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Medienschau Google wird Vermieter von Rechenleistung

 ·  Nike verdient im vierten Quartal weniger, JP Morgan Chase hat bis zu 6 Milliarden Dollar verspekuliert und Carl Zeiss verkauft seine Militäroptik an EADS. Die Eurozone einigt sich auf ein Wachstumspaket sowie eine gemeinsame Bankenaufsicht und der deutsche Einzelhandel setzt im Mai abermals weniger um.

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Unternehmensnachrichten

Google wird Vermieter von Rechenleistung

Google will sich mit neuen Geschäftsfeldern von der Abhängigkeit von Werbeeinnahmen lösen. Auf der Entwicklerkonferenz I/O kündigte Google-Manager Urs Hölzle an, die Infrastruktur der Google-Rechenzentren künftig als Dienstleistung anzubieten. Bislang offeriert Google Anwendungspakete wie E-Mail, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder eine Online-Festplatte als Dienste in der Internet-Cloud. Künftig können Google-Kunden eigene Anwendungen auf Computern mit dem freien Betriebssystem Linux in der Google-Cloud laufen lassen. Dabei kann eine gigantische Rechenleistung von bis zu 600.000 Prozessorkernen aus dem Netz bezogen werden.

Mit der neuen Geschäftsstrategie tritt Google gegen die bislang führenden Cloudanbieter wie Amazon, Microsoft, VMWare oder Oracle sowie Rechenzentren-Betreiber an. Hölzle sagte, der Google-Service werde „50 Prozent mehr Rechenleistung für den Dollar“ bieten als die Angebote der Wettbewerber. Demnächst werde eine „eingeschränkte Vorschauphase“ anlaufen. Konkrete Preise und das Startdatum von „Google Compute Engine“ nannte Hölzle aber nicht. Die weitere größere Ankündigung betrifft Anwender eines iPhones oder iPads: Sie werden künftig auf ihren Apple-Geräten auch mit dem Google-Browser Chrome im Netz surfen können. (dpa-AFX)

JP Morgan hat bis zu 6 Milliarden Dollar verspekuliert

JP Morgan Chase hat Kreisen zufolge mit komplexen Finanzpapieren dramatisch mehr verspekuliert als bislang angenommen. Die größte amerikanische Bank gehe von einem Verlust von 4 bis 6 Milliarden Dollar aus, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Donnerstag. Die Konzernspitze hatte den Schaden im Mai auf 2 Milliarden Dollar beziffert - einen Anstieg um „eine Milliarde Dollar oder mehr“ aber nicht ausgeschlossen. JP Morgan wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Die „New York Times“ hatte zuvor unter Berufung auf Insider von einem Spekulationsverlust von 8 bis 9 Milliarden Dollar berichtet. Trotz der Verluste werde die Großbank im laufenden Quartal einen soliden Gewinn verbuchen, verlautete weiter aus den Kreisen. Auch wenn die Verluste deutlich höher ausfallen als bislang angenommen, dürften sie JP Morgan noch lange nicht das Genick brechen - die Bank verdiente allein im vergangenen Jahr 19 Milliarden Dollar. (Reuters)

Nike verdient im vierten Quartal weniger

Nike hat im vierten Geschäftsquartal weniger verdient als im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Gewinn sei auf 549 Millionen Dollar von 594 Millionen Dollar gefallen, teilte der weltgrößte Sportartikelhersteller am Donnerstag nach dem Börsenschluss in den Vereinigten Staaten mit.

Das Ergebnis je Aktie sank auf 1,17 Dollar von 1,24 Dollar. Nike begründete den Gewinnrückgang mit hohen Ausgaben und Kosten für Rohmaterialien. Im Berichtsquartal, das am 31. Mai endete, stiegen die Umsätze um 12 Prozent auf 6,5 Milliarden Dollar. Die Nike-Aktie ging nachbörslich auf Talfahrt. Das Papier des Adidas-Rivalen brach um 11 Prozent ein. (Reuters)

Ford erwartet im zweiten Quartal Verlust im internationalen Geschäft

Der zweitgrößte amerikanische Autobauer Ford rechnet im zweiten Quartal abermals mit einem Verlust im Geschäft außerhalb Nordamerikas. Womöglich könne dieser drei Mal höher ausfallen, als im Vorquartal, als ein Minus von 190 Millionen Dollar ausgewiesen worden sei, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung Fords an die Aufsichtsbehörden.

Grund sei der harte Wettbewerb in Europa sowie in Südamerika. Insgesamt geht das Unternehmen aber davon aus, dass es das zweite Quartal unter anderem dank starker Geschäfte auf seinem Heimatmark profitabel abschließt. Die Ford-Aktie tendierte nachbörslich 3 Prozent im Minus. (Reuters)

Carl Zeiss verkauft Militäroptik an EADS

Der Optikkonzern Carl Zeiss trennt sich nach Presse-Informationen von seinem Geschäft mit Militär- und Sicherheitsoptik. Die Sparte mit etwa 800 Beschäftigten und rund 160 Millionen Euro Umsatz solle an den Rüstungs- und Sicherheitsbereich Cassidian des EADS-Konzerns verkauft werden, erfuhr die „Financial Times Deutschland“ (“FTD“) aus mehreren Branchenquellen.

Eine Cassidian-Sprecherin teilte am Donnerstag auf Anfrage der Zeitung mit, dass die Firmen seit längerer Zeit kooperieren und sich derzeit „in weiterführenden Gesprächen befinden“. Für den in Baden-Württemberg ansässigen Carl-Zeiss-Konzern mit 4,24 Milliarden Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2010/2011 (30. September) wäre es der Rückzug aus dem Militärgeschäft. (dpa-AFX)

Gea mit Auftrags- und Umsatzplus in den ersten fünf Monaten

Der Maschinenbau-Konzern Gea hat in den ersten fünf Monaten des Jahres trotz der Unsicherheiten angesichts der Euro-Schuldenkrise ein kräftiges Plus bei Bestellungen und Umsatz verbucht. Von Januar bis Mai seien die Aufträge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11 Prozent gestiegen, sagte Finanzvorstand Helmut Schmale am Donnerstag bei einer Analystenveranstaltung in Echterdingen bei Stuttgart. Die Umsätze wuchsen zwischen Januar und Mai um 14 Prozent im Jahresvergleich. Mit einem Rückgang sei wegen der stabilen Lage der Kunden in der Lebensmittelindustrie nicht zu rechnen.

Vor allem die von wirtschaftlichen Schwankungen weniger beeinflusste Lebensmittelindustrie bestellte zwischen Januar und Mai kräftig Maschinen und Anlagen bei den Düsseldorfern. Auch das Geschäft mit der Landwirtschaftstechnik machte dem Konzern Freude, die Bestellungen zogen kräftig an. Aus der Öl- und Gasindustrie hingegen kamen weniger neue Bestellungen, ebenso wie aus dem Marinebereich. Die Öl- und Gasindustrie läuft aber bereits seit geraumer Zeit eher schwach für Gea. So standen die Kunden in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie im vergangenen Jahr für mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes. Den Ausblick bekräftigte der Vorstand. Demnach sollen im laufenden Jahr Aufträge und Umsatz um mindestens 5 Prozent zulegen. Die Ebit-Marge für das bereinigte operative Ergebnis soll mindestens die 9,7 Prozent aus dem vergangenen Jahr erreichen. Die Zahlen für das zweite Quartal will das Unternehmen am 30. Juli veröffentlichen. (dpa-AFX)

Blackberry-Hersteller RIM streicht 5000 Stellen

Der angeschlagene Blackberry-Hersteller Research In Motion (RIM) versucht sich mit dem Abbau von 5000 der zuletzt rund 16.500 Stellen aus den roten Zahlen zu arbeiten. Im vergangenen Jahr fiel der Verlust deutlich höher aus als von Experten erwartet. Probleme hat das Unternehmen auch mit dem neuen Betriebssystem BB10, das deshalb nicht vor Anfang 2013 kommen wird. Damit droht die einstige Smartphone-Ikone endgültig den Anschluss an Apple und Samsung zu verlieren. Eigentlich wollte RIM den neuen Hoffnungsträger im Herbst vorstellen.

In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2012/2013 fuhr das Unternehmen einen Verlust von 518 Millionen Euro ein und damit deutlich mehr als im Vorquartal. Im ersten Quartal 2011/2012 hatte das Unternehmen noch einen Gewinn erzielt. Der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahr um 43 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar. Damit verfehlte RIM die Erwartungen der Experten deutlich. Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel zeitweise um mehr als ein Fünftel. (dpa-AFX)

Anheuser-Busch kurz vor 15-Milliarden-Dollar-Zukauf

Der weltgrößte Brauereikonzern Anheuser-Busch Inbev steht Kreisen zufolge kurz vor der vollständigen Übernahme des mexikanischen Corona-Herstellers Grupo Modelo für rund 15 Milliarden Dollar. Womöglich werde das Geschäft bereits am Freitag bekanntgegeben, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Donnerstag.

Der Beck’s-Brauer besitzt bereits 50 Prozent von Modelo. AB Inbev lehnte eine Stellungnahme ab, bei Modelo war zunächst niemand zu erreichen. (Reuters)


 


 

Wirtschaftsnachrichten

Eurozone hilft Spanien und Italien

Die Staats- und Regierungschefs der 17 Euroländer haben sich in einer Nachtsitzung auf Hilfen für Spanien und Italien geeinigt. Rom und Madrid haben akute Schwierigkeiten, sich neue Kredite an den Kapitalmärkten zu besorgen. Länder mit guter Haushaltsführung können vom Sommer an - ohne zusätzliche Sparprogramme - Unterstützung aus den Rettungsschirmen EFSF und ESM erhalten, um die Finanzmärkte zu beruhigen. Details sollen die Euro-Kassenhüter Anfang Juli festlegen. Die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten verständigten sich im Kampf gegen die Rezession auf einen Wachstumspakt für mehr Beschäftigung. Dieses Paket umfasst 120 Milliarden Euro und ist nach Merkels Worten insbesondere für die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit wichtig. Am Devisenmarkt kam die Nachricht gut an. Der Euro stieg nach Bekanntwerden der Einigung innerhalb weniger Minuten um rund eineinhalb Cent und kostete zeitweise erstmals seit dem 21. Juni wieder mehr als 1,26 Dollar. Die asiatischen Aktienmärkte sprangen nach der Einigung ebenso wie die Futures auf amerikanischen Indizes an.

Zudem haben sich die Staats- und Regierungschefs am Morgen auf eine gemeinsame Bankenaufsicht verständigt. In Zusammenarbeit mit der europäischen Zentralbank solle diese Bankenaufsicht rasch geschaffen werden. Das teilte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy mit. Wenn diese Aufsicht etabliert sei, könnten Banken direkt aus dem Krisenfonds ESM rekapitalisiert werden. (dpa-AFX)

Deutscher Einzelhandel setzt im Mai abermals weniger um

Die Umsätze im deutschen Einzelhandel sind im Mai wider Erwarten abermals gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis vorläufiger Daten mitteilte, gingen die Umsätze preisbereinigt um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück. Ökonomen hatten dagegen einen Zuwachs um 0,2 Prozent prognostiziert.

Für April wurde der monatliche Rückgang um real 0,2 Prozent bestätigt. Nominal lagen die Umsätze im Mai im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozent höher. Auf Jahressicht stiegen die Umsätze nominal um 1,0 Prozent, sanken real aber um 1,1 Prozent. Allerdings hatte der Mai 2012 mit 24 Verkaufstagen zwei Verkaufstage weniger als der Mai 2011. In den ersten fünf Monaten des Jahres wurde im deutschen Einzelhandel real 0,3 Prozent und nominal 2,3 Prozent mehr umgesetzt als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Japanische Industrie erleidet im Mai heftigen Rückschlag

Die japanische Industrieproduktion ist im Mai stärker als erwartet gefallen, was darauf hindeutet, dass die Erholung der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt zum Stillstand kommen könnte. Wie das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie mitteilte, fiel der industrielle Ausstoß saisonbereinigt um 3,1 Prozent gegenüber dem Vormonat. Volkswirte hatten nur einen Rückgang um 2,8 erwartet. Vor allem die Produktion in der Auto- und in der Chemieindustrie war im Mai rückläufig.

Im April war die Industrieproduktion bereits um 0,2 Prozent gesunken. Die Aussichten für die nächsten Monate liefern einen kleinen Lichtblick: Die Industriebetriebe erwarten einer Umfrage zufolge im Juni einen Produktionsanstieg um 2,7 Prozent, gefolgt von einem Zuwachs um 2,4 Prozent im Juli. Das Ministerium hielt an seiner Einschätzung zur Industrieproduktion fest und teilte mit, es finde eine Erholung statt. (Dow Jones)

Japans Arbeitslosenquote sinkt im Mai

Die Arbeitslosenquote in Japan ist im Mai auf 4,4 Prozent gesunken. Das ist eine Verbesserung zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte und die erste seit drei Monaten, wie die Regierung am Freitag bekanntgab. Auf 100 Arbeitsuchende kamen 81 offene Stellen. Im März waren es nur 79 gewesen.

Hintergrund ist eine moderate Erholung der Wirtschaft. Die Zahl der arbeitslos registrierten Menschen sank zum Vorjahresmonat um 170.000 auf 2,9 Millionen. (dpa-AFX)

Französische Regierung streicht Stellen und senkt Kosten

Frankreichs neue sozialistische Regierung setzt zur Sanierung des Haushalts den Rotstift an. Bei den meisten Ministerien sollen in den nächsten drei Jahren 2,5 Prozent der Stellen gestrichen werden, wie das Büro von Premierminister Jean-Marc Ayrault am Donnerstag mitteilte. Die Betriebskosten der Regierung sollen 2013 um 7 Prozent gesenkt werden verglichen mit dem laufenden Jahr. 2014 und 2015 sollen sie jeweils um 4 Prozent reduziert werden binnen Jahresfrist.

Ayrault will dem Kabinett den überarbeiteten Haushalt am 4. Juli vorstellen. Die Regierung, die seit rund sechs Wochen im Amt ist, muss ein Loch im Haushalt von 7 bis 10 Milliarden Euro stopfen, um das Defizitziel von 4,5 Prozent in diesem Jahr wie von der EU verlangt zu erreichen. (Reuters)

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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