Unternehmensnachrichten
Infineon-Umsatz sinkt weniger deutlich als erwartet
Der Chipkonzern Infineon hat im vergangenen Quartal wie erwartet einen Umsatz- und Gewinndämpfer erlitten. Der Umsatz sank gegenüber dem Vorquartal um knapp ein Zehntel auf 946 Millionen Euro, der Gewinn um rund ein Viertel auf 96 Millionen Euro. Die operative Rendite von rund 15 Prozent liegt im Zielkorridor des bayerischen Halbleiterherstellers. Der Umsatz lag Infineon über den Analystenerwartungen, der Überschuss leicht darunter. Für das laufende Quartal rechnet Infioneon lediglich mit einem leichten Abwärtstrend. Der Umsatz werde stagnieren oder allenfalls leicht sinken, die Marge werde um einen Prozentpunkt zurückgehen. (Reuters)
Kosten für Konzernumbau lassen Qiagen-Gewinn einbrechen
Die Kosten für den Konzernumbau mit Stellenstreichungen haben den Gewinn des Biotechnologie-Zulieferers Qiagen im abgelaufenen Geschäftsjahr einbrechen lassen. Der Überschuss fiel um ein Drittel auf 96 Millionen Dollar. Unter Ausklammerung der Sonderbelastungen übertraf der Konzern allerdings sowohl beim Umsatz wie auch beim Gewinn die Erwartungen der Analysten. (dpa-AFX)
Amazons Gewinn bricht ein
Der Onlinehändler Amazon fährt weiter auf Expansionskurs und nimmt dafür Gewinneinbußen in Kauf. Zwar fiel der Verlust nicht so dramatisch aus wie im Vorfeld erwartet. Der Umsatz blieb jedoch deutlich hinter den Schätzungen zurück. Im Schlussquartal 2011 wuchs der Umsatz zwar um gut ein Drittel auf 17,4 Milliarden Dollar. Der Überschuss schrumpfte jedoch auf weniger als die Hälfte. Insgesamt verblieben 177 Millionen Dollar, oder 0,38 Dollar je Aktie. Ein Jahr zuvor waren es in der Zeit des so wichtigen Weihnachtsgeschäfts 416 Millionen gewesen.
Das Management unter Führung von Jeff Bezos hatte schon im Vorfeld gewarnt, dass die Investitionen für den Tablet-Computer Kindle Fire und 17 neue Versandzentren die Profitabilität beeinträchtigen könnten. Allein die operativen Kosten sind im vierten Quartal um rund 4,7 Milliarden Dollar in die Höhe geschossen. (Dow Jones)
Deutsche Bank hat mindestens vier Interessenten für Vermögensverwaltung
Im Rennen um Teile der Vermögensverwaltung der Deutschen Bank sind Kreisen zufolge mindestens noch vier zahlungskräftige Konzerne dabei. Zu ihnen zählen die australische Investmenbank Macquarie sowie die amerikanischen Finanzkonzerne Ameriprise Financial, JP Morgan und State Street, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise berichtete. Bis Mitte März wolle sich die größte deutsche Bank dann entscheiden. Das Institut selbst kommentiert die Verkaufsgespräche nicht. (dpa-AFX)
Jenoptik erzielt Rekordergebnis
Der Technologiekonzern Jenoptik hat vor allem dank guter Auftragslage aus der Automobilindustrie das Gesamtjahr 2011 mit einem Rekordergebnis abgeschlossen. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) habe nach vorläufigen Zahlen knapp 48 Millionen Euro betragen, teilte die im TecDax notierte Gesellschaft am Mittwoch in Jena mit. Analysten waren im Schnitt von 45,4 Millionen Euro ausgegangen, nach einem operativen Ergebnis in Höhe von 29,0 Millionen Euro im Vorjahr. Vor Steuern betrug der Gewinn mehr als 30 Millionen Euro. 2010 erwirtschaftete Jenoptik ein Vorsteuerergebnis von 15,0 Millionen Euro.
Der Umsatz kletterte im abgelaufenen Geschäftsjahr auf rund 540 Millionen Euro, nach 478,8 Millionen Euro im Vorjahr. Jenoptik hatte sich 2010 von seinem Weltraumgeschäft, die Jena-Optronik GmbH, getrennt und deshalb die Vorjahreszahlen um die veräußerte Gesellschaft bereinigt. Für das laufende Geschäftsjahr peilt Jenoptik ein Ebit zwischen 40 und 50 Millionen Euro und einen kleinen Zuwachs beim Umsatz an. (dpa-AFX)
Roche steigert Gewinn deutlich
Dank Einsparungen, geringerer Finanzierungskosten und geringerer Steuerlast hat der Schweizer Pharmakonzern Roche den negativen Einfluss des starken Schweizer Franken mehr als ausgleichen und den Gewinn 2011 um sieben Prozent auf 9,54 Milliarden Franken (7,9 Milliarden Euro) steigern können. Die Dividende will der Konzern nach Angaben vom Mittwoch auf 6,80 Franken je Genussschein und Aktie anheben von 6,60 Franken im Vorjahr und stellte eine weiterhin attraktive Ausschüttungspolitik in Aussicht.
Zu spüren bekam Roche die Stärke der Konzernwährung Franken beim Umsatz: Die Verkaufserlöse sanken konzernweit um 10 Prozent auf 42,53 Milliarden Franken und nahmen in der wichtigen Pharmasparte um zwölf Prozent auf 32,79 Milliarden Franken ab. Unter Ausschluss von Wechselkurseffekten ergab sich hingegen ein leichter Anstieg - ein Prozent in der Gruppe und zwei Prozent im Geschäft mit den verschreibungspflichtigen Medikamenten.
Im laufenden Jahr strebt Roche einen Umsatzanstieg - unter Ausschluss von Wechselkurseinflüssen - im niedrigen bis mittleren Prozentbereich an und ist damit vorsichtiger als bisher. Der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn je Genussschein und Inhaberaktie soll um einen hohen einstelligen Prozentsatz steigen. 2011 belief er sich auf 12,30 Franken und erreichte damit die von Roche angepeilten rund zehn Prozent Wachstum unter Ausschluss von Wechselkursschwankungen. (Reuters)
Gazprom kann höhere Gaspreise nicht in Gewinn ummünzen
Höhere Gaspreise sowohl in Europa als auch auf dem Heimatmarkt haben dem russischen Gasriesen Gazprom im dritten Quartal einen kräftigen Umsatzzuwachs beschert. Allerdings konnte das Unternehmen den Erlöszuwachs nicht in Gewinn ummünzen. Ungünstige Wechselkursbedingungen haben das Ergebnis der Gazprom OAO im dritten Quartal per Ende September um 4,4 Prozent auf 152 Milliarden Rubel sinken lassen, umgerechnet etwa 3,8 Milliarden Euro. Damit verfehlte die Gazprom die Markterwartung knapp. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten mit 154 Milliarden Rubel gerechnet. Der Umsatz kletterte dagegen um gut ein Fünftel auf 950 Milliarden Rubel. (Dow Jones)
Enel übertrifft die Markterwartungen
Der italienische Energiekonzern Enel hat im vergangenen Jahr etwas mehr verdient und erlöst als von Experten erwartet. Das operative Ergebnis stieg von 17,5 auf 17,7 Milliarden Euro. Analysten hatten durchschnittlich mit 17,4 Milliarden Euro gerechnet. Die Erlöse lagen bei 79,5 Milliarden Euro und damit über den Analystenprognosen von 73,4 Milliarden Euro. Beim Schuldenabbau enttäuschte Enel aber etwas: Die Nettoschulden bezifferte der Konzern mit 44,6 Milliarden Euro. Analysten waren von 44,3 Milliarden Euro ausgegangen. Zugleich teilte das Unternehmen mit, dass es für 2012 keine Zwischendividende zahlen werde. (dpa-AFX)
Outokumpu weiter tief in der Verlustzone
Der finnische Edelstahl-Hersteller Outokumpu geht mit hohen Verlusten in die frisch vereinbarte Partnerschaft mit Thyssen-Krupp. Wie das Unternehmen am Mittwoch in Espoo bei Helsinki mitteilte, brachte das vierte Quartal des letzten Jahres ein Minus von 118 Millionen Euro nach 135 Millionen Euro Verlust in den direkt voraus gegangenen drei Monaten. Über das gesamte Jahr verzeichnete Outokumpu einen Nettoverlust von 186 Millionen Euro, nach einem Minus von 124 Millionen Euro ein Jahr zuvor.
Die Finnen übernehmen von Thyssen-Krupp die Mehrheit bei der Edelstahl-Tochter Inoxum. Outokumpu-Chef Mika Seitovirta erklärte, auch zum Jahresabschluss seien die Geschäftsergebnisse wegen „begrenzter Nachfrage auf dem Markt“ unbefriedigend geblieben. Das Unternehmen hat seit 2008 rote Zahlen geschrieben. Die Pläne für die Inoxum-Übernahme sollen am heutigen Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit ThyssenKrupp vorgestellt werden. (dpa)
Sharp verbucht Gewinneinbruch und kassiert Prognose ein
Der japanische Elektronikkonzern Sharp hat nach einem Ergebniseinbruch seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr eingestampft. Das maue TV-Geschäft und die schwache Konjunktur ließen das Betriebsergebnis in den ersten neun Monaten um 86 Prozent zusammenschmelzen. Im gesamten Geschäftsjahr werde die Gewinnprognose daher auf Null gekürzt, teilte der Konzern am Mittwoch nach Börsenschluss in Tokio mit. Bislang war Sharp von 85 Milliarden Yen (854 Millionen Euro) Betriebsgewinn im bis März laufenden Geschäftsjahr ausgegangen. Unter dem Strich werde voraussichtlich ein Verlust von umgerechnet 2,9 Milliarden Euro in den Büchern stehen.
Zugleich teilte Sharp mit, die Produktion von großen TV-Bildschirmen zu verringern. Stattdessen will der Konkurrent von Samsung und LG Electronics sich stärker auf kleinere Bildschirme konzentrieren, die etwa bei Tablet-PCs und Smartphones eingesetzt werden.
Koenig & Bauer will abermals für Teile von Manroland bieten
Der Würzburger Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer (KBA) will abermals für Teile des insolventen Wettbewerbers Manroland bieten. Interesse hat KBA einem Bericht des „Handelsblatt“ (Mittwoch) zufolge vor allem an Teilen des Offenbacher Werkes von Manroland, für das Insolvenzverwalter Werner Schneider bislang keinen Käufer gefunden hat. (dpa-AFX)
Wirtschaftsnachrichten
Amerikanische Schulden wachsen auch 2012 um mehr als eine Billion Dollar
Die Staatsschulden der Vereinigten Staaten werden nach Angaben des Kongresses zum vierten Mal in Folge um mehr als eine Billion Dollar zunehmen. Das Defizit im seit Oktober laufenden Haushaltjahr 2012 werde voraussichtlich rund 1,1 Billionen Dollar (rund 840 Milliarden Euro) betragen, teilte das unabhängige Etat-Büro des Parlamentes (CBO) am Dienstag in Washington mit. Damit sei die Neuverschuldung zwar rund 15 Prozent niedriger als im Vorjahr, jedoch sei bereits ein Wegfall von Steuererleichterungen eingerechnet, der politisch längst noch keine beschlossene Sache ist.
In Relation zur Wirtschaftsleistung sei der Defizitrückgang zwar deutlicher. Das Minus in der Staatskasse betrage nur noch 7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) statt wie bisher 9 Prozent, weil die Konjunktur zuletzt angezogen habe. Doch bleibe das Defizit weiter „im historischen Vergleich sehr hoch“, schrieb das CBO weiter. (dpa-AFX)
Chinas Einkaufsmanagerindex steigt im Januar leicht
Zu Beginn des Jahres hat sich die Aktivität in der chinesischen Wirtschaft nahezu stabil gezeigt. Während der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) im Januar überraschend etwas zulegte, blieb der von der Bank HSBC berechnete Index trotz minimalen Zugewinns unter der Expansionsschwelle von 50 Punkten.
Der offizielle Einkaufsmanagerindex befestigte sich im Januar unerwartet auf 50,5 Punkte, nachdem er im Vormonat bei 50,3 gelegen hatte, wie der Chinesische Logistik-und Einkaufsmanagerverband (CFLP) mitteilte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten zuvor im Mittel einen Rückgang auf 49,5 Punkte prognostiziert. Die überraschende Entwicklung könnte die Sorgen mildern, dass sich die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt schon in einer konjunkturellen Abkühlung befindet. (Dow Jones)
Jahresteuerung bleibt in Deutschland im Januar stabil
Die Jahresteuerung in Deutschland ist gemessen am EU-harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) zu Beginn des neuen Jahres unverändert geblieben. Wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Daten mitteilte, belief sich die HVPI-Jahresteuerung im Januar auf 2,3 Prozent. Im Dezember hatte sie revidierten Berechnungen zufolge ebenfalls 2,3 Prozent betragen. Zunächst war eine Rate von 2,4 Prozent gemeldet worden. Auf Monatssicht ist der HVPI im Januar um 0,5 Prozent gesunken. (Dow Jones)
