrag in Kasachstan erhalten. Samsung baue bis 2018 ein Wärmekraftwerk im südlichen Balchasch, teilte das Unternehmen am Dienstag in Seoul mit.
Demnach ist der Vertrag 2,1 Milliarden Dollar (rund 1,7 Milliarden Euro) wert. Die frühere Sowjetrepublik besitzt riesige Vorkommen fossiler Brennstoffe. (AFP)
Dell erhöht Gebot für Softwareschmiede Quest
Im Milliarden-Rennen um die Übernahme des amerikanischen Softwarekonzerns Quest erhöht Dell Kreisen zufolge den Einsatz. Der PC-Hersteller habe sein Gebot auf 2,32 Milliarden Dollar erhöht, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Quest teilte mit, es sei eine Offerte über 27,50 Dollar pro Aktie in bar eingegangen. Den Namen des Bieters wollte das Unternehmen nicht nennen. Dell wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Neben Dell hat eine Investorengruppe um die Beteiligungsgesellschaft Insight Venture Partners Interesse an dem Unternehmen.
An der Börse wurde offenbar auf ein höheres Gebot spekuliert: Die Quest-Aktie ging mit einem Plus von 5,6 Prozent aus dem Handel. Dell verlor dagegen 2,1 Prozent. Im März hatte der Software-Konzern bereits einer Übernahme durch Insight für 2 Milliarden Dollar oder 23 Dollar je Aktie zugestimmt. Allerdings erhielt das Software-Unternehmen danach weitere Angebote - das Rennen war wieder offen. Dell macht wie anderen PC-Herstellern der Trend zu mobilen Geräten wie dem iPad von Apple zu schaffen. Der zweitgrößte amerikanische PC-Hersteller will daher sein Geschäft breiter aufstellen. (Reuters)
Société Générale will weiter 4,9 Milliarden Euro von Kerviel
Im Berufungsprozess um einen der größten Spekulationsverluste aller Zeiten beharrt die französische Großbank Société Générale auf ihrer gigantischen Schadenersatzforderung. Der ehemalige Mitarbeiter Jérôme Kerviel müsse abermals zur Zahlung von 4,9 Milliarden Euro verurteilt werden, plädierte das Unternehmen nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP am Montag vor Gericht. Dass Kerviel die Summe nie werde aufbringen können, spiele keine Rolle.
Kerviel war bereits in erster Instanz dazu verurteilt worden, den von ihm angerichteten Schaden in Höhe von 4,9 Milliarden Euro zu ersetzen. Zudem verhängten die Richter 2010 fünf Jahre Haft, drei davon ohne Bewährung. Kerviel legte Einspruch gegen das Urteil ein. Er ist der Ansicht, dass sein früherer Arbeitgeber von seinen Spekulationsgeschäften wusste und sie tolerierte. Die Société Générale bestreitet dies und wirft dem heute 35 Jahre alten Mann kriminelle Vertuschungsmanöver vor. Das Urteil wird erst nach der Sommerpause erwartet. (dpa-AFX)
Deka bietet künftig auch Investment-Zertifikate
Die Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka wird einem Zeitungsbericht zufolge in Kürze Investment-Zertifikate anbieten. „Die Deka wird noch stärker das zentrale Wertpapierhandelshaus der Sparkassen“, sagte Georg Fahrenschon, Deka-Verwaltungsratsvorsitzender und Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Dienstagsausgabe) laut Vorabbericht.
Bisher hatten Landesbanken das verhindert. Die Sparkassen haben aber vor einem Jahr die Deka-Anteile der Landesbanken übernommen. Einen neuen Vorstandsvorsitzenden für den im April entlassenen Franz Waas will Fahrenschon bis Mitte August finden. (Reuters)
ARD und ZDF kündigen Verträge mit Kabelnetz-Betreibern
ARD und ZDF wollen nicht mehr für die Verbreitung ihrer Programme durch die großen Kabelnetzbetreiber zahlen und haben die Verträge gekündigt. Das Umfeld habe sich geändert, weshalb die Zahlung von Einspeisegebühren nicht länger zu rechtfertigen sei, begründeten ARD und ZDF die Kündigung. Die Verträge mit Kabel Deutschland, Unitymedia und Kabel BW laufen nun per Ende des Jahres aus. „Die Einspeisegebühr ist historisch überholt“, sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut. Die Regelung stamme aus der Zeit, als die ehemalige Bundespost die Infrastruktur mit Unterstützung der Programmveranstalter aufgebaut habe, so die Intendantin des für die ARD in dieser Frage federführenden MDR, Karola Wille.
Überraschend kommt die Kündigung nicht - ARD und ZDF hatten bereits vor einiger Zeit damit gedroht. ZDF-Intendant Bellut sagte, bereits beim Abschluss der jetzt gekündigten Verträge im Jahr 2008 habe das ZDF mitgeteilt, es werde nach Ablauf nicht mehr weiter für die Kabelverbreitung seiner Programme zahlen. Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten habe „dementsprechend für die Gebührenperiode ab 2013 auch keine Finanzmittel für die Kabelverbreitung der ZDF-Angebote für die Gebührenbemessung kalkuliert“. (Dow Jones)
Wirtschaftsnachrichten
Zypern will unter Euro-Rettungsschirm
Zypern flüchtet als fünftes Land unter den Euro-Rettungsschirm. Der Inselstaat bittet seine europäischen Partner um Hilfe aus den Krisenfonds EFSF oder ESM, wie die Regierung am Montag mitteilte. Als Begründung verwies Zypern auf die Auswirkungen der Griechenland-Krise. Die Banken beider Länder sind stark miteinander verflochten. Kurz zuvor hatte die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit Zyperns herabgestuft und auf Ramsch-Niveau gesetzt.
Zypern ist nach Griechenland, Irland, Portugal und Spanien das fünfte Euro-Mitglied, das ein Rettungsprogramm braucht. Die drittkleinste Volkswirtschaft im Währungsraum übernimmt am 1. Juli den EU-Ratsvorsitz. Die Entscheidung, unter den Rettungsschirm zu schlüpfen, war an den Finanzmärkten erwartet worden und galt zuletzt nur noch als Frage der Zeit. Wie die Online-Ausgabe der „Financial Times Deutschland“ (FTD) am Montag mit Bezug auf Euro-Kreise berichtet, strebt das Land allerdings ein komplettes Hilfsprogramm an und nicht nur wie Spanien eine Unterstützung bei der Rekapitalisierung des Bankensektors. Ein volles Hilfsprogramm über mehrere Jahre könnte laut „FTD“ eine Größenordnung von 10 Milliarden Euro erreichen. (dpa-AFX)
