Unternehmensnachrichten
Deutsche Post traut sich 2013 mehr Gewinn zu
Die Deutsche Post hat im Jahr 2012 bei einem Umsatz von 55,5 (Vorjahr: 52,8) Milliarden Euro einen Betriebsgewinn von 2,665 (2,436) Milliarden Euro erzielt und blieb damit im Rahmen der Erwartungen. Der Reingewinn kletterte auf 1,658 von 1,16 Milliarden Euro. Analysten hatten mit etwas höheren Erlösen und einem etwas größeren Betriebsgewinn, allerdings auch etwas weniger Reingewinn gerechnet.
Für 2013 erwartet die Post trotz konjunktureller Unsicherheiten einen weiteren Gewinnanstieg. Der Betriebsgewinn werde auf 2,7 bis 2,95 Milliarden Euro ansteigen - dabei soll auch die seit Jahresbeginn geltende Erhöhung des Briefportos helfen. Die Aktionäre erhalten wie im Vorjahr eine Dividende von 0,70 Euro je Aktie - Experten hatten hier mehr erwartet. (Reuters)
RWE hat sich vom Atomwende-Einbruch erholt
Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern RWE hat sich vom Einbruch des Geschäfts nach der Atomwende 2011 erholt. Der Essener Versorger präsentierte am Dienstag einen deutlich verbesserten operativen Gewinn für das abgelaufene Geschäftsjahr. Das operative Ergebnis legte um ein Zehntel auf 9,3 Milliarden Euro zu – mehr als von Analysten erwartet. Das für die Dividendenberechnung entscheidende nachhaltige Nettoergebnis blieb mit knapp 2,5 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. RWE plant eine Dividende von zwei Euro pro Aktie, was einer Ausschüttungsquote von 50 Prozent entspricht.
RWE mit seinen zahlreichen Braunkohlekraftwerken profitiert von den derzeit sehr niedrigen Preisen für CO2-Verschmutzungsrechte. Als viel zu hoch hatte RWE-Chef Peter Terium dagegen vor kurzem die Verschuldung des Konzerns in Höhe von rund 35 Milliarden Euro bezeichnet. Der Versorger bemüht sich um den Verkauf von Firmenteilen und will auch an Investitionen sparen. (dpa)
Peugeot-Citroen wehrt sich gegen Verstaatlichung
Der angeschlagene französische Autohersteller PSA Peugeot Citroen will nichts von einem Einstieg des Staates wissen. „Eine Verstaatlichung steht nicht auf der Tagesordnung. Ende des Jahres hatten wir finanzielle Sicherheiten von zehn Milliarden Euro.Wir können gut ohne den Staat auskommen“, sagte der PSA-Chef Philippe Varin der Süddeutschen Zeitung (Dienstagsausgabe).
Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen einen Verlust von fünf Milliarden Euro gemacht, Varin sieht die Sanierung jetzt auf gutem Weg. „Unsere Prognosen entsprechen bereits dem Negativ-Szenario. Wir rechnen damit, dass der Markt in Europa um weitere drei bis fünf Prozent schrumpfen wird. Die ersten beiden Monate dieses Jahres waren alles andere als gut, aber wir gehen davon aus, dass wir am Ende des Jahres im Rahmen der Marktentwicklung liegen werden“, erklärte Varin. (Dow Jones)
Goldman Sachs will Regulierung bei Firmenkäufen aushebeln
Goldman Sachs ist offenbar auf der Suche nach Wegen, weiter in riskante Unternehmensauf- und Verkäufe zu investieren ohne gegen schärfere Regulierungsauflagen zu verstoßen. Drei mit dem Vorgang vertraute Personen sagten, es gehe um ein Modell, dass Beteiligungen im Stile von privaten Beteiligungsfonds vorsehe, ohne einen solchen Fonds selbst aufzulegen. Damit soll die sogenannte Volcker-Regel umschifft werden, die Investitionen von Banken in solche Fonds begrenzen soll. Sie sieht aber nicht notwendigerweise Beschränkungen bei Investitionen dieser Art jenseits einer formellen Fonds-Struktur vor.
Goldman habe bereits Kunden in Stellung gebracht, die bereit seien, Geld in Konten für solche Geschäfte einzuzahlen, ohne dass ein Beteiligungsfonds aufgelegt werde, sagten die Personen in den vergangenen Tagen. Goldman selbst wolle dafür ebenfalls einen Teil seines eigenen Geldes und Partnerkapitals beiseitelegen.
Eine Goldman-Sprecherin sagte am Montag, die Bank übertrage lediglich eine bei anderen Investitionsgeschäften angewendete Strategie auf den Bereich Private Equity. „Wir sind der Meinung, dass diese Investitionen weiterhin wichtig für unsere Kunden und die breitere Wirtschaft sein werden“, sagte sie. Natürlich werde man sich an sämtliche Aspekte der Volcker-Regel halten. Wann die nach dem Ex-Notenbankchef Paul Volcker benannten, eigentlich für Juli vergangenen Jahres angekündigten Vorschriften zur stärkeren Risikokontrolle tatsächlich eingeführt werden, ist derzeit unklar. (Reuters)
FDA lehnt erweiterte Zulassung von Bayers Xarelto zunächst ab
Bayer hat für die erweiterte amerikanische Zulassung seines Gerinnungshemmers Xarelto einen weiteren Rückschlag erlitten. Die Gesundheitsbehörde FDA hat schon zum zweiten Mal eine Zulassung des Medikaments in einer erweiterten Indikation verweigert. Sie hat von Bayer in einem „Complete Response Letter“ weitere Informationen angefordert, wie der Chemie und Pharmakonzern mitteilte. Xarelto ist der wichtigste Hoffnungsträger des Konzerns. Analysten sahen für die Anwendung bislang ein Umsatzpotential von 250 bis 350 Millionen Euro. Bayer traut dem Mittel einen Jahresumsatz von insgesamt mehr als zwei Milliarden Euro zu. (Dow Jones Newswires)
Fannie Mae und Freddie Mac werden umgebaut
In den Vereinigten Staaten werden die Weichen für einen Umbau der staatlichen Baufinanzierung gestellt. Die zwei von Washington kontrollierten Gesellschaften Fannie Mae und Freddie Mac sollen auf Anweisung ihrer Aufsichtsbehörde FHFA bestimmte Verwaltungsaufgaben an eine neue Firma abgeben. Das soll Doppelarbeit vermeiden und somit zunächst einmal die Kosten senken. Diese Firma könnte letztlich aber auch die Keimzelle für eine Neuaufstellung der gesamten staatlichen Hilfe für den Häusermarkt sein.
Freddie Mac und der größere Bruder Fannie Mae spielen bei der Stabilisierung des angeschlagenen amerikanischen Häusermarkts eine entscheidende Rolle. Sie sichern den Großteil der Hypotheken im Land ab. Deshalb hatte die Regierung die beiden Baufinanzierer in den Turbulenzen des Krisenjahres 2008 aufgefangen. Bis heute ist dies eine der schwersten Bürden der Finanz- und Wirtschaftskrise für den amerikanischen Steuerzahler. (dpa-AFX)
Wirtschaftsnachrichten
Eurogruppe stellt Zypern Hilfspaket in Aussicht
Die Euro-Finanzminister haben der neu gewählten Regierung Zyperns den Abschluss eines Hilfspakets bis Ende März fest zugesagt. Die Vorbereitung eines entsprechenden Programms sei schon vorangeschritten, hieß es in einer Erklärung nach der Sitzung der Eurogruppe am Montag in Brüssel. Deutschland, Österreich und andere Euro-Länder drängen darauf, dass die Regierung in Nikosia wirksam gegen Geldwäsche vorgeht. Der neue Finanzminister Zyperns, Michael Sarris, sagte zu, von unabhängigen Experten prüfen zu lassen, ob die geltenden EU-Vorschriften gegen Geldwäsche von den Banken auf der Insel auch eingehalten werden.
Die Troika von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds soll demnächst nach Nikosia reisen, um die Details eines Rettungsprogramms auszuhandeln. Ein kritischer Punkt ist, ob die Gläubiger oder Kunden der Banken an den Rettungskosten beteiligt werden sollen. Denn viele reiche Kunden aus Russland haben hohe Beträge bei den zypriotischen Banken gehortet. Einen solchen Schritt lehnt auch die neue konservative Regierung Zyperns entschieden ab. Die großen Banken Zyperns waren gerade im Zuge des Schuldenschnitts für Griechenland, der private Gläubiger zum Forderungsverzicht zwang, ins Schleudern geraten.
In der EZB werde über einen Ausstieg aus der Troika diskutiert, berichteten die „Süddeutsche Zeitung“ und die „Welt“. Die Zentralbank wolle sich nicht länger so tief in politische Entscheidungen hineinziehen lassen. EZB-Direktor Jörg Asmussen dementierte die Berichte entschieden. (Reuters)
EU-Minister wollen sich auf Bonus-Bremse für Banker einigen
Die EU-Finanzminister wollen am Dienstag in Brüssel den europäischen Kompromiss zu Grenzen für Banker-Boni endgültig billigen. Besonders aus Großbritannien gab es bisher Widerspruch zu der Vereinbarung. Die irische EU-Ratspräsidentschaft und das Europaparlament hatten sich in der vergangenen Woche grundsätzlich auf den Kompromiss zu strengeren Bankenregeln und damit auch für die Boni geeinigt. Die Vorschriften begrenzen die Banker-Boni auf die Höhe des Grundgehalts, in Ausnahmefällen darf der Bonus doppelt so hoch ausfallen. Außerdem verlangt das neue Gesetz von den Banken mehr und bessere Kapitalreserven zur Krisenvorsorge. (dpa-AFX)
China will 2013 um 7,5 Prozent wachsen
Mit höheren Staatsausgaben will die chinesische Regierung auch in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von 7,5 Prozent erzielen. Wegen der verstärkten Investitionen in Infrastruktur und andere Staatsprojekte werde sich das Haushaltsdefizit 2013 auf etwa 2 Prozent der Wirtschaftsleistung erhöhen, sagte der scheidende Ministerpräsident Wen Jiabao am Dienstag laut Redemanuskript zur Eröffnung des Nationalen Volkskongresses. Im vergangenen Jahr betrug das Haushaltsdefizit in China 1,6 Prozent. Das Wirtschaftswachstum lag 2012 dank massiver Staatsausgaben in der zweiten Jahreshälfte bei 7,8 Prozent und damit knapp über der offiziellen Zielmarke von 7,5 Prozent. (Reuters)
