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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Medienschau Henkel sieht sich auf gutem Weg zu Jahreszielen

 ·  Beim PC-Hersteller Dell geht es derweil weiter abwärts. Der Gewinn halbierte sich im letzten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum unterm Strich auf 475 Millionen Dollar. Der europäische Automarkt schrumpft abermals, im Oktober gingen die Absätze in der EU um 4,8 Prozent auf 959.000 Stück zurück und aus Amerika meldete Nike, das der adidas-Konkurrent die Dividende um 17 Prozent erhöhen möchte.

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Unternehmensnachrichten

Henkel sieht sich auf gutem Weg zu Jahreszielen

Der Konsumgüter- und Klebstoffhersteller Henkel verliert seine Jahresziele auch in einem sich eintrübenden Umfeld nicht aus dem Blick. „Wir sind auf einem sehr guten Weg und fest davon überzeugt, unsere Ziele für das Gesamtjahr 2012 zu erreichen“, sagte Unternehmenschef Kasper Rorsted am Freitag in London. 2008 hatte er für 2012 das Ziel ausgegeben, eine um Sondereffekte bereinigte Ebit-Marge von 14 Prozent zu erzielen.

Im dritten Quartal legte der Umsatz zum Vorjahresquartal von 4,03 auf 4,3 Milliarden Euro zu und traf damit die Erwartungen am Markt. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) blieb mit einem Anstieg von 451 auf 586 Millionen Euro allerdings leicht unter den Schätzungen einiger Experten. Mit einer Marge von 13,6 Prozent für das dritte Quartal und die ersten neun Monate muss Henkel nun noch einen Endspurt einlegen, um das angepeilte Jahresziel zu erreichen. (dpa-AFX)

PC-Flaute: Bei Dell geht es weiter abwärts

Der PC-Hersteller Dell leidet immer stärker unter dem Siegeszug von Tablet-Computern und Smartphones. Im dritten Geschäftsquartal fiel der Umsatz um 11 Prozent auf 13,7 Milliarden Dollar. Der Gewinn halbierte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf unterm Strich 475 Millionen Dollar, wie das Unternehmen am späten Donnerstag am Sitz im texanischen Round Rock mitteilte. Die Zahlen fielen noch dramatischer aus als Analysten befürchtet hatten. Einzig das Geschäft mit leistungsstarken Firmenrechnern - sogenannten Servern - konnte noch zulegen. Ansonsten standen in allen Sparten Minuszeichen. Die Aktie fiel nachbörslich um 2 Prozent. Seit Jahresbeginn hat der Titel damit mehr als ein Drittel seines Wertes eingebüßt.

Dell hatte versucht, sich mit einem Ausbau des Service- und Software-Geschäfts unabhängiger vom PC-Markt zu machen. Notebooks und Tischrechner stehen aber immer noch für rund die Hälfte des Umsatzes. Ein Rückgang der Verkäufe in den beiden Sparten von zuletzt 26 Prozent beziehungsweise 8 Prozent fiel dadurch schwer ins Gewicht. Insbesondere Privatkunden entscheiden sich immer häufiger gegen die Neuanschaffung eines PC und begnügen sich stattdessen mit ihrem Smartphone beziehungsweise Tablet-Computer. Besonders stark fiel der Umsatz in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Dell rechnet damit, dass im laufenden vierten Geschäftsquartal das „herausfordernde gesamtwirtschaftliche Umfeld“ anhält. Entsprechend erwartet die Nummer drei der PC-Hersteller trotz Weihnachten kaum bessere Verkäufe. (dpa-AFX)

Europäischer Automarkt schrumpft weiter

Der europäische Automarkt steckt weiter tief in der Talsohle. Im Oktober gingen die Absätze in der EU um 4,8 Prozent auf 959.000 Stück zurück. Während der größte Einzelmarkt Deutschland um 0,5 Prozent auf knapp 260.000 Neuwagen zulegte, rutschten die Verkäufe im krisengeschüttelten Spanien um 21,7 Prozent auf 45.000 Stück ab, wie der europäische Autohersteller-Verband Acea am Freitag mitteilte.

In den ersten zehn Monaten beträgt der Rückstand auf das Vorjahr in der EU nun 7,3 Prozent. Unter den Herstellern baute VW seine Spitzenposition aus: Mit einem Marktanteil von 25,5 (Vorjahr: 23,9) Prozent kam mehr als jeder vierte Neuwagen in der EU ein Auto von dem Wolfsburger Konzern. Der Marktanteil des zweitgrößten europäischen Autobauers Peugeot verharrte bei gut 12 Prozent. Opel verlor weiter an Boden: Die verlustreiche Tochter des amerikanischen Konzerns General Motors kam nur noch auf einen Marktanteil von 6 Prozent nach noch 6,6 Prozent im Vorjahr, der Absatz sank um 12,8 Prozent. (Reuters)

Nike erhöht Dividende um 17 Prozent

Der amerikanische Sportartikel-Gigant Nike erfreut seine Aktionäre: Die Quartalsdividende werde um 17 Prozent auf 21 amerikanische Cent erhöht, teilte der Adidas-Konkurrent am Donnerstag in Beaverton (Bundesstaat Oregon) mit.

Zudem verdoppelt Nike die Aktienzahl mittels Split. Eine solche Maßnahme ist beliebt, um den Preis eines Papiers optisch zu senken, was zu einem höheren Interesse und damit steigenden Kursen führen kann. Im nachbörslichen Handel legten Nike-Aktien um 1,07 Prozent zu. (dpa-AFX)

Kalte Dusche für Bayer: Reckitt Benckiser übertrumpft Schiff-Gebot deutlich

Der Wasch- und Putzmittelhersteller Reckitt Benckiser spuckt Bayer in die Suppe: Am späten Donnerstagabend kündigten die Briten ein Gegenangebot für den amerikanischen Anbieter von Vitamienen und Nahrungsergänzungsmitteln Schiff Nutrition an. Reckitt will 42 Dollar je Aktie zahlen. Das Angebot der Leverkusener beläuft sich hingegen bisher nur auf 34 Dollar. Die Schiff-Titel sprangen im nachbörslichen Handel um knapp 30 Prozent auf 44 Dollar nach oben.

Bayer Health Care hat bereits einen Fusionsvertrag mit Schiff geschlossen und rechnete bisher damit, dass die Übernahme bis Ende des Jahres über die Bühne geht. Zum Produktportfolio von Schiff gehören unter anderem die Kernmarken Mega Red, Move Free und Airborne. Das Unternehmen erzielte im vergangenen Geschäftsjahr (bis Ende Mai) mit rund 400 Mitarbeitern einen Umsatz von 259 Millionen Dollar und peilt für das laufende Jahr ein Umsatzplus von 43 bis 46 Prozent an. (dpa-AFX)

Wal-Mart spürt Zurückhaltung der Verbraucher

Der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart spürt wegen der unsicheren Wirtschaftslage die Zurückhaltung der Verbraucher in vielen Ländern. Zwar baute die amerikanische Supermarktkette im dritten Quartal ihren Umsatz weltweit um 3,4 Prozent auf 113,2 Milliarden Dollar aus, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Damit verfehlte Wal-Mart jedoch die Erwartungen der Analysten, die dem Metro -Rivalen annähernd 115 Milliarden Dollar zugetraut hatten. An der Wall Street verlor die Aktie 4 Prozent.

Wal-Mart baute im wichtigen amerikanischen Geschäft nach mehr als zwei Jahren mit rückläufigen Geschäften die Umsätze auf vergleichbarer Basis inzwischen das fünfte Quartal in Folge aus. Die Erlöse in den heimischen Supermärkten legten auf vergleichbarer Basis um 1,5 Prozent zu. Damit lagen sie innerhalb der vom Management in Aussicht gestellten Spanne von plus einem bis drei Prozent. Branchenexperten hatten aber mit einem stärkeren Zuwachs von 1,8 Prozent gerechnet. Die Kundenzahlen legten in den amerikanischen Geschäften nur geringfügig zu. Insgesamt steigerte Wal Mart in seinem dritten Quartal, das am 31. Oktober endete, seinen Konzerngewinn auf 3,64 Milliarden Dollar von 3,34 Milliarden vor Jahresfrist. Pro Aktie stand ein Gewinn von 1,08 Doller in den Büchern, womit der Einzelhandelskonzern die Analystenschätzungen um ein Cent übertraf. Branchenexperten äußerten sich dennoch vorsichtig. (Reuters)

BP einigt sich mit amerikanischer Regierung

Für den britischen Ölkonzern BP ist das juristische Nachspiel der Ölpest im Golf von Mexiko auch nach der Zahlung von 4,5 Milliarden Dollar an die amerikanische Regierung noch nicht ausgestanden. Der amerikanische Justizminister Eric Holder kündigte an, dass sich zwei hochrangige BP-Aufseher auf der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ wegen fahrlässiger Tötung von elf Menschen verantworten müssen, die 2010 bei der Explosion ums Leben gekommen waren. Ein weiterer ranghoher BP-Manager sei angeklagt, weil er Informationen über den Unfall vor dem Kongress verheimlicht haben soll.

Schwere Vorwürfe machte auch sein Stellvertreter Lanny A. Breuer. Die Tragödie hätte möglicherweise verhindert werden können. Er sprach von einer „BP-Kultur, Profit über Vorsicht zu stellen“. Unachtsamkeit der obersten Entscheidungsträger auf der „Deepwater Horizon“ habe im April 2010 die Explosion verursacht. Es handelte sich um die schwerste Ölpest in der amerikanischen Geschichte. Nach der Explosion der Förderplattform liefen 4,9 Millionen Barrel (je 159 Liter) Öl 87 Tage lang ins Meer. Ganze Küstenabschnitte wurden zerstört. Holder sprach von einer „beispiellosen Umweltkatastrophe“. Zudem muss sich BP auf weitere zivilrechtliche Forderungen unter anderem von der amerikanischen Bundesregierung und mehreren Bundesstaaten einstellen. Dabei geht es etwa um Schadenersatz für Gewässerverunreinigung und Einnahmeausfälle. (dpa-AFX)

Autovermieter Hertz darf Dollar Thrifty übernehmen

Der Weg für die Übernahme des amerikanischen Autovermieters Dollar Thrifty durch Hertz ist frei: Die Handelskommission FTC hat am Donnerstag in Washington grünes Licht gegeben. Allerdings musste sich Hertz verpflichten, die Tochter Advantage Rent A Car zu verkaufen sowie auf 29 Flughafen-Filialen von Dollar Thrifty zu verzichten.

Hertz schluckt den kleineren Rivalen nach einem mehr als zweijährigen Hin und Her für 2,3 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro). (dpa-AFX)

Wirtschaftsnachrichten

Japan vermeidet Zahlungsunfähigkeit

Das japanische Parlament hat mit der Verabschiedung wichtiger Gesetze zur Ausgabe von Staatsanleihen und einer Wahlrechtsreform am Freitag den Weg für Neuwahlen frei gemacht. Ministerpräsident Yoshihiko Noda hatte die Erfüllung seiner politischen Ziele zur Bedingung dafür gemacht, noch am selben Tag das Unterhaus des Parlaments aufzulösen.

Am 16. Dezember soll neu gewählt werden. Lange Zeit hatte die oppositionelle Liberaldemokratische Partei LDP mit ihrer Mehrheit im Oberhaus das Gesetz zur Ausgabe neuer Staatsanleihen blockiert, um Noda zu Neuwahlen zu zwingen. Dadurch drohte dem Land schon in Kürze die Zahlungsunfähigkeit. (dpa-AFX)

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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