Unternehmensnachrichten
Deutsche Wohnen setzt Bezugspreis für Kapitalerhöhung auf 10,50 Euro fest
Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen will mit der Kapitalerhöhung zur Übernahme von Baubecon und anderer Unternehmen rund 460 Millionen Euro einsammeln. Den Bezugspreis für die bis zu 43,8 Millionen neuen Aktien setzte das Unternehmen am Dienstagabend auf 10,50 Euro je Anteilsschein fest. Wie hoch der Bruttoemissionserlös genau ausfällt, soll im Laufe des 26. Juni feststehen. Zuvor hatte das Unternehmen eine Spanne von 425 bis 475 Millionen Euro genannt. Die Aktionäre sollen je sieben alter Aktien drei neue Anteilsscheine erwerben können. Die Bezugsfrist läuft noch bis 25. Juni. (dpa-AFX)
EU will Kapitalregeln für Versicherer deutlich entschärfen
Die EU will die geplanten strengeren Kapitalvorschriften für Versicherer laut einem Pressebericht deutlich abmildern. Nach heftigem Druck der Branche und Kritik von Aufsichtsbehörden wolle Brüssel alle bestehenden Verträge für sieben Jahre von dem neuen Regelwerk „Solvency II“ ausnehmen, das ab 2014 gelten soll, berichtet die „Financial Times Deutschland“ (FTD/Mittwoch). Für die Altverträge sollten weiter die bisherigen Standards gelten. Nur bei Risikomanagement und Berichten müssten Unternehmen die neuen Regeln einhalten. Dies entschärfe die Reform für die Lebensversicherer erheblich.
Mit der Schonfrist reagiert die EU dem Bericht zufolge auf Warnungen, dass viele Versicherer mit den neuen Regeln enorme Probleme bekommen könnten. Bei einem Test der deutschen Branche hatte sich herausgestellt, dass rund 40 Prozent der Lebensversicherer in Schwierigkeiten geraten würden, rund zehn Prozent sogar in Existenznot.
Für Kunden bedeute die Ausnahme für Altverträge, dass die Gefahr eines Kollapses ihrer Gesellschaft deutlich gesunken sei, schreibt die Zeitung. Allerdings gelten Turbulenzen bei einigen Anbietern von Lebensversicherungen wegen der Niedrigzinsen weiterhin als sehr wahrscheinlich. (dpa-AFX)
Ryanair will abermals Aer Lingus übernehmen
Der irische Billigflieger Ryanair startet einen neuen Versuch zur Übernahme der Aer Lingus. Der klamme irische Staat brauche das Geld aus dem Anteilsverkauf, und die EU-Kommission werde die Übernahme diesmal schon genehmigen, teilte das Unternehmen am Dienstagabend in Dublin mit. Schließlich hätten die Wettbewerbshüter inzwischen auch Zukäufen von Lufthansa und British Airways zugestimmt.
Dabei hofft Europas größter Billigflieger, sein Ziel deutlich günstiger zu erreichen als noch vor einigen Jahren. Je Aer-Lingus-Aktie will Ryanair 1,30 Euro je Aktie bieten - weniger als halb so viel wie Ende 2006 und zehn Cent weniger als beim zweiten Anlauf im Jahr 2008. Die neue Offerte liegt den Angaben zufolge 38,3 Prozent über dem Schlusskurs vom Dienstag - und bewertet Aer Lingus mit insgesamt knapp 700 Millionen Euro.
Weil Ryanair bereits knapp 30 Prozent der Anteile an der einstigen Staatsfluglinie besitzt, müsste das Unternehmen nur rund 70 Prozent der Summe aufbringen. Zuschlagen will der Vorstand allerdings nur, wenn ihm mindestens die Hälfte aller ausgegebenen Aer-Lingus-Aktien angedient werden. (dpa)
JPMorgan-Chef räumt Fehler ein
Nach dem Milliardenverlust durch Fehlspekulationen bei JPMorgan Chase hat der Chef der amerikanischen Großbank, Jamie Dimon, Fehler eingeräumt. „Rückblickend haben die Händler nicht das nötige Verständnis der Risiken gehabt, die sie eingegangen sind“, sagte Dimon am Dienstag bei einer Anhörung im amerikanischen Kongress in Washington. Die Strategie für die fatalen Geschäfte sei „schlecht ausgearbeitet und überprüft“ gewesen.
Dimon betonte vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses aber, dass die Bank insgesamt in guter Verfassung sei und es keine Ansteckungsgefahren für andere Institute gebe. Bereits in der vergangenen Woche hatte der JPMorgan-Chef in einer Anhörung im Senat die Milliardenverluste als „isoliertes Ereignis“ bezeichnet, das durch die gute Kapitalausstattung der Bank habe aufgefangen werden können.
Unterdessen prüft die Börsenaufsicht SEC das Kommunikationsverhalten der Bank. Die Behörde prüfe, ob das Geldhaus bei seiner Bilanzvorlage im April die Investoren getäuscht habe, sagte SEC-Chefin Mary Schapiro am Dienstag bei der Anhörung im Repräsentantenhaus. Das Kreditinstitut habe bei der Präsentation der Quartalszahlen die Änderung am Risikomodell nicht erwähnt. (AFP, Reuters)
Wirtschaftsnachrichten
Frankreich plant neue Steuer auf Dividenden
Frankreich plant offenbar die Einführung einer Steuer auf Dividenden ab dem Sommer. Die neue Abgabe von drei Prozent auf die Ausschüttungen solle dem Staat jährlich zusätzlich 800 Millionen Euro einbringen, verlautete am Dienstag aus Regierungskreisen. Zuvor hatte die Zeitung „Les Echos“ über das Vorhaben berichtet. Frankreich wolle sein Defizit im kommenden Jahr unter die Marke von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts drücken. Die Steuer habe das Ziel, die Unternehmen dazu zu bringen, ihre Gewinne lieber zu investieren statt Dividenden an die Anteilseigner auszuschütten, hieß es. (Reuters)
Finnland lehnt Erleichterungen für Griechenland ab
Finnland hat sich gegen Erleichterungen bei den Reform- und Sparauflagen für Griechenland ausgesprochen. „Was vereinbart ist, muss eingehalten werden. Das war die ganze Zeit schon die sehr klare Botschaft an Griechenland“, sagte die finnische Finanzministerin Jutta Urpilainen der Rheinischen Post aus Düsseldorf. Finnland gehört neben Deutschland, den Niederlanden und Österreich zu den Ländern in der Euro-Zone, die eine Aufweichung des griechischen Anpassungsprogramms bisher ablehnen. (Reuters)
G20-Staaten versprechen keine neue Marktabschottung bis 2014
Die führenden Volkswirtschaften der Erde (G20) setzen ein Zeichen gegen Hürden und Hemmnisses im Welthandel. In der Abschlusserklärung des G20-Gipfels von Los Cabos heißt es: „Wir sind tief besorgt über zunehmende Fälle von Protektionismus rund um den Globus.“ Die G20 versprechen deshalb, bis 2014 keine neuen Maßnahmen zu ergreifen, die eigenen Märkte von Waren und Dienstleistungen abzuschotten. Erstmals hatte sich die G20 beim Gipfel in Cannes 2011 auf dieses sogenannte Stillhalteabkommen verständigt, Nun wurde es in Los Cabos verlängert. (dpa-AFX)
Europaparlament will strengere Überwachung der Ratingagenturen
Das EU-Parlament will strengere Vorschriften für Ratingagenturen. Der Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments stimmte am Dienstag in Brüssel dafür, den Vorschlag der EU-Kommission noch zu verschärfen. So sollen Ratingagenturen für ihre Benotung der Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Staaten in Zukunft haften. Die Unternehmen würden verpflichtet, nach einer gewissen Zeitspanne eine andere Agentur zu beauftragen, die EU-Kommission verlangt dies nach 3 Jahren, das EU-Parlament nach 5 Jahren.
Das Parlament verlangt zudem, dass Ratingagenturen am Jahresende einen Zeitplan vorlegen, wann sie Staatsschulden-Ratings veröffentlichen wollen. Damit wollen die Abgeordneten verhindern, dass unangekündigte Herabstufungen von Staaten für Nervosität an den Finanzmärkten sorgen. Zudem sollen die Unternehmen für ihre Meinung zivilrechtlich haften, wenn ein Investor durch vorsätzlich fehlerhafte Ratings Geld verliert. Ihre Ratings sollen nicht als Meinung gelten - dadurch ließe sich die Veröffentlichung von Kreditbewertungen zeitweise leichter untersagen. (dpa-AFX)
Japans Exporte legen deutlich zu
Die Exporte Japans haben im Mai deutlicher zugenommen als erwartet. Die Ausfuhren nahmen im Vorjahresvergleich um 10,0 Prozent zu, wie das Finanzministerium am Mittwoch mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit 9,3 Prozent gerechnet. Die Importe stiegen um 9,3 Prozent. Experten hatten mit einem Plus von 2,9 Prozent gerechnet. Das Handelsbilanzdefizit betrug im Mai 907,3 Milliarden Yen (rund neun Milliarden Euro) und lag damit deutlich über den Erwartungen der Analysten (561,1 Milliarden Yen). (Reuters)
