Unternehmensnachrichten
BASF verdient im Schlussquartal operativ etwas weniger
Eine nachlassende Konjunktur hat beim weltgrößten Chemiekonzern BASF im Schlussquartal zu einem Rückgang des operativen Gewinns geführt. „Der zu Beginn des zweiten Halbjahres beobachtete Trend hat sich fortgesetzt“, sagte Unternehmenschef Kurt Bock am Freitag in Ludwigshafen. Kunden disponierten vorsichtiger, reduzierten ihre Vorräte und verzögerten Bestellungen in Erwartung einer nachlassenden Konjunktur und möglicher Preissenkungen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern (Ebit) und Sondereffekten sank im Zeitraum Oktober bis Dezember auf 1,514 Milliarden Euro. Analysten waren im Schnitt von einem operativen Gewinn vor Sonderposten in Höhe von 1,55 Milliarden Euro ausgegangen, nach 1,77 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.
Unter dem Strich blieben im vierten Quartal 1,131 Milliarden Euro, nach 1,1 Milliarden Euro im Vorjahr. Darin enthalten ist eine Sonderzahlung für die Ausgliederung des Styrolgeschäfts in ein Gemeinschaftsunternehmen. Der Umsatz kletterte auf 18,1 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte BASF 16,424 Milliarden Euro umgesetzt. BASF profitierte unter anderem von dem Kauf des Spezialchemiekonzerns Cognis. Für das laufende Geschäftsjahr peilt BASF nach einem Spitzenjahr erneut einen Zuwachs bei Umsatz und Ergebnis an.
Das Unternehmen will zudem die Dividende erhöhen. Der BASF-Vorstand werde der Hauptversammlung eine Dividende von 2,50 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2011 vorschlagen, teilte die im Dax notierte Gesellschaft mit. Im Vorjahr hatte BASF bereits die Dividende auf 2,20 Euro je Anteilsschein erhöht, nachdem das Unternehmen diese für das Jahr 2009 wegen eines in der Krise deutlich gefallenen Gewinns auf 1,70 Euro je Aktie gesenkt hatte. (dpa-AFX)
Künftiger RWE-Chef Terium treibt Verkäufe voran
Der durch die Atomwende gebeutelte Energiekonzern RWE will unter der Führung des künftigen Vorstandschefs Peter Terium den Verkauf von Unternehmensbeteiligungen vorantreiben. „Wir werden substanzielle Desinvestments sehen“, sagte der 48-Jährige vor Journalisten in Essen. Bei der geplanten Zielgröße bleibe es aber. „Es wird nicht über elf Milliarden Euro hinausgehen.“ Der Manager machte deutlich, dass die bis Ende 2013 anvisierten Verkäufe auch geringer ausfallen könnten. Es würden bis zu elf Milliarden Euro sein, sagte der Niederländer. Terium löst im Juli Jürgen Großmann an der Spitze des Versorgers ab.
Der Konzern hat wie der Düsseldorfer Konkurrent E.ON diverse Geschäfte zur Disposition gestellt. Hierzu gehören die Anteile an kommunalen Versorgern wie der hessischen Süwag, der Kevag aus Koblenz oder der VSE aus Saarbrücken. Hinzu kommen Anteile an den Berliner Wasserbetrieben und der Öl- und Gasfördertochter RWE Dea. Bis Ende des Jahres will der Konzern seine tschechische Gasnetztochter NET4GAS verkaufen. Das deutsche Ferngasnetz und die großen Stromtrassen hat RWE bereits abgestoßen. „Anderthalb Milliarden haben wird schon realisiert“, sagte Terium.
Im Gegensatz zu E.ON strebt RWE auch unter dem neuen Chef nicht in ferne Länder. Zwar wolle der Konzern seine Stärke auch außerhalb Deutschlands ausspielen. „Aber unser Heimatmarkt bleibt Deutschland. Den muss man hegen und pflegen.“ Er kenne kein international erfolgreiches Unternehmen, das nicht auch auf seinem Heimatmarkt stark sei. „Wir haben nicht die Ambitionen nach Südamerika, China oder Indien zu gehen“, erläuterte Terium. E.ON-Chef Johannes Teyssen hatte vor wenigen Wochen den Einstieg in den brasilianischen Markt angekündigt.
Der im September bereits zum Stellvertreter Großmanns gekürte Manager hatte bei RWE unter anderem 2009 die rund acht Milliarden Euro teure Übernahme des niederländischen Versorgers Essent eingefädelt, dessen Chef er später auch war. Nach den Milliardeninvestitionen der vergangenen Jahre will er die Zügel nun straffen. „Wir haben einige Jahre mehr investiert, als uns als Cash Flow zufloss. Wir müssen jetzt wieder zur einer stärken Ausgabendisziplin zurückfinden.“ Die hohen Investitionen in Kraftwerke und die Netze seien aber notwendig gewesen.
Nach einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Strategiepapier will Terium in den Jahren 2013 und 2014 insgesamt eine Milliarde Euro zusätzlich einsparen. „Was das für die Belegschaft bedeutet, können wir jetzt noch nicht sagen, dazu ist es zu früh“, erklärte er. „Das sind auch Ideen dahinter, wo die Millionen zu finden sind.“ Bei den Beschäftigten hatten die Pläne Sorgen vor weiteren Stellenstreichungen ausgelöst. In den kommenden Jahren will RWE ohnehin rund 8000 der 72.000 Arbeitsplätze abbauen - auch durch die Verkäufe. Die Arbeitnehmervertreter in Deutschland wollen den bis Ende 2012 gültigen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen verlängern. „Es ist vereinbart, dass wir im zweiten Quartal mit Verhandlungen beginnen“, kündigte Terium an. (Reuters)
Zeitung - VW fährt Rekordgewinn ein und erhöht Dividende
Volkswagen hat seinen Gewinn im vergangenen Jahr einem Zeitungsbericht zufolge mehr als verdoppelt und ein Rekordergebnis eingefahren. Nach Steuern habe Europas größter Autobauer 16 Milliarden Euro verdient, berichtete die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (Freitagausgabe) ohne Angabe von Quellen. Die Aktionäre - darunter die Porsche-Holding, das Land Niedersachsen und das Emirat Katar - will VW demnach an dem üppigen Gewinn teilhaben lassen: Der Vorstand werde bei der Vorstellung der Zahlen am kommenden Montag eine deutlich höhere Dividende vorschlagen. Die Belegschaft werde ebenfalls profitieren, berichtet die Zeitung weiter. Der Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh habe bereits einen zusätzlichen Bonus für die Mitarbeiter gefordert und erwarte eine schnelle Einigung mit dem Vorstand. Eine Konzernsprecherin wollte sich zu dem Bericht zunächst nicht äußern.
2010 hatte VW einen Überschuss von 7,2 Milliarden Euro verbucht. Für das laufende Jahr erwarten Branchenexperten allerdings, dass VW das hohe Tempo nicht halten kann. Sogar ein leichter Gewinnrückgang wird für möglich gehalten. Allerdings sind der zu erwartende Gewinn von MAN und Einsparungen durch die neue Modulstrategie in den Vorhersagen nicht enthalten. Der Münchner Maschinen- und Lastwagenkonzern gehört erst seit November zu dem Riesenreich von VW mit inzwischen zwei Lkw- und sieben Pkw-Marken sowie der Transportersparte.
Mit einem Gewinn von 16 Milliarden Euro würde VW selbst Weltmarktführer General Motors alt aussehen lassen. Der US-Konzern steigerte seinen Nettogewinn 2011 dank eines starken Nordamerikageschäfts auf 7,6 Milliarden Dollar von 4,7 Milliarden Dollar vor Jahresfrist. Im Europageschäft mit Opel schreibt GM allerdings rote Zahlen. Dagegen verzeichnet VW einen boomenden Absatz fast sämtlicher Marken in fast allen Regionen der Welt. (Reuters)
SAP will Dividende kräftig erhöhen
Der Softwarehersteller SAP will nach einem Rekordergebnis 2011 deutlich mehr Geld an seine Aktionäre ausschütten. Der Vorstand werde vorschlagen, die Dividende um 83 Prozent auf 1,10 Euro je Aktie zu erhöhen, teilte der Konzern am Donnerstagabend mit. Dies beinhalte eine Sonderdividende in Höhe von 0,35 Euro je Aktie, die anlässlich des 40-jährigen Firmenjubiläums ausgeschüttet werden solle. Vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats und der Aktionäre im Rahmen der Hauptversammlung betrage damit die Gesamtausschüttung an die Aktionäre etwa 1,3 Milliarden Euro. 2011 hatte SAP operativ 4,71 Milliarden Euro verdient - mehr als jemals zuvor. Im laufenden Jahr soll das bereinigte Betriebsergebnis ohne Berücksichtigung von Wechselkursänderungen auf 5,05 bis 5,25 Milliarden Euro steigen. (Reuters)
KWS profitiert von starker Saatgutnachfrage und hebt Prognose an
Das Saatzuchtunternehmen KWS hat in den ersten sechs Monaten seines Geschäftsjahres dank einer starken Nachfrage über ein Viertel mehr umgesetzt und den Betriebsverlust weiter eingegrenzt. Vor allem das Getreide- und Maisgeschäft habe sich besser entwickelt als erwartet, teilte die KWS Saat AG mit und hob gleichzeitig ihre Jahresprognose an.
Der Umsatz wuchs über alle Segmente hinweg um 27 Prozent auf 191,5 Millionen Euro. Der Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) verringerte sich um gut ein Fünftel auf 31,2 Millionen Euro. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Konzern in den Monaten Juli bis Dezember nur rund ein Fünftel des Jahresumsatzes erzielt und das erste Geschäftshalbjahr vor allem von den Kosten geprägt wird. Die Hauptumsatzträger Mais und Zuckerrüben werden erst im Frühjahr angebaut, ausschlaggebend für den Jahreserfolg ist daher die Entwicklung im dritten Quartal.
Das gute erste Halbjahr nahm KWS dennoch zum Anlass, die Prognose für das Gesamtjahr zu erhöhen. Im bis Ende Juni laufenden Gesamtjahr 2011/12 peilt der Konzern nun einen Umsatz von rund 940 Millionen Euro und eine EBIT-Marge von knapp 12 Prozent an. Bislang hatte KWS Einnahmen von 910 Millionen Euro und eine Marge von gut 11 Prozent in Aussicht gestellt. (Dow Jones)
AIG verbucht dank Steuervergünstigungen Milliarden-Gewinn
Der vom Staat gerettete amerikanische Versicherer AIG hat dank Steuervergünstigungen seinen Gewinn im vierten Quartal deutlich gesteigert. Netto verdiente der Konzern 19,8 Milliarden Dollar oder 10,43 Dollar pro Aktie nach 11,18 Milliarden oder 16,60 Dollar vor einem Jahr. Die Umstellung in der Buchhaltung könnte sich auf künftige Bilanzen dramatisch auswirken und dazu führen, das AIG auf Milliarden an Einnahmen keine Steuern mehr zahlen müsste. Anleger reagierten erfreut: Im nachbörslichen Handel legte die Aktie mehr als sechs Prozent zu auf 29,80 Dollar. Chartis, der Sachversicherer von AIG, konnte wieder schwarze Zahlen schreiben. Der Konzernzweig verdiente 348 Millionen Dollar - trotz hoher Schadensfälle wegen der verheerenden Überschwemmungen in Thailand. Der amerikanische Lebensversicherer SunAmerica verbuchte mit 931 Millionen Dollar einen kleineren Gewinn als zuletzt. (Reuters)
Konsumgüterkonzern Procter & Gamble streicht 5700 Arbeitsplätze
Der weltgrößte Konsumgüterkonzern Procter & Gamble will rund 5700 Arbeitsplätze streichen. Der Schritt sei Teil eines Plans, bis zum Ende des Geschäftsjahrs 2016 zehn Milliarden Dollar einzusparen, teilte Konzernchef Bob McDonald am Donnerstag in Florida mit. Der Jobabbau betrifft ausschließlich den nicht-produzierenden Bereich, wo bislang rund 57.000 der insgesamt rund 129.000 Beschäftigten arbeiten. Daneben sind weitere Einsparungen geplant, etwa bei Forschung und Marketing.
Im Zuge des anvisierten Verkaufs der Chips-Marke Pringles an Kellogg schraubte der Hersteller von Gilette-Rasierklingen, Pampers-Windeln und Ariel-Waschmittel die Gewinnerwartungen nach unten. Die Prognose für das Ergebnis je Aktie im laufenden Quartal wurde um zwei Cent gesenkt, für das Geschäftsjahr um sieben Cent. Der Konzern rechnet nun mit einem Ergebnis zwischen 89 und 95 Cent. Für das im Juni endende Geschäftsjahr wurden 3,93 bis 4,03 Dollar je Anteilsschein in Aussicht gestellt. In New York gewann die Aktie 2,6 Prozent. Im zweiten Quartal hatten teure Rohstoffe und Abschreibungen aufs Wella-Friseurgeschäft den Gewinn des Henkel -Rivalen nahezu halbiert. (Reuters)
Weitere Klage gegen Apple im iPad-Streit
Im Streit um die Rechte am Markennamen iPad in China droht dem amerikanischen Konzern Apple ein weiteres Verfahren - diesmal vor einem Gericht in Kalifornien. Das chinesische Elektronikunternehmen Proview reichte bei einem Kammergericht in Santa Clara Klage gegen Apple ein, wie eine Sprecherin am Freitag mitteilte. Am Donnerstag hatte ein Gericht in Shanghai den Fall mit der Begründung abgewiesen, es sei noch ein Verfahren vor einem höheren Gericht anhängig. So will sich am 29. Februar ein Gericht in Guangdong mit dem Fall befassen. Die beiden Unternehmen streiten darüber, ob Proview die Rechte an der Marke in China 2009 an Apple verkauft hat. (dapd)
Kreise - Citigroup erlöst bei HDFC-Verkauf knapp zwei Mrd. Dollar
Die amerikanische Großbank Citigroup hat Kreisen zufolge beim Verkauf ihrer Beteiligung am indischen Immobilienfinanzierer HDFC 1,95 Milliarden Dollar eingenommen. Das Geldhaus habe die Aktien zu 657,50 Rupien je Stück veräußert, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Der Erlös solle dazu beitragen, die verschärften Kapitalanforderungen zu erfüllen. Die Citigroup ist mit knapp zehn Prozent an dem indischen Unternehmen beteiligt. Es ist der größte Aktienverkauf in Indien in diesem Jahr. Zuletzt hatten immer mehr Investoren die jüngste Börsenrally auf dem Subkontinent dazu genutzt, ihre dortigen Firmenbeteiligungen zu versilbern. Der indische Leitindex ist in diesem Jahr fast 17 Prozent gestiegen. (Reuters)
Zeitung - Panasonic verkauft seinen Hauptsitz in Tokio
Der japanische Elektronikkonzern Panasonic will sich einem Medienbericht zufolge von Gebäuden in Tokio trennen, in den sich sein Hauptsitz befindet. Das berichtet die Zeitung „Nikkei“ am Freitag. Angesichts eines erwarteten Milliarden-Verlusts wolle das Unternehmen mit dem Verkauf seine Effizienz verbessern. Panasonic hat noch keinen Ausweg aus dem schlingernden TV-Geschäft gefunden und steuert auf einen Jahres-Rekordverlust von umgerechnet fast acht Milliarden Euro (780 Milliarden Yen) zu. Bis vor wenigen Monaten hatte Panasonic für sein bis Ende März gehendes Geschäftsjahr noch einen Gewinn in Aussicht gestellt - jetzt machen dem Konzern jedoch Abschreibungen und Kosten für den Abbau von 17.000 Arbeitsplätzen, mit dem er auf die schlechten Geschäfte reagiert, einen Strich durch die Rechnung. (Reuters)
Telecom Italia steigert Gewinn - Wachstum in Lateinamerika
Die Telefongesellschaft Telecom Italia hat im vergangenen Jahr dank des Wachstums in Lateinamerika den operativen Gewinn gesteigert und will in diesem Jahr Umsatz und Gewinn stabil halten. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg im Vergleich zum Vorjahr von 11,4 auf 12,25 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Der Umsatz legte um 8,7 Prozent auf 29,96 Milliarden Euro zu. Am Markt waren im Schnitt 29,8 Milliarden Euro Umsatz bei 12,3 Milliarden Euro EBITDA erwartet worden. Für das vergangene Jahr will Telecom Italia 900 Millionen Euro an die Aktionäre ausschütten. Das Unternehmen leidet auf dem gesättigten Heimatmarkt unter einer nachlassenden Nachfrage. Dagegen läuft das Geschäft in Brasilien und Argentinien hervorragend. In Brasilien hat Telecom Italia den zweitgrößten Mobilfunker TIM in seiner Hand, in Argentinien die zweitgrößte Telefongesellschaft Telecomo Argentina. (dpa-AFX)
Telefonica übertrifft Erwartungen trotz Gewinneinbruch
Der spanische Telekommunikationskonzern Telefonica hat wegen Umstrukturierungskosten und sinkender Umsätze 2011 einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Unter dem Strich fuhr der o2-Mutterkonzern ein Ergebnis von 5,4 Milliarden Euro ein und damit fast nur die Hälfte des Vorjahresgewinns, wie das Unternehmen am Freitag in Madrid mitteilte. Damit lagen die Spanier aber über den bereits gedämpften Analystenerwartungen von durchschnittlich 4,46 Milliarden Euro. Für 2012 stellte Telefonica ein Umsatzplus von mehr als einem Prozent in Aussicht bei konstanten Wechselkursen. (Reuters)
Lloyds erwartet nach Milliardenverlust schwieriges Jahr
Die teilweise verstaatlichte britische Großbank Lloyds hat nach einem Milliardenverlust ihre Anleger auf schwierige Zeiten eingestimmt. Wegen schwacher Wirtschaftsaussichten, verschärfter Regulierung, Unsicherheiten im Bankensektor sowie Risiken durch die Euro-Schuldenkrise bleibe das Geschäftsumfeld auch 2012 „herausfordernd“, erklärte Lloyds-Chef Antonio Horta-Osorio am Freitag. Im abgelaufenen Jahr machte die Bank einen Verlust von 3,54 Milliarden Pfund nach einem Gewinn von 281 Millionen im Vorjahr. Für 2012 sei mit niedrigeren Einnahmen zu rechnen.
Lloyds gehört zu 40 Prozent dem britischen Staat, der die im Zuge der Finanzkrise 2008 wankende Bank mit seinem Einstieg stützte. Lloyds-Chef Horta-Osorio hatte im Januar angekündigt, auf seinen Millionen-Bonus für das abgelaufene Jahr zu verzichten. Der Banker begründete den ungewöhnlichen Schritt mit seiner krankheitsbedingten zweimonatigen beruflichen Auszeit sowie den schwierigen wirtschaftlichen Zeiten für die Bank und ihre Kunden. Sein Bonus hätte sich vermutlich auf umgerechnet rund 2,8 Millionen Euro belaufen, sein Basisgehalt liegt bei 1,3 Millionen Euro. (Reuters)
Wirtschaftsnachrichten
EZB-Präsident Draghi sieht insgesamt Stabilisierung der Eurozone
Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, sieht Zeichen für eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in der Eurozone. „Die Lage ist in den einzelnen Euroländern sehr unterschiedlich, hat sich aber insgesamt stabilisiert“, sagte Draghi der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitagsausgabe).
In einem Interview mit dem New Yorker „Wall Street Journal“ sagte Draghi, viele Regierungen hätten Entscheidungen für Haushaltskonsolidierungen und Strukturreformen getroffen. „Das Bankensystem erscheint weniger anfällig als vor einem Jahr.“ Draghi ermahnte die Krisenstaaten der Eurozone, den strikten Sparkurs fortzusetzen. „Haushaltskonsolidierung ist unvermeidbar unter den gegebenen Bedingungen, und durch sie wird Zeit für Strukturreformen gewonnen.“ Wenn die Haushaltskonsolidierung vernachlässigt werde, reagierten die Märkte umgehend, warnte Draghi.
Mit Blick auf Griechenland warnte der EZB-Präsident in der „FAZ“ vor Risiken bei der Umsetzung des Hilfspakets und forderte eine strikte Überwachung des Programms. Die bevorstehenden Wahlen in Griechenland seien von großer Bedeutung, sagte der Italiener. „Es ist entscheidend, dass die neue Regierung genauso zu dem Programm steht wie die alte.“ (AFP)
Deutsches Staatsdefizit 2011 deutlich verringert
Die gute Konjunktur hat die Kassenlage des Staates deutlich verbessert. Das Staatsdefizit belief sich im vergangenen Jahr auf 1,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Damit hält Deutschland wieder die Obergrenze des EU-Stabilitätspaktes ein, nachdem das Defizit auch wegen der Konjunkturpakete in den beiden Vorjahren deutlich höher ausgefallen war. Unter dem Strich stand 2011 ein Fehlbetrag von 25,8 Milliarden Euro. In einer ersten Schätzung im Januar waren die Statistiker noch von einem Minus von 26,7 Milliarden Euro ausgegangen. (dpa)
Deutschland: Wirtschaft schrumpft im Schlussquartal wie berechnet
Die deutsche Wirtschaft ist im Schlussquartal 2011 wie zunächst berechnet leicht geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im Quartalsvergleich um 0,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mittelte. Damit wurden vorläufige Berechnungen von Mitte Februar bestätigt. Im Jahresvergleich lag das Wachstum im vierten Quartal bei kalenderbereinigt 2,0 Prozent. Für das Gesamtjahr 2011 bestätigten die Statistiker ein Wachstum von 3,0 Prozent.
Impulse kamen zum Jahresende vor allem von den Bauinvestitionen, die um 1,9 Prozent zulegten. Die wichtigen Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen stagnierten hingegen. Der private Konsum war leicht rückläufig, der Staatsverbrauch stieg geringfügig um 0,1 Prozent. Der für Deutschland wichtige Außenhandel belastete das Wachstum: Die Ausfuhren sanken um 0,8 Prozent, die Importe gingen um 0,3 Prozent zurück. (dpa-AFX)
CDU-Haushälter -Ein Dutzend Abweichler bei Hellas-Hilfe erwartet
Die Bundesregierung muss nach Angaben von Unions-Haushaltspolitiker Norbert Barthle bei der Abstimmung zum zweiten Griechenland-Rettungspaket mit etwa einem Dutzend Abweichlern rechnen. „Es wird ähnlich viele Abweichler geben wie beim letzten Mal“, sagte der haushalspolitische Sprecher der Unions-Fraktion der „Rheinischen Post“ (Freitagsausgabe) laut Vorabbericht. Der Bundestag soll am Montag dem zweiten Griechenland-Rettungspaket mit einem Volumen von 130 Milliarden Euro zustimmen, auf das sich die Euro-Finanzminister Anfang dieser Woche verständigt haben. Der Haushaltsausschuss wird darüber am Freitag informiert.
Die Koalition hatte bereits im vergangenen Jahr bei der Verabschiedung des vorläufigen Euro-Rettungsschirms EFSF um eine eigene Mehrheit kämpfen müssen. Bei der sogenannten Kanzlermehrheit kann sich die Regierung angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Bundestag 19 Gegenstimmen aus dem eigenen Lager erlauben. Wie schon beim EFSF würde allerdings eine einfache Mehrheit ausreichen, bei der es mehr Ja- als Nein-Stimmen im Bundestag geben muss. Eine Ablehnung ist unwahrscheinlich: Wahrscheinlich werden auch SPD und Grüne zustimmen.
Allerdings wird der Bundestag seine Zustimmung von einem positiven IWF-Votum abhängig machen, wie CDU/CSU-Fraktionsvize Michael Meister in einem Reuters-Interview ankündigte. Denn als Grundlage haben die Abgeordneten nur einen vorläufigen Bericht der Troika aus IWF, EZB und EU-Kommission über die Schuldentragfähigkeit Griechenlands vom 15. Februar. Vor allem der IWF ziert sich mit einer klaren Zusage zu seiner eigenen Beteiligung, weil er zuvor wissen will, ob etwa der Forderungsverzicht privater Gläubiger den griechischen Schuldenstand ausreichend drücken kann. (Reuters)
Zeitung: Griechenland lässt erstmals Auslands-Vermögen sperren
Griechenland hat einem Zeitungsbericht zufolge erstmals seit Beginn der Schuldenkrise bedeutende Auslands-Guthaben eines reichen Unternehmers sperren lassen. Auf den drei Konten in der Schweiz lägen insgesamt 158 Millionen Euro, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ (Freitagsausgabe). Sie gehörten dem Athener Geschäftsmann Lavrentis Lavrentiadis. Er sei in der Chemiebranche groß geworden und dann Vorstandschef und Hauptaktionär der Privatbank Proton gewesen.
Der Unternehmer und weitere Geschäftsleute sollen einem Untersuchungsbericht der griechischen Zentralbank zufolge in den vergangenen Jahren bei Proton bis zu 700 Millionen Euro in andere Länder verschoben haben, wie die „SZ“ berichtet. Später sei die Bank verstaatlicht und mit Mitteln der EU und des IWF in Höhe von fast 900 Millionen Euro vor dem Zusammenbruch gerettet worden. Die Staatsanwaltschaft in Athen ermittele wegen Betrug und anderer Delikte bei Proton. Lavrentiadis sei bislang nicht als Beschuldigter in die Akten eingetragen. Die Staatsanwaltschaft bedrängt ihn angeblich, ins Ausland abgeflossenes Vermögen zurückzubringen.
Führende Politiker, deren Länder an den Hilfen für Griechenland beteiligt sind, verlangen von Athen, die Steuern reicher Griechen einzutreiben und im Falle von Steuerhinterziehung die Konten der Betroffenen zu sperren. (AFP)
