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Medienschau Japan fällt in Deflation zurück - Ungarns Kreditwürdigkeit nur noch Ramsch

 ·  Die Nachrichtenlage gestaltet sich am Freitagmorgen noch relativ ruhig. Negativ zu werten sind allerdings der Rückfall Japans in die Deflation sowie die Rückstufung der ungarischen Kreditwürdigkeit auf Ramschniveau durch Moody´s. Auf Unternehmensebene hat der Kupferkonzern Aurubis das Gewinnziel deutlich übertroffen. Singulus bestätigt die Prognosen und KWS startet mit einem deutlichem Umsatzplus ins Geschäftsjahr.

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Unternehmensnachrichten

Australisches Kultbier Fosters geht an SABMiller

Eine der größten Übernahmen auf dem internationalen Biermarkt ist praktisch perfekt: Die australische Regierung gab am Freitag grünes Licht für die Übernahme des legendären Bierbrauers Fosters durch den Rivalen SABMiller plc.. SABMiller ist einer der größten Bierbrauer der Welt mit Aktivitäten auf allen Kontinenten. Zum Portfolio gehören Pilsner Urquell und Grolsch.

Fosters geht für rund 10,8 Milliarden australische Dollar (7,9 Milliarden Euro) an den Konkurrenten, sagte der Fosters-Manager für Investorenbeziehungen, Chris Korr. SABMiller zahle 5,40 Dollar für jede der rund zwei Milliarden Aktien. Die Angaben über den Wert der Transaktion variieren nach seinen Angaben, weil manche Analysten die Schulden mit einrechnen, die SABMiller übernimmt.

Der australische Finanzminister Wayne Swan verband sein Okay mit Bedingungen: Unter anderem muss das Bier weiter in Australien gebraut werden und SABMiller muss „das Portfolio der Fosters-Kultmarken erhalten“, wie der Minister mitteilte. Fosters braut unter anderem Crown Lager und Carlton Draught und hat die australischen Rechte an Asahi, Corona und Stella Artois. SABMiller, in London und Johannesburg gelistet, machte im Geschäftsjahr 2010 (31.3.2011) Vorsteuergewinne von 4,5 Milliarden Dollar. (dpa)

HVB will Kreditvergabe um ein Fünftel zurückfahren

Die HypoVereinsbank (HVB) will in den kommenden Jahren ihre Bilanz und damit die Kreditvergabe um ein Fünftel zurückfahren. „Unser Ziel ist, die Risikoaktiva von derzeit gut 100 Milliarden Euro bis 2015 um 20 Milliarden Euro zu senken“, sagte Vorstand Lutz Diederichs der „Financial Times Deutschland“ (Freitagsausgabe) laut Vorabbericht. Die Ära der ständig steigenden Gewinne sei zu Ende, fügte er hinzu. „Wir planen auf der Basis des aktuellen historischen Höchststands für die nächsten Jahre ein stabiles Vorsteuerergebnis“. (Reuters)

Air Berlin sucht nach möglichen Investoren

Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin sucht einem Pressebericht zufolge einen finanzstarken Partner. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ vom Freitag berichtete, nahm der neue Firmenchef Hartmut Mehdorn bereits Kontakt zu möglichen neuen Investoren auf. Demnach fanden bereits Gespräche mit mehreren möglichen Interessenten statt, darunter Etihad Airways aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und die HNA Group aus China. Nach Informationen der „SZ“ ist ein Verkauf eines beträchtlichen Aktienpakets nicht ausgeschlossen. Air Berlin wollte demnach keinen Kommentar abgeben.

Das Geschäft der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft lief in den vergangenen Jahren nicht sonderlich gut, seit 2008 schreibt Air Berlin rote Zahlen. Unternehmenschef Joachim Hunold trat zum 1. September zurück, Interims-Nachfolger ist derzeit der ehemalige Deutsche-Bahn-Chef Mehdorn. (AFP)

Kupferkonzern Aurubis hat Gewinnziel deutlich übertroffen

Europas größter Kupferkonzern Aurubis hat dem scheidenden Unternehmenschef Bernd Drouven zufolge sein Gewinnziel für das Geschäftjahr 2010/2011 (Ende September)übertroffen. „Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir ein deutlich besseres Ergebnis erzielt als Anfang des Jahres prognostiziert“, sagte Drouven dem „Handelsblatt“ (Freitagausgabe). Der Vorsteuergewinn liege deutlich über dem Vorjahreswert von 260 Millionen Euro. Aurubis hatte ein Ergebnis über Vorjahr in Aussicht gestellt.

Für 2012 erwarte er ein „stabiles Geschäft“, sagte Drouven, der zum Jahreswechsel von Vorstand Peter Willbrandt an der Konzernspitze abgelöst wird. Drouven hatte im Frühsommer angekündigt, seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Dahinter wurden Meinungsverschiedenheiten mit Hauptaktionär Salzgitter über die Expansionspläne vermutet. Beide Unternehmen haben dies jedoch dementiert. Drouven selbst sprach im September von „persönlichen Gründen“.

Auch unter der neuen Führung werde das Unternehmen weiter Ausschau nach Übernahmezielen halten, sagte Drouven. „Wir schauen uns eine Reihe von Projekten parallel an.“ Mögliche Ziele wollte er nicht nennen. Im September hatte Drouven angekündigt, dass nach dem Kauf der Walzproduktsparte der in London ansässigen Luvata-Gruppe die nächste Erweiterung in Übersee stattfinden solle. (Reuters)

Singulus erwartet starkes Schlussquartal im Blu-ray-Geschäft -Prognose bestätigt

Der Spezialmaschinenbauer Singulus rechnet in seinem Blu-ray-Geschäft mit einem starken Schlussquartal. Das Unternehmen spüre die positive Marktentwicklung, teilte die im TecDax notierte Gesellschaft am Freitag in Kahl am Main (Bayern) mit. Allein in den USA sei der Umsatz mit Blu-ray Discs im dritten Quartal um 58 Prozent gestiegen, die Branche rechne nun dank zahlreicher Sonderangebote mit einem starken Weihnachtsgeschäft. Singulus, das Maschinen zur Herstellung dieser Discs herstellt, rechnet deshalb mit neuen Aufträgen. Die Jahresziele habe die Sparte weitgehend erreicht.

Vor diesem Hintergrund bestätigte der Vorstand des lange mit Verlusten kämpfenden Unternehmens die Umsatzprognose, wonach mehr als 160 Millionen Euro erlöst werden sollen (Vorjahr 120 Millionen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll ebenso wie das Nettoergebnis im Gesamtjahr positiv sein. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen noch einen operativen Verlust von 80,2 Millionen Euro ausgewiesen. (dpa-AFX)

KWS startet mit deutlichem Umsatzplus ins Geschäftsjahr

Die KWS Saat AG ist mit einem Umsatzplus von rund 30 Prozent ins Geschäftsjahr 2011/2012 (30.6.) gestartet. Im ersten Quartal (Juli bis September) erzielte das Saatzuchtunternehmen vor allem mit Wintergetreide und Winterraps Einnahmen in Höhe von 91,1 Millionen Euro (71,1 Millionen im Vorjahreszeitraum). Das zu diesem Zeitpunkt übliche negative Betriebsergebnis habe sich um rund sechs Prozent aus minus 22,6 Millionen Euro verbessert, teilte ein Firmensprecher am Freitag in Einbeck mit. Die Hauptumsatzträger Mais und Zuckerrüben werden erst im Frühjahr angebaut. Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet die KWS einen Umsatz von rund 910 Millionen Euro (Vorjahr 855 Millionen) bei einer zweistelligen Rendite. (dpa-AFX)

Wirtschaftsnachrichten

Japans Kernverbraucherpreise im Oktober unter Vorjahresniveau

Die Jahresveränderungsrate der japanischen Kernverbraucherpreise ist im Oktober erstmals seit Juni wieder negativ gewesen. Wie die Regierung am Freitag mitteilte, unterschritten die Verbraucherpreise ohne die Preise unverarbeiteter Nahrungsmittel das Niveau von Oktober 2010 um 0,1 Prozent. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten diese Entwicklung richtig prognostiziert. Im September hatte die Kerninflationsrate noch plus 0,2 Prozent betragen. Für November kündigt sich eine Verschärfung der deflationären Tendenz an. Im Großraum Tokio sanken die Verbraucherpreise im laufenden Monat mit einer Jahresrate von 0,5 Prozent. Erwartet worden war ein Rückgang von 0,4 Prozent. (Dow Jones)

Moody’s stuft Ungarn auf Ramschstatus herunter

Die amerikanische Ratingagentur Moody’s hat Ungarns Kreditwürdigkeit auf Ramschniveau herabgestuft. Ungarische Staatsanleihen wurden von der Note Baa3 um eine Stufe auf Ba1 herabgesetzt, teilte Moody’s am Donnerstag mit. Die Agentur begründete den Schritt mit anhaltenden Zweifeln an der Fähigkeit des Landes, seine Finanzen nachhaltig in Ordnung zu bringen. Der Ausblick bleibe „negativ“.

Erst vor wenigen Tagen hatte Ungarn den Internationalen Währungsfonds und die EU-Kommission um finanzielle Unterstützung im Kampf gegen die Finanzkrise gebeten. Die ungarische Regierung betonte dabei, dass die Ersuchen um Hilfe „vorbeugend „ seien. Durch die Hilfeersuchen können IWF und EU nun offizielle Verhandlungen mit Budapest über eine Unterstützung aufnehmen. Ungarn gehört der Europäischen Union an, ist aber nicht Mitglied der Eurozone.

Das Land steht an den Finanzmärkten seit Wochen unter Druck. Die konservative Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban versicherte mehrfach, dass sie die Neuverschuldung unter drei Prozent der Wirtschaftsleistung drücken wolle. Zudem verwies sie darauf, dass die Gesamtverschuldung des Landes im vergangenen Jahr von 81 auf 73 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gesenkt worden sei. (dpa)

Deutschland: Preisauftrieb bei Einfuhren schwächt sich etwas ab

In Deutschland hat sich der Preisauftrieb von der Einfuhrseite im Oktober etwas abgeschwächt. Die Preise für Importgüter seien im Jahresvergleich um 6,8 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Im Vormonat hatte die Rate noch bei 6,9 Prozent gelegen. Erneut sei etwa die Hälfte des Preisanstiegs auf die Energiekomponente zurückgegangen, hieß es weiter.

Mit dem etwas schwächeren Preisauftrieb liegt die Teuerung deutlich unter dem Stand vom Jahresanfang, als die Raten bei fast 12 Prozent lagen. Auf Monatssicht fielen die Importpreise im Oktober den Angaben zufolge um 0,3 Prozent. Auf der Ausfuhrseite legte der Preisauftrieb unterdessen leicht zu. Die Jahresrate stieg im Oktober den Angaben zufolge von 2,9 Prozent im Vormonat auf 3,0 Prozent. Im Monatsvergleich gab das Preisniveau bei den Exporten um 0,2 Prozent nach. (dpa-AFX)

Bund und Länder erwarten für 2014 ausgeglichen Staatshaushalt

Die schwächere Konjunktur soll den Abbau des Staatsdefizits nicht bremsen. Darauf haben sich Bund und Länder im Arbeitskreis Stabilitätsrat geeinigt, wie das „Handelsblatt“ in seiner Freitagausgabe unter Berufung auf Angaben aus den Bundesländern berichtet. Nach 4,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Vorjahr soll die gesamtstaatliche Defizitquote demnach dieses Jahr auf rund 1 Prozent sinken. Damit wäre die Quote noch einen halben Punkt niedriger als im Sommer geschätzt. Statt 41,5 Milliarden Euro würden Bund, Länder, Gemeinden und Extrahaushalte des Bundes dieses Jahr nur 27,5 Milliarden Euro neue Kredite benötigen. Zu den Extratöpfen zählen etwa der Bankenrettungsfonds Soffin, der Investitions- und Tilgungsfonds und der Klimafonds. Trotz der besseren Startrampe soll der Gesamthaushalt erst ab 2014 nahezu ausgeglichen sein.

Deutlich langsamer als noch Sommer geplant sinkt jedoch die Schuldenquote des Staates, die 2010 auf den Rekordwert von 83,2 Prozent des BIP geschnellt war. Während die Sommerprojektion einen Rückgang der Quote bis 2015 auf 71 Prozent vorgesehen hatte, erwarten die Experten von Bund und Ländern nunmehr einen Rückgang auf 74,5 Prozent des BIP. 2015 soll 1 Prozent des BIP 28,7 Milliarden Euro entsprechen. (Dow Jones)

Forscher warnt vor Folgen des Klimawandels auf die Weltwirtschaft

Kurz vor Beginn der Weltklimakonferenz in Durban in Südafrika warnt der Klimaforscher Anders Levermann vor unvorhersehbaren Folgen des Klimawandels für die Weltwirtschaft. Unwetter wie Überschwemmungen oder Hitzewellen könnten Versorgungs- und Transportwege oder Stromnetze lahmlegen und damit Kettenreaktionen auslösen, sagte der Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) in einem Interview der Nachrichtenagentur dapd.

Die Verletzbarkeit von Infrastruktur und Gesellschaft werde noch nicht ausreichend verstanden. „Wenn beispielsweise der Containerhafen von Rotterdam durch eine Sturmflut zerstört wird, dann hat das Auswirkungen auf der ganzen Welt“, sagte Levermann. Er verwies auch auf den neuen Bericht des Weltklimarats IPCC, der zeigt, dass das Risiko für Unwetter wie Überflutungen oder Hitzewellen mit dem voranschreitenden Klimawandel steigen. (dapd)

Arbeitgeber mahnen zur Vorsorge für einen Abschwung

Die Arbeitgeber halten an ihrer Forderung nach einer Verlängerung der Sonderregeln für die Kurzarbeit fest. „Für den Fall einer nicht auszuschließenden neuen Krise muss weiterhin die sofortige Handlungsfähigkeit gewährleistet sein, um Beschäftigung zu sichern“, sagte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt dem „Handelsblatt“ (Freitagausgabe). Anstelle der bisherigen Regelung solle eine Verordnungsermächtigung für die Bundesregierung geschaffen werden, mit der das Kurzarbeitergeld kurzfristig aktiviert werden könne. Die Sonderregeln laufen spätestens Ende März 2012 aus. Das Arbeitsministerium lehnt eine Verlängerung bislang ab. (dapd)

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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