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Medienschau Griechenland braucht wieder einmal mehr Geld - Chinesen bieten für Saab

 ·  Medienberichten zufolge brauchen die Griechen weitere schlappe 15 Milliarden Euro zur Senkung ihrer Schulden. Auf Unternehmensebene interessieren sich unterdessen Chinesen für einen Einstieg beim Autobauer Saab und der Fotoentwickler Cewe Color hat einen kleinen Zukauf getätigt. In Amerika hat das Justizministerium Klage gegen die schweizerische Bank Wegelin wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung eingereicht. Und in Ungarn muss die Fluggesellschaft Malev wegen ihrer Pleite den Betrieb einstellen.

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Unternehmensnachrichten

Fotoentwickler Cewe Color übernimmt Online-Druckerei Saxoprint

Europas größter Foto-Dienstleister Cewe Color baut sein Engagement im Online-Druckmarkt mit einem Zukauf aus. Das Unternehmen übernimmt nach Angaben vom Donnerstagabend die Dresdener Saxoprint. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Die Akquisition, die rückwirkend zum 1. Januar vollzogen werden solle, werde vollständig aus Eigenmitteln finanziert.

Mit viaprinto.de verfügt Cewe Color bereits über einen Online-Service für Digitaldruck, mit dem Kunden aus Office-Anwendungen etwa Kataloge oder Flyer erstellen und in kleinen Auflagen ordern können. Mit Saxoprint kann Cewe künftig im Internet auch im Offsetdruck erzeugte Printprodukte wie Karten oder Broschüren in großer Stückzahl anbieten. Die 1999 gegründete Saxoprint hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von rund 31,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 350 Mitarbeiter und ist auch in Österreich, der Schweiz, Frankreich, Großbritannien und Spanien aktiv. (Reuters)

Telekom Austria übernimmt Orange-Billigmarke Yesss

Telekom Austria erwirbt die Billigmarke Yesss des österreichischen Mobilfunkanbieters Orange. Bis zu 390 Millionen Euro werde der Konzern dafür sowie für Frequenzen und Basisstationen auf den Tisch legen, teilte Telekom Austria am Freitag mit. Zuvor werde Orange Austria von Hutchison übernommen. Anschließend würden Yesss und die vereinbarten Vermögensgegenstände an Telekom Austria übertragen. Die Transaktion soll voraussichtlich Mitte des Jahres abgeschlossen werden. Der Zukauf werde aus dem bestehende Kapital finanziert, hieß es.

Orange gehört noch zu 65 Prozent dem Finanzinvestor Mid Europa, der Rest der Anteile liegt bei France Telecom. Seit Oktober hat Mid Europa Partners das Recht, seinen Anteil an die Franzosen zu verkaufen. Diese wollen Orange aber nicht behalten und haben das Unternehmen zum Verkauf gestellt. Mit der Übernahme würde Hutchison - derzeit Nummer vier am heiß umkämpften österreichischen Mobilfunkmarkt - zur Nummer drei aufsteigen, knapp nach T-Mobile und dem Marktführer A1. Medienberichten zufolge zahlt Hutchison für Orange Austria insgesamt 1,4 Milliarden Euro. (Reuters)

Medien - Chinesischer Konzern Youngman bietet für Saab

Der chinesische Konzern Zhejiang Youngman Lotus Automobile hat einem Medienbericht zufolge ein Gebot für den insolventen schwedischen Autohersteller Saab abgegeben. Der öffentliche schwedische Radiosender berichtete am Donnerstag unter Berufung auf Kreise, Youngman wolle mehrere hundert Millionen Euro für Saab auf den Tisch legen. Die Chinesen wollten bereits vor dem Insolvenzantrag Saabs in die Traditionsmarke investieren. Der Zwangsverwalter von Saab lehnte eine Stellungnahme ab. Bei Youngman war zunächst niemand für einen Kommentar zu erreichen.

Nach monatelangem Überlebenskampf waren im Dezember bei Saab doch die Lichter ausgegangen. Eine Rettung der Marke durch die chinesischen Geldgeber scheiterte - auch am Nein der Opel-Mutter General Motors, die Saab mit Technologie und Patenten versorgt. GM fürchtete bei einem Einstieg der Geldgeber um seine eigenen Chancen auf dem boomenden Markt China. (Reuters)

Amerikanisches Justizministerium verklagt Schweizer Bank Wegelin

Das amerikanische Justizministerium hat Klage gegen die schweizerische Bank Wegelin wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung eingereicht. Wegelin, die älteste Schweizer Privatbank, habe amerikanischen und anderen Kunden geholfen, mehr als 1,2 Milliarden Dollar (912 Millionen Euro) auf ihren Konten vor dem Fiskus zu verstecken, hieß es am Donnerstag in Washington. Bei der Korrespondenzbank Wegelins in Amerika seien 16 Millionen Dollar beschlagnahmt worden. Vor einem Monat hatten amerikanische Behörden gegen drei Kundenberater der in St. Gallen ansässigen Bank ähnliche Vorwürfe erhoben. Wegelin hat erklärt, im vergangenen Jahrzehnt nicht gegen Schweizer Recht verstoßen zu haben. (dapd)

Ungarn: Fluggesellschaft Malev stellt Betrieb ein - Pleite

Die ungarische Fluggesellschaft Malev hat am Freitagmorgen ihren Betrieb eingestellt. Dies gab Malev-Generaldirektor Lorant Limburger am Freitag auf der Webseite des staatlichen Unternehmens bekannt. „In diesem Sinne steigen seit dem 3. Februar, 06.00 Uhr, nach 66-jährigem fortwährenden Betrieb, keine Malev-Flugzeuge mehr auf“, hieß es in der Stellungnahme. Erst am Montag hatte die Regierung Konkursschutz über die Malev verhängt.

Meldungen über den nahenden Konkurs hätten infolgedessen die Liquiditätsschwierigkeiten der Malev verschärft, schrieb Limburger. Lieferanten hätten „von einem Tag auf den anderen“ auf Voraus-Inkasso bestanden. Die Lage der Fluggesellschaft sei dadurch „unhaltbar“ geworden. Die Direktion des Unternehmers habe deshalb entschieden, den Betrieb einzustellen. Die Fluggesellschaft hatte seit Jahren mit Finanzierungsschwierigkeiten gekämpft. Anfang des Jahres hatte die EU-Kommission entschieden, dass der ungarische Staat mehrere Millionen Euro zurückzahlen muss, die er von 2007 bis 2010 zur Unterstützung der Malev aufgewendet hatte. Seit dem Brüsseler Entscheid stellte die Regierung jegliche Hilfe an die Malev ein. (dpa)

Panasonic kündigt riesigen Jahresverlust an

Der japanische Technologiekonzern Panasonic hat für sein im März zu Ende gehendes Geschäftsjahr vor einem Rekordverlust von 780 Milliarden Dollar (rund 7,8 Milliarden Euro) gewarnt. Als Gründe nannte das Unternehmen am Freitag unter anderem sinkende Verkaufszahlen, die Auswirkungen des schweren Erdbebens in Japan vom vergangenen März sowie die Stärke des Yen. Panasonic hatte bereits vor einem hohen Verlust gewarnt, war jedoch lediglich von etwa 4,2 Milliarden Euro ausgegangen.

Für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres von April bis Dezember 2011 bezifferte das Panasonic den Verlust auf 333,82 Milliarden Yen. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch Gewinn gemacht und 114,70 Milliarden Yen verdient. (AFP)

Schaeffler platziert Anleihen über 2 Milliarden Euro

Der verschuldete Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler kommt bei der Umstellung seiner Finanzierung voran. Das Unternehmen platzierte bei seinem Debüt auf den internationalen Kapitalmärkten Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 2 Milliarden Euro. Die Anleihen waren fünffach überzeichnet, teilte die Schaeffler AG mit. Angesichts der großen Nachfrage war das ursprünglich geplante Emissionsvolumen verdoppelt worden.

Emittiert wurden jeweils zwei Euro- und Dollar-Tranchen. Die beiden Euro-Tranchen über insgesamt 1,2 Milliarden Euro haben Laufzeiten von fünf und sieben Jahren und werden mit 7,75 Prozent und 8,75 Prozent verzinst. Die beiden Dollar-Tranchen über insgesamt rund 1,1 Milliarden US-Dollar haben Laufzeiten von ebenfalls fünf und sieben Jahren und Zinskupons von 7,75 Prozent und 8,50 Prozent.

Das gesamte Refinanzierungspaket des Konzerns hat ein Volumen von 8 Milliarden Euro. Am Montag wurde eine Vereinbarung mit acht Banken geschlossen, die die bisherigen Verträge ablöst. Der davor gültige Kreditrahmen hatte ein Volumen von insgesamt 7,7 Milliarden Euro und hätte bis Ende Juni 2014 zur Verfügung gestanden. Die neue Vereinbarung verbessere das Fälligkeitsprofil der Verbindlichkeiten und die Kapitalstruktur, erklärte Schaeffler. Die neuen Darlehen laufen bis zu fünf Jahre.

„Die Nachfrage nach den Anleihen war sowohl in Europa als auch in den USA außerordentlich hoch. Mit der erfolgreichen Platzierung der Anleihen legen wir die Basis für die weitere Optimierung unserer Kapitalstruktur“, sagte Klaus Rosenfeld, Finanzvorstand der Schaeffler AG. (Dow Jones)

Bilfinger-Chef Koch lehnt höhere Gewinnausschüttung ab

Der Vorstandschef des Baukonzerns Bilfinger Berger, Roland Koch, lehnte es ab, künftig einen größeren Anteil der Konzerngewinne auszuschütten. „Unsere Dividendenstrategie wird sich nicht ändern. Wir werden weiterhin etwa die Hälfte ausschütten. Der Rest fließt in das Unternehmen, vor allem in Akquisitionen“, sagte Koch der „Financial Times Deutschland“ (Freitagausgabe). Bilfinger hat nach dem Verkauf der Australien-Tochter Valemus eine prall gefüllte Kasse. Koch sagte zwar, dass eine Sonderausschüttung an die Aktionäre denkbar sei, wollte sich aber nicht festlegen. Das viele verfügbare Geld und der hohe Streubesitz der Aktien macht das Unternehmen zu einem natürlichen Übernahmekandidaten.

„Auch wenn das bei einem hohen Streubesitz immer ein Thema sein kann, beschäftigen wir uns im Vorstand nicht täglich damit. Unser Ziel ist, unsere Aktionäre vom langfristigen Potenzial des Unternehmens zu überzeugen, und ihnen deutlich zu machen, dass es sich für sie mehr lohnt, in Bilfinger Berger investiert zu bleiben, als auf ein kurzfristig vermeintlich attraktives Angebot einzugehen“, sagte Koch. Den Aufstieg in den DAX, der meist mit höheren Kursen einhergeht, schließt er als Ziel aus: „Das ist kein explizites Ziel für mich“, sagte er.

Im Mai wird Großaktionär Cevian, ein schwedischer Finanzinvestor, erstmals seit seinem Einstieg auf der Hauptversammlung vertreten sein. Die Frage stellt sich, ob Cevian in den Aufsichtsrat einziehen könnten. „Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Aufsichtsrat erst im vergangenen Jahr für eine Amtszeit gewählt worden ist“, sagte Koch. Bilfinger-Aufsichtsräte sind nach der Wahl vier volle Kalenderjahre im Amt. (dpa-AFX)

Volvo-Quartalsgewinn leicht unter den Erwartungen

Der weltweit zweitgrößte Lastwagenhersteller Volvo hat im vierten Quartal mit seinem Gewinnanstieg die Expertenerwartungen leicht verfehlt. Volvo teilte am Freitag mit, im abgelaufenen Vierteljahr operativ sieben Milliarden Schwedische Kronen (rund 791 Millionen Euro) verdient zu haben (Vorjahreszeitraum: 5,5 Milliarden Kronen). Analysten hatten Volvo mehr zugetraut und waren im Schnitt von 7,2 Milliarden Kronen ausgegangen.

Der Branchenzweite nach Daimler bekräftigte, im laufenden Jahr mit einem Rückgang des europäischen Lkw-Marktes zu rechnen, für Nordamerika hingegen mit einem Wachstum. 2012 rechnet Volvo in Europa mit 220.000 verkauften Lkw nach geschätzten 240.000 für 2011. In Amerika sollen 2012 250.000 Lkw abgesetzt werden nach geschätzten 210.000 im abgelaufenen Jahr. (Reuters)

Rückkehr nach Libyen bringt OMV Produktionsplus

Die österreichische OMV hat zum Jahresende dank ihrer Rückkehr nach Libyen wieder mehr Öl produziert. Im Zeitraum Oktober bis Dezember stieg die Produktionsmenge gegenüber dem Vorquartal auf 289.000 Barrel pro Tag, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Im dritten Quartal waren es 283.000 Barrel pro Tag gewesen. Im unruhegeplagten Jemen konnte die OMV aber auch im vierten Quartal kein Öl fördern. Die Raffinieriemargen, die die Profitabilität des Öl- und Gasgeschäftes messen, stiegen im Vergleich zum Vorquartal dank niedrigerer Kosten auf 1,77 von 1,74 Dollar je Barrel. Im Vergleich zum vierten Quartal des Vorjahres brachen sie jedoch um die Hälfte ein: Damals hatte der Konzern einen Wert von 3,48 Dollar je Barrel erzielt. Die Kennzahl setzt die Kosten für die Förderung von Öl und Gas in Relation zu den Gewinnen, die OMV damit erzielt. Das komplette Zahlenwerk für das abgelaufene Jahr will die OMV am 22. Februar veröffentlichen. (Reuters)

Versicherer Uniqa rutscht tiefer in Verlustzone als erwartet

Die Schuldenkrise in Griechenland und hohe Sanierungskosten drücken die Versicherungsgruppe Uniqa tief in die roten Zahlen. Im vergangenen Jahr stand vor Steuern ein höher als erwarteter Verlust von 330 Millionen Euro, wie die zur Raiffeisen-Gruppe gehörende Versicherung am Freitag mitteilte. Zuletzt hatte Uniqa einen Vorsteuerverlust zwischen 250 bis 300 Millionen Euro prognostiziert. In den Zahlen schlugen Abschreibungen auf griechische Staatspapiere mit 346 Millionen Euro und die Kosten für den Konzernumbau mit 190 Millionen Euro zu Buche.

Firmenchef Andreas Brandstetter zeigt sich dennoch zuversichtlich: „Wir haben ein robustes operatives Kerngeschäft. Die Sondereffekte belasten natürlich das Ergebnis in 2011, aber sie entlasten uns für die Zukunft“, sagte er. Das Prämienvolumen stieg im vergangenen Jahr konzernweit um 4,4 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro. (Reuters)
 

Wirtschaftsnachrichten

Griechen brauchen weitere 15 Milliarden Euro von Euro-Staaten – Medien

Griechenland benötigt zusätzliche 15 Mrd. Euro, um die Schulden bis zum Jahr 2020 auf 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu reduzieren. Das berichtete in der Nacht zum Freitag die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) unter Berufung auf EU-Kreise. Die Summe sei trotz Schuldenrestrukturierung und Haushaltsmaßnahmen der griechischen Regierung notwendig. Dies sei das Ergebnis der Prüfung der internationalen Schulden- Inspektoren Griechenlands. Die Lücke könnte gefüllt werden, indem die Mitgliedsländer der Eurozone mehr Geld in Griechenland pumpen, oder indem die Europäische Zentralbank und die staatlichen Banken weitere Verluste bei griechischen Staatsanleihen hinnehmen, hieß es in dem Bericht. Rechtliche Bedenken könnten jedoch ein Eingreifen der EZB verhindern. (Bloomberg)

Wirtschaftsweiser kritisiert Griechenland-Sparkurs

Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger hat den Sparkurs gegenüber Griechenland scharf kritisiert. Das Programm der „Troika“ aus Internationalem Währungsfonds (IWF), EU und Europäischer Zentralbank (EZB) „war von Anfang an falsch angelegt“, sagte das Mitglied des Sachverständigenrates der „Frankfurter Rundschau“ (Freitag). Die anhaltende Misere der griechischen Wirtschaft sei eine Folge der Sparauflagen der „Troika“, betonte der Würzburger Ökonom und fügte hinzu: „Durch die Sparmaßnahmen wurde die Wirtschaft abgewürgt, dies ließ die Defizite steigen, woraufhin die Troika noch schärfere Sparanstrengungen forderte.“ In diesem Kreislauf sei das System kollabiert. „Die Troika hat grundlegende Gesetze der ökonomischen Schwerkraft missachtet.“ (dpa)

Fitch stuft zyprische Banken auf Ramschniveau herunter

Die Ratingagentur Fitch hat die drei wichtigsten Handelsbanken Zyperns auf Ramschniveau herabgestuft. Die Bank of Cyprus, die Marfin Popular Bank und die Hellenic Bank wurden von BBB- auf BB+ eine Stufe niedriger eingestuft, teilte Fitch am Donnerstag mit. Vor einer Woche waren zyprische Staatsanleihen ebenfalls um eine Stufe auf einen Level gerade noch über Ramschstatus abgewertet werden.

Die Ratingagentur begründete ihre Maßnahme mit den zyprischen Verbindungen zur griechischen Schuldenkrise. Sollten die privaten Gläubiger dem von Athen angestrebten Schuldenschnitt zustimmen, dürfte der Druck auf die zyprischen Banken noch zunehmen, erklärte Fitch. (dapd)

Forschungsinstitut: Großbritannien rutscht in Rezession

Die britische Wirtschaft wird nach Einschätzung eines führenden Wirtschaftsforschungsinstituts im laufenden Jahr in einen anhaltenden Abschwung geraten. Das National Institute of Economic and Social Research (NIESR) fordert in seinem Ausblick für 2012 die Regierung auf, kurzzeitig die Steuern zu senken oder die Ausgaben zu erhöhen. Nach den Berechnungen der Konjunkturexperten wird die Wirtschaftsleistung im Vereinigten Königreich im Gesamtjahr um 0,1 Prozent zurückgehen. Das Office for Budget Responsibility, das die Regierung berät, rechnet mit einem stärkeren Rückgang um 0,7 Prozent.

Die NIESR-Prognose unterstellt für das erste Halbjahr eine Kombination aus trübem Geschäftsklima, strengen Kreditstandards, steigender Arbeitslosigkeit, hohen Lebenshaltungskosten und einer anhaltenden Krise in Europa. Hintergrund ist der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im vierten Quartal um 0,2 Prozent. Setzt sich dieser Trend im ersten Quartal des neuen Jahres fort, würde Großbritannien in eine technische Rezession abgleiten. Die britischen Unternehmen leiden unter einer strengen Sparpolitik und schwacher Nachfrage.

„Eine zeitlich begrenzte Lockerung der Ausgabendisziplin könnte die britische Wirtschaft in Schwung versetzen“, schrieben die Konjunkturforscher in ihrem Ausblick. Das NIESR ist das zweite große Institut, dass Schatzkanzler George Osborne dazu auffordert, die Steuern kurzfristig zu senken. Osborne hat bisher jede Verwässerung seines harten Sparkurses zurückgewiesen. Er setzt auf die Bank of England und ihre ultralockere Geldpolitik zur Stimulierung der Wirtschaft.

Für den Fall, dass sich die Schuldenkrise in Europa beruhigt, rechnen die Konjunkturexperten mit einer Rückkehr des Wachstums in der zweiten Jahreshälfte. Nach diesem positiven Szenario könnte das BIP 2013 um 2,3 Prozent zulegen. Daneben erwartet das NIESR eine Teuerungsrate von 2,2 Prozent im laufenden und von 1,4 Prozent im kommenden Jahr. Im Dezember fiel die Jahresteuerung nach den offiziellen Daten auf 4,2 Prozent, nachdem sie im November noch bei 4,8 Prozent gelegen hatte. (Dow Jones)

Schweizer Wettbewerbshüter nehmen Großbanken ins Visier

Die Schweizer Wettbewerbskommission (Weko) eröffnet eine Untersuchung gegen die beiden Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse sowie zehn ausländische Finanzinstitute, darunter Deutsche Bank. Die Wettbewerbshüter haben Angaben vom Freitag zufolge Hinweise auf möglichen Kartellabsprachen zwischen den Geldhäusern.

Mehrere Derivatehändler von verschiedenen Banken sollen den Angaben zufolge Einfluss auf die Referenzzinssätze LIBOR und TIBOR genommen haben. Mit den Absprachen konnten die Händler möglicherweise eine Verfälschung der Referenzzinssätze zu ihren Gunsten erwirken. Daneben sollen sich die Derivatehändler über die Differenz zwischen den Ankaufs- und Verkaufskursen von Derivaten abgesprochen haben. Von der Untersuchung seien auch Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ, Citigroup, HSBC Holdings, JP Morgan Chase, Mizuho Financial Group, Rabobank Groep, Royal Bank of Scotland Group, Societe Generale, Sumitomo Mitsui Banking Corporation sowie weitere Finanzintermediäre betroffen. (Reuters)

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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