Home
http://www.faz.net/-gw7-6xzv5
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Medienschau G20 vertagen Euro-Entscheidungen

 ·  Bundeswirtschaftsminister Rösler will die Deutsche Post zu mehr Wettbewerb zwingen, die Norma Group gibt sich nach Rekordergebnissen für 2012 zuversichtlich, Sony stellt nach der Trennung von Ericsson neue Telefone vor. Die deutsche Entwicklungspolitik fördert angeblich die Solarindustrie Chinas, das laut Weltbank in seiner Entwicklung am Wendepunkt steht. Die Arbeitslosigkeit in Frankreich steigt auf dem höchsten Stand seit zwölf Jahren.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (0)

Unternehmensnachrichten

Rösler will Deutsche Post zu mehr Wettbewerb zwingen

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler will für mehr Wettbewerb auf dem Postmarkt sorgen und die Dominanz der Deutschen Post aufbrechen. Das geht aus Eckpunkten für eine Novelle des Postgesetzes hervor, über die das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ und die „Wirtschaftswoche“ berichteten. Danach sollen künftig neben anderen Porti zusätzlich auch Entgelte für die lukrativen Massensendungen wie Werbebriefe von der Bundesnetzagentur genehmigt werden. Auf diese Weise solle verhindert werden, dass die Deutsche Post ihre Marktmacht ausspiele und sich durch Dumpingpreise unliebsame Konkurrenz vom Hals halte.

Geplant ist laut Berichten zudem, dass die Bundesnetzagentur auch bei Teilleistungen strenger kontrollieren soll, wenn beispielsweise andere Unternehmen die Briefe einsammeln und nur die Auslieferung über Zusteller der Deutschen Post erfolgt. Außerdem solle der Bonner Konzern gezwungen werden, anderen Unternehmen Zugang zu seinen Adressdateien und den Postfächern ihrer Kunden zu gewähren.

Die Monopolkommission, ein unabhängiges Beratungsgremium der Bundesregierung, hatte jüngst in einem Gutachten die mangelnde Wettbewerbsentwicklung auf dem deutschen Postmarkt beklagt. Die bisherigen Regelungen des Postgesetzes ermöglichten der Netzagentur keine wirkungsvolle Kontrolle des „Gelben Riesen“ und das Unternehmen habe einen „zu großen Gestaltungs- und Handlungsspielraum“. (dpa-AFX)

Norma Group nach Rekordergebnissen zuversichtlich für 2012

Die Norma Group hat trotz der im vierten Quartal leicht nachlassenden Wachstumsdynamik im abgelaufenen Gesamtjahr ein Rekordergebnis erzielt. Der hohe Auftragsbestand zum Jahresende lasse das Unternehmen zudem zuversichtlich auf das laufende Jahr blicken, teilte der Spezialist für Verbindungstechnik mit.

Der Umsatz kletterte 2011 nach vorläufigen zahlen um fast ein Fünftel auf 581 Millionen Euro, womit das Unternehmen die im November angehobene Erlösprognose leicht übertraf. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) legte ebenfalls um 20 Prozent auf 103 Millionen Euro zu. Die Ebitda-Marge verbesserte sich damit um 0,3 Prozentpunkte auf 17,7 Prozent und lag leicht unterhalb des konzerneigenen Ausblicks von 18 Prozent. (Dow Jones)

Sony stellt nach Ericsson-Trennung neue Telefone vor

Nach der Trennung von seinem Partner Ericsson hat der japanische Elektronikkonzern Sony am Sonntag die ersten Smartphones unter der eigenen Marke vorgestellt. Der designierte Konzernchef Kazuo Hirai warnte zugleich vor überzogenen Erwartungen an seinen Amtsantritt am 1. April. Hirai kündigte in dem Interview an, die Mobilfunksparte in den Konzern zu integrieren. Es handele sich zwar um eine eigenständige Firma, sagte der Manager. Die Zusammenarbeit mit dem Konzern müsse aber so transparent und reibungslos vonstattengehen als gebe es nur ein Unternehmen. (Reuters)

 

Wirtschaftsnachrichten

G20: Keine Entscheidung über höheren Euro-Schutzschirm

Die Finanzminister 20 führenden Industriestaaten und großen Schwellenländer haben bei ihrem Treffen in Mexiko keine Entscheidung über eine Erhöhung der Brandmauern für den Euro gefällt. Damit wurde den Europäern zugestanden, wie geplant im März ihre Entscheidung über eine Verstärkung der finanziellen Schutzschirme zur Eindämmung der Euro-Krise zu treffen.

Im April wird dann der Internationale Währungsfonds (IWF) in Washington unter anderem über einen Ausbau globaler Krisenmechanismen beraten. Solide Schutzschirme in Europa seien der „fundamentale Input“ für den IWF, der damit seine eigenen Mechanismen zur Krisenbekämpfung erstellen könne, sagte am Ende des Treffens der mexikanische Finanzminister José Antonio Meade.

Wie zuvor Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte auch Olli Rehn, Vize-Präsident der Europäischen Kommission, am Ende des Treffens, die Lage in Europa habe sich wegen der bisher ergriffenen Maßnahmen gebessert. „Es gibt Zeichen einer Stabilisierung“, sagte er. Die Partner hätten anerkannt, dass die Europäer dabei seien, ihre Hausaufgaben zu machen, um die Krise zu bekämpfen. (dpa-AFX)

Deutsche Entwicklungspolitik fördert Chinas Solarindustrie

Die chinesische Solarindustrie profitiert nach einem Bericht des „Spiegel“ indirekt von Förderprogrammen der Bundesregierung und der staatlichen KfW Bankengruppe. Die KfW unterstütze die staatliche chinesische Export-Import Bank Exim mit einem zinsgünstigen Kredit über 75 Millionen Euro. Die chinesische Bank wiederum stocke die Mittel auf und verteile das Geld anschließend an Chinas Umweltindustrie, darunter Solarkonzerne.

Das chinesische Solarunternehmen Yingli Solar profitiere außerdem von einem günstigen 25-Millionen-Dollar-Kredit der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft, ebenfalls eine KfW-Tochter. Hier wird die letzte Rate im September 2013 fällig. (dpa-AFX)

Weltbank sieht Chinas Entwicklung am Wendepunkt

Chinas wirtschaftliche Entwicklung steht nach Einschätzung der Weltbank an einem Wendepunkt. Tiefgreifende marktwirtschaftliche Reformen seien notwendig, um langfristig Wirtschaftswachstum wahren zu können, heißt es im „China 2030“ genannten Bericht, den Weltbank-Präsident Robert Zoellick am Montag in Peking vorstellte. Nach drei Jahrzehnten mit rund zehn Prozent Wachstum brauche China eine neue Entwicklungsstrategie.

Der Privatsektor müsse gestärkt, die Märkte weiter geöffnet und die Land- Arbeits- und Finanzpolitik reformiert werden, heißt es in dem Bericht. Um Innovation zu fördern, müsse auch der Urheberrechtsschutz verbessert werden. Umweltschutz könne als „grüner Motor“ neue Entwicklung schaffen. Der Bericht fordert auch gleichberechtigten Zugang zu Bildung, Gesundheitswesen und Arbeitsplätzen.

Der Bericht werfe einige „ernste Fragen“ auf, sagte Zoellick. „Hinzu kommt, dass das globale Umfeld auf absehbare Zeit unsicher und sprunghaft bleiben wird, wodurch die Notwendigkeit für Veränderung noch größere Bedeutung gewinnt.“ Der Bericht der Weltbank wurde gemeinsam mit dem Zentrum für Entwicklungsforschung des chinesischen Staatsrates erstellt. (dpa-AFX)

Arbeitslosigkeit in Frankreich auf dem höchsten Stand seit zwölf Jahren

In Frankreich ist die Arbeitslosenzahl im Januar auf den höchsten Stand seit 12 Jahren gestiegen. Die Zahl der Arbeitslosen sei im Vergleich zum Vormonat um 0,5 Prozent auf 2,862 Millionen geklettert, teilte das Arbeitsministerium am Freitag mit. Im Jahresvergleich entspricht dies einem Anstieg um 6,2 Prozent. Volkswirte machen vor allem die Schuldenkrise in der Eurozone für den Anstieg der Arbeitslosigkeit verantwortlich. Die Krise belaste das Geschäftsklima und verhindere Neueinstellungen. Das Bruttoinlandsprodukt war im vierten Quartal in Frankreich um 0,2 Prozent zum Vorquartal geschrumpft.

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Emittenten-News
Anzeige
Für die Inhalte sind die Emittenten verantwortlich
Weitersagen
Finanzmärkte aktuell
Name Wert Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  F.A.Z.-Anleih… --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
  Bund Future --  --
Wertpapiersuche