Unternehmensnachrichten
Commerzbank will mit Baufinanzierungen kräftig wachsen
Die Commerzbank will im Geschäft mit Baufinanzierungen kräftig zulegen. „Im Jahr 2011 haben wir unser Neugeschäft in der Baufinanzierung um 20 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro ausgeweitet. Ich sehe gute Chancen, diesen Wachstumskurs in den kommenden Jahren fortzusetzen und unseren Marktanteil deutlich auszuweiten“, sagte Michael Mandel, Bereichsvorstand Privatkunden der FAZ. Im März hat die Commerzbank mit einer halben Milliarde Euro Neugeschäft so viele Baufinanzierungen zugesagt wie noch nie nach dem Zusammengehen mit der Dresdner Bank im Jahr 2009. Helfen soll beim Erreichen der Ziele die gerade geschlossene Kooperation mit dem Kreditvermittler im Internet Interhyp. Von August an solle diese bundesweit auf alle 1.200 Commerzbank-Filialen ausgeweitet werden.
Gewinn von Qantas bricht ein
Die Schwäche im internationalen Geschäft führt bei der australischen Fluggesellschaft Qantas zu einem massiven Gewinneinbruch. Hintergrund seien die hohen Kerosinpreise und eine gesunkene Nachfrage im Zuge der Wirtschaftskrise in Europa. Im bis Ende Juni laufenden Geschäftsjahr 2011/12 werde das Vorsteuerergebnis um 90 Prozent auf nur noch umgerechnet 50 bis 100 Millionen australische Dollar schrumpfen. Die kriselnde Sparte mit internationalen Flügen, die im Juli abgespaltet wird, wird ihren Verlust wohl von rund 168 Millionen Euro auf mehr als 350 Millionen Euro ausweiten. (Reuters)
Wirtschaftsnachrichten
G7 stemmen sich in Telefonkonferenz gegen die Krise
Die Finanzminister und Notenbankchefs der G-7-Staaten werden heute in einer Telefonkonferenz über die Staatsschuldenkrise in der Europäischen Währungsunion sprechen.
„Wir führen fortlaufende Gespräche”, sagte der kanadische Finanzminister Jim Flaherty am Montag in Toronto gegenüber Journalisten. Nach seinen Angaben werden die G-7-Staaten am heutigen Dienstag im Vorfeld des für den 18. und 19. Juni im mexikanischen Los Cabos geplanten G-20-Treffens weitere Gespräche führen. Später sagte Flaherty in Ottawa, es ginge bei den Diskussionen um „die Lage in Europa” ohne Einzelheiten zu der Telefonkonferenz zu nennen.
An den Finanzmärkten hat sich die Besorgnis über eine weitere Verschlechterung der Lage der spanischen Banken und einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Europäischen Währungsunion verstärkt, zumal sich die politische Führung der Eurozone weiter über die Einzelheiten von Stützungsmaßnahmen uneins ist. US-Präsident Barack Obama hat zuletzt den europäischen Politikern die Schuld daran gegeben, dass sich eine Besserung am US-Arbeitsmarkt verzögert. Die Europäer hätten nicht genug getan, um die Krise zu bewältigen, hatte Obama gesagt.
In Tokio sagte der japanische Finanzminister Jun Azumi am Dienstag auf einer Pressekonferenz, die G-7-Mitglieder seien „besorgt über die instabile Situation in der Weltwirtschaft” und müssten diese Sorgen auf die eine oder andere Weise miteinander teilen. Er wollte sich nicht dazu äußern, ob eine Telefonkonferenz stattfinden wird. (Bloomberg)
S&P beziffert Wahrscheinlichkeit für griechisches Euro-Aus auf ein Drittel
Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) sieht die Wahrscheinlichkeit für ein griechisches Euro-Aus in den Monaten nach der Wahl am 17. Juni bei einem Drittel. Ein Austritt Griechenlands aus dem Währungsverbund dürfe für das Land verheerende Folgen haben, hieß es in einer am Montagabend veröffentlichten Analyse. Während Griechenland in diesem Fall höchstwahrscheinlich die Staatspleite drohe, seien die Folgen für den Rest der Eurozone nicht so klar abzusehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass andere Länder dem griechischen Beispiel folgen würden, bewertet S&P jedoch als gering. In ihrem Basis-Szenario gehen die Analysten deshalb davon aus, dass ein Exit Griechenlands keine automatischen Herabstufungen anderer Länder-Ratings auslösen wird. (dpa-AFX)
G20 wollen Deutschland zu Konjunkturhilfen drängen
In der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer gibt es offenbar Bestrebungen, Deutschland und andere finanzstarke Länder zu mehr Wachstumsimpulsen zu bewegen. Länder mit gesunder Haushaltslage könnten zu größeren Ausgaben ermutigt werden, um der Euro-Zone und der Weltwirtschaft zu helfen, sagte ein asiatischer G20-Vertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte, der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Unter den Industrienationen könnten Deutschland und Kanada als die Länder mit den finanziellen Möglichkeiten dazu angesehen werden. (Reuters)
Ratingagentur Egan-Jones stuft Großbritannien herab
Die amerikanische Ratingagentur Egan-Jones hat die Kreditwürdigkeitsnote Großbritanniens herabgestuft. Die weniger bekannte Agentur senkte die Bonitätsnote des Königreichs am Montag auf AA- von AA. Den Ausblick bewertet sie mit negativ, womit dem Land eine weitere Herabstufung droht. „Die größte Sorge ist, ob das Land im Angesicht des schwächeren Wirtschaftsumfelds und einer möglichen Verschlechterung im Finanzsektor weiter in der Lage sein wird, sein Defizit zu verringern“, hieß es. (Reuters)
Monopolkommission warnt vor hohen Kosten der Energiewende
Die deutsche Monopolkommission sieht durch die Energiewende hohe Kosten auf die Stromkunden zurollen. Ihr Vorsitzender Justus Haucap bezweifelt, dass es der Bundesregierung gelingen wird, die Umlage für den Ökostrom auf 3,5 Cent je Kilowattstunde zu begrenzen. „Ein Anstieg auf etwas über 5 Cent scheint mir nicht unrealistisch zu sein“, sagte er der FAZ. Das Gremium fordert einen radiaklen Umbau der Ökostromförderung.
„In einem ersten Schritt müsste man das ganze Thema entpolitisieren und die Festsetzung der Einspeisevergütung der Bundesnetzagentur überlassen“, sagte Haucap. Längerfristig könne die Einspeisevergütung durch ein Quotensystem für Erneuerbare Energien ersetzt werden, so dass die wirtschaftlich günstigste Technologie zum Zuge komme. Als Alternative brachte Haucap Ausschreibungen ins Gespräch, um Ökostrom ohne Umweg über den Strompreis zu beschaffen. (dpa-AFX)
Widersprüchliche Signale aus Chinas Dienstleistungsbranche
Der am Dienstag veröffentlichte HSBC-Einkaufsmanagerindex für die chinesische Dienstleistungsbranche ist im Mai auf den höchsten Stand seit 19 Monaten gestiegen. Vor allem dank eines stärkeren Auftragseingangs legte er auf 54,7 Punkte von 54,1 Zählern im April zu. Nach einer Reihe enttäuschender Konjunkturdaten sollte dies Sorgen vor einer kräftiger Abkühlung der zweitgrößten Volkswirtschaft dämpfen, sagte der Chefvolkswirt der britischen Großbank HSBC in China, Qu Hongbin. Zudem dürften die erwarteten Hilfen der chinesischen Führung zur Ankurbelung des Wachstums den Dienstleistern und der Beschäftigung in diesem Bereich einen weiteren Schub verleihen. Die HSBC-Umfragedaten stehen jedoch im Gegensatz zu einer am Wochenende veröffentlichten amtlichen Erhebung. Demnach hat sich das Wachstum im Dienstleistungssektor den zweiten Monat in Folge verlangsamt. Der Einkaufsmanagerindex des Logistikverbands CFLP fiel im Mai auf 55,2 Punkte von 56,1 Zählern im April. Die Abweichung resultiert aus unterschiedlichen Befragungsmethoden. Allerdings liegt der Wert bei beiden Umfragen deutlich über der Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird. (Reuters)
Australische Zentralbank senkt Leitzins
Um den schwächeren Wachstumsaussichten etwas entgegenzusetzen, hat die australische Zentralbank den Leitzins gesenkt. Die Währungshüter drückten den geldpolitischen Schlüsselsatz um 25 Basispunkte auf 3,50 Prozent. Die Entscheidung war von Volkswirten weithin erwartet worden. Die Beobachter der australischen Wirtschaft rechnen damit, dass die Inflation in nächster Zeit schwach bleiben wird.
Der Leitzins befindet sich damit wieder auf dem Stand von Ende 2009. Zuvor hatte die Reserve Bank of Australia (RBA) Anfang Mai den Hauptrefinanzierungssatz um 50 Basispunkte gesenkt. Seitdem warnen die Notenbanker vor einer Eskalation der europäischen
Schuldenkrise und einem Austritt Griechenlands aus dem Euro. Sie sorgen sich außerdem um das schwächere Wachstum beim wichtigsten Handelspartner China.
Die Lage der australischen Wirtschaft ist gemischt. Während ein boomender Bergbausektor das Wachstum stützt, sieht es in anderen Sektoren nicht so rosig aus. Die Verbraucher sind verunsichert wegen der Lage in Europa und der starke australische Dollar belastet den Export. Die Regierung hat sich einen strikten Sparkurs verordnet und will im kommenden Haushaltsjahr 2012-2013 einen kleinen Überschuss erwirtschaften. (Dow Jones)
Merkel will strengere EU-Finanzpolitik
Bundeskanzlerin Angela Merkel dringt auf eine straffere und strengere Finanzpolitik in Europa. Dazu gehört für sie mittelfristig auch eine Bankenaufsicht. Das sagte Merkel am Montagabend vor einem Gespräch mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso.
Die Europäische Kommission und andere Institutionen müssten mehr Möglichkeiten der Kontrolle bekommen. Der EU-Fiskalpakt zu mehr Haushaltsdisziplin sei ein erster, aber längst kein ausreichender Schritt. Barroso sagte, es seien Signale und konkrete Maßnahmen zur Stabilisierung und Transparenz der Strukturen nötig. Zur Vision von mehr Europa gehöre auch eine Bankenunion.
Nach Informationen des „Handelsblatts“ soll die Europäische Investitionsbank (EIB) gestärkt werden. Das bereits von den Mitgliedsländern eingezahlte Kapital solle um 10 Milliarden Euro aufgestockt werden. Die Kredite könnten Investitionen etwa bei der Gründung von Unternehmen in Höhe von rund 80 Milliarden Euro anschieben. (dpa-AFX)
