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Medienschau BDI rechnet mit Exportrückgang

19.12.2011 ·  Der amerikanische Kongress rettet den Staatshaushalt einmal mehr in letzter Sekunde, Finanzminister Schäuble rechnet nicht mit Amerika bei der Aufstockung der IWF-Mittel, EZB-Präsident Draghi lehnt weitergehende Hilfen ab und der ehemalige EZB-Chefvolkswirt Stark nennt erstmals politische Gründe für seinen Rücktritt. Ein Scheitern der Übernahme von T-Mobile USA durch AT&T wird immer wahrscheinlicher, der Kaufhof-Verkauf wird sich hinziehen und die Vossloh-Familie verstärkt den Widerstand gegen den Investor Thiele.

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Unternehmensnachrichten

Scheitern der Übernahme von T-Mobile USA durch AT&T immer wahrscheinlicher

Die Zeichen für ein Scheitern der Übernahme von T-Mobile USA durch AT&T verdichten sich. AT&T habe Verhandlungen über Verkäufe von Unternehmensteilen auf Eis gelegt, sagten mit den Vorgängen vertraute Personen. Diese Gespräche waren geführt worden, um die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden für die 39 Milliarden Dollar schwere Transaktion zu erhalten.

Eine Alternative zu der umstrittenen Übernahme würde damit immer wahrscheinlicher, so die informierten Personen. Diskutiert würde unter anderem die Gründung eines Joint Ventures, in der die Mobilfunkkapazitäten beider Anbieter gebündelt werden, oder die Übernahme eines Minderheitsanteils an T-Mobile USA durch AT&T. Der amerikanische Telekomkonzern könnte den Deal den Personen zufolge sogar komplett absagen. Eine Entscheidung könnte noch vor Jahresende verkündet werden. (Dow Jones)

ProSiebenSat.1 erwartet 2012 keine Krise in der TV-Werbung

Der TV-Konzern ProSiebenSat.1 erwartet für das kommende Jahr keine Krise in der Fernsehwerbung. Im als ausgereizt geltenden frei empfangbaren Fernsehen seien konzernweit bis zum Jahr 2015 zusätzliche Erlöse von mindestens 250 Millionen Euro drin, sagte Finanzvorstand Axel Salzmann der „Börsen-Zeitung“ (Samstag).

Das laufende Geschäftsjahr dürfte nach einem „zufriedenstellenden“ vierten Quartal mit einem Rekordergebnis abgeschlossen werden, sagte er. Messlatte ist das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen aus dem fortgeführten Geschäft, das im vorigen Jahr 791 Millionen Euro betragen hatte. (dpa-AFX)

Kaufhof-Verkauf wird dauern

Die Zukunft der mehr als 100 Kaufhof-Warenhäuser mit ihren mehr als 20.000 Beschäftigten ist völlig offen. Im Bieterwettstreit um Kaufhof ist der Mutterkonzern Metro „auf niemanden festgelegt“, wie der scheidende Metro-Chef Eckhard Cordes der FAZ sagte. „Ich gehe davon aus, dass der Verkauf voraussichtlich noch einige Zeit dauern wird.“ Es gebe eine Fülle von Details, die neben dem Preis zu klären seien.

Cordes machte deutlich, dass Metro nicht unter Verkaufsdruck stehe, und sich deshalb Zeit nehmen könne, eine Lösung zu finden, die auch im Interesse der Beschäftigten stehe. In der Branche wird der Unternehmenswert von Kaufhof auf zwei bis drei Milliarden Euro taxiert. Cordes wollte das nicht kommentieren. Besonders werthaltig sind dabei die Immobilien in den deutschen Innenstädten. (dpa-AFX)

Vossloh-Familie verstärkt Widerstand gegen Investor Thiele

Die Eigentümer des Bahntechnikkonzerns Vossloh verstärken ihren Widerstand gegen Großaktionär Heinz Hermann Thiele. „Es gibt Teile der Familie, die gerade ihren Anteil erhöhen“, sagte der Chef der Vossloh-Familiengemeinschaft Peter Langenbach der „Financial Times Deutschland“ (FTD - Montagausgabe). So werde der Stimmenpool, in dem die Familie ihre Aktien gebündelt hat, vergrößert. Zum Umfang wollte Langenbach nichts sagen, aktuell besitzt die Familie rund 36 Prozent der Vossloh AG.

Thiele, Eigentümer des Weltmarktführers für Eisenbahn- und Lkw-Bremsen Knorr Bremse, hat ein Auge auf Vossloh geworfen. Jüngst hat er den Kauf von 25 Prozent bis 30 Prozent der Vossloh-Anteile beim Bundeskartellamt angemeldet. Er war im Frühjahr verstärkt bei Vossloh eingestiegen und hält derzeit bereits mehr als 15 Prozent. (Dow Jones)
 

Wirtschaftsnachrichten

Kongress rettet amerikanischen Staatshaushalt in letzter Sekunde

Kurz vor Ablauf einer allerletzten Frist einigten sich Demokraten und Republikaner in Washington auf einen Staatshaushalt. Am Samstag stimmte auch der Senat dem Gesetzespaket zu, das die Staatsgeschäfte bis Oktober kommenden Jahres finanziert. Zuvor hatte das Abgeordnetenhaus grünes Licht gegeben. Präsident Obama zeigte sich erleichtert, das rund eine Billion Dollar (767 Milliarden Euro) umfassende Budget nach der monatelangen Nervenschlacht unterschreiben zu können.

Hätte der Senat das Budget in dieser Zeit nicht in seiner Sondersitzung beschlossen, wäre der Regierung am Sonntag das Geld ausgegangen. Die ganze Woche hatte es so ausgesehen, als würden die ideologisch zerstrittenen Parteien sich nicht einigen können. Die Diskussionen drehten sich unter anderem um Zusatzartikel. So wollten die Republikaner etwa erschwerte Reisebedingungen nach Kuba unterbringen, die Demokraten dagegen eine Zusatzsteuer für Millionäre. Beide Parteien verzichteten schließlich auf viele unvereinbare Forderungen.

Der Senat verlängerte derweil in einem separaten Gesetz vorübergehend die Reduzierung von Sozialabgaben sowie die erweiterte Zahlung von Arbeitslosenhilfe. Allerdings müsste - wenn das Abgeordnetenhaus der Vorlage am Montag folgt - bereits in zwei Monaten abermals über diese Punkte verhandelt werden, weil sich die Parteien nicht auf eine Gegenfinanzierung einigen konnten. Am Wochenende kamen jedoch Zweifel auf, ob sich die Republikaner im Abgeordnetenhaus auf eine so kurze Verlängerung einlassen werden. (dpa-AFX)

BDI rechnet mit Exportrückgang

Die deutschen Exporte verlieren nach Einschätzung des Industrieverbandes BDI deutlich an Schwung. Nach zwei Boomjahren rechnet der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) für 2012 mit einem Exportplus von etwa drei Prozent. Wie aus dem aktuellen BDI-Außenwirtschaftsreport weiter hervorgeht, wird das Wachstum wesentlich vom Maschinenbau und von der Elektroindustrie getragen. Im Jahr 2011 hatten die deutschen Ausfuhren den Angaben zufolge um zehn Prozent zugelegt, im Jahr davor um 18 Prozent.

Am meisten Sorge bereitet der deutschen Exportindustrie laut BDI die Möglichkeit einer abermaligen weltweiten Rezession. Befürchtet werde zudem eine wachsende Marktabschottung durch einzelne Länder sowie eine Verknappung wichtiger Rohstoffe.

Die deutschen Exporte werden im laufenden Jahr nach Angaben des BDI ihren Anteil auf den Weltmärkten von 8,3 auf rund 8,5 Prozent ausbauen. Die Ausfuhren legten damit abermals stärker zu als der Welthandel. Die weltweite Nachfrage nach Produkten „Made in Germany“ habe sich aber in den vergangenen Monaten vor allem wegen der Schuldenkrise in Europa abgeschwächt. (dpa-AFX)

Schäuble rechnet nicht mit Vereinigten Staaten bei Aufstockung von IWF-Mitteln

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble geht nicht davon aus, dass sich die Vereinigten Staaten an der geplanten Aufstockung der IWF-Mittel zur Bekämpfung der Schuldenkrise beteiligen werden. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse im amerikanischen Kongress gebe es derzeit keine Chance dafür, dass die Vereinigten Staaten dem Internationalen Währungsfonds (IWF) einen bilateralen Kredit zur Verfügung stellten, sagte Schäuble am Montag im Deutschlandfunk. Dagegen habe sich Großbritannien als Nicht-Euro-Mitglied dazu bereiterklärt, sich an der Aufstockung der IWF-Mittel zu beteiligen. „Und mit China sind wir auch im Gespräch“, fügte er hinzu. (Reuters)

Ehemaliger EZB-Chefvolkswirt Stark nennt erstmals politische Gründe für Rücktritt

Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Jürgen Stark, hat erstmals politische Gründe für seinen Rücktritt zum Jahresende genannt. „Da gibt es ein großes Thema, das dies begründet: dass ich nicht zufrieden bin, wie sich diese Währungsunion entwickelt hat“, sagte Stark der „Wirtschaftswoche“. Bislang hatte das EZB-Direktoriumsmitglied immer „persönliche Gründe“ für sein Ausscheiden angeführt.

Vor den Fehlentwicklungen in der Euro-Zone, die zu der gegenwärtigen Krise geführt haben, habe die Zentralbank rechtzeitig gewarnt. Instrumente für die fälligen Anpassungen wären auf den nationalen Ebenen vorhanden gewesen. „Der Immobilienboom in einigen Ländern hätte ohne weiteres mit aufsichtsrechtlichen und steuerlichen Instrumenten gebremst werden können“, sagte Stark in Anspielung auf Entwicklungen in Spanien und Irland. Die Korrektur solcher Fehlentwicklungen sei jedoch mit geldpolitischen Maßnahmen nicht möglich. (dpa-AFX)

Draghi lehnt weiter gehende EZB-Hilfen ab

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat ein stärkeres Engagement der EZB in die Bewältigung der Staatsschuldenkrise abgelehnt. „Geldpolitik kann nicht alles machen“, sagte der Italiener in einem am 14. Dezember 2011 geführten Interview mit der „Financial Times“, das am Sonntag auszugsweise veröffentlicht wurde.

Draghi sagte demnach auch, es sei an den Regierungen, mit Haushaltsdisziplin und Strukturreformen die Märkte zu überzeugen. Auch gebe es kein Renditeziel für Anleihen, bei dessen Überschreiten die EZB mit Käufen eingreife. Die EZB müsse sich an die Vorgaben der EU-Verträge halten, die ein Verbot der monetären Staatsfinanzierung enthielten.

Der EZB-Präsident warnte auch davor, allzu große Hoffnungen in die neue Geldspritze zu setzen, die die Währungshüter den Geschäftsbanken geben wollen: Er glaube nicht, dass die Institute mit dem frischen Geld zwingend Anleihen europäischer Staaten kaufen und so deren Notlage verbessern, sagte er unter Bezugnahme auf das in der kommenden Woche anstehende Refinanzierungsgeschäft mit dreijähriger Laufzeit. „Die Banken werden entscheiden, was am besten für sie ist. Eine Erwartung ist, dass sie damit die Realwirtschaft finanzieren, vor allem kleine und mittelgroße Unternehmen“, sagte er. (dapd)

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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