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Medienschau Facebook legt Preisspanne für Börsengang fest

 ·  Der Preis für Aktien des sozialen Netzwerks Facebook soll zum Börsenstart zwischen 28 und 35 Dollar liegen. Der Börsenwert von Facebook dürfte damit deutlich unter den zuvor geschätzten rund 100 Milliarden Dollar liegen. Der Industriegasekonzern Linde ist mit einem Gewinnzuwachs in das Jahr gestartet und Apple-Konkurrent Samsung stellt sein neues Smartphone-Topmodell Galaxy S3 vor. Auf volkswirtschaftlicher Ebene sollen Spaniens Banken nicht zur Auslagerung giftiger Papiere gezwungen werden. Die Tarifverhandlungen im deutschen Bankgewerbe haben unterdessen kein Ergebnis gebracht.

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Unternehmensnachrichten

Facebook will bis zu zwölf Milliarden Dollar bei IPO einsammeln

Facebook will sich bei seinem heiß erwarteten Börsengang kräftig bedienen. Das weltgrößte soziale Netzwerk plant, bis zu zwölf Milliarden Dollar bei Investoren einzusammeln. Damit käme das erst acht Jahre alte Unternehmen nahe an den Marktwert des Online-Handelsriesen Amazon heran und würde Traditionsfirmen wie Hewlett-Packard und Dell übertreffen. Auch Googles Premiere auf dem Parkett verblast daneben: Der Konkurrent hatte 2004 knapp 1,7 Milliarden Dollar erlöst. Wie Facebook am Donnerstag in seinem Börsenprospekt mitteilte, soll die Preisspanne für die Aktien zwischen 28 und 35 Dollar liegen. Sollte es dem von Mark Zuckerberg geführten Konzern gelingen, die Papiere zum höchsten Ausgabepreis auf den Markt zu bringen, würde der Konzern mit knapp 100 Milliarden Dollar bewertet. Am unteren Ende würde die Bewertung 77 Milliarden Dollar betragen. Der Handel soll in spätestens zwei Wochen starten.

Experten gehen davon aus, dass sich die Investoren um die Papiere des Netzwerks mit mehr als 900 Millionen aktiven Nutzern reißen. Trotzdem wurden zuletzt auch Zweifel an der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells laut - erst Ende April gab Facebook den ersten Umsatzrückgang zum Vorquartal seit mindestens zwei Jahren bekannt. Facebook kämpft beispielsweise mit Google um die wertvolle Zeit der Internetnutzer, die sich wiederum bei Werbekunden in bares Geld verwandeln lässt.

Vor allem die zunehmende Nutzung des Internets über Smartphones und Tablet bereitet dem Unternehmen Sorgen. Bisher schalten Werbekunden lieber auf herkömmlichen Computern Anzeigen. Zudem sind sie bereit, dafür mehr zu zahlen als für Handy-Werbung. Facebook will in dem mobilen Bereich unbedingt wachsen. Die fürs operative Geschäft bei Facebook zuständige Managerin Sheryl Sandberg versicherte, dass die mobile Welt für Facebook keine so große Herausforderung wie für andere Unternehmen sei. Finanzchef David Ebersman kündigte an, der Internetkonzern werde in diesem Bereich stark investieren, auch wenn noch unklar sei, wann oder ob sich dies auszahle.

Bei Bekanntgabe der IPO-Absichten hatte Facebook erklärt, mindestens fünf Milliarden Dollar einsammeln zu wollen. „Die Leute werden mit dieser Bewertung sehr zufrieden sein“, sagte Analyst Sam Schwerin von Millenium Technology Value Partners nun zu den aktualisierten Plänen. Bereits am Montag soll die Roadshow des Unternehmens beginnen. Die zweiwöchige Werbetour startet in New York, später sollen Chicago und Boston folgen. Die Investorenreise endet laut einem Reuters vorliegenden Zeitplan im heimischen Menlo Park in Kalifornien. Kreisen zufolge wird Zuckerberg teilnehmen. Dies galt lange als unklar. (Reuters)

Linde startet mit Gewinnzuwachs in das Jahr

Der Industriegasekonzern Linde hat dank einer kräftigen Nachfrage aus den Schwellenländern und Nordamerika einen guten Jahresstart erwischt. Der operative Gewinn habe im ersten Quartal um 6,2 Prozent auf 808 Millionen Euro zugelegt, teilte der Münchner Konzern am Freitag vor Beginn seiner Hauptversammlung mit. Analysten hatten mit einem operativen Ergebnis in dieser Höhe gerechnet. Der Konzernumsatz habe sich um 5,4 Prozent auf 3,505 Milliarden Euro verbessert. Unter dem Strich blieb ein Überschuss von 308 Millionen Euro - ein Plus von 1,7 Prozent.

„Wir sind ganz ordentlich in das neue Geschäftsjahr gestartet und zuversichtlich, unsere Ziele zu erreichen“, erklärte Konzernchef Wolfgang Reitzle. Für das Gesamtjahr 2012 peilt der weltweit zweitgrößte Hersteller von Industriegasen nach der französischen Air Liquide an, seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr zu erhöhen und das operative Konzernergebnis zu steigern. (Reuters)

Zivilprozess gegen BP wegen Ölkatastrophe auf 2013 verschoben

Der Beginn eines Zivilprozess gegen den Mineralölkonzern BP und andere Unternehmen wegen Ansprüchen nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahre 2010 ist verschoben worden. Ein Richter legte am Donnerstag den Prozessauftakt auf den 14. Januar 2013 fest. Ursprünglich sollte das Zivilverfahren bereits am 8. November beginnen. Das Justizministerium und der amerikanische Staat Alabama wollten, dass der Zivilprozess bereits diesen Sommer beginnt. BP hatte allerdings um dem Termin im Januar 2013 gebeten. (dapd)

Amerikanische Börsenaufsicht ermittelt gegen Energiefirma Chesapeake

Die amerikanische Börsenaufsicht SEC ermittelt in einem informellen Prüfverfahren gegen die Energiefirma Chesapeake und ihren Unternehmenschef Aubrey McClendon. Dies teilte der Konzern am Donnerstag mit ohne anzugeben, was Gegenstand der Ermittlungen ist. Einem Reuters-Bericht zufolge hat McClendon über drei Jahre lang Kredite von 1,1 Milliarden Dollar aufgenommen und seine Anteile an Chesapeake-Ölquellen als Sicherheit hinterlegt. Das Geld hat er Reuters vorliegenden Unterlagen zufolge genutzt, um in den Genuss potenziell lukrativer Sondervergütungen zu kommen: McClendon soll mit den Mitteln Beteiligungen an eben jenen Öl- und Gasquellen finanziert haben, die er als Sicherheit für die Kredite hinterlegt hat. McClendon hatte einen Interessenskonflikt zurückgewiesen. (Reuters)

Samsung stellt neues Smartphone-Topmodell Galaxy S3 vor

Samsung schickt ein neues Spitzen-Smartphone auf iPhone-Jagd. Das am Donnerstag vorgestellte Galaxy S3 hat einen großen Bildschirm mit einer Diagonale von 4,8 Zoll (12,2 cm) und unterstützt zumindest in einigen Ländern den schnellen LTE-Datenfunk, wie Samsung am Donnerstagabend mitteilte. Die Hauptkamera hat eine Auflösung von acht Megapixeln. An Bord ist auch ein NFC-Funkchip, mit dem mobile Bezahldienste umgesetzt werden können. Die dritte Generation des Galaxy S läuft mit der neuesten Version des Google-Betriebssystems Android.

Als Konkurrenten für Apples „persönlichen Assistenten“ Siri, mit dem sich Nutzer des neuesten Modells iPhone 4S unterhalten können, verspricht Samsung beim Galaxy S3 ebenfalls eine intelligente Sprachsteuerung. Damit könne man zum Beispiel den Wecker am Morgen mit einem Wort um Aufschub bitten. Zudem erkennt das Telefon das Gesicht seines Besitzers. Mit der Funktion „AllShare Cast“ kann man Inhalte einfach auf Fernsehgeräte bringen. Die Batterie kann auch kabellos aufgeladen werden. Das Telefon soll Ende Mai zunächst in Europa auf den Markt kommen. (dpa)

LinkedIn wächst und kauft Präsentations-Plattform SlideShare

Das größte berufliche Onine-Netzwerk LinkedIn leistet sich nach einem starken Quartal einen teuren Zukauf. Für knapp 119 Millionen Dollar wird die Plattform SlideShare übernommen, auf die vor allem Präsentationen hochgeladen werden. Im ersten Quartal verdoppelte LinkedIn den Umsatz im Jahresvergleich auf 188,5 Millionen Dollar. Der Gewinn sprang von 2,1 auf 5 Millionen Dollar hoch, wie LinkedIn am Donnerstag nach Börsenschluss in Amerika mitteilte. Die Aktie rauschte nachbörslich um 8,88 Prozent hoch.

Im Gegensatz zu Facebook, wo die Nutzer meist privat unterwegs sind, sollen Karriere-Netzwerke wie LinkedIn beim Knüpfen beruflicher Kontakte und der Suche nach neuen Mitarbeitern helfen. LinkedIn ist die Nummer eins mit 161 Millionen Mitgliedern. In Deutschland ist auch der kleinere Konkurrent Xing stark.

Vom Kaufpreis für SlideShare bezahlt LinkedIn rund 45 Prozent in bar und den Rest mit eigenen Aktien. Die LinkedIn-Aktie hat sich deutlich besser entwickelt als andere vielbeachtete Internet-Börsengänge 2011. Am Donnerstag schloss sie bei über 109 Dollar. Der Ausgabepreis hatte vor knapp einem Jahr bei 45 Dollar gelegen. Der LinkedIn-Börsengang galt auch als wichtiger Test für die jetzt anstehende Mega-Aktienplatzierung von Facebook. (dpa)

Swiss Re erzielt gut eine Milliarde Dollar Quartalsgewinn

Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re hat im ersten Quartal dank des Ausbleibens von Großschäden und guter Geschäfte an den Kapitalmärkten besser als erwartet verdient. Die Nummer zwei der Branche erzielte nach Angaben vom Freitag einen Gewinn von 1,14 Milliarden Dollar, während Analysten im Schnitt lediglich mit 663 Millionen gerechnet hatten. Vor einem Jahr hatte die verheerenden Erbeben in Japan und Neuseeland sowie die Überschwemmungen in Australien den Konzern noch tief in die roten Zahlen gedrückt. Swiss Re bekräftigte seine mittelfristigen Finanzziele. (Reuters)

First Solar mit 2. Minusquartal seiner Geschichte - Neuer Chef

Produktionskürzungen und eine Verringerung der Belegschaft um 30 Prozent haben First Solar den zweiten Quartalsverlust in der Unternehmensgeschichte eingebrockt. Das Minus habe bei 449,4 Millionen Dollar oder 5,20 je Aktie gelegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Mitte April hatte First Solar beschlossen, seine Fabrik in Frankfurt/Oder zu schließen und in Deutschland mehr als 1.200 Stellen zu streichen. Der Umsatz schrumpfte im ersten Quartal auf 497 Millionen Dollar zusammen, das waren 173 Millionen weniger als im vierten Quartal und 70 Millionen weniger als im ersten Quartal 2011.

In die Zukunft blickt First Solar aber optimistisch: Die Gewinnprognose für das laufende Jahr hob das Unternehmen von bisher 3,75 bis 4,25 Dollar je Aktie auf 4,00 bis 4,50 Dollar an. Der Handel mit dem Papiere des Unternehmens war im nachbörslichen Handel zunächst ausgesetzt. Neuer Chef soll James Hughes werden, der erst im März einen Managementposten bei First Solar übernommen hatte. Ende Oktober 2011 hatte Unternehmensgründer Mike Ahern den Posten des Vorstandsvorsitzenden (CEO) vorübergehend übernommen, nachdem der Verwaltungsrat Amtsinhaber Rob Gilette den Stuhl vor die Tür gesetzt hatte. (dpa-AFX)

UPS will für 5 Milliarden Dollar eigene Aktien zurückkaufen

Der amerikanische Paketdienst United Parcel Service (UPS) will für fünf Milliarden Dollar eigene Aktien zurückkaufen. Dabei sollen im laufenden und im kommenden Jahr jeweils 1,5 Milliarden Dollar ausgegeben werden, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Zudem sollen die Aktionäre eine Quartalsdividende von 0,57 Dollar erhalten. Die angepeilte Übernahme der niederländischen TNT Express wollen die Amerikaner nun mit mehr Bargeld als bisher vorgesehen finanzieren. Dafür seien fünf Milliarden Dollar vorgesehen, hieß es in der Mitteilung weiter. Das sind zwei Milliarden mehr als bisher geplant. Der Rest von 1,8 Milliarden Dollar soll durch neue Schulden finanziert werden. (dpa-AFX)

Amerikanischer Versicherungskonzern AIG verdient besser

Der vom Staat vor dem Bankrott gerettete amerikanische Versicherer AIG hat im ersten Quartal unterm Strich 3,2 Milliarden Dollar verdient (2,4 Mrd Euro). Das ist fast sieben Mal so viel wie im Vorjahreszeitraum. „Alle unsere Kerngeschäfte mit Versicherungen waren profitabel“, erklärte Konzernchef Robert Benmosche am Donnerstag in New York. AIG war einst Primus unter den Versicherern. Fehlspekulationen auf dem amerikanischen Häusermarkt brachten den Konzern jedoch an den Rand des Ruins. Der Staat sprang mit 182 Milliarden Dollar ein und wurde größter Anteilseigner. Es war die teuerste Rettungsaktion während der Finanzkrise. Einen guten Teil seiner Schulden gegenüber dem Steuerzahler hat AIG inzwischen wieder zurückgezahlt. (dpa)

Baustoffkonzern Saint-Gobain profitiert vom amerikanischen Wohnungsbau

Der traditionsreiche französische Baustoffkonzern Saint-Gobain ist mit einem überraschend deutlichen Umsatzplus ins neue Jahr gestartet. Das Unternehmen führte den Anstieg von 3,7 Prozent auf 10,2 Milliarden Euro am Donnerstag vor allem auf eine Preiserhöhung zurück, mit der gestiegene Rohstoff- und Energiekosten an die Kunden weitergegeben wurden. Auch anziehende Geschäfte im amerikanischen Wohnungsbau und der schwächere Euro kamen den Franzosen im ersten Quartal zugute. Zu kämpfen hatte der Hersteller von Produkten, die von Dämmstoffen bis hin zu Verpackungsmaterialien reichen, dagegen mit schwächeren Geschäften in Europa und Asien. Analysten hatten dem Unternehmen im Schnitt einen Umsatz von 9,9 Milliarden Euro zugetraut. (Reuters)

Früher Ostertermin hilft Milka-Produzenten Kraft zu Jahresbeginn

Der amerikanische Lebensmittelriese Kraft hat zum Jahresauftakt aus einem gestiegenen Umsatz höheren Gewinn geschlagen. Unter dem Strich verdiente der Hersteller von Milka-Schokolade, Jacobs-Kaffee und Oreo-Keksen 813 Millionen Dollar, 14 Millionen Dollar mehr als noch ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg um vier Prozent auf 13,1 Milliarden Dollar, wie Kraft am Donnerstag nach Börsenschluss in Amerika bekanntgab. Das Unternehmen profitierte im ersten Quartal von einem frühen Ostertermin und konnte zudem Preiserhöhungen durchsetzen. Mit dem um Sondereffekte bereinigten Gewinn je Aktie von 57 Cent übertraf Kraft die Erwartungen der Analysten um einen Cent.

Der Konzern bekräftigte, seinen Umsatz 2012 um rund fünf und seinen operativen Gewinn um mindestens neun Prozent steigern zu können. Kraft-Aktien büßten nachbörslich 0,5 Prozent ein. (Reuters)

Biotechkonzern Qiagen übernimmt amerikanisches Unternehmen

Deutschlands größter Biotechkonzern Qiagen verstärkt sich mit einem Zukauf in Amerika. Das Unternehmen übernehme AmniSure International, teilte Qiagen am Donnerstag mit. Dabei handele es sich um eine in Boston ansässige Firma in Privatbesitz. Sie vermarktet den gleichnamigen AmniSure-Test. Mithilfe des Verfahrens kann festgestellt werden, ob bei einer Schwangeren ein Blasensprung eingetreten ist. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht bekanntgegeben. Qiagen rechnet damit, dass die Übernahme keinen Einfluss auf den bereinigten verwässerten Gewinn je Aktie in 2012 haben werde. Für 2013 geht das Unternehmen dann von einem positiven Beitrag in Höhe von etwa zwei Cent aus. Qiagen erwartet aus dem Zukauf für den Rest des Jahres 2012 einen Umsatzbeitrag in Höhe von etwa zwölf Millionen Dollar und im Gesamtjahr 2013 von ungefähr 24 Millionen Dollar. (Reuters)

Argentinisches Abgeordnetenhaus billigt Verstaatlichung von YPF

Das Abgeordnetenhaus des argentinischen Kongresses hat am Donnerstag mit überwältigender Mehrheit die Verstaatlichung des Tochterunternehmens YPF des spanischen Energiekonzerns Repsol gebilligt. 207 Abgeordnete stimmten für den Schritt, 32 dagegen. Präsidentin Cristina Fernandez hatte die Enteignung der Repsol-Anteile an YPF in Höhe von 10,5 Milliarden Dollar (7,9 Milliarden Euro) ohne Vorab-Entschädigung überraschend vor zwei Wochen bekannt gegeben. Der Senat stimmte dem Schritt bereits in der vergangenen Woche zu.

Während Kirchners Pläne für die Verstaatlichung von YPF in Argentinien durchweg positiv aufgenommen wurden, hatten sie bei der EU und vor allem in Spanien für Empörung gesorgt. Madrid und Brüssel drohten mit Vergeltungsmaßnahmen. Spanien kündigte zunächst an, die Einfuhr von Biodiesel aus Argentinien einzuschränken. Der spanische Außenminister José Manuel Garcia-Margallo sagte am Donnerstag, es sei für Staaten legitim, die Kontrolle über ihren Energiesektor zu übernehmen, so lange sie dafür einen fairen Marktwert zahlten. (dapd)

Yahoo: Konzernchef Thompson brüstete sich mit falschem Titel

Zu den geschäftlichen Turbulenzen von Yahoo kommt jetzt auch noch ein massives Problem in der Chefetage hinzu. Der Internet-Konzern musste zugeben, dass sein neuer Chef Scott Thompson entgegen bisherigen Angaben keinen Abschluss in Computerwissenschaften hat. Die falsche Information sei ein „unbeabsichtigter Fehler“ gewesen, erklärte Yahoo dem Blog „All Things Digital“ am Donnerstag. Medien wiesen allerdings sofort darauf hin, dass der falsche Titel schon vor Jahren zu Thompsons Zeit bei der Handelsplattform Ebay in seinen offiziellen Lebensläufen auftauchte.

Entsprechend viel Zeit hatte der Manager, den Fehler zu korrigieren. In Wirklichkeit hatte er nur den ebenfalls erwähnten Abschluss in Buchhaltung gemacht. Der Hinweis auf den falschen Titel kam vom Großaktionär Dan Loeb, der mit der Yahoo-Führung im Clinch liegt. Er forderte in einem Brief Aufklärung über Ungereimtheiten in Thompsons offizieller Biografie. Für Yahoo könnte die Angelegenheit schwere Folgen haben. Es ist unklar, ob sich Aktionäre und Aufseher mit der knappen Erklärung zufriedengeben. Schließlich tauchte der falsche Titel auch in Börsenmitteilungen zu Thompsons Berufung an die Konzernspitze auf. Aktionärsklagen sind nicht auszuschließen. (dpa)

Kreise - BMW und Hyundai sprechen über Motoren-Allianz

BMW und der südkoreanische Autobauer Hyundai verhandeln offenbar über eine Zusammenarbeit bei Motoren und anderen Bereichen. „Die Gespräche befinden sich in der Anfangsphase“, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Einer anderen Person zufolge geht es unter anderem darum, gemeinsam einen Motor zu entwickeln und die Kosten dafür zu teilen. Die Fachzeitschrift „Automobilproduktion“ hatte am Donnerstag berichtet, dass beide Unternehmen Gespräche führten. Ein Hyundai-Sprecher sagte, er werde die Meldung prüfen. (Reuters)

Chipkonzern Hynix zieht sich aus Bieterrennen um Elpida zurück

Der südkoreanische Chipkonzern Hynix bietet nicht mehr für den bankrotten japanischen Konkurrenten Elpida. Die Offerte sei fallengelassen worden, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Eine Begründung nannte Hynix nicht. Mehrere Firmen hatten Interesse an Elpida gezeigt, darunter der amerikanische Anbieter Micron. Kreisen zufolge ist Hynix nicht der erste Konzern, der sich aus dem Bieterrennen zurückzieht. Auch Toshiba will das Unternehmen wohl nicht mehr kaufen. (Reuters)

Neuer Dämpfer für Airbus - Qantas will zwei A380 später haben

Der Sparkurs der australischen Fluggesellschaft Qantas trifft auch Airbus . Die Airline verschob am Freitag die Anschaffung zweier Großraumflieger vom Typ A380 um zwei Jahre. Hintergrund seien geplante Kostensenkungen. Anstatt 2013 sollen die beiden Maschinen nun 2016/2017 ausgeliefert werden. Erst Anfang des Jahres hatten chinesische Fluggesellschaften im Streit über die Klimaschutzabgabe in der EU nach Airbus-Angaben zahlreiche Bestellungen auf Eis gelegt, darunter auch Aufträge für das Prestigeobjekt A380. Der US-Rivale Boeing konnte den Streit nutzen, um im ersten Quartal mit den Auslieferungen wieder an Airbus vorbeizuziehen.

Qantas betonte, dass der Aufschub der Auslieferungen nichts mit den CO2-Verschmutzungsrechten zu tun habe, die seit Januar in der Europäischen Union erworben werden müssen. „Es geht nur darum, um die Investitionsausgaben zu senken“, sagte ein Sprecher. Qantas nehme am Emissionshandel teil, erfülle die Auflagen bereits und habe auch nicht vor, wie die Fluggesellschaften aus China und Amerika dagegen vorzugehen. Nach einem Gewinneinbruch hatte Qantas im Februar angekündigt, die Investitionen um umgerechnet rund 400 Millionen Euro zurückzuschrauben und 500 Stellen zu streichen. (Reuters)

MorphoSys schreibt mangels Meilensteinzahlung rote Zahlen

Das Biotechnologieunternehmen MorphoSys hat im ersten Quartal wegen eines Basiseffekts deutlich weniger umgesetzt und verdient als im Vorjahr. Unter dem Strich schreibt die Gesellschaft rote Zahlen, allerdings nicht so rot wie von Beobachtern erwartet. An der Prognose 2012 hält sie dennoch unverändert fest.

Die Umsätze sackten auf 16,1 Millionen Euro nach 48,6 Millionen Euro im Vorjahr. Dies kam nicht unerwartet - die MorphoSys AG hatte bereits mitgeteilt, dass das Vorjahresergebnis durch eine einmalige Meilensteinzahlung von der schweizerischen Novartis beflügelt worden war. Vor Zinsen und Steuern resultierte ein Verlust von 0,8 Millionen Euro, vor Jahresfrist war ein Gewinn von 27,5 Millionen Euro verzeichnet worden. Unter dem Strich verblieb ein Fehlbetrag von 0,5 Millionen Euro nach einem Gewinn von 18,8 Millionen Euro.

Das Unternehmen schaut dennoch zuversichtlich in die Zukunft. „Unser solides Geschäftsmodell erlaubt es uns, weiter in langfristige Werttreiber zu investieren. Wir sind auf einem guten Weg, unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen“, sagte Finanzvorstand Jens Holstein. Mit dem Start ins Jahr 2012 sei er zufrieden. Ähnlich äußerte sich Vorstandsvorsitzender Simon Moroney. Die firmeneigenen Programme kämen gut voran. Somit sei das Unternehmen auf dem richtigen Weg, die Entwicklungsziele 2012 und 2013 zu erreichen. Umsetzen will die im TecDAX notierte MorphoSys in diesem Jahr 75 Millionen bis 80 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll 1 Million bis 5 Millionen Euro erreichen. (Dow Jones)

Gewinn von Wacker Chemie bleibt unter Druck

Der bayerische Spezialchemiekonzern Wacker leidet weiter unter dem Preisverfall bei seinen Produkten für die Solar- und Halbleiterindustrie. Der Umsatz ging im ersten Quartal binnen Jahresfrist um acht Prozent auf 1,19 Milliarden Euro zurück, der Gewinn knickte gar um drei Viertel auf 40 Millionen Euro ein, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.

Wacker-Chef Rudolf Staudigl ließ sich für das Gesamtjahr allerdings den Schneid nicht abkaufen. „Erfreulich ist, dass die Kundennachfrage in vielen Geschäftssegmenten im Verlauf des ersten Quartals 2012 spürbar an Dynamik gewonnen hat. Zwar wird das gesamtwirtschaftliche Umfeld besonders im ersten Halbjahr weiter herausfordernd bleiben, die Talsohle scheint aber durchschritten zu sein. Für die kommenden Monate ist das ein ermutigendes Signal“, sagte er. Für das Gesamtjahr rechne er weiterhin mit einem Umsatz von fünf Milliarden Euro und einem deutlichen Ergebnisknick. (Reuters)

Pharma-Auftragshersteller Lonza bekräftigt Ziele für 2012

Der weltgrößte Pharma-Auftragshersteller Lonza sieht sich wegen der Fortschritte bei der Integration des US-Biozid-Herstellers Arch auf Kurs, die Ziele für das laufende Jahr zu erreichen. Der Konzern rechnet laut seinem Business Update vom Freitag für 2012 weiterhin mit einem Wachstum des operativen Gewinns. Von den geplanten Synergien aus der im vergangenen Juli bekanntgegebenen 1,4 Milliarden Dollar schweren Übernahme des auf Wirkstoffe zur Schädlingsbekämpfung spezialisierten US-Unternehmens seien 75 Prozent der geplanten Synergien bereits erreicht. Davon dürfte rund die Hälfte bereits 2012 dem operativen Gewinn auf Stufe Ebit zugutekommen, hieß es.

Daneben verzeichnete auch die umsatzmäßig größte Lonza-Sparte, die Auftragsherstellung von Medikamenten für die großen Pharma- und Generikakonzerne wie Novartis und Teva, eine gute Auslastung der Produktanlagen, hieß es weiter. Lonza gibt im ersten Quartal traditionell keine Gewinn- und Umsatzzahlen bekannt. (Reuters)

BNP Paribas dank Beteiligungsverkauf mit Gewinnplus

Der Gewinn der größten französischen Bank BNP Paribas ist dank eines Beteiligungsverkaufs zu Jahresbeginn gestiegen. Unter dem Strich verdiente das Institut nach eigenen Angaben vom Freitag rund 2,9 Milliarden Euro, das waren knapp 10 Prozent mehr als vor einem Jahr. Damit übertraf die Bank auch die Erwartungen von Analysten. Sie profitierte vor allem vom Verkauf ihrer Anteile am Immobilieninvestor Klepierre, der 1,8 Milliarden Euro einbrachte. Damit konnte das Institut auch eine Belastung von 843 Millionen Euro aus der Neubewertung der eigenen Schulden wettmachen.

Bereinigt um Sondereffekte wäre der Gewinn um 22 Prozent gefallen, da sich die Geschäfte im Investmentbanking zwar im Vergleich zum schwachen Jahresende 2011 erholten, aber noch nicht das Niveau vom Vorjahresquartal erreichten. Das Privatkundengeschäft blieb stabil.

Im vergangenen Jahr hatte die Bank die Turbulenzen an den Kapitalmärkten angesichts der Schuldenkrise in der Eurozone zu spüren bekommen. Der Überschuss brach um fast ein Viertel auf sechs Milliarden Euro ein. Allein der Schuldenschnitt für Griechenland kostete das Institut rund 3,5 Milliarden Euro. Hinzu kam ein von Quartal zu Quartal schwächeres Investmentbanking sowie der verlustreiche Verkauf weiterer Staatsanleihen. Auch zu Jahresbeginn verkaufte sie Staatspapiere und nahm dafür einen Verlust von 142 Millionen Euro in Kauf

BNP galt im vergangenen Jahr als eine der Banken mit dem höchsten Risiko in den europäischen Schuldenstaaten und wurde dafür vor allem im Sommer an den Finanzmärkten misstrauisch beäugt. Geldmarktfonds zögerten zunehmend, der Bank US-Dollar zu leihen. Vor diesem Hintergrund dampft BNP ihr Geschäft in Dollar ein und baut Risikoposition ab. (dpa-AFX)

Maschinenbauer Andritz bekräftigt nach Gewinnsteigerung Prognose

Der Grazer Anlagenbauer Andritz hat dank der starken Nachfrage in den schnell wachsenden Schwellenländern zu Jahresbeginn deutlich mehr verdient. Der Gewinn legte um knapp 37 Prozent auf 50,5 Millionen Euro zu, wie das auf Kraftwerksausrüstungen und Maschinen zur Papiererzeugung spezialisierte Unternehmen am Freitag mitteilte. Das ist deutlich mehr als von Analysten erwartet.

Auch für die kommenden Monate erwartet das Unternehmen gute Geschäfte und geht für 2012 unverändert von einem Plus bei Umsatz und Gewinn aus. Der Auftragseingang lag allerdings bei 1,36 Milliarden Euro um gut 18 Prozent unter dem Vorjahr, in dem Andritz einen Großauftrag verbucht hatte. (Reuters)

Air France-KLM zum Jahresstart erneut tief in den roten Zahlen

Der hohe Ölpreis hat die Fluggesellschaft Air France-KLM im ersten Quartal erneut tief in die roten Zahlen gedrückt. Trotz gestiegener Umsätze stand unter dem Strich ein Verlust von 368 Millionen Euro, geringfügig mehr als die 367 Millionen ein Jahr zuvor, wie der Lufthansa-Konkurrent am Freitag in Paris mitteilte. Dabei kam dem französisch-niederländischen Unternehmen der gestiegene Wert seiner Preissicherungsgeschäfte zugute. Im eigentlichen Geschäft geriet Air France-KLM hingegen deutlich tiefer in die roten Zahlen. Der operative Verlust wuchs um fast die Hälfte auf 597 Millionen Euro.

„Wie erwartet, war das erste Quartal schwierig, trotz einer Verbesserung im März“, beschrieb das Management die Entwicklung. Die gestiegenen Durchschnittserlöse hätten nicht ausgereicht, um die gestiegenen Kosten zu decken. Der Umsatz wuchs insgesamt um sechs Prozent auf 5,6 Milliarden Euro. Die Treibstoffrechnung fiel mit fast 1,7 Milliarden Euro allerdings um 18 Prozent höher aus als ein Jahr zuvor. Im laufenden Jahr will das Unternehmen die Stückkosten weiterhin deutlich senken und Schulden abbauen. (dpa-AFX)

Siemens-Konkurrent Alstom mit Auftragsplus - Umsatz und operativer Gewinn sinken

Der französische Industriekonzern Alstom will mit einem dicken Auftragsbuch im Rücken und einem stärkerem Engagement in den Schwellenländern in den nächsten drei Jahren seinen Umsatz kräftig steigern. Jährlich sei ein Plus von mehr als fünf Prozent angepeilt, sagte Vorstandschef Patrick Kron am Freitag zur Veröffentlichung der Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr (Ende März). Ebenso solle sich die operative Marge bis 2015 schrittweise auf 8 Prozent steigern.

Im vergangenen Geschäftsjahr war die für das Unternehmen relevante Kennziffer für den Gewinnanteil am Umsatz auf 7,1 Prozent gesunken. Sie erreichte damit nur das untere Ende der Zielmarke von 7 bis 8 Prozent. Vor allem zwei Faktoren stehen hinter diesem Rückgang: Die Auswirkungen der schwachen Konjunktur mit wenig Bestellungen in den Krisenjahren 2009/2010 und ein Preisverfall bei den Erneuerbaren Energien, wo besonders im Windkraftgeschäft die Margen schmolzen. Darunter leiden aber auch Konkurrenten wie die deutsche Siemens .

Der Umsatz war im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf 19,9 Milliarden Euro geschrumpft, der operative Gewinn noch stärker um zehn Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Analysten hatten mit dem Rückgang beim Umsatz gerechnet und für den operativen Gewinn ein noch deutlicheres Minus eingepreist. Unter dem Strich blieben indes mit 732 Millionen Euro 58 Prozent mehr übrig als noch vor einem Jahr. Damals hatten hohe Kosten für den Unternehmensumbau, bei dem Alstom tausende Stellen im Turbinen- und Kraftwerksbau und der Zugsparte strich, den Gewinn belastet.

Der Umbau sei größtenteils abgeschlossen, hieß es von Alstom. Lediglich in den Transportgeschäften in Deutschland, Italien und Spanien stehe das Programm noch vor dem Abschluss. Während Alstom seine Kapazitäten in den Industrieländern reduziert, investiert der Konzern in Schwellenländern in den Aufbau. Die Verschiebung lässt sich bereits deutlich an den Auftragseingängen ablesen. Die Schwellenländer stehen bei Alstom bereits für rund 60 Prozent aller neuen Bestellungen. Sie waren 2011 insgesamt um 14 Prozent auf 21,7 Milliarden Euro nach oben geklettert. Damit wuchs der Auftragsbestand um fünf Prozent auf 49,3 Milliarden Euro.

Seinen Aktionären will das Unternehmen für das vergangene Jahr eine Dividende von 0,80 Euro je Aktie zahlen. Ein Zuwachs von 29 Prozent. Damit dürfte sich die Verschuldung des Konzerns allerdings weiter erhöhen. Im vergangenen Jahr hatte unter anderem die Dividende neben negativen Zahlungszuflüssen dafür gesorgt, dass sich die Verbindlichkeiten von Alstom auf knapp 2,5 Milliarden Euro fast verdoppelt hatten. (dpa-AFX)

Zementriese Lafarge profitiert von Bauboom in Schwellenländern

Der Bauboom in den aufstrebenden Schwellenländern beschert dem weltgrößten Zementhersteller Lafarge florierende Geschäfte. Der französische Rivale von HeidelbergCement wies am Freitag für das erste Quartal einen Anstieg des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von acht Prozent auf 516 Millionen Euro aus. Preiserhöhungen hätten ebenfalls dazu beigetragen. Der Umsatz kletterte um fünf Prozent auf 3,35 Milliarden Euro. Auch für den Rest des Jahres rechnet der Konzern mit einer anziehenden Nachfrage. Zudem seien wegen der steigenden Rohstoff- und Energiekosten weitere Preiserhöhungen möglich.

Sonderlasten im Zuge des Sanierungskurses zum Abbau des hohen Schuldenbergs führten allerdings dazu, dass der Nettoverlust auf 44 Millionen Euro von 29 Millionen vor einem Jahr anwuchs. Die Verbindlichkeiten konnte Lafarge um 13 Prozent auf 12,4 Milliarden Euro verringern. Mit seinem Sparkurs will der Konzern, der schlechte Bonitätsnoten von den Ratingagenturen bekommen hatte, seine Schulden in den Griff bekommen. Bei HeidelbergCement lief es zuletzt etwas schlechter. Zwar konnte auch der deutsche Branchenprimus im ersten Quartal seinen Umsatz steigern. Hohe Energiekosten ließen den operativen Gewinn allerdings um drei Viertel auf 14 Millionen Euro schmelzen. Mit Preiserhöhungen will das Unternehmen gegensteuern. (Reuters)

RBS auch im ersten Quartal mit Verlaust - Rückzahlung staatlicher Garantien

Die seit der Finanzkrise verstaatlichte Royal Bank of Scotland (RBS) kommt nicht aus den roten Zahlen. Trotz der Erholung an den Kapitalmärkten verdreifachte sich der Verlust im Vergleich zum Vorjahreszeitraum unter dem Strich auf gut 1,5 Milliarden Pfund (1,85 Mrd Euro), wie das britische Kreditinstitut am Freitag mitteilte. Das lag aber vor allem an einem Bilanzierungseffekte bei der Neubewertung der eigenen Schulden. Das operative Geschäft erholte sich von den Rückschlägen Ende vergangenen Jahres und lag mit einem Gewinn von fast 1,2 Milliarden Pfund sogar leicht über dem Ergebnis des ersten Quartals 2011 und übertraf damit die Erwartungen von Analysten.

Vorstandschef Stephen Hester äußerte sich zufrieden über den Jahresauftakt. Die Bank mache weiter „exzellente Fortschritte“ beim Beseitigen der Fehler der Vergangenheit. Die Liquidität sei wieder stärker und die Bank nun in der Lage, in der kommenden Woche den letzten Teil der staatlichen Garantieren aus der Finanzkrise an die britische Regierung zurückzugeben. Zudem könne die Bank nun wieder mit der Zahlung von Dividenden auf Vorzugsaktien beginnen. Eine entsprechendes Verbot der Europäischen Union war vor einem Monat abgelaufen. Nach Angaben der Bank liegen für die Ausschüttung 350 Millionen Pfund bereit. (dpa-AFX)

Wirtschaftsnachrichten

Tarifverhandlungen im Bankgewerbe bringen kein Ergebnis

Die dritte Tarifverhandlungsrunde des Bankgewerbes ist am frühen Freitagmorgen ohne Ergebnis beendet worden. Ein neuer Verhandlungstermin sei nicht vereinbart worden, sagte eine Sprecherin der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di in Frankfurt am Main. Beide Seiten hätten noch lange verhandelt, auch in kleinen Gruppen, geeinigt hätten sie sich aber nicht.

In der dritten Runde der Verhandlungen für die 230.000 Beschäftigten der privaten und öffentlichen Banken hatten die Arbeitgeber am Donnerstag ihr erstes Angebot unterbreitet. Ver.di lehnte dies jedoch als unzureichend ab. Die angebotene Erhöhung um 4,2 Prozent in drei Stufen bei 30 Monaten Vertragslaufzeit liege weit unter den Abschlüssen anderer Branchen und drohe die Bankbeschäftigten noch weiter abzukoppeln, erklärte ver.di-Verhandlungsführerin Beate Mensch. Ver.di fordert sechs Prozent mehr Lohn und will zudem eine höhere Ausbildungsquote und einen besseren Gesundheitsschutz durchsetzen. Nach dem Ende der Verhandlungen kündigte die ver.di-Sprecherin eine Ausweitung der Warnstreiks an. (dapd)

Spanien - Kein Zwang für Banken zur Auslagerung giftiger Papiere

Spanien will seinen angeschlagenen Finanzsektor nicht zur Auslagerung von Risikopapieren in Auffanggesellschaften zwingen. „Dies soll freiwillig geschehen“, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums am Donnerstag. Die spanische Zentralbank solle die verschiedenen Lösungen der Geldhäuser jedoch koordinieren. Spaniens Wirtschaftsminister Luis De Guindos hatte kurz zuvor gesagt, dass die Regierung in den nächsten Tagen oder Wochen die Art und Weise regulieren wolle, wie die krisengeschüttelten Kreditinstitute ihre giftigen Wertpapiere losschlagen sollen.

Das hoch verschuldete Spanien arbeitet derzeit gemeinsam mit großen Investmentbanken an einem Befreiungsschlag für den Finanzsektor. Dabei geht es um eine Auslagerung von Altlasten aus den Bilanzen der Geldhäuser, die nach dem Platzen einer Immobilienblase auf einem Berg fauler Papiere in Milliardenhöhe sitzen. Der spanische Staat erwägt Kreisen zufolge eine sogenannte „Liquidationsstruktur“ (LS) für Giftpapiere - mit anderen Worten eine ’Bad Bank’.

Spanien hat bereits 18 Milliarden Euro in den Bankensektor gepumpt, Banken zu Abschreibungen und Wertberichtigungen in erheblichem Umfang gezwungen und angeschlagene Geldinstitute unter seine Fittiche genommen. Doch einige Analysten erwarten, dass all dies nicht ausreichen wird, da die Immobilienpreise noch um bis zu 30 Prozent fallen dürften. De Guindos hat jedoch ausgeschlossen, einen Antrag auf internationale Hilfen für den Bankensektor zu stellen. (Reuters)

Umfrage - Chinas Dienstleister mit bestem Monat seit halbem Jahr

Chinas Dienstleister bieten dem schwieriger werdenden Wirtschaftsumfeld in der Volksrepublik die Stirn. Der am Freitag veröffentlichte HSBC-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor stieg im April auf 54,1 Punkte von 53,3 Stellen im März. Das ist der höchste Stand seit Oktober 2011. Der robuste Zustand des Indikators sei ein Hinweis darauf, dass sich die Binnennachfrage wieder erhole, hieß es. (Reuters)

Kreise: Banken sollen Gewinne aus EZB-Geldspritzen offenlegen

Die europäischen Banken könnten künftig gezwungen sein, Gewinne aus den riesigen Geldspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB) offenzulegen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Bezug auf ein bislang unveröffentlichtes Dokument aus EU-Kreisen. Demnach soll verhindert werden, dass resultierende Gewinne als Löhne oder Boni ausgeschüttet werden.

Hintergrund der Bestrebungen ist, dass die EZB den Geschäftsbanken unlängst zwei riesige Geldspritzen über insgesamt eine Billion Euro zur Verfügung gestellt hat. Gegen Sicherheiten konnten sich die Institute so viel Geld wie gewünscht für drei Jahre leihen. Die Banken zahlen dafür einen sehr niedrigen Zins von aktuell 1,0 Prozent. Im Gegenzug greifen insbesondere südeuropäische Banken beherzt bei Staatsanleihen ihrer Heimatstaaten zu, die deutlich mehr Rendite abwerfen. Die EZB hatte die Liquiditätsflut mit einer drohenden Kreditklemme begründet. Kritiker halten ihr vor, mit der Strategie krisengeschwächten Euroländern indirekt unter die Arme zu greifen und damit die Grenze zur verbotenen Staatsfinanzierung mit der Notenpresse zu überschreiten. (dpa-AFX)

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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