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Medienschau Bilfinger Berger erreicht 2011 Ziele

13.02.2012 ·  Hamburg kauft für 420 Millionen Euro Anteile an Hapag-Lloyd, Vodafone hat Interesse an Cable &Wireless und Tepco erhält weitere Staatshilfen. Das Parlament in Athen stimmt für das Sparpaket, Japans Wirtschaft schrumpft im vierten Quartal, die deutsche Wirtschaft warnt vor einer strengeren Regulierung der Rating-Agenturen und China will frühzeitig auf ein schwächeres Konsumwachstum reagieren.

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Unternehmensnachrichten

Bilfinger Berger erreicht 2011 Ziele

Der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger Berger hat für das laufende Jahr trotz Sparbemühungen der Regierungen einen positiven Ausblick gegeben. Die Leistung werde ohne Berücksichtigung möglicher Zukäufe durch die weitere Konzentration des Baugeschäfts und die Entkonsolidierung des Nigeria-Geschäfts allerdings zurückgehen. Das Konzernergebnis werde 2012 unterdessen „erheblich“ über dem um das Ergebnis aus nicht fortzuführenden Aktivitäten bereinigten Vorjahreswert von 220 Millionen Euro liegen. Dabei dürften steigende Margen und Veräußerungsgewinne zu einer deutlichen Erhöhung des operativen Ergebnisses führen.

Auch die Mittelfristziele bis 2016 bekräftigte der Konzern. Demnach soll die Leistung bis 2016 um bis zu 50 Prozent steigen und sich das Konzernergebnis verdoppeln. Der Konzern setze dabei auf internes und externes Wachstum. Bei den Prognosen für das laufende Jahr seien Zukäufe nicht berücksichtigt. Bis ins Jahr 2016 sollen deutlich mehr als eine Milliarde Euro für den Zukauf von Unternehmen, insbesondere zum Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts, investiert werden, hieß es. Mit einer Reihe von Zukäufen hatten die Mannheimer 2011 das Angebotsspektrum und die regionale Präsenz in allen drei Dienstleistungsbereichen bereits ergänzt. (dpa-AFX)

Hamburg kauft für 420 Millionen Euro Anteile an Hapag-Lloyd

Die Stadt Hamburg übernimmt nach FAZ-Informationen zufolge für 420 Millionen Euro Anteile an Hapag-Lloyd und könnte damit wichtigster Anteilseigner an Deutschlands größter Reederei werden. Durch den Kauf des Tui -Aktienpaketes dürfte der Anteil Hamburgs von derzeit 23,6 Prozent auf mehr als 37 Prozent steigen. Darauf haben sich das Albert-Ballin-Konsortium um den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne und die Hansestadt grundsätzlich geeinigt. Beschlüsse liegen noch nicht vor, sollen aber möglichst am Dienstag getroffen werden.

Kühne ist bereit, seinen Anteil von derzeit 24,6 Prozent aufzustocken, will aber nur 160 Millionen Euro investieren. Von den übrigen vier Hapag-Aktionären im Konsortium wollen nur die Hanse-Merkur und die Signal Iduna sich in geringem Umfang beteiligen. Mittelfristig will Hamburg Hapag-Lloyd an die Börse bringen.

Vodafone hat Interesse an Cable &Wireless

Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone hat einem Pressebericht zufolge Interesse an dem Telekommunikationsunternehmen Cable & Wireless. Vodafone erwäge, 700 Millionen Pfund (835 Millionen Euro) für das Unternehmen bieten, schreibt die in London erscheinende „Sunday Times“ (Sonntag) ohne Angabe ihrer Quelle. Von den beiden Unternehmen gab es zunächst keinen Kommentar. (dpa-AFX)

Tepco erhält weitere Staatshilfen

Der Betreiber des havarierten Atomkraftwerks Fukushima, Tepco, erhält weitere Milliarden an Staatshilfen. Die Regierung beschloss am Montag zusätzliche Hilfen in Höhe von 689,4 Milliarden Yen (6,7 Milliarden Euro), damit der angeschlagene Konzern den massiven Entschädigungszahlungen nachkommen kann. Damit beläuft sich die Summe der bewilligten Steuergelder bereits auf mehr als 1,5 Billionen Yen. Tepcos Überleben als unabhängiges Unternehmen steht seit dem schweren Erdbeben und dem Tsunami vom 11. März 2011, bei dem das AKW Fukushima Daiichi schwer beschädigt wurde, in Frage. (dpa-AFX)

 

Wirtschaftsnachrichten

Parlament in Athen stimmt für Sparpaket

Geschützt von einem massiven Polizeiaufgebot hat das griechische Parlament in der Nacht zu Montag das drakonische Sparpaket verabschiedet. Gleichzeitig demonstrierten wieder zehntausende Menschen auf den Straßen Athens gegen die Haushaltseinschnitte, die von den internationalen Gläubigern verlangt worden waren.

Das Paket wurde mit einer Mehrheit von 199 zu 74 Stimmen verabschiedet, obwohl in den vergangenen Tagen viele Abgeordnete der Regierungskoalition ihren Widerstand angekündigt hatten. 27 Parlamentarier enthielten sich. Die Maßnahmen von Ministerpräsident Lucas Papademos sehen Einschnitte im Haushalt und bei den Renten sowie eine Absenkung des Mindestlohns vor.

Der Vorsitzende der Nea Dimokratia, Antonis Samaras, der wahrscheinlich im April neuer Ministerpräsident wird, kündigte aber bereits an, dass nach den Wahlen neu verhandelt werden soll.

Lucas Papademos und die Spitzen der Koalitionsparteien hatten die Abgeordneten zuvor überzeugt, das unpopuläre Sparpaket zu unterstützen. In einer Fernsehansprache warnte der Ministerpräsident am Samstagabend vor den Konsequenzen, die das Land träfen, wenn es keine frischen Hilfsgelder bekäme: „Eine ungeordnete Insolvenz wäre für das Land ein Abenteuer, das in der Katastrophe endet. Sie würde unkontrollierbares wirtschaftliches Chaos erzeugen und die Gesellschaft zusammenbrechen lassen“, sagte Papademos.

Aber er stellte auch in Aussicht, dass die Wirtschaft in zwei Jahren wieder wachsen könne. „Wenn wir das Programm umsetzen, können wir erwarten, dass es ab 2013 zu einer wirtschaftlichen Erholung und Wachstumsraten zwischen 2,5 und 3 Prozent in den
Jahren 2014 und 2015 kommt.“ (Dow Jones)

Japans Wirtschaft schrumpft im vierten Quartal

Die japanische Wirtschaft ist im vierten Quartal stärker als erwartet geschrumpft. Vor dem Hintergrund des starken Yen und der Überflutungen in Thailand fiel das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Oktober und Dezember um annualisiert um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Ökonomen hatten nur einen BIP-Rückgang um 1,6 Prozent erwartet. In der nicht annualisierten Betrachtung fiel das BIP der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt um 0,6 Prozent zum Vorquartal, während Ökonomen nur ein Minus von 0,4 Prozent angesetzt hatten.

Die Überflutungen in Thailand hatten viele Produktionsstätten von japanischen Unternehmen schwer getroffen, sodass deren Produktionsketten unterbrochen waren. Der rückläufige Export von Halbleitern und Automobilen spielte eine Hauptrolle für den BIP-Rückgang. Der Export fiel im vierten Quartal um 3,1 Prozent zum Vorquartal.

Der private Konsum wuchs im vierten Quartal um 0,3 Prozent. Die privaten Investitionen legten um 1,9 Prozent zu. Für das laufende erste Quartal erwarten Ökonomen insbesondere wegen des Wiederaufbaus und der wieder etwas stärkeren amerikanischen Wirtschaft ein Wachstum. (Dow Jones)

Wirtschaft warnt vor strenger Regulierung von Ratingagenturen

Die deutsche Wirtschaft sorgt sich um eine zu strenge Regulierung der großen Ratingagenturen durch die Europäische Union (EU). In einem gemeinsamen Positionspapier warnen der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und zwei andere Interessenverbände nach Informationen der „Welt“ (Montag), eine EU-Regelung könne „volkswirtschaftlich mehr Schaden anrichten als Nutzen stiften“.

In dem Papier weisen auch das Deutsche Aktieninstitut (DAI) und der Verband Deutscher Treasurer (VDT) Regulierungspläne von EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier zurück. Falls sie umgesetzt würden, könnte dies die „Funktions- und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Anleihemärkte insgesamt deutlich beeinträchtigen“. (dpa-AFX)

China will frühzeitig auf schwächeres Konsumwachstum reagieren

China steuert auf eine weitere geldpolitische Lockerung zu. Die Regierung werde mit ihrer Wirtschaftspolitik im ersten Quartal aufmerksam auf die aktuellen Entwicklungen reagieren, sagte Ministerpräsident Wen Jiabao einem Medienbericht vom Montag zufolge in der vergangenen Woche vor Volkswirten. „Wir sollten die wirtschaftliche Lage im Januar und im ersten Quartal aufmerksam beobachten. Wir sollten die Dinge früh erkennen und schnell handeln und wir sollten mit den vorbeugenden Schritten sowie der nötigen Feinabstimmung im ersten Quartal beginnen.“ (Reuters)

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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