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Medienschau Facebook lässt erstmals Glücksspiel mit echtem Geld zu

 ·  Fraport streicht dank Passagierplus mehr Gewinn ein, Axel Springer verdient mehr dank Online-Geschäft und sinkende Kreditausfälle ersparen Freddie Mac einen neuen Hilfsantrag. Außerdem fürchtet Wells Fargo weitere Milliardenverluste durch Hypotheken und S&P senkt Griechenlands Rating-Ausblick.

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Unternehmensnachrichten

Facebook lässt erstmals Glücksspiel mit echtem Geld zu

Facebook lässt erstmals Glücksspiel mit echtem Geld auf seiner Internet-Plattform zu. Wie der amerikanische Konzern am Dienstag mitteilte, können britische Nutzer eine Version von Online-Bingo des unabhängigen Entwicklers Gamesys spielen und etwaige Gewinne ausbezahlt bekommen.

Das Glücksspiel sei in Großbritannien beliebt und geregelt, hieß es weiter. Eine Facebook-Sprecherin sagte, es gebe gegenwärtig keine Pläne für ähnliche Angebote in anderen Staaten. Sie machte keine Angaben zum Anteil ihres Konzerns am Gamesys-Umsatz. Facebook kämpft mit einem deutlichen Rückgang seines Umsatzwachstums. (Reuters)

Fraport streicht dank Passagierplus mehr Gewinn ein

Dank steigender Passagierzahlen im ersten Halbjahr verdient der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport mehr Geld. Das operative Ergebnis (Ebitda) sei in den ersten sechs Monaten um 2 Prozent auf 365,7 Millionen Euro gestiegen, teilte Fraport am Mittwoch mit. Der Umsatz legte gleichzeitig um 2,5 Prozent auf 1,154 Milliarden Euro zu. Die Zahlen decken sich mit den Markterwartungen: Analysten hatten bei einem Umsatz von 1,152 Milliarden Euro mit 367 Millionen Euro Betriebsergebnis gerechnet.

Im ersten Halbjahr begrüßte Fraport wie bekannt an seinem Heimatflughafen Frankfurt die Rekordzahl von 27,4 Millionen Fluggästen - ein Plus von 3,4 Prozent. Auch an den Airports Antalya, Lima, Burgas und Varna stiegen die Passagierzahlen. Fraport ist an den Flughäfen beteiligt. An seiner Konzernprognose für das laufende Geschäftsjahr ändert Fraport nichts. Das Ebitda soll mindestens 5 Prozent zulegen und der Umsatz mehr als 2,5 Milliarden Euro erreichen. (Reuters)

Axel Springer verdient mehr dank Online-Geschäft

Der Medienkonzern Axel Springer profitiert von seinen Online- und Auslandsaktivitäten. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg im zweiten Quartal um rund 6 Prozent auf etwa 172 Millionen Euro, wie das Berliner Verlagshaus am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz des „Bild“- und „Welt“-Herausgebers legte um rund 5 Prozent auf etwa 831 Millionen Euro zu. Analysten hatten im Schnitt mit Erlösen von 832 Millionen Euro und einem Ebitda von 167 Millionen Euro gerechnet.

Fürs Gesamtjahr rechnet das im M-Dax notierte Unternehmen weiterhin mit einem Anstieg der Konzernerlöse im einstelligen Prozentbereich und einem leicht höheren Ebitda. Zuwächse bei den digitalen Medien sollten leicht rückläufige Erlöse im Printgeschäft wettmachen. Zusammen mit dem Schweizer Partner Ringier hatte Springer im Juni den Kauf von 75 Prozent an Polens führendem Web-Portal Onet.pl angekündigt. (Reuters)

Brenntag verdient abermals im Quartal mehr

Der Chemikalienhändler Brenntag hat im zweiten Quartal dank seiner jüngsten Zukäufe mehr verdient. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Enitda) sei um 10,4 Prozent auf 184,4 Millionen Euro gestiegen, teilte die im M-Dax notierte Gesellschaft am Mittwoch in Mülheim an der Ruhr mit. Unter dem Strich blieben beim Gewinn nach Minderheiten 81,0 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte das Nettoergebnis 65,8 Millionen Euro betragen. Der Umsatz zog im Zeitraum April bis Juni um 14,6 Prozent auf 2,49 Milliarden Euro an.

Dabei profitierte Brenntag vor allem von seinen Zukäufen wie etwa der britischen Multisol Group, G.S. Robins in den Vereinigten Staaten und Zhong Young in China. Mit seinen Zahlen übertraf Brenntag die Schätzungen der Analysten überwiegend. Den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr konkretisierten die Mülheimer. Unter Annahme eines bis zum Jahresende stabilen Durchschnittskurses des Dollar und einer soliden makroökonomischen Situation sei ein operatives Enitda von 705 bis 735 Millionen Euro und damit eine weitere Steigerung gegenüber dem Rekordwert von 660,9 Millionen Euro im Vorjahr zu erwarten. (dpa-AFX)

Gewinn von Stada im ersten Halbjahr gesunken

Kosten für den laufenden Konzernumbau haben den Gewinn des Arzneimittelherstellers Stada im ersten Halbjahr gedrückt. Der Überschuss sei im Zeitraum Januar bis Juni binnen Jahresfrist um 14 Prozent auf 48,1 Millionen Euro gesunken, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Bad Vilbel bei Frankfurt mit. Analysten hatten im Schnitt mit einem Überschuss von 51,3 Millionen Euro gerechnet. Dagegen steigerte der Hersteller von Nachahmerarzneien im ersten Halbjahr seinen Umsatz um 7 Prozent auf 885,2 Millionen Euro.

Der Anteil des internationalen Geschäfts am Konzernumsatz sei inzwischen auf fast drei Viertel ausgebaut worden, sagte Konzernchef Hartmut Retzlaff. Stada will 2012 seinen Konzernumsatz erhöhen und erwartet einen Anstieg des um Sonderfaktoren bereinigten Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im hohen einstelligen Prozentbereich. (Reuters)

Heideldruck sieht sich nach erstem Quartal auf Kurs

Der angeschlagene Druckmaschinenhersteller Heideldruck sieht sich nach dem ersten Quartal trotz roter Zahlen auf Kurs. Mit 890 Millionen Euro sei dank der Branchenleitmesse drupa der höchste Auftragseingang seit vier Jahren verzeichnet worden. Der Auftragsbestand liege nun bei 856 Millionen Euro (Vorjahresquartal: 350 Millionen), teilte der Weltmarktführer am Mittwoch mit.

Der Umsatz in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres sei leicht von 544 auf 520 Millionen Euro zurückgegangen. Zugleich hat sich der Fehlbetrag vor Steuern auf 58 Millionen Euro (Vorjahr: 25 Millionen) mehr als verdoppelt. Hierfür seien im wesentlichen Messe- und Produktanlaufkosten sowie Aufwendungen für das Effizienzprogramm verantwortlich. Der Ausblick für das laufende und das kommende Jahr bleibe unverändert. 2013/2014 will Heideldruck wieder schwarze Zahlen schreiben. Aktuell beschäftigt das Unternehmen knapp 15 000 Mitarbeiter. (dpa)

Klöckner & Co rutscht tiefer in die roten Zahlen

Die sich zuspitzende Wirtschaftslage in Europa reißt den Stahlhandelskonzern Klöckner & Co (Klö Co) tiefer in die roten Zahlen. Im zweiten Quartal stand unter dem Strich ein Verlust von 38 Millionen Euro, wie die im M-Dax notierte Gesellschaft am Mittwoch in Duisburg mitteilte. Das war schwächer als von Analysten erwartet. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen noch 5 Millionen Euro verdient. Die schwache Nachfrage und sinkende Stahlpreise drückten nun stark auf das Ergebnis. Der Umsatz legte dank eines besser laufenden Geschäfts in den Vereinigten Staaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch um 4 Prozent auf knapp 2 Milliarden Euro zu. Der operative Gewinn brach dagegen um fast die Hälfte auf 33 Millionen Euro ein.

Damit entwickelte sich das Quartal noch schlechter als vom ohnehin schon skeptischen Vorstand erwartet. Angestrebt hatte der Konzern 50 bis 60 Millionen Euro. Hoffnung auf Besserung gibt es kaum. Das operative Vorjahresergebnis von 217 Millionen Euro zu erreichen, sei wegen der immer schwächeren Entwicklung in Europa und einer möglichen Abkühlung in den Vereinigten Staaten „eher unwahrscheinlich“, teilte Klö Co mit. Im dritten Quartal rechnet das Unternehmen mit einem Ebitda vor Restrukturierungskosten von 25 bis 35 Millionen Euro. Klö Co reagiert auf die trüben Wirtschaftsaussichten außerdem mit einem Sparprogramm. Statt 700 sollen nun 1300 Stellen wegfallen. Das sind 12 Prozent der gesamten Belegschaft. Betroffen vom zusätzlichen Stellenabbau sind laut Angaben ausschließlich Tochtergesellschaften in Spanien, Frankreich und Osteuropa. (dpa-AFX)

Freenet stabilisiert Geschäft im ersten Halbjahr

Der Mobilfunkanbieter Freenet hat sein Geschäft im ersten Halbjahr 2012 weiter stabilisiert. Wie das im Tec-Dax notierte Unternehmen am Dienstagabend mitteilte, sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 1,55 Milliarden Euro auf 1,49 Milliarden Euro. Der monatliche Durchschnittsumsatz pro Vertragskunde liege mit 23,5 Euro im ersten Halbjahr auf Vorjahresniveau. Der operative Gewinn (Ebitda) legte von 162,3 Millionen Euro auf 170,7 Millionen Euro zu, der Überschuss stieg um gut 75 Prozent auf 82,2 Millionen Euro.

Zudem bekräftigte Freenet sein Jahresziel für den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 340 Millionen Euro bei einem freien Barmittelzufluss von 240 Millionen Euro. Die Anzahl der Vertragskunden (Postpaid) sei im zweiten Quartal 2012 mit 5,69 Millionen stabil geblieben, während der Bestand der Vorauszahler um 80.000 auf 2,54 Millionen zugelegt habe. Der freie Barmittelzufluss lag im Halbjahresvergleich mit 124 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. (dpa-AFX)

Evotec bekräftigt nach Ergebnisplus Ausblick für 2012

Das Biotechnologie-Unternehmen Evotec hat im ersten Halbjahr von Zahlungen seiner Pharmapartner profitiert und mehr verdient und umgesetzt als im Vorjahr. Die Erlöse kletterten um 26 Prozent auf 42,0 Millionen Euro, wie das Biotech-Unternehmen am Mittwoch in Hamburg mitteilte. Operativ sei das Ergebnis um rund 45 Prozent auf 1,3 Millionen Euro gestiegen.

Unter dem Strich wies die im Tec-Dax notierte Gesellschaft einen Überschuss in Höhe von 1,7 Millionen Euro aus. Im Vorjahr standen 0,8 Millionen Euro in der Bilanz. 2012 sieht Evotec-Chef Werner Lanthaler die Firma weiter auf Kurs: Im laufenden Jahr soll der Umsatz prozentual zweistellig auf 88 bis 90 Millionen Euro zulegen und die Profitabilität weiter steigen. Operativ stellte er einen „weiteren Anstieg“ des Ergebnisses gegenüber 2011 in Aussicht. Das Auftragsbuch sei gut gefüllt. Neuverträge und Vertragsverlängerungen sollen das Wachstum tragen. (dpa-AFX)

Telefonhersteller Gigaset legt nach Gewinnrückgang Sparprogramm auf

Nach einem herben Gewinneinbruch will der Telefonhersteller Gigaset die Kosten senken. Ein Sparprogramm solle die Ausgaben künftig um 30 Millionen Euro pro Jahr drücken, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Das bekommen auch die Beschäftigten zu spüren: Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern über einen Stellenabbau liefen bereits. Im ersten Halbjahr war das Ergebnis der einstigen Siemens-Tochter auf fast null von 6,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum gefallen. Der operative Gewinn (Ebitda) ging um mehr als die Hälfte auf 10,7 Millionen Euro zurück.

Vor allem die Investitionen in neue Produkte von gut 10 Millionen Euro drückten auf die Überschüsse. Der Umsatz war in den ersten sechs Monaten nur leicht auf 205,7 Millionen Euro gesunken. Seine Jahresprognose hatte Europas größter Hersteller von Schnurlostelefonen schon Ende vergangener Woche kassiert. Wegen der trüben Aussichten in Europa kassierte Gigaset zudem die Prognose für das Gesamtjahr. Statt Erlösen auf Vorjahresniveau rechnet das Unternehmen jetzt mit einem Umsatzrückgang im einstelligen Prozentbereich. Das Ebitda werde „deutlich unterhalb des Vorjahres im einstelligen Millionen-Bereich“ liegen. (Reuters)

Bilanz von Tom Tailor leidet unter hohen Investitionen

Die rasante Expansion hat im ersten Halbjahr tiefe Spuren in der Bilanz des Modekonzerns Tom Tailor hinterlassen. Für rund 220 Millionen Euro kaufte das Unternehmen die Modemarke Bonita. Mit Bonita erschließt sich der bisher auf die jüngere Kundschaft fokussierte Lifestyle-Konzern die Kundschaft über 40 Jahren und peilt weiteres Wachstum an. Zunächst kostet die Integration Geld. Eine TV-Werbekampagne, mit der der Modekonzern Kunden in seinen Online-Shop locken will, ließen sich die Hamburger 3,5 Millionen Euro kosten. Weitere 1,5 Millionen Euro schlugen für Rechtsanwälte und Berater im Vorfeld der Bonita-Übernahme zu Buche. Insgesamt sank der Betriebsgewinn (Ebitda) zur Jahresmitte um 17 Prozent auf 8,3 Millionen Euro.

Dabei fuhr Tom Tailor schon die Früchte der hohen Werbekosten ein. Der Umsatz im E-Commerce erhöhte sich um fast die Hälfte auf 15,4 Millionen Euro. Insgesamt steigerte der Konzern die Erlöse um 18 Prozent auf rund 210 Millionen Euro. Vorstandschef Dieter Holzer stellte für 2012 ein positives bereinigtes Ergebnis in Aussicht. Das Management ließ offen, ob der Konzern wegen der Kosten unter dem Strich in die roten Zahlen rutschen könnte. Im nächsten Jahr soll Tom Tailor seinen Gewinn dank Bonita kräftig steigern. Das Unternehmen aus Hammingkeln am Niederrhein gehört zu den profitabelsten der Branche. Mit der Neuerwerbung rückt Tom Tailor in der Rangliste der umsatzstärksten deutschen Modefirmen von Platz elf auf sieben vor. (Reuters)

Rheinmetall überprüft Panzer-Sparte

Der Rüstungskonzern Rheinmetall stellt seine Panzersparte auf den Prüfstand und sorgt damit für Unruhe unter den Beschäftigten. Ziel sei eine wirtschaftlich optimale Struktur der Rheinmetall Landsysteme GmbH (RLS), die sich an den Kernkompetenzen der vier Standorte orientiere, teilte das Unternehmen am Dienstag in Düsseldorf mit. Mit dem Betriebsrat sollten möglichst schnell Lösungsmöglichkeiten gesucht werden. Die Pläne haben in der Belegschaft Sorge um die Arbeitsplätze ausgelöst. Nach eigenen Angaben beschäftigt RLS in Kassel, Kiel, Unterlüß bei Celle und Gersthofen bei Augsburg rund 1500 Leute.

In Kassel ist die Belegschaft schon über mögliche Szenarien informiert worden, wie die „Hessische/Niedersächsische Allgemeine“ (HNA) berichtete. Laut IG Metall wurde bei einer Betriebsversammlung sogar die Komplettaufgabe des Traditionsstandorts mit rund 450 Beschäftigten nicht ausgeschlossen. Rheinmetall hat zu Jahresbeginn die Produktion von militärischen Radfahrzeugen aus der RLS ausgegliedert und in ein Joint Venture mit MAN eingebracht. Nun geht es um die Zukunft der verbleibenden Panzersparte. (dpa-AFX)

Sinkende Kreditausfälle ersparen Freddie Mac neuen Hilfsantrag

Der in der Finanzkrise verstaatlichte amerikanische Hypothekenkonzern Freddie Mac kommt erstmals seit einem Jahr wieder ohne Finanzhilfen des Staates aus. Das Unternehmen erzielte nach Angaben vom Dienstag im zweiten Quartal einen Gewinn von 3 Milliarden Dollar nach 577 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Dem Finanzministerium kann das Institut nun wie vereinbart eine Dividende von 1,8 Milliarden Dollar überweisen.

Seit der staatlichen Übernahme hat Freddie Mac insgesamt Steuergelder im Volumen von 72,3 Milliarden Dollar verschlungen. Der Konzern hat mittlerweile immerhin 20 Milliarden Dollar an das Finanzministerium überwiesen. Gemäß der Übernahmevereinbarung muss Freddie Mac falls möglich jedes Quartal eine Dividendenzahlung von 10 Prozent der Kreditsumme an den Staat überweisen. Freddie Mac teilte mit, dass die vor der Finanzkrise in großen Mengen ausgegebenen minderwertigen Hypotheken einen immer geringeren Teil der Bilanz ausmachen und deshalb Verluste in diesem Bereich immer weniger zu Buche schlagen. (Reuters)

Wells Fargo fürchtet weitere Milliardenverluste durch Hypotheken

Die viertgrößte amerikanische Bank Wells Fargo stellt sich auf weitere Milliardenverluste durch Hypotheken ein. Das Institut teilte am Dienstag mit, der von Investoren geforderte Rückkauf fauler Immobilienkrediten könnte 2,6 Milliarden Dollar teurer werden als bislang veranschlagt.

Wells Fargo hatte zuvor ein Geldpolster beiseitegelegt, weil die staatlichen Immobilieninstitute Fannie Mae und Freddie Mac den Druck zum Rückkauf von Hypotheken erhöhen, die Wells Fargo während des amerikanischen Immobilienbooms vergab. Fannie Mae und Freddie Mac geht es vor allem darum, dem Steuerzahler entstandene Verluste zu minimieren. Am schlimmsten haben ihre Rückkauf-Forderungen die Bank of America getroffen, die nach eigenen Angaben im Höchstfall mehr als 20 Milliarden Dollar verlieren könnte. (Reuters)

Mehr Banken wegen Libor-Manipulation verklagt

Die Zahl der Beklagten im Libor-Manipulationsskandal steigt. Der amerikanische Staranwalt Michael Hausfeld, der die Sammelklage gegen die Banken anführt, sagte im Interview mit dem Handelsblatt: „Wir wollen den Kreis der Beklagten ausweiten“. Dazu ist für diesen Mittwoch in New York eine Gerichtsanhörung angesetzt. Hausfeld will dabei nach eigenen Worten die Klage inhaltlich erweitern und mehr Institutionen anklagen. Welche wollte er nicht sagen, das werde öffentlich, wenn die Richterin den Anträgen stattgebe.

Bislang sind die 16 Banken als Beklagte in dem Verfahren benannt, die an der Zusammenstellung des Interbankenrichtzinssatzes Libor zwischen den Jahren 2007 und 2009 beteiligt waren. Den 16 Geldhäusern wird vorgeworfen, den Zinssatz in diesem Zeitraum manipuliert zu haben, um davon zu profitieren. Zu den Beklagten gehört unter anderem die Deutsche Bank, aber auch fast alle großen Institute aus London, New York und Tokio. Dow Jones)

Pfizer entledigt sich mit 60 Millionen Dollar von Bestechungsvorwürfen

Mit einer Millionenzahlung hat der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer in den Vereinigten Staaten Bestechungsermittlungen beigelegt. Nach Angaben vom Dienstag überweist der Konzern der Regierung 60,2 Millionen Dollar. Die Einigung ist Teil einer Offensive gegen Bestechungen durch große amerikanische Konzerne im Ausland.

Pfizer war 2004 das erste Pharmaunternehmen, das dem Justizministerium freiwillig Auskunft über vergangene Vergehen erteilte. Dennoch zog sich der Fall über Jahre hin. Pfizer hatte sich in vielen Ländern - unter anderem in Russland, China und Italien - Aufträge mit Bestechung gesichert. Zudem belohnte der Konzern staatliche Ärzte für zahlreiche Verschreibungen. Die Bestechung ausländischer Regierungsmitarbeiter ist Firmen mit einer Börsennotierung in den Vereinigten Staaten seit 1977 untersagt.

Kinoerfolg „Avengers“ lässt bei Disney die Kassen klingeln

Der Kinoerfolg mit dem Film „The Avengers“ hat dem Medienkonzern Walt Disney zu einem höheren Gewinn verholfen. Im dritten Quartal stieg der Überschuss um 24 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Dienstag nach amerikanischem Börsenschluss mitteilte.

Der Superhelden-Film spielte allein am ersten Wochenende in den Vereinigten Staaten und Kanada das Rekordergebnis von 207,4 Millionen Dollar ein. In der Sparte Freizeitparks kletterte der Gewinn um 21 Prozent. Die Walt-Disney-Aktie gab im nachbörslichen Handel dennoch rund ein Prozent nach. (Reuters)

ING macht weniger Gewinn und verfehlt Erwartungen

Der niederländische Finanzkonzern ING hat mit seinen Gewinn im vergangenen Quartal die Erwartungen von Analysten verfehlt. Grund waren teils Rückstellungen für Kreditausfälle, wie das Management am Mittwoch mitteilte. Der Nettogewinn brach im zweiten Quartal um 22,3 Prozent ein auf 1,171 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 1,34 Milliarden gerechnet.

Auf vergleichbarer Basis fiel der Vorsteuergewinn im Bankgeschäft um 13,1 Prozent auf 995 Millionen Euro und im Versicherungsgeschäft um 51,5 Prozent auf 229 Millionen Euro. Auch hier hatten Branchenexperten höhere Ergebnisse erwartet. ING teilte ferner mit, mit seinen Verkaufsplänen für das Versicherungsgeschäft in Asien im Plan zu sein. Für das Versicherungsgeschäft in Europa werde ein Börsengang vorbereitet. (Reuters)

Grammer mit sinkendem Betriebsgewinn

Der Fahrzeugzulieferer Grammer hat im zweiten Quartal weniger Betriebsgewinn erzielt. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging auf 23,8 Millionen Euro zurück, das sind 8 Prozent weniger als vor einem Jahr, wie das Unternehmen aus Amberg am Mittwoch mitteilte. Kosten für den Anlauf der neuen Lkw-Sitze sowie der überraschende Markteinbruch in Brasilien hätten für Belastungen gesorgt. Unterm Strich steigerte Grammer den Gewinn um 29 Prozent auf 12,4 Millionen Euro. Der Umsatz zog um 5 Prozent auf 287,6 Millionen Euro an.

Neben neuen Produkten hätten dazu die weiter hohe Nachfrage von Herstellern von Land- und Baumaschinen sowie von Oberklasse-Autobauern beigetragen. Weil diese ihre teuren Limousinen vor allem in den Vereinigten Staaten und China verkauften, konnten Rückgänge im von der Schuldenkrise geplagten Europa ausgeglichen werden. Für 2012 rechnet Grammer weiter mit Zuwächsen bei Umsatz und Ertrag sowie Aufträgen mindestens auf dem Vorjahresniveau. (Reuters)


 

Wirtschaftsnachrichten

Deutsche Exporte fallen im Juni

Die deutschen Exporte sind im Juni wegen schwindender Nachfrage aus der kriselnden Euro-Zone gesunken. Sie fielen um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Ökonomen hatten einen Rückgang in dieser Größenordnung erwartet, nachdem es im Mai noch ein kräftiges Plus von 4,2 Prozent gegeben hatte. Die Unternehmen verkauften Waren im Wert von 94,6 Milliarden Euro ins Ausland - das sind 7,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Exporte in die EU-Länder fielen um 0,5 Prozent, die in die Euro-Zone sogar um 3 Prozent.

Dagegen legten die Ausfuhren außerhalb Europas um 19,8 Prozent zu. Im ersten Halbjahr erhöhten sich die Exporte um 4,8 Prozent auf 550,4 Milliarden Euro. Der Branchenverband BGA rechnet auch im Gesamtjahr mit einem Plus von gut 4 Prozent. Die deutschen Importe fielen im Vergleich zum Vormonat mit 3 Prozent doppelt so stark wie erwartet. Die Einfuhren summierten sich auf 76,7 Milliarden Euro, was einem Plus von 1,5 Prozent im Vergleich zum Juni 2011 entspricht. Die Handelsbilanz - die Differenz zwischen Exporten und Importen - wies einen saison- und kalenderbereinigten Überschuss von 16,2 Milliarden Euro aus. (Reuters)

S&P senkt Griechenlands Rating-Ausblick

Die Ratingagentur Standard & Poor’s (SP) hat den Ausblick des griechischen Kreditratings (CCC) auf negativ gesenkt. S&P begründete den Schritt damit, dass die Regierung Schwierigkeiten dabei haben dürfte, die von den Kreditgebern des Landes aufgestellten Bedingungen für weitere Zahlungen zu erfüllen. Ursache sei eine verzögerte Umsetzung von Haushaltsmaßnahmen und die sich weiter verschlechternden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

S&P rechnet damit, dass das Bruttoinlandsprodukt Griechenlands 2012 und 2013 zusammen um 10 bis 11 Prozent sinken wird. Das Troika-Programm von Internationalem Währungsfonds (IWF), EU-Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB) basiert auf einem BIP-Rückgang von nur 4 bis 5 Prozent. (Dow Jones)

Japans Leistungsbilanzüberschuss im ersten Halbjahr auf Rekordtief

Energieeinfuhren und die europäische Schuldenkrise haben Japans Leistungsbilanzüberschuss im ersten Halbjahr 2012 auf ein Rekordtief fallen lassen. Nach Mitteilung des Finanzministeriums lag der Überschuss mit 3,037 Milliarden Yen (38,62 Milliarden Dollar) um 45 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Das war der höchste jemals verzeichnete Rückgang seit Beginn dieser Datenreihe 1985 und auch der niedrigste jemals in einem ersten Halbjahr verzeichnete Überschuss.

Die Ursache liegt unter anderen darin, dass viele japanische Kernkraftwerke nach dem Reaktorunfall von Fukushima geschlossen wurden und Japan deshalb auf Energieeinfuhren angewiesen ist. Das belastet die Handelsbilanz. Außerdem werden die Exporte von der Unsicherheit über den Ausgang der Euro-Krise und dem hohen Wechselkurs des Yen belastet. (Dow Jones)

Amerikanische Verbraucherkredite steigen im Juni nicht so stark wie erwartet

In den Vereinigten Staaten sind die Verbraucherkredite im Juni nicht so stark gestiegen wie von Experten erwartet worden war. Im Vergleich zum Vormonat sei die Kreditvergabe um 6,5 Milliarden Dollar nach oben geklettert, teilte die amerikanische Notenbank am Dienstag in Washington mit.

Volkswirte hatten hingegen mit einem Anstieg um 10,25 Milliarden Dollar gerechnet. Für den Monat Mai revidierte die Notenbank das Plus von 17,1 auf 16,7 Milliarden Dollar nach unten. (dpa-AFX)

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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