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Medienschau Deutsche Börse will EU-Verbot zur Börsenfusion anfechten

 ·  Metro verbucht einen deutlichen Gewinnrückgang, Evotec ein Gewinnplus. Hochtief begibt erstmals eine Anleihe und Brenntag will in fünf Jahren im Dax sein. Chevron-Managern drohen wegen eines Öl-Unfall Haftstrafen und Amazon kauft einen Lagerhaus-Automatisierer. Das Umweltbundesamt erwartet sinkende Stromkosten der Finanztest rät vom Verkauf von Lebensversicherungen ab. Die amerikanische Regierung hat mit dem Aufkauf von Hypothekenpapieren Gewinn erzielt.

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Unternehmensnachrichten

Metro verbucht deutlichen Gewinnrückgang

Deutschlands führendem Handelskonzern Metro hat ein schwaches Weihnachtsgeschäft die Bilanz verhagelt. Im vierten Quartal rutschte das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) um knapp 13 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Der Überschuss nach Minderheiten gab unter dem Strich vor allem wegen Währungs- und Steuereffekten sogar um 40 Prozent auf 404 Millionen Euro nach. Auch im Gesamtjahr verdiente Metro weniger. Analysten hatten mit einem geringeren Gewinnrückgang gerechnet. Die Aktionäre sollen für 2011 eine stabile Dividende von 1,35 Euro je Stammaktie erhalten.

„Die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich in vielen Ländern spürbar schlechter entwickelt“, sagte der seit Anfang des Jahres amtierende Vorstandschef Olaf Koch. Angesichts der Schuldenkrise, hoher Arbeitslosigkeit und Sparprogrammen in vielen Ländern Europas hielten sich die Verbrauchern mit Käufen zurück. Auch im laufenden Jahr dürfte die Lage schwierig bleiben. Metro rechnet 2012 mit einem Anstieg des Konzernumsatzes. Preissenkungen und Kosten für eine beschleunigte Expansion werden aber das Ergebnis belasten. Der Konzern erwartet deshalb das bereinigte Ebit nur in etwa auf Vorjahresniveau (dpa-AFX)

Deutsche Börse will EU-Verbot zur Börsenfusion anfechten

Die Deutsche Börse wird juristisch gegen das von der EU verhängte Fusionsverbot mit der NYSE Euronext vorgehen. Man sei der Ansicht, dass mehrere Aspekte der Entscheidung vom 1. Februar fehlerhaft sind. Der Börsenbetreiber NYSE Euronext hat sich bisher noch nicht entschieden, an der Klage teilzunehmen, wie ein Unternehmenssprecher mitteilte.

Die geplante Klage der Deutschen Börse fokussiere sich vor allem auf die EU-Definition des Derivatemarktes, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person. Bei ihrer Betrachtung konzentrierten sich die europäischen Wettbewerbshüter ausschließlich auf den regulierten Derivatehandel - den außerbörslichen Handel ließ die Aufsichtsbehörde dagegen außen vor.

Einer der Gründe für die geplante Klage des Dax-Konzerns dürfte das Risiko sein, dass Kunden und Wettbewerber der Börse die Marktdefinition der EU künftig nutzen könnten, um mögliche weitere Kooperationen - wie beispielsweise zwischen den Börsen Eurex und Liffe - zu verhindern oder höhere Gebühren zu blockieren, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person.

Außerdem könnte die von der EU verwendete Marktdefinition mögliche weitere Börsenfusionen verhindern, fügte die Person hinzu. Weiter könnte die Definition, die auch gelistete Derivate umfasst, gegen mögliche künftige Regulierungen börslicher und
außerbörslicher Märkte verstoßen, sagte eine andere gut informierte Person. (Dow Jones)

Hochtief begibt erstmals Anleihe

Der Bauriese Hochtief hat erstmals in der Unternehmensgeschichte eine Anleihe begeben. Der Konzern sammelte bei Investoren aus mehr als 15 Ländern 500 Millionen Euro ein, wie Hochtief am Montag mitteilte. Die Anleihe biete einen Kupon von 5,5 Prozent und einen Ausgabekurs von 99,47 Prozent. Der Bond habe eine Laufzeit bis März 2017. „Wir haben das Marktfenster genutzt und sind auf breites Interesse der Investoren gestoßen: Das Orderbuch war in etwas mehr als einer Stunde mit knapp vier Milliarden Euro achtfach überzeichnet“, sagte Finanzchef Peter Sassenfeld. Mit dem Erlös will Hochtief einen Teil seiner bestehenden Verbindlichkeiten ablösen und das Fälligkeitsprofil verbessern. (Reuters)

Gewinn von Evotec steigt

Einnahmen aus Forschungsallianzen mit großen Pharmakonzernen haben dem Hamburger Biotechnunternehmen Evotec im vergangenen Jahr zu einem Gewinnsprung verholfen. Der operative Gewinn habe sich 2011 auf 5,2 Millionen Euro mehr als verdreifacht, teilte Evotec am Dienstag mit. Der Nettogewinn kletterte auf 6,7 Millionen Euro von 3,0 Millionen Euro im Jahr 2010. Dabei profitierte das Unternehmen von einer kräftigen Abschlagzahlung von 6,9 Millionen Euro des Schweizer Pharmariesen Roche, mit dem Evotec ein Alzheimer-Medikament entwickelt.

Für das Jahr 2012 stellte Evotec-Chef Werner Lanthaler ein prozentual zweistelliges Umsatzwachstum auf 88 bis 90 Millionen Euro in Aussicht. Den operativen Gewinn will Evotec ausbauen. (Reuters)

Brenntag will in fünf Jahren im Dax sein

Der Chemikalienhändler Brenntag will mittelfristig in den Dax aufsteigen. Das sagte Vorstandschef Steven Holland der FAZ. Holland will das Wachstum des Weltmarktführers weiter vorantreiben. Dafür hat er auch Zukäufe im Blick. Aus geographischer Sicht sieht Holland in den nächsten Jahren das größte Potential im asiatisch-pazifischen Raum sowie in Lateinamerika. Aber auch vom nordamerikanischen Markt erhalte Brenntag gute Signale. Dass Brenntag als Weltmarktführer einen Weltmarktanteil von nur rund 7 Prozent besitzt, ist für Holland das beste Indiz für eine noch immer stark fragmentierte Branche mit vielen Wachstumschancen. (dpa-AFX)

Chevron-Managern drohen wegen Öl-Unfall Haftstrafen

Brasilien wird am Mittwoch Anklage gegen Manager des amerikanischen Ölkonzerns Chevron und des Plattform-Betreibers Transocean erheben. Ihnen werden Umweltverbrechen im Zusammenhang mit einem Ölleck an einer Bohrplattform im November vorgeworfen, erklärte Staatsanwalt Eduardo Santos de Oliveira am Montag.

Chevron bekommt damit die Rechnung für den Unfall präsentiert, der sich am Meeresgrund des Frade-Feldes, etwa 370 Kilometer nordöstlich von Rio de Janeiro ereignete. Erst in der vergangenen Woche musste der Ölriese zugeben, dass durch ein kleines Leck abermals geringe Mengen Öl ins Meer sickern. Das Unternehmen hat die Förderung in dem Feld bereits komplett eingestellt. (Dow Jones)

Amazon kauft Lagerhaus-Automatisierer

Der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon kauft für rund 775 Millionen Dollar den Hersteller von Lagerhaus-Robotern Kiva Systems. Das 2003 gegründete Unternehmen ist nicht an der Börse notiert. Die Übernahme solle im zweiten Quartal abgeschlossen werden, teilte Amazon am Montag nach amerikanischen Börsenschluss mit. (dpa-AFX)

DKSH plaziert Aktien zu 48 Franken

Der Schweizer Handelskonzerns DKSH hat bei seinem Börsengang rund 17,11 Millionen Aktien am oberen Rand der Preisspanne zu einem Preis von 48 Franken pro Stück im Markt platziert. Nach Angaben der Firma vom Dienstag erhielten die Banken eine Mehrzuteilungsoption von zehn Prozent, die bis zum 18. April ausgeübt werden kann. (Reuters)

Wirtschaftsnachrichten

Chinesische Zentralbank will Zinsregulierung liberalisieren

Der Gouverneur der People’s Bank of China (PBoC) sieht die Zeit gekommen, die Zinsliberalisierung voranzutreiben. Die Zeit hierfür sei reif, schrieb Zhou Xiaochuan in einem Beitrag für die jüngste Ausgabe des China Finance Magazine. Darin forderte der Zentralbankchef außerdem die beschleunigte Einführung eines Einlagensicherungssystems. Nach Einschätzung von Ökonomen ist eine Hinwendung zu Marktzinsen eine wichtige Voraussetzung dafür, die privaten Haushalte mit mehr Geld zu versorgen, um so den Konsum anzukurbeln. Bisher ist die Regierung in diesem Punkt zurückhaltend gewesen, weil sie befürchtet, dass die Profitabilität der chinesischen Banken leiden würde, wenn sie in einen Wettbewerb um Spareinlagen gezwungen würden. (Dow Jones)

Bundestag soll bei Euro-Rettung mehr mitreden können

Union und FDP haben sich nach Zeitungsinformationen auf stärkere Mitspracherechte des Bundestages bei der Euro-Rettung geeinigt. Ein Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen sehe eine abgestufte Parlamentsbeteiligung vor, berichtet die Tageszeitung Die Welt. Danach müsse in Zukunft grundsätzlich das ganze Plenum Maßnahmen des Euro-Rettungsschirms zustimmen. Der Gesetzentwurf soll dem Bericht zufolge an diesem Dienstag den Fraktionen von Union und FDP vorgestellt werden. Er erlaube nur noch zwei Ausnahmen: In Fällen besonderer Eilbedürftigkeit, in denen ein rechtzeitiger Zusammentritt des Bundestages ausgeschlossen sei, könne die Bundesregierung beantragen, dass der Haushaltsausschuss die Beteiligungsrechte wahrnehme, heißt es darin. (Dow Jones)

Umweltbundesamt erwartet sinkende Stromkosten

Der Präsident des Umweltbundesamts, Jochen Flasbarth, hält die Kosten der Energiewende für eine „erstklassige Investition“. Vom Umfang her hielten sie sich zudem sehr im Rahmen, sagte er der „Financial Times Deutschland“ (Dienstag). Die Umverteilung von allein 13 Milliarden Euro in diesem Jahr für die Ökostromförderung sei moderat „verglichen mit dem, was wir dafür bekommen“, so Flasbarth. „Die Preise für erneuerbare Energien sinken dramatisch, während fossile Energien immer teurer werden. Wir werden dadurch im nächsten Jahrzehnt in Deutschland sinkende Stromkosten erleben“, sagte Flasbarth. (dpa-AFX)

Verkauf von Lebensversicherung nur selten ratsam

Der Verkauf von Lebensversicherungen an spezielle Policen-Händler ist für Verbraucher nach Angaben der Stiftung Warentest nur selten ein gutes Geschäft. In einer aktuellen Untersuchung habe nur ein einziger Anbieter den Testern „ein akzeptables Angebot“ gemacht, berichtet die Stiftung in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift „Finanztest“. Teils müssten Verbraucher beim Verkauf ihrer Lebensversicherung sogar mit einem Verlust rechnen, weil die Ankäufer-Firmen weniger auszahlten als Versicherungsfirmen im Falle einer Kündigung. Ingesamt sei der Markt der Versicherungs-Aufkäufer „äußerst undurchsichtig“. (AFP)

Amerikanische Regierung erzielt mit Aufkauf von Hypothekenpapieren Gewinn

Mit dem Aufkauf sogenannter Schrottpapiere zur Bekämpfung der Immobilienkrise hat das amerikanische Finanzministerium nach Angaben vom Montag 25 Milliarden Dollar Gewinn gemacht. Die Regierung investierte 2008 und 2009 insgesamt 225 Milliarden Dollar, um einen Zusammenbruch des Immobilienmarktes zu verhindern und den Zugang zu Hypothekenkrediten zu wahren. Dieses Programm zum Aufkauf hypothekarisch abgesicherter Wertpapiere (mortgage-backed securities, MBS) sei nun erfolgreich abgewickelt worden. Dabei seien durch Verkäufe, Grundkapital und Zinsen 250 Milliarden Dollar eingenommen worden, 25 Milliarden mehr als die ursprüngliche Investition. (dapd)

Deutsche Erzeugerpreisinflation geht im Februar zurück

Der Preisauftrieb auf der Erzeugerstufe ist in Deutschland im Februar trotz der anhaltend hohen Energiepreise zurückgegangen. Die Rate sank auf 3,2 Prozent und wies damit den geringsten Anstieg seit Juni 2010 auf, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtete. Volkswirte hatten eine Jahresteuerung von 3,2 Prozent prognostiziert. Im Januar hatte die Rate 3,4 Prozent und im Dezember noch 4,0 Prozent betragen. Im Vergleich zum Vormonat steigen die Erzeugerpreise um 0,4 Prozent. Ökonomen hatten mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet. (Dow Jones)

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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