Unternehmensnachrichten
Nach Notlandung: Japans Airlines halten alle 787 am Boden
Die Pannenserie bei Boeings Prestigeflieger Dreamliner reißt nicht ab. Am Mittwoch musste eine Maschine in Japan wegen Rauchentwicklung in der Kabine notlanden. Daraufhin entschieden die beiden führenden japanischen Fluggesellschaften All Nippon Airways (ANA) und Japan Airlines, vorerst alle 787-Maschinen am Boden zu lassen und zu überprüfen. ANA kündigte an, die Flotte könne möglicherweise am Donnerstag wieder den Betrieb aufnehmen. JAL strich zunächst alle Flüge für Mittwoch. Japan ist bisher der größte Markt für den Dreamliner, ANA und JAL operieren 24 der 50 bisher ausgelieferten Maschinen.
Boeing wird derzeit von einer Serie von Zwischenfällen bei Dreamlinern erschüttert. In den vergangenen Tagen war der Airbus -Konkurrent mit zwei Treibstofflecks, einem Batteriefeuer, einem Kabelproblem, einer Bremsstörung sowie einem zersprungenen Cockpit-Fenster in den Schlagzeilen. „Ich denke, wir nähern uns dem Punkt, ab dem sie es als ernsthafte Krise betrachten müssen“, sagte Analyst Richard Aboulafia vom Luftfahrtbeobachter Teal Group. Bereits die Auslieferung der ersten Maschinen des Prestigeobjekts hatte sich wegen diverser Probleme um dreieinhalb Jahre auf Herbst 2011 verzögert. Seither drückt Boeing bei den Auslieferungen aufs Tempo. Einige Experten sehen in diesem Verhalten die Ursache für die Zwischenfälle. (Reuters)
Facebook verbessert Suchfunktion
Das weltgrößte Online-Netzwerk Facebook macht es einfacher, die vielen Informationen seiner mehr als einer Milliarde Nutzer zu durchstöbern. Gründer Mark Zuckerberg stellte am Dienstag im kalifornischen Menlo Park eine neue Suchfunktion vor. Anstelle der regulären Internetsuche solle diese Funktion Antworten auf spezielle Fragen liefern, sagte der Facebook-Chef. Als Beispiel für Anfragen nannte er „Fernsehserien, die meinen Freunden gefallen“ und „Fotos meiner Freunde aus 2009“. Damit greift Facebook verstärkt den Konkurrenten Google auf dessen Territorium an.
Bei den Ergebnissen sollen die Privatsphären-Einstellungen der Nutzer berücksichtigt werden. Es würden nur Ergebnisse angezeigt, die entweder als „öffentlich“ markiert oder mit dem jeweils Suchenden geteilt wurden. Somit sollen Nutzer nur die Ergebnisse sehen, die sie bereits an anderer Stelle in ihrem Facebook-Netzwerk auffinden könnten. Zunächst können Informationen über Kontakte, Fotos, Orte und Interessen durchsucht werden, weitere Kategorien sollen später folgen.
An der Funktion werde noch herumgeschraubt, sagte Zuckerberg. Sie steht daher vorerst nur wenigen englischsprachigen Nutzern aus Amerika zur Verfügung. Nach und nach soll sie für weitere Nutzer freigeschaltet werden.
Facebook war im Mai vergangenen Jahres an die Börse gegangen und sucht seitdem verstärkt nach Möglichkeiten, mit seinem beliebten Netzwerk Geld zu verdienen. Suchmöglichkeiten nach Filmen oder Restaurants, die die eigenen Kontakte empfehlen, könnten auch für Werbekunden interessant sein. Die Börsianer hatten jedoch offenbar mehr erwartet: Facebooks Aktien kosten gegen Ende der Präsentation mit 30,94 Dollar praktisch genauso viel wie davor. (dpa-AFX)
General Motors sieht 2013 moderaten Gewinnanstieg
Der amerikanische Autohersteller General Motors sieht trotz der Marktstärke in China und auf dem Heimatmarkt im laufenden Jahr lediglich nur einen moderaten Anstieg seiner Profitabilität. Finanzchef Dan Ammann sagte in Detroit, die Industrie werde zwar moderat wachsen mit einer Verbesserung in China und in den Vereinigten Staaten. Dieser Entwicklung stehe aber eine Schrumpfung auf dem europäischen Markt entgegen, so dass sich das Gesamtwachstum in Grenzen halten dürfte. In diesem Jahr will General Motors 25 neue oder aufgehübschte Fahrzeugmodelle auf den Markt bringen. (Dow Jones)
Deutsche Wohnen erhöht Kapital
Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen will sich mit einer Kapitalerhöhung frisches Geld beschaffen. Dazu sollten 14,6 Millionen neue Aktien mit einem Nennwert von einem Euro ausgegeben werden, teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit. Das entspricht circa zehn Prozent des derzeitigen Grundkapitals, das damit auf 160,8 Millionen Euro steigen soll. Die Kapitalerhöhung soll gegen Bareinlagen vorgenommen werden. Die Bezugsrechte der Aktionäre werden ausgeschlossen. Mit dem Erlös will das Unternehmen kürzlich getätigte und zukünftige Übernahmen finanzieren.
Zusammen mit der Ankündigung bekräftigte die Gesellschaft ihr Ziel, 2012 bei der für Immobilienunternehmen wichtigen Kennziffer Funds From Operations (FFO) ohne Verkäufe einen Wert von mindestens 65 Millionen Euro erreichen zu wollen. Für 2013 geht das Management dank der Zukäufe des vergangenen Jahres von einem FFO in Höhe von rund 100 Millionen Euro aus.
Der FFO setzt sich aus dem Ergebnis vor Abschreibungen und Steuern und den Gewinnen aus Verkäufen und Entwicklungsprojekten zusammen. Die Kennziffer zeigt an, wie viel Geld ein Immobilienunternehmen im operativen Geschäft erwirtschaftet. Viele Konzerne aus der Branche orientieren sich zum Beispiel bei der Dividendenausschüttung an der FFO-Entwicklung. Auch für die Investitionen eines Immobilienunternehmens ist dieser Wert maßgeblich. (dpa-AFX)
Fiat will ohne weitere Werksschließung durch die Krise kommen
Fiat-Chef Sergio Marchionne will den italienischen Autohersteller ohne weitere Werksschließung durch die europäische Absatzkrise steuern. Wenn die überschüssige Kapazität in Europa für die Produktion anderer Marken des Fiat-Chrysler-Konzerns genutzt werde, müsse keine Fabrik dicht machen, sagte Marchionne am Dienstag (Ortszeit) auf der Automesse in Detroit. Die dazu notwendigen Umstellungen würden aber „sehr schmerzhaft“.
Im November 2011 hatte Fiat die Produktion in einem Werk auf Sizilien gestoppt. Vergangenen Monat kündigte der Konzern an, seine wichtige Fabrik im italienischen Melfi für eine Milliarde Euro umzurüsten, um von 2014 an zwei neue Modelle zu bauen: ein Einstiegsmodell der Marke Jeep und einen neuen Typ des Fiat 500.
Auch in China wird Jeep demnächst Autos bauen. Der Fiat-Konzern und sein chinesischer Partner GAC einigten sich am Dienstag auf einen entsprechenden Ausbau des Gemeinschaftsunternehmens. In den nächsten Jahren solle eine Reihe von Modellen in China eingeführt werden, hieß es in einer Mitteilung. Jeep macht den Anfang, soll in China aber nur für den dortigen Markt produzieren. (dpa-AFX)
Porsche-Chef Müller droht in Indien Ärger mit der Justiz
Porsche-Chef Matthias Müller und weiteren Managern des Sportwagenbauers droht in Indien Ärger mit der Justiz. „Unsere Anwälte kümmern sich gerade darum“, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag. Zuvor hatten indische Medien berichtet, ein früherer Porsche-Fahrzeugimporteur sei juristisch gegen Porsche vorgegangen. Ein indisches Gericht soll daraufhin Haftbefehl gegen Müller und andere Manager erlassen haben. Der Sprecher betonte, Dokumente zu den Vorwürfen seien bei dem Sportwagenbauer bisher nicht eingegangen. Die Porsche-Anwälte bemühten sich derzeit aber um die Unterlagen.
Hintergrund der Haftbefehle ist indischen Medien zufolge, dass Porsche seinem dortigen Importeur Precision Cars gekündigt habe. Wie ein Sprecher von Precision Cars auf dpa-Anfrage sagte, dauere es drei Monate, bis die entsprechenden Haftbefehle ausgestellt würden. Porsche bestätigte, kürzlich den Importeur in Indien gewechselt zu haben. Precision Cars habe bereits damals versucht, gegen die Kündigung vorzugehen.
Porsche-Chef Müller zeigte sich unterdessen auf Terminen im Rahmen der Automesse in Detroit - juristisch unbehelligt, wie der Porsche-Sprecher betonte. „Aus den USA konnte er nach seinem Besuch problemlos ausreisen.“ (dpa-AFX)
VW eröffnet 100. Werk
Volkswagen zieht beim Rennen um den Titel des weltgrößten Autobauers das Tempo an. Am Dienstag hat das 100. Werk der Wolfsburger die Arbeit aufgenommen. Es steht im mexikanischen Silao und produziert Motoren für die in der Region gebauten Modelle Passat, Jetta und Beetle. „Mit diesem neuen Werk treiben wir unsere große, ehrgeizige Nordamerika-Offensive weiter voran“, sagte VW-Konzernchef Martin Winterkorn bei der Eröffnung. (Dow Jones)
Wirtschaftsnachrichten
Weltbank: Industrienationen dämpfen globales Wachstum
Die Weltbank hat wegen der schwächelnden Konjunkturerholung in den meisten Industrienationen ihren Ausblick für die globale Wirtschaftsentwicklung gekürzt. Wie aus der am Dienstag veröffentlichten halbjährlichen Wirtschaftsprognose hervorgeht, rechnet die Weltbank für das laufende Jahr nur noch mit einem Plus des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,4 Prozent. Im Juni waren zuletzt noch 3,0 Prozent in Aussicht gestellt worden. Im vergangenen Jahr ist die Weltwirtschaft um 2,3 Prozent gewachsen. Die Erholung verzögere sich etwas und setze erst Ende des ersten Quartals ein, schrieb der Autor der aktuellen Weltbank-Studie, Andrew Burns.
Für die Euro-Zone prognostiziert die Weltbank für 2013 ein Schrumpfen des BIPs um 0,1 Prozent. Die USA legen demnach um 1,9 Prozent zu, Japans Wirtschaft wächst um 0,8 Prozent. (Reuters)
China sieht Wachstum als Ursache des großen Smogs
Verschwenderisches Wachstum in China ist nach Ansicht der Regierung die Ursache des anhaltenden Mega-Smogs in vielen Metropolen des Landes. In der ersten Stellungnahme der Zentralregierung zu der dramatisch verschärften Luftverschmutzung in weiten Teilen Chinas räumte Vizepremier Li Keqiang ein, dass die aufstrebende zweitgrößte Wirtschaftsnation „ihr ineffizientes Wachstumsmodell nicht fortsetzen kann“, wie ihn die Nachrichtenagentur China News Service am Mittwoch zitierte.
Obwohl am Mittwoch eigentlich Besserung durch Wind erwartet worden war, hielt der Feinstaub neben Peking auch andere Millionenstädte im „Smoggürtel“, der sich durch den Norden, Osten und die Mitte des Landes zieht, unverändert im Würgegriff. Hinter der Schadstoffbelastung steckten neben den extensiven Produktionsmethoden aber auch natürliche Ursachen, sagte der künftige Regierungschef mit Blick auf die ungünstige Wetterlage und den ungewöhnlich strengen Winter.
„Wir können nicht auf Kosten der Umwelt produzieren, bauen und konsumieren“, mahnte Li Keqiang, der das Amt im März antreten soll. „Rückständige Produktionsmethoden müssten entschlossen ausgemerzt werden“, zitierte ihn der China News Service. Übermäßiger Verbrauch müsse eingestellt werden. Auch müssten Umweltbehörden größere Anstrengungen bei der Umsetzung von Vorschriften machen. (dpa-AFX)
Athen beschafft sich kurzfristig neues Geld
Griechenland hat sich kurzfristig am Geldmarkt 1,625 Milliarden Euro besorgt, um Löcher in seinem Haushalt zu stopfen. Der Zinssatz für den 13-wöchigen Kredit beträgt 4,07 Prozent nach 4,11 Prozent für einen vergleichbaren Kredit am 18. Dezember, wie die Schuldenagentur PDMA am Dienstag in Athen mitteilte. (dpa-AFX)
